Interessante ITinerarii im Immunisierungs-Impf-Iahr: Mai 4/4 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Dienstag, 01.03.2022, 21:36 (vor 1484 Tagen)

Hallo liebes Forum,

da auf der Welt gerade so viel Bockmist passiert, versuche ich mal, hier mit einem Bericht abzulenken…


Willkommen zurück auf meiner spontanen Tour nach Italien im Mai 2021. Der letzte Teil wird jetzt der fetteste. =)
Im ersten Teil waren wir angereist und hatten die Leere in Verona & Venedig ohne Touris genossen. Der zweite Teil drehte sich um Florenz und osttoskanische Umgebung. Im dritten Teil war Siena in der zentralen Toskana die Basis.
Gestoppt hatte der dritte Teil beim Umstieg in Empoli. Die Stadt liegt zwischen Florenz & Pisa. Ich fuhr also weiter nach Pisa. Eine halbe Stunde dauert der Spaß. Dort brachte ich erstmal mein Gepäck weg. Unterkünfte mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis sind in Pisa wohl schwer zu finden, aber ich glaub, ich hab’s ganz gut getroffen: Ich hatte ein Zimmer in einer Art Ferienwohnung (privat betrieben) zu einem guten Preis eine knappe Viertelstunde Fußweg südlich (stadtauswärts) vom Bahnhof. Richtung Innenstadt hätte ich pro Nacht dreistellig bezahlt und schlechtere Bewertungen gehabt. Leider konnten die Betreiber keinerlei Englisch, doch ich glaube, sie waren Rumänen und Italienisch für sie schon eine Fremdsprache, deshalb will ich mich nicht beschweren. Soweit ich das beurteilen kann, klang ihr Italienisch für mich tadellos.
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386 Mit dem rechten in Pisa angekommen

Mittags war ich wieder am Bahnhof von Pisa. Eigentlich hatte ich geplant, nach Populonia zu fahren. Vorteil: Dort findet man am Meer Ausgrabungen einer Nekropole aus etruskischer Zeit. Nachteil: Der erste Zug fährt 12 Uhr hin, der letzte schon 18 Uhr zurück, und vom Bahnhof sind’s stolze 5 km Nudelauflauf ohne Nude. Wegen der Nachteile beschloss ich, lieber nach Volterra zu fahren. Das ist eine alte Stadt aufm Berg und v. a. deutlich besser angebunden, wenn auch nicht per Bahn.^^
Dazu fuhr ich zunächst von Pisa gen Süden entlang der Küste mit Meerblick. =) Nach einer guten Dreiviertelstunde stieg ich in Cecina (gesprochen übrigens TSCHÄtschina) aus. Ganz früher gab es eine Zahnradbahn nach Volterra (1958 geschlossen), dann kam man per Zug noch bis Volterra-Saline-Pomarance, aber selbst dahin kommt man seit September des ersten saublöden Seuchenjahres nur noch per SEV. Na meinetwegen.^^ Der Bus war gut gefüllt mit Schülern. In Saline sollte ich eigentlich eine gute halbe Stunde Umsteigezeit haben, doch ich folgte der Masse zum nächsten Bus nach Volterra, der sich auch direkt in Bewegung setzte. Die Fahrten ab Cecina bis Volterra dauerten gut 50 min.
Frage an die Italien-Spezialisten? Seit wann halten sich italienische Stinktiere eigentlich an Spurbegrenzungen? :-s Das muss neu sein! :-O Bei meinen vergangenen Besuchen waren die Stinktiertreter immer bestrebt zu beweisen, dass die Menschwerdung des Affen noch nicht abgeschlossen ist. ;-)
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387 Il Blubbero
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388 Früher war mehr Gleis
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389 – 391 Noch mehr Il Blubbero
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392 Il Snobbero
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393 Italienischer SEV
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394 Bus mit Migrationshintergrund
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395 Hier fährt seit September des Vorjahres nichts mehr
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396 Wir überqueren die tote Bahnstrecke und blicken schon mal auf den Hügel zum Ziel
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397 Landschaft
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398 – 400 Die Altstadt von Volterra liegt hoch oben auf einem Hügel
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401 Angekommen
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402 Alte Häuser
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403 – 404 Ausblick

Ich muss sagen: Vom Hocker gerissen hat mich die Stadt nicht. Die Stadt ist nicht groß, d. h. es gibt wenig Einheimische. Es waren so wenige Touris unterwegs, dass die Stadt etwas tot wirkte. Ich denke aber, dieses Problem dürfte sich wenige Wochen später erledigt haben.^^ Und ausgerechnet da, wo ich essen war, saßen am Tisch neben mir Deutsche, die das -sch- in Bruschetta die ganze Zeit wie Schule ausgesprochen haben. Möge jede ihrer Pizzen mit Ananas belegt sein!
Sicher ist auch Volterra schön, und auch hier gibt es keine Empfehlung von mir, den Ort aus dem Programm zu streichen. Die Stadt hatte für mich eben sehr große Konkurrenz. ;-)
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405 Das römische Amphitheater
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406 – 409 In den Gassen
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410 An der Piazza dei Priori findet man den Palazzo Pretorio (links groß) & Palazzo dei Priori (rechts, mit dem Turm)
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411 Palazzo Pretorio in Groß
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412 Und auch der Palazzo dei Priori bekommt ein eigenes Bild von mir
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413 Auch befindet sich an dem Platz das Gebäude der Sparkasse
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414 Die prächtigen Deckenmalereien in der Kirche Chiesa di San Lino (so heißt doch auch das Viech aus dieser Werbung für Hautcreme, oder?^^)
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415 Pizza mit Mortadella & Pistazien. Und nein, ich war nicht schwanger.^^

Für den Rückweg nahm ich nicht nochmal den Weg entlang der Küste, sondern fuhr mit dem Bus durchs Hinterland bis Pontedera-Cascina-Terme. Fast 1:15 h dauerte die Busfahrt. Der nächste Zug hatte leider etwas Pech… Zum Glück gibt’s genug Alternativen, denn in Pontedera-Cascina-Terme ist der einzige Bahnhof zwischen Empoli & Pisa, an dem alle Züge halten (ok, außer dem einen täglichen ICN-Zugpaar, und das ist nördlich von Florenz seit dem Fahrplanwechsel umgebogen via Bologna). Den Abschnitt von dort nach Pisa fuhr ich nun also zum dritten Mal auf dieser Reise, und immer nur Richtung Westen.^^ Die schnellsten Züge ohne Zwischenhalt schaffen die Strecke in 17 min.
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416 Weiterfahrt von Volterra
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417 Die „Balze di Volterra“ genannten, steilen, kahlen Berghänge
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418 Der wunderschöne Busbahnhof von Pontedera-Casciana Terme
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419 Der Bahnhof
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420 Die Bahnsteige
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421 Hier steht ein Jazz
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422 Trenitalia hat Pech beim Fahren
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423 Da kommt was
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424 Toskanisches Liniennetz. Mit Ausnahme von Arezzo – Sinalunga (aber das ist gar nicht erst eingezeichnet :D) werden alle Linien von Trenitalia betrieben
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425 In Pisa
In Pisa angekommen wollte ich mir noch den 'Ndrangheta-Schläfer nach Reggio Calabria anschauen (fährt ohne Zwischenhalt von Florenz bis südlich von Neapel, ohne die Rennbahnen zu nutzen!). Kurz vor der Abfahrtszeit bemerkte man: Hoppla, das Teil hat ja + 30. Ein Gleiswechsel halbierte die Verspätung – Magie! Gut so, ich war schon sehr kurz vorm Aufgeben gewesen.^^ Der Zug war schon seit 7½ h unterwegs. Bis zu seinem Ziel würde er noch weitere 13 h brauchen.^^ Das Zugpaar ist übrigens das einzige im FV, das den Bogen über die Halbinsel von Tropea (Zentrum des internationalen Badetourismus in Kalabrien) mitmacht. In Gegenrichtung war es noch krasser, da konnte man ausschlafen bis 18:30 Uhr. :D (Inzwischen nur noch bis 16:30 Uhr). Der Zug fuhr in 1:15 h weiter zum Bahnhof Florenz Campo di Marte (die schnellsten Regionalzüge brauchen 52 min bis zum Hbf., der etwas näher ist) und holte allein dabei fast die komplette verbliebene Viertelstunde Verspätung auf. :-O Meine Erfahrung: Verspätungen bis 20 - 30 min sind in Italien etwas häufiger als in Schland, aber Verspätungen über 45 min viel seltener. Zudem ist löblich, dass es im italienischen Fernverkehr alle möglichen Direktverbindungen gibt, sodass man selten umsteigen muss.
Hier also noch der besagte Zug in Pisa.
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426 Der 'Ndrangheta-Schläfer fährt ein
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427 Zwei Sitzwagen, …
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428 …mittig ein Schlafwagen…
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429 …und am Ende zwei Liegewagen
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430 Weg isser

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

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