Dämliche Argumentation (Allgemeines Forum)

Uniqum, Frankfurt am Main, Donnerstag, 20.05.2010, 00:38 (vor 5914 Tagen) @ ICE615

Überspitzt gesagt würde ich behaupten die DB hat zu viele Fahrgäste. Nein, wirklich. Dieses Unternehmen verstehen, kann ich schon lange nicht mehr, obwohl ich gerne Bahnfahre und die Bahn auch bei weitem nicht so schlecht finde wie andere.

Gewiss sind Fernbusse eine Konkurrenz für die Bahn. Allerdings decken sie einen Klientel ab, die oft und gerne in den letzten Jahren von ihr vernachlässigt wurde. Herr Mehdorn verglich den Bahnbetrieb einst mit einer Airline, aber das ist sie nicht und wird sie auch nie sein.

Ich gebe gerne zu, zu diesem Kundenkreis zu gehören.

Natürlich hat die Bahn Sorgen, das viele solcher Fahrgäste, die früher die Stammkundschaft waren, nämlich solche ohne eigenes Automobil und eventuell geringem Einkommen, auf andere Verkehrsträger ausweichen.

Der richtige Gedanke wäre, wie man Bahnfahren attraktiver gestalltet. Denn die Bahn hat viele systembedingte Vorteile (ein ganz großer der im Moment droht verloren zu gehen ist das durchgehende Ticketing). Sinnvoll wäre es da ggf. einfach an der eigenen Leistung zu kurbeln. Wer einen Premium-Fahrpreis zahlt, erwartet auch eine Premium-Leistung. So lange aber selbst über Schnellfahrstrecken wie Hannover-Würzburg gebummelt wird, anstatt das Höchsttempo auszunutzen, wundert mich nichts.

Der Vergleich zwischen Fernbus und Ryanair hinkt ein wenig, vor allem aufgrund der dezentralen Lage der Abflughäfen. Vor allem haben Fernbusse meist auf kurzen Strecken Erfolg, wie z.B. Hamburg-Bremen.

In Großbritannien, Spanien und Tschechien gibt es auch sehr gut ausgebaute Fernbusnetze. Länder mit sehr unterschiedlichen Bahnsystemen, in welchen die Fenrzüge m.W. nach wie vor gut ausgelastet sind. Tschechien gilt für viele Anhänger der "klassichen Bahn" oft sogar als Beispiel, ein Grund mehr warum ich die Sorge vor Fernbussen nicht nachvollziehen kann.

Das die DB auf Konfrontationskurs geht ist verständich, ein gut ausgebautes Fernbusnetz würde (hoffentlich) eine Sekung der überhöhten Fahrpreise (bzw. Erhöhung der Sparpreiskontingente) mit sich bringen. Genauso wie Ryanair dazu führte, das auch Lufthansa & Co die Preise senkten. Das ist sicherlich für alle begrüßenswert.

Die Deutsche Bahn ist keine Bundesbahn mehr und arbeitet nach dem Gewinnerzielungsprinzip, es ist richtig und gut wenn demnach eine gewisse Konkurenz vorhanden ist und ich war und bin bei weitem kein Befürworter der Privatisierung.


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