Interessante ITinerarii im Immunisierungs-Impf-Iahr: Mai 4/4 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Dienstag, 01.03.2022, 21:36 (vor 1479 Tagen) @ Krümelmonster

Bleiben wir doch bei einer chronologischen Reihenfolge der besuchten Orte. ;-)
Die Wahl meiner Ziele richtete sich ja immer noch nach der Frage: Wo muss ich jetzt hin, weil man normalerweise dort totgetrampelt wird? Cinque Terre liegt zwar nicht in der Toskana, aber erfüllte definitiv genanntes Kriterium!

Der Ausflug nach Cinque Terre in Ligurien stand bereits am nächsten Tag an, da ich diesen keinesfalls aufs Wochenende legen wollte.^^ Bereits kurz nach halb acht fuhr ich in Pisa los Richtung Norden. Auf dem Weg nach La Spezia sieht man exakt 0 Mal das Meer. =( Nach 1:15 h erreichte der Zug die Endstation. Ich stieg aus und erstand eine Tageskarte für die Züge, die die Dörfer der Cinque Terre miteinander verbinden, für stolze 16 €. Mit fast 40 ct/km war es relativ die teuerste Fahrkarte des Urlaubs.^^
Die Cinque Terre sind fünf malerische Dörfer mit typisch italienischen bunten Häusern an der ligurischen Steilküste. Ich fuhr zunächst bis Vernazza, das als schönstes der Dörfer gilt. Von der Strecke La Spezia – Levanto verlaufen über 75 % im Tunnel – anders kann man diese Küstenorte einfach nicht erschließen.
[image]
431 Auf nach Ligurien
[image]
432 Pop. Sieht so ähnlich aus wie der französische Régiolis, ist aber doch was Anderes.
[image]
433 Cinque Terre Express. (Der schwarze Streifen bin übrigens ich.^^)
[image]
434 Vorbereitungen für die U-Bahn-Fahrt
[image]
435 Eine kurze Tunnel-Lücke
[image]
[image]
[image]
436 – 438 Der Bahnsteig von Vernazza ist größtenteils unterirdisch
[image]
439 Blick in den Ort
Es war nun 9:45 Uhr und noch ziemlich ruhig. Ich erkundete zunächst kurz den Ort Vernazza.
Die fünf Dörfer sind nicht nur über die Bahnstrecke verbunden, sondern auch über Wanderwege. Der Weg von Vernazza (viertes Dorf aus Richtung Süden gezählt) nach Monterosso (dem fünften und nördlichsten Ort) gilt als anspruchsvoll, aber sehr aussichtsreich, man sollte ihn am besten gleich in der Früh gehen.
Also kraxelte ich von Vernazza aus bergauf. Am Ortsrand hatte jemand einen großen Baumstumpf auf den Weg gelegt. Die entgegenkommenden italienischen Wanderer gingen völlig unbeeindruckt daran vorbei. In Anbetracht des Hindernisses fragte ich sie, ob der Weg offen sei. Ja klar, kein Problem! Keine 50 m weiter stand ein Baumännchen vor mir: „Ey, wo willst du hin?“
- „Nach Monterosso“
- „Nee, hier sind Bauarbeiten.“
- „Ach so. Doof… Wie komme ich dann nach Monterosso?“
- „Mitm Zug! Warum hast du die Sperre überquert?"
- „Ich hab die anderen gefragt, die meinten, der Weg sei frei. ¯\_(ツ)_/¯ “
- „Na gut, geh durch!“
Das ist diese Konsequenz, von der alle sprechen!
Der Weg führte noch weiter bergauf. Wimre war der höchste Punkt ca. 160 m über dem Meer. Ich war auf jeden Fall froh, dass ich doch noch ein paar OP-Masken mitgenommen hatte, mit FFP2 wäre das echt unschön geworden.^^ Erinnerung: Es galt immer noch eine allgemeine Maskenpflicht überall drinnen wie draußen. Wenn man beim Wandern allein ist, darf die Maske auch abgesetzt werden, allerdings waren so viele Leute unterwegs, dass man eh dauernd Gegenverkehr hatte.^^ Die Entgegenkommenden waren jeweils zu ca. 45 % Italiener bzw. Deutsche. Von den Italienern setzte immerhin ca. jeder 5. seine Maske auf, und fast alle grüßten freundlich. Von den Deutschen trug vielleicht jeder 25. eine Maske (großzügig aufgerundet), und diejenigen, die irgendwas so ähnlich wie „Ponschono“ sagten, waren auch klar in der Minderheit.^^
[image]
440 Rein in den Trubel: nach Vernazza
[image]
441 Strand-Reinigung
[image]
[image]
442 – 443 Die Fischer machen ihre Boote startbereit
[image]
[image]
444 – 445 Der Hafen
[image]
[image]
446 – 447 Blick die Küste hinauf
[image]
448 Erosion
[image]
449 N Zug
[image]
[image]
[image]
450 – 452 Aufi!
[image]
453 2021 gibt mir mal wieder Zitronen, diesmal allerdings schöne =)
[image]
454 Nochn Zug
[image]
455 Zug & Ort
[image]
456 Uff!
[image]
457 Blick zurück auf Vernazza
[image]
458 Blick nach vorn
[image]
459 Die felsige Küste
[image]
460 Wandergesellschaft
[image]
461 Letzter Blick auf Vernazza
[image]
462 Das Ziel ist der nächste Ort Monterosso
[image]
463 Terrassenwirtschaft
[image]
[image]
464 – 465 Bisweilen ist der Weg recht abenteuerlich
[image]
466 Das Ziel rückt näher
[image]
467 Da sind wir!
In Monterosso lief ich zunächst einmal durch den Ort, immer am Meer entlang. Inzwischen war es bereits mittags. Meine Vermutung, dass man hier kein Restaurant mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis finden würde, wurde bestätigt.^^ Immerhin zahlte ich kein Vermögen, und die Aussicht war gut. =)
Nach dem Essen lief ich zum Bahnhof. Die Züge des Cinque Terre Express fahren alle 30 min und halten in allen Orten. In manchen Orten halten zudem noch andere NV-Züge (ohne Takt), der FV fährt durch. Mit dem Tagesticket für 16 € kann man alle NV-Züge zwischen La Spezia & Levanto beliebig oft nutzen, zudem ermöglicht die Karte die Benutzung der beliebtesten Wanderwege (die kosten sonst ein paar € Eintritt wenn sie ausnahmsweise mal nicht geschlossen sind). Ich nahm nun den Zug vom fünften zum ersten Ort (aus Richtung Süden gezählt), nach Riomaggiore. 14 min dauerte die Fahrt, größtenteils im Tunnel. Durch die Zugverbindungen hat der geneigte Tourist ja regelmäßig die Möglichkeit, ein WC aufzusuchen. ;-)
[image]
468 Treppen-Haus in Monterosso
[image]
469 Der ehemalige Bahn-Tunnel dient heute Fußgängern, die Strecke ist begradigt worden und verläuft noch länger im Tunnel
[image]
[image]
470 – 471 Der Strand
[image]
472 Ich hatte zwar schon oft erheblich besseres Essen, aber über die Aussicht will ich nicht meckern^^
[image]
473 Die Tageskarte will genutzt werden ;-)
[image]
474 Manarola, hierhin kommen wir etwas später
[image]
475 Auch in Riomaggiore steigt man im Tunnel aus
[image]
476 Wech
[image]
477 Auch wech

Riomaggiore hat mich wirklich begeistert! Der Ort ist eingekeilt zwischen steilen Felswänden und mündet quasi ins Meer. Für die wirklich schönen Ausblicke ist einiges an Kraxelei nötig.
Nach der Besichtigung von Riomaggiore fragte ich sicherheitshalber nochmal nach, wurde aber bestätigt, dass der Fußweg in den nächsten Ort gesperrt sei. Dieser ist ohne Tagesticket eintrittspflichtig, weil er eben verläuft und man nur ca. 20 min laufen würde.^^ Also fuhr ich mit der Cinque-Terre-U-Bahn eine Station weit nach Manarola. Der Ritt dauert 2 min.^^
[image]
478 Riomaggiore
[image]
479 Chiesa di San Giovanni Battista
[image]
[image]
480 – 481 Riomaggiore von oben
[image]
[image]
[image]
482 – 484 Auch hier schauen wir uns die Küste an
[image]
485 Italienischer geht kaum!
[image]
486 Der Fußgängerweg befindet sich in derselben Röhre wie die Bahnstrecke. Wenn ein Zug kommt, wird man taub und ordentlich durchgepustet.^^
[image]
487 Gegen-U-Bahn nach La Spezia
[image]
488 Ein Güterzug
[image]
489 Dieser Güterzug mit seinen bösen DB-Wagen hat meinen armen Regionalzug verspätet (+ 8 waren es^^)
[image]
[image]
490 – 491 IC in Manarola
[image]
492 Nochn Güterzug

Auch Manarola ist ein wunderschöner Ort (diese Formulierung verwende ich normalerweise ironisch, aber hier nicht!). Die Hänge sind zwar nicht ganz so steil wie in Riomaggiore, aber die Häuser genauso schön bunt. Während in Riomaggiore der Hafen eingeengt zwischen Felswänden ist, liegen im Meer vor Manarola tolle Felsen, die für eine fantastische Kulisse vor dem bunten Städtchen sorgen! Auch die anderen Perspektiven von Manarola sind nicht von schlechten Eltern. =)
Eigentlich war ich auf der Suche nach dem Wanderweg in den nächsten Ort (sollte auch eher einfach zu laufen sein). Einen gesperrten Weg fand ich. Einen anderen Weg, der wohl grob in die Richtung führte, sah ich zwar, aber nahm ihn nicht, da er gefühlt senkrecht bergauf führte und ich mir bzgl. der Richtung nicht sicher war. Joa, und damit war ich auf einem Panorama-Rundweg um den Ort gelandet. Am Ende stand ich erneut in Manarola und nahm mal wieder den Zug einen Ort weiter (2 min).^^
[image]
493 Blick vom Bahnsteig auf Manarola
[image]
494 Der Weg in den Ort
[image]
495 Mit Gefühl ins Gewühl
[image]
496 Flachländer hassen diesen Trick!
[image]
497 Felsen & Restaurant
[image]
498 Felsen & Badende
[image]
499 Badende & Manarola
[image]
500 Felsen & Manarola
[image]
501 Manarola
[image]
502 Die Küste nordwestwärts
[image]
503 Nochmal Manarola
[image]
[image]
504 – 505 „Der Wanderweg führt eben entlang der Küste.“ Oida!!!
[image]
506 Dafür sieht man was =)
[image]
507 Manarola von oben
[image]
508 Manarolas Hinterteil
[image]
509 Terrassenwirtschaft
[image]
[image]
510 – 511 Der Bahnhof von Manarola
[image]
512 Nochmal die Küste Richtung Nordwesten
[image]
513 Inzwischen wird es schon wieder ruhiger
[image]
514 Schon wieder ein Güterzug
[image]
515 Die ICs fahren hier ohne Halt durch

Vorteil: Im Gegensatz zu den anderen vier Orten liegt Corniglia nicht unten an der Küste, sondern hoch oben mit Aussicht. Nachteil: Der Bahnhof von Corniglia ist trotzdem „unten“. Wer in den Ort will, darf erstmal eine furchteinflößende Treppe hochkraxeln. Corniglia schien mir der kleinste der Orte zu sein. Um meinen Flüssigkeitshaushalt zu regulieren, gönnte ich mir ein Eis. ;-)
Es war nun mittlerweile 18:30 Uhr, aber ich hatte mir in den Kopf gesetzt, mein Abendessen in Vernazza zu vertilgen. Selbst wenn der Wanderweg geöffnet wäre (ich hab’s gar nicht mehr probiert :D), hätte ich nicht mehr genug Zeit. Ich musste ja auch vor Beginn der Ausgangssperre bis 23 Uhr wieder in Pisa sein.^^ Also nahm ich die schnelle Variante nach Vernazza: 3 min braucht die U-Bahn.
[image]
[image]
516 – 517 Eine Regional-U-Bahn gen La Spezia in Corniglia
[image]
518 Die einzige Verbindung zwischen Bahnhof & Ort^^
[image]
[image]
[image]
519 – 521 Blick zurück auf Manarola
[image]
522 Die felsige Küste Richtung Norden
[image]
523 Die Wolken machen sich über die Hänge her
[image]
524 In der Chiesa di San Pietro in Corniglia
[image]
525 Enge Gasse
[image]
526 Corniglia
[image]
527 Wieder runter zum Bahnhof
[image]
528 Eine Kasten-Renne fährt durch (Frecciabianca Rom – Genua)
[image]
529 Der Bahnhof von Corniglia und ganz rechts am Meer Manarola
[image]
530 Rechts neben dem Dach sieht man die böse Treppe^^
[image]
531 Da kommt meine U-Bahn

In Vernazza fand ich tatsächlich ein Plätzchen mit Blick aufs Meer. Diesmal machte ich eben nicht bei der Qualität Abstriche, sondern eben beim Preis. :p
Zusammenfassend würde ich sagen, dass ich die ersten vier Orte allesamt äußerst hübsch fand. Monterosso steht aus meiner Sicht etwas zurück, weil es sehr viel größer, moderner und nicht an der Steilküste ist. Am schönsten fand ich aber nicht Vernazza, sondern entweder Riomaggiore oder Manarola. ;-)
Oberhalb von Vernazza thront eine kleine Burganlage. Die wollte ich nach dem Essen noch sehen. Ich hastete hin und wählte zweimal den falschen Weg, was mir jeweils dutzende Treppenstufen zusätzlich einbrachte. Oben angekommen stellte ich fest, dass die Burg mittlerweile geschlossen war. -.-
[image]
532 Om nom nom
[image]
533 Leeres Vernazza
Mittlerweile wurde es tatsächlich knapp, zumal die Züge des Cinque Terre Express nicht mehr fuhren und ich auf die unregelmäßig verkehrenden Regionalzüge angewiesen war. Der Zug um 20:34 Uhr ab Vernazza war gerade mit über 20 min Verspätung unterwegs, so hatte ich noch etwas Zeit hier. Er durfte nur nicht vom nachfolgenden IC überholt werden (planmäßig 40 min später), denn genau jenen wollte ich ab La Spezia nehmen.^^ Der entgegenkommende Zug aus Pisa war über eine halbe Stunde verspätet, weil sich wohl das Zugsicherungssystem aufn Rücken gelegt hatte.^^ Doch es klappte alles, um 22:13 Uhr erreichte ich mit – 4 Pisa C.le. =) Der IC war ca. 20 min schneller als die Regionalzüge.
Insgesamt waren es heute ungefähr 30.000 Schritte gewesen – nicht arg viel mehr als an den meisten anderen Tages des Urlaubs, aber halt bergig.^^
[image]
534 Tartaruga
[image]
535 Meer
[image]
536 Das Feld „ritardo“ funktioniert übrigens auch im Verspätungsfall nicht^^
[image]
537 Umstieg in La Spezia
[image]
[image]
538 – 539 Die Triebköpfe haben noch was getaugt, also verwendet man sie jetzt für ICs :D
[image]
540 Nicht mehr so viel los
[image]
541 Italienisches Zugklo
[image]
542 Spätverkehr in Pisa zur Zeit der Ausgangssperre

--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

Meine alten Reiseberichte (inkl. Bildern) verschicke ich gern per Email - bitte per Direktnachricht melden!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum