Vive Lyon! Von Traboules, Bouchons und Mâchons - 9/11 (Reiseberichte)

Bahne aus Leidenschaft, Montag, 18.09.2023, 23:47 (vor 271 Tagen)

Da in 9 Tagen der nächste Urlaub beginnt, muss ich mich ein wenig sputen, meinen Bericht fertig zu bekommen. Deshalb begrüße ich euch heute schon zum 9. Teil meiner Reihe. Schön, dass ihr noch dabei seid. Hier geht es zu den bisherigen Teilen:
Teil 1: https://www.ice-treff.de/index.php?id=684925
Teil 2: https://www.ice-treff.de/index.php?id=685060
Teil 3: https://www.ice-treff.de/index.php?id=685249
Teil 4: https://www.ice-treff.de/index.php?id=685380
Teil 5: https://www.ice-treff.de/index.php?id=685716
Teil 6: https://www.ice-treff.de/index.php?id=685826
Teil 7: https://www.ice-treff.de/index.php?id=685920
Teil 8: https://www.ice-treff.de/index.php?id=686270

Im letzten Teil bin ich spät am Sonntagabend aus Bourges heimgekommen. Wir befinden uns jetzt gut zwei Wochen vor Weihnachten und deshalb steht in diesem Teil die Heimreise nach Deutschland an. Am Montagmorgen nach Bourges kann ich erfreulicherweise etwas länger ausschlafen. Bevor ich an die Uni gehe, entdecke ich etwas Ungewöhnliches vor meinem Fenster auf dem Wohnheimgelände. Als ich nachmittags von der Uni heimkomme, ist es immer noch da. Bevor es dunkel wird, kümmere ich mich um das Problem und da in der Geschäftsstelle keiner mehr dazu weiß, bleibe ich auf dem „Problem“ sitzen.
Darf ich vorstellen: Céline

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Da sich kein Besitzer meldet, wird sie die nächsten 11 Tage als neue Mitbewohnerin in meinem Bad wohnen. Da das Bad sehr klein und ohne Tageslicht ist, darf sie aber auch raus, wenn ich daheim bin.

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Die nächsten Tage werde ich fast täglich ein frisches Ei bekommen. Wer kann das im Wohnheim schon von sich behaupten.

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Hier verwüstet Céline mal wieder mein Bad.

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Nachts muss sie im Bad bleiben, morgens darf sie dann raus und möchte offenbar nicht, dass ich mich nochmal ins Bett lege.

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Den Umständen entsprechend, geht mein Alltag relativ normal weiter. Zur Fête des Lumières kann ich abends erfreulicherweise problemlos gehen, da Céline um diese Zeit schon schläft. Auch der ein oder andere Marktbesuch ist drin. Dieser Kollege auf der Theke hatte deutlich weniger Glück.

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Beinahe wäre es Céline kaum besser vergangen. Als ich an einem Tag von der Uni heimkomme, sieht die Küche nach einem Fettbrand noch schlimmer aus und meine Mitbewohner erzählen mir von einem Feueralarm.

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Als sich abzeichnet, dass ich sie nicht mehr loswerde, bespreche ich mit der Geschäftsstelle vom Wohnheim, die sehr froh ist, dass sich jemand um das Problem gekümmert hat, dass ich sie bis zu meiner Heimreise bei mir halten darf und bekomme sogar noch einen Karton für den Transport. Daheim bekommt sie dann meine Oma als Weihnachtsgeschenk.
Dann gilt es noch etwaige Einfuhrbeschränkungen zu klären. In Nordfrankreich gibt es nämlich einige Fälle von Geflügelpest. Das Veterinäramt verweist mich am Telefon auf den Zoll, der Zoll wieder auf das Veterinäramt. Das interpretiere ich einfach mal als Freifahrtschein. Zwei Wochen Quarantäne sind schließlich schon fast komplett bei meiner Abreise.
Dummerweise steht zu diesem Zeitpunkt meine Heimreiseplanung schon fest. Da ich schon einige Tage vor Weihnachten frei habe und meine Mutter über Weihnachten arbeiten muss, ist der Plan uns einen Tag in Mulhouse zu treffen. Dort abends Weihnachtsmarkt, nächster Tag Cité des Trains. Das Hotel kann ich jetzt nicht mehr stornieren. Da Céline ziemlich cool mit der ganzen Situation umgeht, beschließen wir einfach, die Sache wie geplant durchzuziehen.

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Am 18. Dezember geht es dann morgens los. Wir nehmen den TER Jurarand entlang nach Besançon. Céline ist im Fußraum des Régiolis gut verstaut.

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Nach gut zwei Stunden erreichen wir den Keilbahnhof Mouchard. Von hinten kommt die Strecke aus Lausanne.

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Dann passieren wir die königliche Saline von Arc-et-Senans, wo ich im letzten Teil war.

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Mit unserem TER könnten wir direkt bis Belfort durchfahren, aber eine kurze Versorgungspause in Besançon schadet uns beiden nicht.
Hier sind wir im Zentrum am Doubs angelangt.

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Unterhalb der Zitadelle quert die Bahnstrecke nach Le Locle den Fluss.

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Die Flussschleife, auf der Altstadt und Zitadelle liegen, wird von einem Kanaltunnel abgeschnitten, der auch zu Fuß begehbar ist.

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Im nächsten TER nach Belfort wird es sehr gut voll, sodass ich das schöne Doubstal leider nicht so gut bewundern kann. Bei Montbéliard passieren wir das Schloss. Bis ´zur Französischen Revolution war Montbéliard/Mömpelgard eine württembergische Enklave und zeitweise Residenz einer Nebenlinie.

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Die Entscheidung für die Pause in Besançon statt Belfort war goldrichtig. Während in Besançon bestes Wetter war, ist in Belfort dichter Nebel, der bis Mulhouse bleibt. Der letzte TER des Tages ist erfreulich leer, sodass Céline auch bisschen rausschauen darf.

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In Mulhouse treffe ich dann wie geplant meine Mutter. Nach dem wir Céline erfolgreich ins Hotel geschmuggelt haben, darf sie sich im Bad ein wenig die Füße vertreten. Abends können wir dann eine Runde über den Weihnachtsmarkt drehen.

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Am nächsten Vormittag fahren wir wie geplant raus zur Cité de Trains, dem großen Museum der SNCF. Dazu nehmen wir einen Tram-Train Richtung Thann.

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Was wir mit Céline machen, wissen wir noch nicht so recht. Plan B wäre, dass einer mit ihr draußen bleibt und sich ins Café setzt. Die Museumsmitarbeiterin an der Kasse ist erst etwas überrascht, aber ihre einzige Sorge ist, ob Céline Wasser und Futter hat und ob es ihr gut geht. Als ich das bejahe, dürfen wir ihren Karton ohne Probleme in eine Abstellkammer stellen.
Das Museum finde ich sensationell, vor allem im Vergleich zum DB Museum.
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In einem der älteren Wagen wurde meine gestrige Reise nachgestellt.

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Der elegante Bugatti-Triebwagen.

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Eine Sybic hat es auch schon ins Museum geschafft.

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Einer der alten Zahnradtriebwagen von der Metrolinie C in Lyon. Im dritten Teil war ich dort mit Chris in der Nachfolgebaureihe unterwegs.

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Die beiden Weltrekordloks von 1955.

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Dann geht es in die Halle mit den großen Schnellzügen.

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Der Gasturbinentriebwagen RTG -Turbotrain.

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Auch schon im Museum: der TGV Sud-Est.

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Dann gehen wir langsam die Heimreise an. Geplant ist eine Fahrt mit dem TER von Mulhouse nach Müllheim, den RE bis Freiburg und ICE nach Karlsruhe, wo ich mit Céline aussteige. Dummerweise wird wegen Personalmangel der TER nach Müllheim als SEV gefahren. Der Bus kommt deutlich zu spät an die Haltestelle, was uns etwas nervös macht, aber der Busfahrer scheint die Strecke gut zu kennen. Pünktlichst kommen wir an und waren somit schneller als der planmäßige Zug. Der Dauer-SEV auf der Strecke scheint System zu haben. Mein nächster geplanter Versuch, die Strecke diesen Oktober (2023) beim Start meines Urlaubs zu befahren, ist schon in der Planung gescheitert. Die SNCF hat ab Ende August bis Fahrplanwechsel SEV wegen Personalmangels angekündigt. Irgendwie ist die Strecke für mich wie verhext.
Auch heute fahre ich noch nicht bis Pirmasens durch. Zu diesem Zeitpunkt im Dezember 2021 war die Zeit der Corona-Boosterimpfung und in Frankreich wäre man ab Mitte Januar ohne diese quasi vom gesellschaftlichen Leben ausgestoßen. Zumindest habe ich die Regelungen so interpretiert. Entsprechend schwer war es dort im Dezember, einen Impftermin zu bekommen. In Karlsruhe habe ich aber erfreulicherweise einen bekommen und deshalb mich und Céline spontan bei Chris und Katharina eingeladen. Hier stöbert Céline fasziniert in den Ritzen neben den Öfen unserer Flurküche nach schmackhaften Dingen. Eine schier endlose Quelle für Leckereien.

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Den Weg zum Impftermin am nächsten Vormittag nutze ich, um die frisch eröffnete Karlsruher Kombilösung ein wenig zu erkunden. Was lange währt, wird endlich gut.

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Nach dem Impftermin hole ich Céline ab und nehme die letzte Etappe in Angriff. Auch Céline darf die Kombilösung erkunden.

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Im RE 6 nach Landau ist es schön leer und Céline darf sich im Bahnhof Winden ein wenig umschauen.

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Kurz vor Pirmasens Nord legt Céline noch ein EI im Zug, dann sind wir endlich am Ziel. Meine Oma hat im Hasenstall einen abgetrennten Bereich für Céline vorbereitet. Der Futtertrog ist für ein einzelnes Huhn reichlich überdimensioniert.

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Wie ich schon in den Tagen davor feststellen konnte, ist Céline ein reichlich eigensinniges Huhn und sie bleibt nicht in ihrem Bereich, sondern fliegt auf den Tisch. An den nächsten Morgen ist sie jedes Mal ausgebüxt zu den Kaninchenfrauen auf der anderen Seite der Tür. Erst setze ich sie wieder zurück in ihre Wohnung, aber da es keine Probleme zu geben scheint, lassen wir sie nach paar Tagen einfach bei den Hasen.

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Das wäre es von mir für diesen Teil. Im nächsten Teil fahre ich nach Neujahr wieder nach Lyon zurück für den letzten Monat. Dann zum Glück wieder alleine.


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