Bahn will ICE Netz ausdünnen (Allgemeines Forum)

Uniqum, Frankfurt am Main, Donnerstag, 20.05.2010, 23:57 (vor 5913 Tagen) @ Lumi25
bearbeitet von Uniqum, Freitag, 21.05.2010, 00:02

Hallo,

Der ICE ist ein reines Abzockprodukt. Vorteile hat der ICE nur auf ganz wenigen Strecken und selbst dort beträgt der effektive Fahrzeitunterschied gegenüber einem IC 5-10 Minuten in der Regel. Oftmals halten sogar Ersatzzüge die ICE-Fahrzeiten.

Ich würde nicht soweit gehen, den ICE als Abzockprodukt zu bezeichnen. In den Zügen ist durchaus, zumindest in der zweiten Klasse ein deutlicher Komfortunerschied spürbar. Warum der ICE jedoch auf Strecken ohne nennenswerten Zeitgewinn (z.B. Hamburg - Dortmund - Köln) höher bepreist ist, ist für mich ebenfalls nur begrenzt nachvollziehbar.

Das die Vorteile der höheren Fahrzeuggeschwindigkeit u.a. aus bereits weiter oben erwähnten Energiespargründen, dem erreichen von Anschlüssen oder anderen Gründen, nicht voll ausgenutzt werden, ist ein Versäumnis des Betreibers, keines des Hochgeschwindigkeitsverkehrs an sich.

Der ICE hat bisher nur viele Probleme gebracht. Bei den ICE-T fällt ja nicht zum ersten mal die Neigetechnik aus und der ICE 3 ist auch nicht gerade zuverlässig.
Mit einem weiterentwickelten IC-System wären wir wohl besser dran gewesen.

Der ICE-T ist eigentlich genau das, urpsrünglich war er für den InterCity-Verkehr konzipiert worden. Allerdings ist dies auch nicht die Schuld des Systemes oder Neigetechnikkonzeptes.

Beim sogenannten B-Verkehr (IR) hat die DB AG komplett versagt. Auch hier hat man versucht das Maximum aus dem Fahrgast herauszupressen mit der Umstellung auf IC-Züge bei gleichen Wagenmaterial.

Aus Fahrgastsicht sicherlich. Aus unternehmerischer Sicht dürfte eher das Gegenteil der Fall sein. Entweder wurde aus dem Zug ein IC, in anderen Fällen sind die Länder in die Bresche gesprungen und zahlen nun Subventionen.

Allerdings würde ich dieses Versagen eher als politisch einsortieren. Immerhin ist der Bund und damit auch die Politik immernoch der Alleineigentümer der Bahn. Ob eine solche Kostenumverteilung im Interesse der Bürger und Wähler lag, wage ich zu bezweifeln.

Deshalb bin ich auch so gespannt darauf ob Locomore im April 2011 ernst macht. Die sind auch nicht langsamer als ein IC aber wohl weitaus günstiger.

Abwarten und Tee trinken. Ich glaube da erst drann wenn die Züge fahren und wenn sie (hoffentlich) noch nach dem folgenden Fahrplanwechsel fahren. Es gab bereits in der Vergangenheit diverse ehrgeizige Vorstöße privaten Fernverkehr anzubieten, um die es sehr schnell ruhig wurde. Im Endeffekt hat die DB einen langen Atem und vor allem die besseren Vertriebswege. Bis es wirklich zu echter Konkurrenz im Fernverkehr kommen kann und wird müsste vor allem auch politisch noch einiges korrigiert werden.


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