Tunnelknall bremst ÖBB ein (Aktueller Betrieb)

Henrik, Montag, 16.03.2026, 21:38 (vor 1 Tag, 21 Stunden, 59 Min.) @ numi

Mich verwundert das sehr. In Deutschland ist bei Tunnelportalen von eingleisigen Schnellfahrstreckentunneln ein Haubenbauwerk normal. Nur die zweigleisigen Tunnel haben auf Grund ihres deutlich größeren Querschnitts kein solches Bauwerk.

Ich bin die Strecken mit eingleisigen Tunneln gerade mal durchgegangen. Bei Erfurt - Leipzig und dem Katzenbergtunnel hat man vor den Tunneleinfahrten diese größeren Haubenbauwerke mit Druckausgleich an den Seiten. Bei der SFS Stuttgart - Wendlingen - Ulm und dem Rastatter Tunnel ist der Druckausgleich oben an den Portalen und geht dann ein wenig mit in den Berg. Aber wirklich ausnahmslos alle diese eingleisigen SFS-Tunnel haben am Portal einen Druckausgleich.

Wenn man sich nun die Koralmbahn anschaut findet man solche Bauwerke zum Druckausgleich gar nicht. Da verwundert es mich nicht, dass dort solche Probleme bestehen. Dabei sind die Querschnitte sogar geringer als in Deutschland (Koralmtunnel 51 m², Katzenbergtunnel 62 m², beide 250 km/h Entwurfsgeschwindigkeit).

Es gibt auch zweigleisige Tunnel auf der SFS Nürnberg–Erfurt, die länger sind als 5 km mit entsprechenden Portalbauwerken,
Tunnel Bleßberg und Tunnel Silberberg.

Die Geschichte von Sonic-Boom-Bauwerken in Europa ist nun noch nicht soo alt.
Beim Katzenbergtunnel wurden zum ersten mal in Europa solche Sonic-Boom-Bauwerke erstellt.

Die beiden je über 7 km langen Tunnel Euerwang und Irlahüll der SFS Nürnberg-Ingolstadt hätten damals gewiss auch Sonic-Boom-Bauwerke erhalten bei dem Wissen von heute.
Bei beiden wurde 2005 erstmals in Deutschland der Tunnelknall beobachtet.

Bei der Koralmbahn müsste man dann ins Detail der Tunnelbauwerke gehen,
zum einen Zeitraum der Planung und Erstellung,
zum anderen ob es nicht doch bauliche Verfahren gab, die den Tunnelknall-Effekt abmindern, wie Verringerung des Querschnitts zur Tunnelmitte hin oder Schallabsorber zwischen den Gleisen.

Ich hoffe, dass hier die Westbahn etwas Pressearbeit macht, die ÖBB Infra möge hier entsprechende Bauwerke nachrüsten. Die ÖBB fährt mit ihren Railjets nur 230 km/h, die Westbahn mit ihren Girunos jedoch 250 km/h. Da macht so eine 190 km/h Dauer-LA natürlich nochmal deutlich mehr aus. Das ist dann auch deutlich mehr als 10 Sekunden. Vom Energieverbrauch sprechen wir besser erst gar nicht.

Es geht um einen Abschnitt von 500 m Länge vorm Tunnelportal.
Wie kommst Du da auf "deutlich mehr als 10 Sekunden"?

Westbahn machte ja bereits Pressearbeit,
dass ihre Züge ja windschnittiger seien als die Lok-Wagenzüge Railjets der ÖBB.
Damit haben sie einen gewichtigen Punkt - die ÖBB winkte ab.

Bei den oben genannten Tunneln der SFS Nürnberg-Ingolstadt hatte man Schallabsorber nachgerüstet.
Vielleicht könnte das hier auch eine hilfreiche Maßnahme sein.

Sonic-Boom-Bauwerke wird man gewiss nicht "nachrüsten".


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