Stuttgart 21: Jetzt auch Inbetriebnahme 2031 bekannt (Allgemeines Forum)

Henrik, Samstag, 27.06.2026, 03:42 (vor 2 Tagen) @ Aphex Twin

Stuttgart 21: Jetzt auch 3 Milliarden Mehrkosten bekannt

Nachdem vor einigen Tagen die Verspätung bis 2031 bekannt gegeben wurde, veröffentlicht man nun auch die finanziellen Folgen. Zusätzliche 3 Milliarden, neu 14,5 Milliarden nach einer ursprünglichen Schätzung von 2,6 Milliarden (meines Wissens nicht inflationsbereinigt).

Der neue Zeitplan mit der Inbetriebnahme im Jahre 2031 wurde heute bekannt gegeben, nicht vor einigen Tagen.

Bei Baubeginn 2010 war 4,5 Mrd der offizielle Wert (genauer gesagt wurden in einem Finanzierungsvertrag in 2009 dieser Wert festgelegt der schon einen Risikopuffer von 500 Millionen enthielt).

Ich staune erstens, dass man von diesem Desaster erst so kurz vor der geplanten Eröffnung hört - die war ja schon Ende diesen Jahres vorgesehen. Meiner Meinung nach muss das Folgen für die Verantwortlichen haben.

man hat davon letztes Jahr gehört. Das ist gewiss spät, aber alles andere als kurz vor der geplanten Eröffnung.

das ist ja echt ne kluge Meinung.. so halbes Jahr später.. dann mal auf so ne Meinung zu kommen.. dann kann man Deiner Meinung ja gewiss noch mal nen halbes Jahr drauf warten..

Mit den Verantwortlichen wurde bereits kurzer Prozess gemacht, die wurden geköpft,
auch das wurde heute bekannt gegeben.

Stuttgart 21 wird von einer eigenständigen Projektgesellschaft gebaut ... Dessen Leiter wurde Anfang diesen Jahres mit sehr dürren Worten in den Ruhestand verabschiedet. Dies kam nachdem die neue Bahnchefin Palla letztes Jahr eine Überprüfung des Projekts gestartet hatte. ...

Eine gewisse Unfähigkeit kann man dieser Projektleitung wohl schon unterstellen. Lag aber natürlich nicht an einer Person allein.

In der Projektleitung sitzt ja auch nicht nur eine Person.
Die Konzernrevision zeigte die Fehler im Prozessmanagement auf.
Die entsprechend verantwortlichen Personen sind gegangen worden, s.o.

Generell wurde dieses Projekt von der Politik eher gegen den Willen der Bahn durchgedrückt. Schließlich ist die Schaffung eines neuen Stadtviertels keine Herzensangelegenheit, sondern der lokalen Politik.

Was sollte die Schaffung eines neuen Stadtviertels für die Bahn sonst sein wenn nicht Herzensangelegenheit?
Das macht sie doch überall.. und schon immer.
Klar, das ist ein Zusammenspiel mit den politischen Akteuren vor Ort.

Die Bahn hätte das Projekt doch nicht starten müssen.. oder später es abbrechen können.
Aber wieso hätte sie es machen sollen, die Zahlen sahen gut aus, was die positiven betriebswirtschaftlichen Untersuchungen zeigten.
Wieso hätten sie es später abbrechen sollen. Die Untersuchungen zeigten auf, dass dieses teurer gekommen wäre.

Die Bahn wurde hier von der Bundes-Politik allein gelassen.
Der Bund streicht den volkswirtschaftlichen Nutzen komplett ein, hat sich aber so gut wie gar nicht an den Kosten beteiligt.

Man könnte dies so sehen, dass die Politik die Vorgaben machte und die Bahn gute Miene zum Bösen Spiel machen musste. Mit anderen Worten, die Bahn durfte der Politik nicht widersprechen und daraus entstand eine Kultur in der Probleme immer wieder unter den Teppich gekehrt wurden bis man sie nicht mehr leugnen konnte.

das geht aus der Konzernrevision nicht hervor.

Die Politik, also das Landesverkehrsministerium, der Ministerpräsident, die führende Regierungsfraktion waren doch so sehr notorische Gegner des Projekts wie es mehr kaum geht.
Ja, von Seiten dieser Politik gab es Vorgaben.. Bestrebungen, die die Zusammenarbeit gewiss erschwerten für die Bahn und diese dann gute Miene machen musste.

Zweitens verstehe ich nicht, warum sowas immer wieder in Deutschland passiert. +500% bei S21, +500% bei der 2. Stammstrecke, +250% bei BER, +200% damals bei Nürnberg-München. Andere Länder kochen auch nur mit Wasser, aber solche Überschreitungen sind mir andernorts nicht bekannt. Woran liegt das? Übertriebene Bürokratie? Schamlose Unterschätzung der Kosten? Korruption? Ungeeignete Projektstrukturen - ist die DB die richtige Adresse für die Planung? Wechselnde Gesetzesvorgaben statt bei Projektbeginn eingefrorenen Anforderungen?

Ein Faktor bei den aktuellen Projekten ist, dass die Inflationsrate in den Jahren 2022 und 2023 Höhen erreichte, die es seit 1981 nicht mehr gab. Ein weiterer Faktor ist, dass ein zu optimistischer Ansatz bei den Kosten es einfacher macht, gewisse Projekte politisch durchzusetzen. Umplanungen aufgrund politischer Forderungen verzögern und verteuern Projekte ebenfalls, dies schließt lange Gerichtsprozesse mit ein.

..und 2023 hörte es mit der hohen Inflation ja nicht auf,
allein was sich in diesem Jahr bei den Energiepreisen wieder getan hat, ist uns allen bewusst.

Der zweite Punkt klingt nach Verschwörung.. allein es mangelt komplett an Beispielen dafür.
Eher kennen wir gegenteilige Fälle, dass Projekte zu teuer gerechnet werden und dann durchfallen.

Mit den Kosten steigt ja auch der Nutzen.
Nehmen wir mal das Projekt der NBS Hamburg-Hannover,
deckt sich in etwa mit o.g. Zahlen,
wir fingen mit 2,5 Mrd an und sind nun bei 15 Mrd Euro als GWP.
Das NKV ist mit den Jahren mit diesen Zahlen gestiegen - nicht gefallen.

Bei den sehr langen Planungszeiten (Übertriebene Bürokratie, ..) haben wir ein großes Thema und arbeiten ja auch dran,
auch heute wieder,
Parlament billigt „Infrastruktur-Zukunftsgesetz“
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw26-de-infrastruktur-zukunftsgesetz...


und eh, passiert sowas immer wieder im Ausland, aber nicht in Deutschland.
Wir kennen das von der Schweiz, Österreich, Italien, Dänemark, England..
Nun haben wir auch mal ein Projekt hier in Deutschland, bei dem es etwas aus dem Ufer läuft..
Die DB investiert über 20 Mrd Euro in das Bahnnetz pro Jahr. Quasi alle Projekte werden im Kosten- und Zeitplan fertiggestellt.


PM der DB von heute,
https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/Stuttgart-21-De...


Pressekonferenz nach der Sitzung des Lenkungskreises für Stuttgart 21, u. a. mit Cem Özdemir
https://www.youtube.com/watch?v=UTqSRwMA9kA
phoenix


Präsentation Lenkungskreis Stuttgart 21 (pdf)
https://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/resource/blob/13957438/9acbc79552133e70df6c8af...


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