Neu: die Granitztalbremsung. (Aktueller Betrieb)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 16.03.2026, 18:26 (vor 13 Stunden, 45 Minuten) @ bendo
bearbeitet von Der Blaschke, Montag, 16.03.2026, 18:28

Hey.

kleiner Funfact am Rande:
Bei dem in Rede stehenden Tunnel handelt es sich für die Fahrgäste um eine geschlossene Fahrt in einem ~6km langen Tunnel.
Tatsächlich überbrückt dieser Tunnel jedoch den Granitzbach. Allerdings nicht etwa durch eine kurze Trennung in zwei Tunnel mit dazwischenliegender Brücke, sondern einer Einhausung, die als geschlossene Röhren den Granitzbach überqueren.

Eben deswegen gibt es den regelmäßig erwähnten "Granitztaltunnel" auch gar nicht. Es sind die Tunnel "Langer Berg" und "Deutsch Grutschen", die durch die Einhausung Granitztal verbunden sind. Aber mit soviel Detailtreue wäre die Häppchen-Journalismus-Generation ja gleich wieder überfordert.

Wollte man sich den Aufwand für Tunnelportale sparen?? oder der Lärmschutz für die in Nähe liegenden Weiler war ein hohes Gut...

Da öfters von "Weißer Wanne" die Rede ist: vielleicht dient es dem Schutz vor Wasser?

https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fe_Wanne

Steht die Welt draußen unter Wasser oder kommt das Zeug im Sturzbach den Berg hinab, dann kann man drinnen trotzdem weiterhin durchrasen. Okay, 190 statt 250 - aber das ist ja egal.

Hier noch ein Artikel ...

https://www.fr.de/panorama/chaos-auf-oesterreichs-vorzeige-bahnstrecke-mysterioeser-tun...


... aus dem klar hervorgeht:

- man ahnte es vorher
- es ist egal
- man wird auch nichts ändern

So ist halt die moderne Welt: man kann Bauwerke nicht richtig bezeichnen, man kann nicht vernünftig bauen, man gibt Milliarden für Fahrzeitverkürzungen aus, aber eine Fahrzeitverlängerung ist dann egal - und selbstverständlich erkennt man nirgendwo einen Fehler. So ist das, wenn heute jeder Hansel studiert und Ingenieur wird und das wichtigste Projekt im Projekt die Arbeitsgruppe "wo können wir was sparen?!" ist. Da fragt man sich, ob da nicht ganz andere einen Knall haben.

Vielleicht rechnet so ein Kluger ja mal aus, was das Abbremsen und das Beschleunigen eines jeden Zuges für die Dauer der Nutzung des Bauwerkes so an Verschleiß und Energie kosten wird.

Außerdem ein guter Anlass, die Raserei generell zu überdenken. Wenn 190 auf 6 km kaum Zeit kostet, wozu muss dann überhaupt 230/250 gerast werden?

Ich erlebe das hier ja gerade beim RE 9 Osnabrück <==> Bremerhaven. 160 Vmax mit 5 Dosto. Jetzt hat man nur noch Gerümpel und Zonendosto und kann nur noch 140 fahren. Zum Ausgleich ein Dosto gestrichen; 4 reichen völlig aus - und man produziert trotzdem nicht mehr Verspätungen als vorher auch.

Zurück nach Österreich: ich melde hiermit schon mal für die Wortmarke "Granitztalbremsung" Urheberrechte an. Irgendwann wird diese notwendige, aber völlig sinnlose Form der Bremsung Einzug in die Regelwerke nehmen.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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