Nein, das ist berechtigt (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Samstag, 27.06.2026, 18:51 (vor 1 Tag, 19 Stunden, 30 Min.) @ Der Blaschke
bearbeitet von Alphorn (CH), Samstag, 27.06.2026, 18:51

Irgendwo am Ende werden es so 20 Milliarden werden, schätze ich. So what. Auf mindestens 100 Jahre Nutzung umgerechnet Peanuts.

Kein starkes Argument. Die gleichen hypothetischen 20 Milliarden hätten in sinnvollere Projekte investiert werden können, wo die Kosten in 100 Jahren im Vergleich zum Nutzen noch kleinere Peanuts gewesen wären.

Außerdem wird Stuttgart 21 ein Publikumsmagnet werden und ein Zentralbahnhof, um den uns wie auch beim Berliner Hauptbahnhof die Welt beneiden wird. Und so wie die Schweizer zwar gern über Deutschland zetern, aber gern Einkaufen bei uns und deutsche Autobahnen gern zum Rasen nutzen, werden sie neidvoll die Gäubahnzüge zum S 21-Bestaunen bevölkern. Da kommt reichlich Geld wieder rein. Dazu muss man all die Fahrzeitverkürzungen mit dadurch eingesparten Fahrzeugen und Personalen gegenrechnen, wenn der zeitraubende Unsinn des Kopfbahnhofs erstmal wegfällt.

Der Berliner Hauptbahnhof war eine kluge und weitgehend gelungene Investition, welche reichlich Kapazität schuf. Stuttgart 21 macht das nicht; laut Kritikern reduziert es sogar die Kapazität.

Zudem werden die moderaten Fahrzeitverkürzungen durch Verlängerungen an anderer Stelle erkauft, was den Nutzen weiter schmälert.

Im Jahr 2200 wird man uns feiern für unseren Weitblick und unsere Visionen. Die leichten Verzögerungen und Kostensteigerungen sind bestenfalls, wenn überhaupt, eine Randnotiz - über diese ganzen Gegner und Protestierer lacht man sich dann zu Recht kaputt; die taugen höchstens zu irgendwelchen Running-Gags.

Stell Dir vor, die Milliarden wären in die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des existierenden Netzes investiert worden, und in die bekannten Engstellen wie südliches Rheintal und das Ruhrgebiet. Dann würde man sich 2200 noch viel mehr freuen über eine funktionierende, pünktliche und hochfrequente Bahn.

Durch die vollkommen unrealistischen Kostenschätzungen wurden wichtige Projekte verdrängt, welche jetzt liegengeblieben sind. Und nein, Du kannst nicht einfach davon ausgehen, dass diese die gleichen enormen Kostensteigerungen erfahren hätten.


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