Sinn einer Versicherung ... (Allgemeines Forum)

bendo, Dienstag, 02.08.2022, 09:36 (vor 17 Tagen) @ Der Blaschke

Die gibt's, weil die Versicherungsgesellschaft reich werden will, um sich und ihre Aktionäre zu beglücken....

Leider ja. Das Solidarprinzip, wonach sich eine Gruppe Menschen zusammen schließt, ein Risiko auf mehrere Schultern teilt und damit den Totalausfall einer Einzelperson verhindert, lässt sich aus den schillernden Immobilien, Werbeheften und unzähligen Mitarbeitern nur bedingt ableiten.

... Der Eintritt des Versicherungsfalles ist kontraproduktiv und zu vermeiden.

Das gilt natürlich immer und dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Allerdings beziehe ich meine Aussage auf den Eintritt eines tatsächlichen Ereignisses und nicht auf Formalismen, die in einem Ereignis dann kein (formal abgesichertes) Ereignis sehen.

Finanziell wird bei jedem Versicherungsabschluss letztlich eine Wette zwischen Versichertem und Versicherungsunternehmen eingegangen: Der Versicherte wettet, dass es zum Ereignis kommt, dessen Schaden durch das Versicherungsunternehmen reguliert wird und der Schaden die Höhe der eingezahlten Beiträge übersteigt. Das Versicherungsunternehmen wettet, dass Schadensleistungen kleiner sein werden als die Summe der eingezahlten Beiträge. Das Versicherungsunternehmen wird nun alles daran setzen, damit Letzteres zutrifft. Das muss auch so sein, sonst würde ja kein Geld für genannte Gehälter/Immobilien etc übrig bleiben. Vorteile des Versicherungsunternehmens sind dabei die Expertise/Erfahrung, Juristen, Vertragsklauseln, die das Urteilsvermögen des Versicherten typischerweise übersteigen.
Weitere Probleme: Es gibt ganze Bereiche, in denen die Kostenregulierung üblicherweise durch Versicherungsunternehmen vorgenommen wird (Gesundheits/Behandlungskosten; KFZ-Schäden) und die versicherte Person von anfallenden Kosten gar nichts mehr erfährt. Das Ergebnis: Im Versicherungsfall werden erheblich höhere Kosten abgerechnet (erst jüngst war ich in einen Fall verwickelt, in dem die KfZ-Werkstatt gegenüber einer Privatrechnung den dreifachen Stundenlohn kassiert hat. Das Versicherungsunternehmen war hiervon unbeeindruckt...) und die hohen Kosten werden einfach auf die Versicherten per Beitragserhöhung abgewälzt.

Daher halte ich es ähnlich wie Blaschke: Alle Ereignisse, die mich nicht ruinieren, werden nicht versichert. Im Zweifel lege ich mir selbst regelmäßig Geld für bestimmte Risiken beiseite. Dann bleibt es in meiner Tasche und mit mir muss ich keine Vetragsklauseln diskutieren ;-)

Gruß, bendo


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