EU: werden die 2020er die Dekade des HGVs? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 22.07.2020, 11:14 (vor 2084 Tagen)
bearbeitet von Oscar (NL), Mittwoch, 22.07.2020, 11:15

Hallo ICE-Fans,

via Gesichtbuch wurde mit mir diesen Artikel geteilt. Obwohl es von einer Fliegerwebseite stammt, handelt es sich um die Position von "high-speed rail" in Vergleich zu den Airlines. Sowieso finde ich es gut, auch mal von der "Vogelperspektive" über HGV zu erfahren.
Eine englischsprachige Antwort habe ich bereits in der USHSR-Facebookgruppe geschrieben.

COVID-19 lockdowns curtailed road, sea and rail travel for weeks in Europe and now has some airlines fighting for survival.

Bahngeschäfte müssen auch kämpfen um zu überleben. Dass die Medien darüber kaum berichten, macht die Wirklichkeit nicht anders.

Swiss banking group UBS predicts that Europe will see a boom in high-speed rail over the next decade.

Ist das wirklich so? Eine Google-Suche dazu ergab dieses IRJ-Artikel. Werde ich später behandeln.

Significant changes are already on the horizon as Spain, Italy, France, and Germany looks to invest as much as 60 billion euros in new high-speed trains. Germany alone is set to spend more than 80 billion euros on its rail network over the next ten years and has just introduced a climate law that will tax road and air travel while at the same time reducing taxes on rail fares.

Deutschland hat 1 Mia. investiert für 30 neue Velaro MS. Wenn ich das x60 mache, komme ich auf 1.800 neue Rennzüge in DE/FR/ES/IT. Im Schnitt 450 pro Land. Das wäre mir entweder neu oder schwer vorzustellen (erst recht wenn kein Zeitrahmen genannt wird).
Deutschland 8 Mia. pro Jahr ins Schienennetz, das hört sich überwaltigend an; pro Einwohner ist das allerdings nur 95 Euro. Das kann NL besser. Aber es ist zumindest mehr als die 76 Euro die ich hier eher gepostet habe.

Das AIRail-Beispiel von Österreich zeigt, dass man nicht unbedingt 350 km/h Rennbahnen braucht um den Flieger Konkurrenz zu machen. 230 km/h tun es auch. Hauptsache ist, dass das Angebot stimmt.

Was ich im Artikel vermisse: Rennzüge sorgen nicht für Einstellung der Flüge. Ich muss immer noch den ersten Bericht lesen, in der eine Fluggesellschaft wegen stark gewachsenem HGV pleite gegangen ist. Oder dass Flugmaschinen wegen stark gewachsenem HGV ausgemustert werden.
In Wirklichkeit bekommen die Flugmaschinen neue Aufgaben = sie fliegen Relationen, die (noch) nicht per Rennzug machbar sind. Das kennen wir auch in der Eisenbahnwelt; Triebwagen sorgen zuerst dafür, dass z.B. Schnellzugloks neue Aufgaben bekommen, z.B. Regional- oder Güterverkehr. Erst danach werden die Maschinen ausgemustert.

Auf zum IRJ-Artikel.

Road transport accounted for the dominant share of greenhouse gas emissions at 73%, compared with aviation at 14%, maritime at 13.5% and rail at 0.5%.

Interessant. Nicht nur bezüglich Verkehrsleistung (wie hier schon öfter behauptet), sondern auch bezüglich Treibhausgasausstoss ist auf der Strasse viel mehr zu holen als in der Luft.
Wenn man 140 km/h Schnitt erreicht, "end to end", dann ist man schon schneller als das Auto. Für 140 km/h Schnitt brauche ich in Prinzip nur sehr bedingt Rennbahnen. Der Corail Toulouse-Bordeaux schafft das sogar bei 160 km/h vmax (2007 selber erlebt). Und das war auch noch ein lokbespannter 14-Wagen-Zug; mit den neuen Liner-Triebwagen ist da noch mehr zu holen.

Dagegen spricht aber, dass nicht nur der Fluggast das Auto als Alternative hat, sondern auch der Autofahrer den Flug. Man möchte nicht die Autofahrergemeinde an die Airlines verlieren. Und für Fliegerkonkurrenzfähigkeit braucht man Rennbahnen. Am besten so, wie Autobahnen. Mit Ein- und Ausfahrten dort wo man in der Stadt halten möchte. Nun ist das politisch nicht überall durchsetzbar, siehe Deutschland.

High-speed trains (HST) could encourage more travellers to move away from air to rail in both Europe and China for both leisure and business if frequency and quality of service improves.

from air to rail -> from road to rail

1. Amsterdam-Athen wird man wohl erst vernünftig mit der Bahn fahren können, sobald die Chinesen ihre eurasiatischen Magistralen bis Amsterdam fertiggestellt haben. Bis dahin werden noch viele Flugzeuge von Schiphol abheben. Es sei denn, der Mensch in Europa ändert seine Denkweise derart, dass er das Rattenrennen (EN: "rat race") aufgibt zugünsten Qualitätszeit (EN: "quality time").
2. China ist bezüglich Rennbahn schon recht gut dabei. Aber: in China verliert man die gewonnene Zeit zum Teil wieder, weil es relativ wenig Nahverkehr gibt. Einige Städte haben U-Bahnen; ansonsten verkehren vor allem Busse und Taxis. Phänomene wie S-Bahn oder Trambahn sind in China eine Rarität.

The liberalisation of the European rail market is expected to “profoundly” impact both the frequency and affordability of high-speed (HS) and very-high-speed (VHS) services in Europe, two factors that impact travellers’ decision whether to use the plane or other modes of transport.

Growth could be accelerated by the significant investments in VHS and HS infrastructure taking place in Germany, France, Spain, the Nordic and Baltic regions, and the connections between Eastern and Western European regions.

Ich vermisse hier ein Definition von "very-high-speed". Ich nehme mal an, das ist etwa Paris-Marseille nonstop, Madrid-Barcelona nonstop, Mailand-Rom nonstop. Also genau die Relationen, die vorher vor allem geflogen wurden.
Die Infra, die dafür verwendet wird, wird in Mischbetrieb benutzt. So verkehren auf der Rennbahn Mailand-Rom auch 250 km/h Frecciargento Bozen-Rom und 200 km/h Frecciabianca (oder sogar IC) Mailand-Lecce. Diese langsamere Relationen sind nach wie vor sehr wichtig.
Anders als in China lohnt es in Europa wegen der kleineren Einwohnerzahlen nicht, ein separates Ultra-HGV-Netz zu bauen (in China verkehren 300-320-350 km/h Fuxing Hao und 250 km/h Hexie Hao auf den Hauptachsen auf eigenen Gleisen). Von so einem Ultra-Rapid Train wie hier dargestellt, halte ich also nur wenig. Dann kann man besser bestehende Netze besser verknüpfen und/oder Engpässe beseitigen, wie z.B. Puerta de Pajares (ich berichtete schon eher).


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Nachtrag: CO2-Ausstoss Personen- vs. Güterverkehr.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 22.07.2020, 11:37 (vor 2084 Tagen) @ Oscar (NL)

Road transport accounted for the dominant share of greenhouse gas emissions at 73%, compared with aviation at 14%, maritime at 13.5% and rail at 0.5%.

Interessant. Nicht nur bezüglich Verkehrsleistung (wie hier schon öfter behauptet), sondern auch bezüglich Treibhausgasausstoss ist auf der Strasse viel mehr zu holen als in der Luft.
Wenn man 140 km/h Schnitt erreicht, "end to end", dann ist man schon schneller als das Auto. Für 140 km/h Schnitt brauche ich in Prinzip nur sehr bedingt Rennbahnen. Der Corail Toulouse-Bordeaux schafft das sogar bei 160 km/h vmax (2007 selber erlebt). Und das war auch noch ein lokbespannter 14-Wagen-Zug; mit den neuen Liner-Triebwagen ist da noch mehr zu holen.

Dagegen spricht aber, dass nicht nur der Fluggast das Auto als Alternative hat, sondern auch der Autofahrer den Flug. Man möchte nicht die Autofahrergemeinde an die Airlines verlieren. Und für Fliegerkonkurrenzfähigkeit braucht man Rennbahnen. Am besten so, wie Autobahnen. Mit Ein- und Ausfahrten dort wo man in der Stadt halten möchte. Nun ist das politisch nicht überall durchsetzbar, siehe Deutschland.

Interessant wäre noch zu wissen, wie diese 73 Prozent weiter aufgeteilt sind:

- gummibereifter ÖV (Stadtbus, Regionalbus)
- Fern(linien)bus, Reisebus
- PKW
- Kleinbus/Lieferwagen
- LKW
- Landwirtschaft
- indirekter Ausstoss (z.B. nicht-grüne Stromerzeugung für das Elektrorad)

Der HGV ist vor allem für Auto und Fernbus eine Alternative. Die Chinesen machen Experimente mit HGV-Kombiverkehr: Personen im Oberstock, Bestellgüter im Unterstock eines Rennzuges. Dann wird auch auf den Kleinbus gezielt.
Transitgüterverkehr wird vermutlich eine Sache für den klassischen Güterzug bleiben. Wobei man vielleicht die vmax von 100 via 120 auf 140 km/h anheben kann. Sowas wie Mercitalia Fast (FS-ETR500 umgebaut für Rollcontainer) ist schön, mag ich als ICE-Fan, aber der pragmatische Niederländer in mir sagt, dass die Güter zuerst mal umgeschlagen werden müssen, bevor diese im Rennzug landen. Dann kann ich genauso gut den Container so lassen wie er ist und per klassischer Güterzug transportieren, oder im Rennzug den guten alten Postabteil wiedereinführen.


gruß,

Oscar (NL).

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EU: werden die 2020er die Dekade des HGVs?

BGSMH, Mittwoch, 22.07.2020, 23:20 (vor 2084 Tagen) @ Oscar (NL)

Ich möchte auf zwei Punkte eingehen:

Wenn man 140 km/h Schnitt erreicht, "end to end", dann ist man schon schneller als das Auto. Für 140 km/h Schnitt brauche ich in Prinzip nur sehr bedingt Rennbahnen. Der Corail Toulouse-Bordeaux schafft das sogar bei 160 km/h vmax (2007 selber erlebt).

Nicht so schnell....

- Ist das denn realistisch? Schauen wir uns als Beispiel mal Hamburg - Berlin an. Hier ist Durchschnittsgeschwindigkeit vom schnellsten Zug (1:47, z. B. ICE 904) nur 160 km/h und das obwohl der Zug unterwegs nur in Spandau hält und die Strecke eine Vmax von 230 hat.

- Der Großteil der Reisenden will nicht von Hbf zu Hbf, muss also davor und danach noch weitere Strecken zurücklegen. Aufgrund des Umstandes, dass der Zug in der Regel von Zentrum zu Zentrum fährt, sind Umwege vorprogrammiert.

- Das Straßennetz ist deutlich dichter. Das Auto legt also in der Regel die kürzere Strecke zurück, kann sich also eine niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit leisten.

Eine Anekdote zu dem Thema, die aber denke ich für viele Menschen in Deutschland exemplarisch ist. Ich zog vor kurzem nach Hamburg und freute mich auf die gute Verbindung in meine Heimatstadt Berlin. In der Praxis musste ich feststellen, dass ich mit dem Auto schneller bin. Das liegt daran, dass ich eben nicht am Hbf wohne sondern von der Wohnungstür (östliches Hamburg) zum Hbf erstmal rund 30 Minuten brauche und mein Ziel in Berlin eben auch nicht am Hbf liegt, sondern in einem nördlichen Bezirk. Braucht ca. 45 Minuten vom Hbf zur Haustür. Haustür zu Haustür komme ich mit dem Auto auf 3:00 (im Berufsverkehr natürlich etwas mehr, allerdings wir die Autobahn auch derzeit dort erweitert ausgebaut, was bestimmt 10-15 Minuten sparen wird ohne die langen Baustellen) und mit dem Zug im besten Fall auf 3:30. Hierbei ist freilich nicht einberechnet, dass ich mit dem Auto Zeit dadurch spare, dass ich jederzeit losfahren kann.

Dazu kommt noch, dass zumindest spontane Fahrten mit meiner 4-köpfigen Familie ordentlich ins Geld schlagen würden. Hingegen sind die Kosten des Autos auf der selben Strecke sehr überschaubar. Das Gepäck lässt sich außerdem bequem verstauen, inkl. Kinderwagen, Spielzeug, Kinderbett etc, und muss nicht geschleppt werden. Losgefahren werden kann, wenn Kinder und Frau fertig sind, nicht wenn der Fahrplan es verlangt.

Jetzt wohnt ja ein großer Teil der Bevölkerung nicht in einer Großstadt. Insofern fällt bei denen die Rechnung noch schlechter aus, da sie noch länger zum Hbf brauchen und dann oft auch nicht in den Genuss einer direkten Verbindung wie Hamburg - Berlin kommen.

Was ich im Artikel vermisse: Rennzüge sorgen nicht für Einstellung der Flüge. Ich muss immer noch den ersten Bericht lesen, in der eine Fluggesellschaft wegen stark gewachsenem HGV pleite gegangen ist. Oder dass Flugmaschinen wegen stark gewachsenem HGV ausgemustert werden.

Ist das so? Spontan fällt mir Frankfurt - Köln ein, wo die Bahn vor einigen Jahren die letzten Flüge eingestellt hat. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass HGV-Verbindungen wie London - Paris, Madrid - Barcelona oder Mailand - Rom keinen Einfluss auf den Modal-Split gehabt haben sollte. Klar ist natürlich, dass wenn immer mehr Menschen reisen wollen sich Marktanteile verschieben können, ohne dass einzelne Segmente absolute Verluste haben müssen. Zudem nimmt, zumindest in meiner Wahrnehmung, der internationale Flugverkehr zu, sodass man auch mehr Zubringerflüge braucht.

Flugzeuge werden logischerweise nicht als direkte Konsequenz ausgemustert, da es einen globalen Gebrauchtsflugzeugmarkt gibt und in Europa eher die neuen Flugzeuge fliegen. Zudem ist der globale Flugzeugbedarf so groß, dass man da eine HGV-Eröffnung alle paar Jahre nicht merkt. Was die Airlines angeht, so sind die HGV-Strecken ja zeitgleich nicht über Nacht entstanden, sodass die Carrier sich anpassen konnten. Zudem sind die klassischen Airliner im Kurz- und Mittelstreckensegment ja eh ggü. den Low-Cost-Carrier nicht gerade im Vorteil, sondern machen ihr Geschäft mittlerweile eher auf der Langstrecke.

EU: Rolle HGV bezüglich CO2-Reduktion nur marginal?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 23.07.2020, 10:54 (vor 2083 Tagen) @ BGSMH

Oscar (NL):

Wenn man 140 km/h Schnitt erreicht, "end to end", dann ist man schon schneller als das Auto. Für 140 km/h Schnitt brauche ich in Prinzip nur sehr bedingt Rennbahnen. Der Corail Toulouse-Bordeaux schafft das sogar bei 160 km/h vmax (2007 selber erlebt).

BGSMH:

- Ist das denn realistisch? Schauen wir uns als Beispiel mal Hamburg - Berlin an. Hier ist Durchschnittsgeschwindigkeit vom schnellsten Zug (1:47, z. B. ICE 904) nur 160 km/h und das obwohl der Zug unterwegs nur in Spandau hält und die Strecke eine Vmax von 230 hat.

Das verstehe ich; wollte nur zeigen, dass man nicht unbedingt eine Rennbahn bauen muss, um eine attraktive Alternative fürs Auto darzustellen. Toulouse-Bordeaux war dann vielleicht ein Extrembeispiel.

- Der Großteil der Reisenden will nicht von Hbf zu Hbf, muss also davor und danach noch weitere Strecken zurücklegen. Aufgrund des Umstandes, dass der Zug in der Regel von Zentrum zu Zentrum fährt, sind Umwege vorprogrammiert.

Von Wohnort zum Bahnhof ist Aufgabe des Nahverkehrs. Da kann der HGV nur geringfügig aushelfen, und bei HH-B gar nicht.

In Paris könnte man noch mit einem TGV-Halt im Stadtteil Valenton (Stadtrand Südost) theoretisch Fahrgäste gewinnen, die ansonsten mit RATP oder RER zuerst nach Gare de Lyon fahren müssten. Dort ist die Strecke noch nicht Highspeed, also bleibt der Zeitverlust eingeschränkt.
Andererseits: wenn man schon mindestens Paris-Lyon nonstop fährt (wenn nicht noch weiter), ist der Zeitverlust RER/RATP fast vernachlässigbar.

- Das Straßennetz ist deutlich dichter. Das Auto legt also in der Regel die kürzere Strecke zurück, kann sich also eine niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit leisten.

Eine Anekdote zu dem Thema, die aber denke ich für viele Menschen in Deutschland exemplarisch ist. Ich zog vor kurzem nach Hamburg und freute mich auf die gute Verbindung in meine Heimatstadt Berlin. In der Praxis musste ich feststellen, dass ich mit dem Auto schneller bin.

Im Ursprungspost habe ich einen Beitrag von 73% Transport-CO2 für den Verkehrsträger Strasse zitiert.
Im Nachtrag habe ich versucht, diese Zahl zu reduzieren zu dasjenigem, wofür HGV eine Rolle spielen könnte.
In der Praxis ist diese Zahl noch geringer, denn für manche (wie Du beschreibst) ist schon alleine aufgrund Wohnsitz das Auto unverzichtbar, auch wenn die Züge meinetwegen mit 2000 km/h rumdüsen. Man muss ja zuerst mal zum Bahnhof kommen und wenn man dann doch schon unterwegs ist, kann man genauso gut die ganze Strecke zum Zielort mit dem Auto fahren (erst recht hier in NL wo die Strecken relativ klein sind und die Bahn relativ langsam).

Es könnte sogar sein, dass der CO2-Strassenbeitrag, den man mit Bahn allgemein (nicht nur HGV) einsparen kann, unter den der Luft kommt. Durch die Luft fliegen ja vor allem Passagiere und erst danach Fracht.

Hierbei ist freilich nicht einberechnet, dass ich mit dem Auto Zeit dadurch spare, dass ich jederzeit losfahren kann.

Bei uns in NL hat man noch einen dichten Takt. Von 30 Minuten wurden es 15, 10 und man plant schon 7,5-Minutentakt auf Hauptachsen. Aber sogar ein ganztägiger 2-Minutentakt gewinnt nicht von einem 0-Minutentakt in den Zeitraum in dem Jan das Verkehrsmittel wirklich braucht.

Dass bei uns die Bahnen trotzdem (noch?) stark nachgefragt sind, hat mit den Staus zu tun. Jetzt hat aber ein hier nicht zu nennen Virus sich als wahrer Staukiller manifestiert. Nicht dadurch, dass alle hier im Krankenhaus, in Quarantäne oder verstorben sind, sondern weil Leute ihren Reiseverhalten geändert haben. Büroarbeit zu Hause wird (zumindest hier in NL) das neue Normal, also sind weniger Autos auf den Strassen, gibt es somit weniger Staus und gibt es somit weniger Anlass, Bahn zu fahren.

So ab und zu, wenn ich mich langweile, denke ich sogar, dass die Tage des Schienenpersonenfernverkehrs gezählt sind. Dass man besser in Solarflugzeuge investieren kann als in HGV. Dass Umstellung auf Elektromobil weit mehr CO2 reduziert als ein Ausbau des HGVs. Klar hat man dann das Batterienproblem (Herstellung und Entsorgung). Zur Zeit noch, Oscar. In 30-40 Jahren nicht mehr. Vertrauen in die Zukunft haben, Oscar. Dieselbe Zukunft, die Dir vor etwa 4 Dekaden den von Dir so heissgeliebten ICE gebracht hat.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

EU: Rolle HGV bezüglich CO2-Reduktion nur marginal?

Aphex Twin, Donnerstag, 23.07.2020, 11:43 (vor 2083 Tagen) @ Oscar (NL)

So ab und zu, wenn ich mich langweile, denke ich sogar, dass die Tage des Schienenpersonenfernverkehrs gezählt sind. Dass man besser in Solarflugzeuge investieren kann als in HGV. Dass Umstellung auf Elektromobil weit mehr CO2 reduziert als ein Ausbau des HGVs. Klar hat man dann das Batterienproblem (Herstellung und Entsorgung). Zur Zeit noch, Oscar. In 30-40 Jahren nicht mehr. Vertrauen in die Zukunft haben, Oscar. Dieselbe Zukunft, die Dir vor etwa 4 Dekaden den von Dir so heissgeliebten ICE gebracht hat.

Bei Solarflugzeigen bin ich skeptisch,. Selbst unter der Annahme von Solarzellen mit 100% Wirkungsgrad, was physikalisch sehr unwahrscheinlich ist, und Nurflügelflugzeuge reicht die verfügbare Oberfläche kaum aus. Und von Nachtflügen müsste man sich dann auch verabschieden.

"HGV" und PKW

bendo, Donnerstag, 23.07.2020, 12:52 (vor 2083 Tagen) @ BGSMH

.. - Ist das denn realistisch? Schauen wir uns als Beispiel mal Hamburg - Berlin an. Hier ist Durchschnittsgeschwindigkeit vom schnellsten Zug (1:47, z. B. ICE 904) nur 160 km/h und das obwohl der Zug unterwegs nur in Spandau hält und die Strecke eine Vmax von 230 hat.

- Der Großteil der Reisenden will nicht von Hbf zu Hbf, muss also davor und danach noch weitere Strecken zurücklegen. Aufgrund des Umstandes, dass der Zug in der Regel von Zentrum zu Zentrum fährt, sind Umwege vorprogrammiert.

- Das Straßennetz ist deutlich dichter. Das Auto legt also in der Regel die kürzere Strecke zurück, kann sich also eine niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit leisten.

Eine Anekdote zu dem Thema, die aber denke ich für viele Menschen in Deutschland exemplarisch ist. Ich zog vor kurzem nach Hamburg und freute mich auf die gute Verbindung in meine Heimatstadt Berlin. In der Praxis musste ich feststellen, dass ich mit dem Auto schneller bin. Das liegt daran, dass ich eben nicht am Hbf wohne sondern von der Wohnungstür (östliches Hamburg) zum Hbf erstmal rund 30 Minuten brauche und mein Ziel in Berlin eben auch nicht am Hbf liegt, sondern in einem nördlichen Bezirk. Braucht ca. 45 Minuten vom Hbf zur Haustür. Haustür zu Haustür komme ich mit dem Auto auf 3:00 (im Berufsverkehr natürlich etwas mehr, allerdings wir die Autobahn auch derzeit dort erweitert ausgebaut, was bestimmt 10-15 Minuten sparen wird ohne die langen Baustellen) und mit dem Zug im besten Fall auf 3:30. Hierbei ist freilich nicht einberechnet, dass ich mit dem Auto Zeit dadurch spare, dass ich jederzeit losfahren kann.

Dazu kommt noch, dass zumindest spontane Fahrten mit meiner 4-köpfigen Familie ordentlich ins Geld schlagen würden. Hingegen sind die Kosten des Autos auf der selben Strecke sehr überschaubar. Das Gepäck lässt sich außerdem bequem verstauen, inkl. Kinderwagen, Spielzeug, Kinderbett etc, und muss nicht geschleppt werden. Losgefahren werden kann, wenn Kinder und Frau fertig sind, nicht wenn der Fahrplan es verlangt.

Jetzt wohnt ja ein großer Teil der Bevölkerung nicht in einer Großstadt. Insofern fällt bei denen die Rechnung noch schlechter aus, da sie noch länger zum Hbf brauchen und dann oft auch nicht in den Genuss einer direkten Verbindung wie Hamburg - Berlin kommen....

Hallo,
Du führst die strukturellen Vorteile des PkW auf.
Deshalb plädiere ich für durchgebundene HGV-Strecken (bzw. Verknüpfung vorhandener), mit flexibel einplanbaren Unterwegshalten außerhalb von Stadtzentren und ausreichend bemessenen Park&Ride-Möglichkeiten. Nur die Kombination aus PkW und HGV-Zug, der weite Strecken ohne langsame Abschnitte fährt, macht Relationen in der Fläche (die nicht Stadtzentrum-Stadtzentrum bedeuten) attraktiv.
Gruß, bendo

"HGV" und PKW

GibmirZucker, Donnerstag, 23.07.2020, 13:21 (vor 2083 Tagen) @ bendo

Ja, für die Relation Pampa-Pampa ist das Auto meist unschlagbar. Nur lässt es sich nicht effizient ohne Chauffeur einsetzen, da
- Fahrzeit nicht als Schlaf-Zeit genutzt werden kann, man nur ausgeschlafen sich hinter das Steuer setzen kann
- nach Meetings und Geschäftsessen es nicht benutzt werden kann, da Alkohol am Steuer verboten ist
-Essen nicht möglich
- Arbeit nur sehr beschränkt ausgeführt werden kann, glaube Laptop bedienen während der Fahrt ist verboten
Insofern fressen Autofahrten viel Freizeit.

Kann sich mit selbstfahrenden Autos ändern. Oder man hat einen fahtdzemsrz auf Abruf.

"HGV" und PKW

gnampf, Donnerstag, 23.07.2020, 16:47 (vor 2083 Tagen) @ GibmirZucker

- Fahrzeit nicht als Schlaf-Zeit genutzt werden kann

Kann schon, wenn man als Fahrer schläft nimmt es nur meist kein so gutes Ende

, man nur ausgeschlafen sich hinter das Steuer setzen kann

trifft definitiv nicht zu. Ich möchte nicht wissen wie hoch der Anteil derjenigen ist die nicht ausgeschlafen Auto fahren. Fällt in vielen Fällen halt nicht auf weil erstmal vielfach auch langsame Reaktionen reichen.

- nach Meetings und Geschäftsessen es nicht benutzt werden kann, da Alkohol am Steuer verboten ist

Alkohol im Beruf in vielen Fällen auch. Wo gibt es denn bei Meetings Alkohol? Klingt nicht gerade seriös.

-Essen nicht möglich

das wissen viele Autofahrer noch nicht, da wird vieles unterwegs verzehrt... und das Angebot der DB geht auch immer weiter in Richtung von Sachen die man auch als Fahrer während der Fahrt essen kann (oder es zumindest viele tun).

- Arbeit nur sehr beschränkt ausgeführt werden kann, glaube Laptop bedienen während der Fahrt ist verboten

Vielleicht nicht per direktem Gesetz, sinnig ist es aber eher nicht. Hält trotzdem viele nicht davon ab während der Fahrt Whatsapp/SMS/... zu nutzen, vom Telefonieren (oft genug ohne Freisprecheinrichtung) sowieso nicht. Zumindest in Deutschland... was wunder, die Gefahr erwischt zu werden ist ja auch unterirdisch.

Insofern fressen Autofahrten viel Freizeit.

Wieso Freizeit? Wenn ich beruflich unterwegs bin ist es Arbeitszeit. Und mir als Arbeitnehmer kann da egal sein ob ich in der Zeit was produktives mach oder nicht. Auch im Zug kann ich nicht unbedingt produktiv arbeiten, da ich nichts machen kann wofür es datenschutzrelevante Daten bräuchte, oder unternehmenskritische Dinge die Dritte nicht zu Gesicht/Gehör bekommen sollen. Solche Telefonate ließen sich dagegen im Auto führen, wenn auch nur mit deutlicher Ablenkung vom Verkehr... aber das interessiert die entsprechenden meist nicht.

Kann sich mit selbstfahrenden Autos ändern. Oder man hat einen fahtdzemsrz auf Abruf.

wenn selbstfahrende Autos serienreif werden hat die Bahn eh einen schweren Stand und wird sich nur mit viel staatlicher Unterstützung behaupten können, erstrecht wenn sie bei der Automatisierung und damit den Preisen hinterher hinkt.

"HGV" und PKW

GibmirZucker, Donnerstag, 23.07.2020, 19:20 (vor 2083 Tagen) @ gnampf

Alkohol im Beruf in vielen Fällen auch. Wo gibt es denn bei Meetings Alkohol? Klingt nicht gerade seriös.

Eigentlich überall. Außer mal in Hamburg, da gab's bei einem potentiellen Geschäftspartner auch in den Pausen nur Mineralwasser. Glaub das war für meinen Chef einer der Gründe, dass er potentiell geblieben ist. Gerade bei Partnerunternehmen wird ja geklotzt, damit man sieht, dass es der Firma gut geht. Je wichtiger die Geschäftsbeziehung,umso besser der Wein!

Wieso Freizeit? Wenn ich beruflich unterwegs bin ist es Arbeitszeit.

So einfach ist es nicht. Wenn ich den Bericht im ICE fertig schreibe, der seit zwei Wochen eigentlich abgegeben sein sollte, müsste ich das sonst am Wochenende machen und nicht montags im Zug.
Wenn ich zu Besuch am Weekend in A Bin und montags um 10 in B einen Termin habe, struh ich 4:51 in den Zug und hole drei Stunden Schlaf nach. Mit dem Auto musst ich zwar erst um 6 losfahren, aber am Abend vorher zeitig ins Bett, auch aus Sicherheitsgründen.

Generell habe ich aber gestaunt,als mir während der heißen Coronaphase, als keine Züge fuhren, häufiger ein Fahrdienst zur Verfügung gestellt worden ist, dass der tatsächliche Zeitgewinn mit Auto in der Praxis doch geringer war, als geschätzt. Hätte gedacht, dass man Prag-Dresden in einer Stunde schafft, war dann aber doch mehr als anderthalb. Zwar schneller als ein EC, aber doch nicht überwältigend, obwohl der Zug da ja extrem viel Zeit verbummelt.

"HGV" und PKW

gnampf, Donnerstag, 23.07.2020, 20:10 (vor 2083 Tagen) @ GibmirZucker

Eigentlich überall. Außer mal in Hamburg, da gab's bei einem potentiellen Geschäftspartner auch in den Pausen nur Mineralwasser. Glaub das war für meinen Chef einer der Gründe, dass er potentiell geblieben ist. Gerade bei Partnerunternehmen wird ja geklotzt, damit man sieht, dass es der Firma gut geht. Je wichtiger die Geschäftsbeziehung,umso besser der Wein!

Klarer Fall von falscher Job würd ich sagen, wenn die Prioritäten da auf Saufen liegen und nicht auf dem eigentlichen Themengebiet. Aber manche Geschäftspartner braucht man auch nicht... und damit meine ich jetzt nicht die, die Mineralwasser ausgeschenkt haben.

So einfach ist es nicht. Wenn ich den Bericht im ICE fertig schreibe, der seit zwei Wochen eigentlich abgegeben sein sollte, müsste ich das sonst am Wochenende machen und nicht montags im Zug.

Schon wieder ein Fall von falscher Job. Wenn der Bericht in der Arbeitszeit nicht zu schaffen ist, dann gibts ihn halt nicht. Wenn dem Chef das nicht passt kann er ihn sich selbst schreiben oder dafür sorgen das man das Arbeitspensum schaffen kann. Das bedeutet nicht das man in besonderen Situationen dann immer unflexibel sein muß, aber wer sowas als selbstverständlichkeit erwartet soll halt schauen wo er Mitarbeiter her bekommt die blöd genug sind das mit sich machen zu lassen... könnte nur sein das es dann nicht unbedingt die guten in ihrem Bereich sind.

Wenn ich zu Besuch am Weekend in A Bin und montags um 10 in B einen Termin habe, struh ich 4:51 in den Zug und hole drei Stunden Schlaf nach. Mit dem Auto musst ich zwar erst um 6 losfahren, aber am Abend vorher zeitig ins Bett, auch aus Sicherheitsgründen.

Wenn der Termin wichtig und das ganze eine Ausnahme ist fährt man halt am Abend vorher mal hin. Am Tag anreisen ist in den wenigsten Fällen eh legal, denn Reisezeit = Arbeitszeit, und damit bleibt von dem Tag dann wohl nicht mehr viel übrig für was anders als reisen. Und wenn ich um 4:51 im Zug sitzen müsste könnte man das Meeting eh vergessen da ich da nicht zu gebrauchen wär.

Generell habe ich aber gestaunt,als mir während der heißen Coronaphase, als keine Züge fuhren, häufiger ein Fahrdienst zur Verfügung gestellt worden ist, dass der tatsächliche Zeitgewinn mit Auto in der Praxis doch geringer war, als geschätzt. Hätte gedacht, dass man Prag-Dresden in einer Stunde schafft, war dann aber doch mehr als anderthalb. Zwar schneller als ein EC, aber doch nicht überwältigend, obwohl der Zug da ja extrem viel Zeit verbummelt.

Bei Prag-Dresden dürfte auch das Auto unheimlich viel Zeit verbummeln. Wenn ich es richtig sehe hast du von 149km ganze 32km die du frei fahren kannst, sofern die A17 nicht auch Beschränkungen hat.

"HGV" und PKW

GibmirZucker, Donnerstag, 23.07.2020, 20:33 (vor 2083 Tagen) @ gnampf

Klarer Fall von falscher Job würd ich sagen, wenn die Prioritäten da auf Saufen liegen und nicht auf dem eigentlichen Themengebiet. Aber manche Geschäftspartner braucht man auch nicht... und damit meine ich jetzt nicht die, die Mineralwasser ausgeschenkt haben.

Ach, am Ende zählt der Erfolg und eine fette Umsatzsteigerung trotz Corona ist garantiert einer.

"HGV" und PKW

BGSMH, Donnerstag, 23.07.2020, 16:58 (vor 2083 Tagen) @ GibmirZucker
bearbeitet von BGSMH, Donnerstag, 23.07.2020, 17:00

Das überraschende für mich war, wie denke ich mein Beispiel gut zeigt, dass es keineswegs nur für "Pampa zu Pampa" gilt, sondern auch für Verbindungen Großstadt zu Großstadt, nämlich dann, wenn Ziel und/oder Start nicht "Downtown" sind, siehe mein Beispiel. Mit Google Maps kann man das sehr schön vergleichen. Ich habe spontan mal weitere Beispiele rausgesucht:

- Berlin Prenzlauer Berg - Eschborn
- Eschborn - München Allach
- Berlin Prenzlauer Berg - Leipzig Südvorstadt

Bei diesen Routen ist das Auto gleich schnell. Natürlich braucht man bei längeren Autostrecken Pausen, aber auch beim Zug braucht man einen Puffer auf dem Weg zum Bahnhof und da man nicht losfahren kann wenn es einem gerade passt, kompensiert sich das vermutlich in etwa.

Freilich bietet sich die Bahn für den (beruflichen) Einzelfahrer an, gerade wenn man noch im Zug arbeiten kann oder Bahnfahren als Freizeit sieht (Filme, Bücher etc.). Hier ist die Bahn auch preislich auf dem Niveau des Autos. Diese Kategorie von Reisenden ist aber nur eine Subkategorie (Großstadt-zu-Großstadt/Alleinreisende). Für Familien sinkt die Attraktivität das Bahnfahren auch Großs.-z.-Großs. wegen Gepäck, Preis und weniger Flexbilität schon. Für Großs.-zu-Großs.-Reisende die zu zweit unterwegs sind bleiben Preis, Flexbilität und für viele auch Privatsphäre als Vorteile des Autos.

Ergo: Auch wenn man noch mehr Strecken mit HGV ausrüstet ist es nicht ohne weiteres klar, dass die Bahn ordentlich Marktanteil vom Auto abnehmen kann. Falls jemand dazu eine Studie kennt, gerne teilen!

Erschwerend kommt noch, wie von Oscar ausgeführt hinzu, dass der tech. Fortschritt das Autofahren in den nächsten Jahrzehnten bequemer, sicherer und umweltfreundlicher (Stichwort teil- und vollautonomes Fahren, Alternative Antriebe) machen wird. Auch das Thema Infrastrukturüberlastung könnte mit vollautonomen Fahren erheblich verbessert werden, z. B. durch Autos die im Verbund fahren und so Platzbedarf und Wind reduzieren. Gleichzeitig ist die Eisenbahn ein eher innovationsarmes Feld. Der normale Reisende wird keinen Unterschied zwischen ICE1 und ICE4 feststellen können, mal von billigeren Materialien abgesehen. Um es mal ganz plakativ auszudrücken: Schon vor 90 Jahren fuhr der DR 877 die Strecke Berlin - Hamburg in 1:45. Die Zuglänge ist auch seit langem gleich geblieben und Verbesserungen sind nur sauteuer über Streckeausbauten zu holen, ggf. noch über Taktsteigerungen.

"HGV" und PKW

bendo, Donnerstag, 23.07.2020, 20:04 (vor 2083 Tagen) @ GibmirZucker

Ja, für die Relation Pampa-Pampa ist das Auto meist unschlagbar. Nur lässt es sich nicht effizient ohne Chauffeur einsetzen, da
- Fahrzeit nicht als Schlaf-Zeit genutzt werden kann, man nur ausgeschlafen sich hinter das Steuer setzen kann
- nach Meetings und Geschäftsessen es nicht benutzt werden kann, da Alkohol am Steuer verboten ist
-Essen nicht möglich
- Arbeit nur sehr beschränkt ausgeführt werden kann, glaube Laptop bedienen während der Fahrt ist verboten
Insofern fressen Autofahrten viel Freizeit.

Kann sich mit selbstfahrenden Autos ändern. Oder man hat einen fahtdzemsrz auf Abruf.

Bei meiner "Vision" hätte die PKW-Fahrt nur einen kleinen Anteil. Das Ziel wäre ja (zumindest streckenmäßig) den größten Teil per (HGV-)Zug zurückzulegen.

"HGV" und PKW

WbuIV, Donnerstag, 23.07.2020, 13:25 (vor 2083 Tagen) @ bendo
bearbeitet von WbuIV, Donnerstag, 23.07.2020, 13:26

was verstehts du unter flexibel Haltestellen? Flexibel für die Züge oder flexibler für die Reisenden.

Vielfach hat man ja diese Stadtrandhalte schon. Ich fände es sinnvoll in München alle Züge die vom Norden und Westen (statt Pasing) kommen in Laim halten zu lassen. Hier könnnte man jede Menge Menschen den Umweg über den HBF ersparen. Das würde vielen Reisenden (z. B. in Richtung MUC) Zeit sparen und den HBF deutlich entlasten. Ja, mir ist klar, dass der Bahnhof Laim derzeit nicht in der Verfassung ist. Auch in Frankfurt könnt es bei geschickter Anbindung an den ÖPNV Vorteile für die Reisenden geben, wenn Reisende aus Nord- oder Südost schon vor dem HBF wechseln könnten. Zumindest in München wäre der Zeitverlust m. E. verkraftbar, da bis Laim eh nicht allzuschnell gefahren wird.

"HGV" und PKW, Sammelantwort.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 23.07.2020, 14:40 (vor 2083 Tagen) @ bendo

bendo:

Deshalb plädiere ich für durchgebundene HGV-Strecken (bzw. Verknüpfung vorhandener), mit flexibel einplanbaren Unterwegshalten außerhalb von Stadtzentren und ausreichend bemessenen Park&Ride-Möglichkeiten.

Was Du plädierst, haben die Franzosen schon. Le Creusot TGV, Lyon-St. Exupéry TGV, Lorraine TGV...
Diese Bahnhöfe sind für die autofahrenden Jean-Pierres und Marie-Claires gemeint, die ihren Citroëns dort parken und mit der Bahn weiterreisen, weil die Bahn vdurch schafft, die ihren Citroëns nicht schaffen.

Nun haben diese Personen als Ziel wohl nur Paris, und dort ist der Nahverkehr sehr gut ausgebaut.
In Deutschland reisen Otto und Bärbel aber zu den unterschiedlichsten Orten, wobei fraghaft ist, wie gut der Nachtransport (ÖPNV oder callabike oder Carsharing) ist.

GibmirZucker:

Insofern fressen Autofahrten viel Freizeit. Kann sich mit selbstfahrenden Autos ändern.

Hoffnungsträger des Strassenverkehrs ist (zumindest hier in NL) das autonom fahrende Elektromobil.

WbuIV:

Ich fände es sinnvoll in München alle Züge die vom Norden und Westen (statt Pasing) kommen in Laim halten zu lassen. Hier könnnte man jede Menge Menschen den Umweg über den HBF ersparen.

Wieso nicht Pasing für die Richtung Stuttgart und Laim für die Richtung Nürnberg? So geht es bei uns auch: der "IC" Amsterdam-Maastricht hält in Amstel, fährt aber in Bijlmer durch. Dafür hält der "IC" Schiphol-Venlo in Bijlmer (auch weil er Amstel nicht berührt).

Gut, Amsterdam ist dann auch eine kompakte Stadt. Ab Amstel oder Zuid sind es nur 6 Haltestellen Stadtbahn nach Centraal, 10-15 Minuten Fahrt.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

80 Milliarden €?

bendo, Donnerstag, 23.07.2020, 12:42 (vor 2083 Tagen) @ Oscar (NL)

Germany alone is set to spend more than 80 billion euros on its rail network over the next ten years…

Hallo,
ist das korrekt?!?? "80 Milliarden €" in den kommenden 10 Jahren?! Damit liese sich was anfangen...
Meine Empfehlung wäre da: Lasst das Geld möglichst schnell ausgeben. Die ohnehin vorhandene Inflation, jetzt absehbar zusätzlich befeuert durch die Corona-Geldschwemme, führt sonst dazu, dass die Kosten für Projekte deutlich anwachsen...

Gruß, bendo

86 Milliarden € LuFV III

Henrik, Donnerstag, 23.07.2020, 13:43 (vor 2083 Tagen) @ bendo

Germany alone is set to spend more than 80 billion euros on its rail network over the next ten years…

ist das korrekt?!?? "80 Milliarden €" in den kommenden 10 Jahren?! Damit liese sich was anfangen...

86 Mrd Euro
LuFV III

Meine Empfehlung wäre da: Lasst das Geld möglichst schnell ausgeben.

Keine gute Idee.

Die ohnehin vorhandene Inflation, jetzt absehbar zusätzlich befeuert durch die Corona-Geldschwemme

Inflation ist nicht absehbar, ganz im Gegenteil.

führt sonst dazu, dass die Kosten für Projekte deutlich anwachsen...


Es geht hier um Instandhaltung und Ersatzbauten.
Gewiss werden steigen Preise - aber nicht "sonst".

Inflation an den Börsen <> Inflation in der Realwirtschaft

ICETreffErfurt, Eisenach, Donnerstag, 23.07.2020, 17:42 (vor 2083 Tagen) @ Henrik

Das EZB/FED-Geld geht zu 99% in Spekulationsblasen an den Börsen.

Für ne galoppierende Inflation ist die Geldumlaufgeschwindigkeit derzeit viel zu gering. Eher werden wir mittelfristig eine Deflation haben, da viele Bürger wegen der Corona-Ängste ihr Geld zurückhalten und einige Geschäfte die Preise senken müssen, um ihre Waren los zu bekommen.

Beim täglichen Bedarf wie Lebensmittel usw. merkt man das jetzt nicht so, aber bei "Luxus-Güter" fallen die Preise teilweise. Kommt ne zweite Welle, werden auch die Preise für Energie und Transport fallen, wenn auch nicht stark. Aber sie werden eben nicht stark steigen.

HGV <> Energiewende

ICETreffErfurt, Eisenach, Donnerstag, 23.07.2020, 17:52 (vor 2083 Tagen) @ Oscar (NL)

Ich glaube HGV ist jetzt nicht die ultimative Antwort auf die Energiewende und die Klimaproblematik.

Eher ist Massentransport eine Antwort und die Abkehr von Individualtransport. Je mehr Güter und Menschen man mit möglichst wenigen Fahrzeugen transportieren kann, desto geringer ist der spezifische Energiebedarf pro Person und Wegstrecke und damit umso geringer der individuelle CO2-Ausstoß.

In Anbetracht der Mengenverhältnisse ist der Transfer von Güter von vielen kleinen LKW auf einen großen Güterzug wesentlich sinnvoller, da der Güterverkehr den Personenverkehr immer noch übertrifft im Gesamtvolumen.

Eher sehe ich es so, dass die Menschen durch Corona und die Spätfolgen tendenziell weniger reisen und damit das Gesamtvolumen an Personen-Kilometer abnehmen wird, summiert über alle Verkehrsträger.

Ich glaube die 2020er werden eher das Jahrzehnt der kürzeren Wege werden. Kürzere Wege zur Arbeit, kürzere Wege für Alltagserledigungen, kürzere Wege für Urlaubsreisen.

Vor allem der städtische Nahverkehr wird davon profitieren bzw. muss darauf vorbereitet werden.

Der schienengebundene Fernverkehr wird sicherlich auch wachsen, aber nicht mehr so wie in den 2010er und wohl eher auf Kosten des individualen Personenverkehrs (Auto).

Wir brauchen in Deutschland insgesamt mehr Eisenbahn aber nicht notwendigerweise übermäßig mehr HGV. Eher sollten die HGV-Relationen, die schon existieren, gefördert und ausgebaut werden. Lückenschlüsse wie Erfurt–Frankfurt–Mannheim werden wichtig werden. Durchgehende Netze sind die Zukunft.

Die VDE8 ist nicht so erfolgreich, weil die ICE dort besonders schnell wären sondern weil sie eine durchgehende HGV-Verbindung von München über Nürnberg und Mitteldeutschland nach Berlin ermöglicht. Weil man nur wenige langsame Streckenteile hat. Der Erfolg liegt darin, dass man hier einen Bypass hat, um die Bestandsstrecken größtenteils zu umgehen.

COVID-19 ist ein für uns ICE-Fans unbequemer "game changer".

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 24.07.2020, 09:53 (vor 2082 Tagen) @ ICETreffErfurt

Hallo ICETreffErfurt,

Eher ist Massentransport eine Antwort und die Abkehr von Individualtransport.

Es gibt aber noch etwas: massenhafter Individualtransport.

Je mehr Güter und Menschen man mit möglichst wenigen Fahrzeugen transportieren kann, desto geringer ist der spezifische Energiebedarf pro Person und Wegstrecke und damit umso geringer der individuelle CO2-Ausstoß.

Ich muss immer am folgende Vergleich denken:
- ein vollbesetzter Bpmz hat 80 Personen bei 50 Tonnen -> 625 kg Totlast pro Person.
- ein vollbesetzter VW Käfer hat 4 Personen bei 1 Tonne -> 250 kg Totlast pro Person.

Somit kann ich sagen: die Bahn ist nur effizienter weil Leute dekadenlang verweigern das Auto zu teilen (besagter Vergleich galt schon 1981 als die Bpmz ausgerollt wurden).

In der Zukunft findet bzgl. Auto eine Verschiebung statt von Besitz zu Benutzung. MaaS = mobility as a service. Wenn man alleine unterwegs ist: kleines Auto; wenn man mit der Familie Urlaub macht: grosses komfortables Auto; wenn man mit der Fussballmannschaft Auswärtsspiel hat: Kleinbus. Eine derartige Flexibilität wird man bei der Bahn vergeblich suchen; sogar im guten alten Kurswagenzeitalter konnte man Bedürfnisse nur bis auf Einheiten von 80 Personen massschneidern.

In Anbetracht der Mengenverhältnisse ist der Transfer von Güter von vielen kleinen LKW auf einen großen Güterzug wesentlich sinnvoller, da der Güterverkehr den Personenverkehr immer noch übertrifft im Gesamtvolumen.

Das wusste James Brown 1966 schon:

Man made the cars to take us on the road
Man made the trains to carry the heavy load

-> die Schiene ist vor allem für Gütertransport gemacht.

Eher sehe ich es so, dass die Menschen durch Corona und die Spätfolgen tendenziell weniger reisen und damit das Gesamtvolumen an Personen-Kilometer abnehmen wird, summiert über alle Verkehrsträger.

Auch wenn wir ICE-Fans das lieber nicht gerne sehen: COVID-19 hat (zumindest hier in NL) in wenigen Monaten geschafft, was die Bahn dekadenlang nicht schaffte und immer noch nicht hinkriegt: das Virus hat unsere Verkehrsstaus zunichte gemacht. Das Virus wird irgendwann verschwunden sein; was bleibt, ist Home-Officing.

Sowas war vor einem Jahr undenkbar. COVID-19 wird somit ein "game changer" genannt; die Spielregeln werden jetzt komplett anders gesetzt. Mit Moneten, die zuvor für Strassen und die Bahn reserviert wurden, kann man jetzt obiges MaaS-Verfahren beschleunigt einführen.

Ich glaube die 2020er werden eher das Jahrzehnt der kürzeren Wege werden. [1] Kürzere Wege zur Arbeit, [2] kürzere Wege für Alltagserledigungen, [3] kürzere Wege für Urlaubsreisen.

1 und 2 ja, 3 bin ich mir nicht sicher.

Ja, bei uns in NL wird vermehrt im eigenen Land Urlaub gemacht, oder man betreibt "staycation" (Urlaub in Rundumhausen). Aber man sieht auch, dass die Airlines sich am schnellsten der neuen Situation angepasst haben. Während man für eine internationale Bahnreise für jedes Land aussuchen muss, was an COVID-19 Massnahmen bestehen, heisst es beim Flieger einfach einsteigen und abheben.
Zudem bleibt der Bedarf, entfernte Regionen kennenzulernen, nach wie vor bestehen. Das war schon in Zeiten von Pest- und TB-Pandemie so. Damals reiste man mit Pferdekutschen und Segelbooten, heute mit den Airlines.

Der schienengebundene Fernverkehr wird sicherlich auch wachsen, aber nicht mehr so wie in den 2010er und wohl eher auf Kosten des individualen Personenverkehrs (Auto).

Ich denke, wir sollen die Rolle des Fernverkehrs nicht überschätzen.

Klar kann ich mir vorstellen, dass bei Inbetriebnahme der Rennbahn K-F einige Autofahrer auf die Bahn umgestiegen sind (erst recht wenn man auf der A3 ständig von Dosen Zahncreme überholt wird). Und auch bestimmte Fluggäste.
Als bei uns aber die HSL-Zuid eröffnet wurde, reisten im Thalys vor allem Fahrgäste, die zuvor den Thalys über die Altstrecke benutzten. Die wirkliche Mehrwert der Strecke war die Trennung der Verkehre Amsterdam Den Haag von Amsterdam-Rotterdam. Das hat die Strasse nicht hinbekommen.
Dennoch, die meisten Fahrgäste des IC Direkt sind Fahrgäste, die zuvor via Den Haag reisten.

Wir brauchen in Deutschland insgesamt mehr Eisenbahn aber nicht notwendigerweise übermäßig mehr HGV. Eher sollten die HGV-Relationen, die schon existieren, gefördert und ausgebaut werden. Lückenschlüsse wie Erfurt–Frankfurt–Mannheim werden wichtig werden. Durchgehende Netze sind die Zukunft.

Theoretisch ist das Netz durchgehend, nur nicht Highspeed.

In Frankreich wird man Paris komplett highspeed umfahren können (angeblich fehlt noch ein Abschnitt westlich von Massy). LGV Nord, LGV Est, LGV Sud-Est und LGV Atlantique sind dann miteinander verknüpft. Nicht umsonst heisst die zweite Generation TGV "Réseau" (DE: Netzwerk).
In Italien wird das auch schrittweise umgesetzt. Zwischen Turin und Neapel entstehen neue Rennbahnhöfe die die klassischen Kopfbahnhöfe entlasten sollen.

Bin mir nicht sicher ob sowas in Deutschland durchsetzbar wäre. Ich sage nur: Mannheim... ;)


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Effizienz von Autos

Gast, Freitag, 24.07.2020, 10:41 (vor 2082 Tagen) @ Oscar (NL)

Ich muss immer am folgende Vergleich denken:
- ein vollbesetzter Bpmz hat 80 Personen bei 50 Tonnen -> 625 kg Totlast pro Person.
- ein vollbesetzter VW Käfer hat 4 Personen bei 1 Tonne -> 250 kg Totlast pro Person.

Richtig, wenn man sich angewöhnen würde, Autos sinnvoll auszulasten, dann wären sie eine recht wirtschaftliche Sache und man wäre mehr oder weniger alle größeren Verkehrsprobleme auf einen Schlag los, ohne dafür die Bahn zu brauchen. Ähnliches hatte ich hier mal geschrieben.

Übrigens waren die vor der Einführung der Gurtpflicht gebauten VW Käfer, soweit ich weiß, für fünf Personen zugelassen.

Effizienz von Autos

ktmb, Freitag, 24.07.2020, 10:46 (vor 2082 Tagen) @ Gast

Schöne Sache. Was machst du mit den Menschen, die keinen Führerschein haben? Ich habe bis zu meinem 22. Lebensjahr in der DDR gelebt und bin mit der DR sozialisiert worden. Da habe ich nie das Bedürfnis verspürt, einen Führerschein zu machen. Autos nehmen uns die Lebensqualität in den Städten. Ein Fahrrad oder auch Pedelec/S-Pedelec reicht völlig aus.

Effizienz von Autos

Aphex Twin, Freitag, 24.07.2020, 11:32 (vor 2082 Tagen) @ ktmb

Schöne Sache. Was machst du mit den Menschen, die keinen Führerschein haben? Ich habe bis zu meinem 22. Lebensjahr in der DDR gelebt und bin mit der DR sozialisiert worden. Da habe ich nie das Bedürfnis verspürt, einen Führerschein zu machen. Autos nehmen uns die Lebensqualität in den Städten. Ein Fahrrad oder auch Pedelec/S-Pedelec reicht völlig aus.

Und was macht man mit Menschen (noch) nicht Fahrradfahren können?

Natürlich, es sind nicht alle Menschen gleich. Manche wollen nicht Autofahren, manche wollen oder können sich kein Auto leisten, manche bevorzugen Bahnfahren deutlich usw.. Aber die Aussage dass Autofahren keine Option sei, da man keinen Führerschein besitze, ist nicht viel anders als zu sagen dass Fahrradfahren keine Option sei da man kein Fahrrad besitze.

Effizienz von Autos

gnampf, Freitag, 24.07.2020, 12:46 (vor 2082 Tagen) @ Aphex Twin

Also ich hab ehrlich gesagt noch nicht gehört das man als Blinder einen Führerschein machen kann um legal Auto zu fahren... wo geht das denn? Oder haben Blinde dann halt Pech gehabt, hätten halt nicht blind werden sollen... wenn sie irgendwo hin wollen können sie ja einen Chauffeur bezahlen? Und das aus Schweizer Munde wo man schon einen Hublift im Zug untragbar findet ;-)

Und auch abseits von Blinden, die Führerscheinprüfung muß man halt, selbst wenn man sie sich leisten kann, erstmal bestehen. Fürs Fahrrad oder zum Bahnfahren braucht man dagegen keine Prüfung ablegen (auch wenn das beim Tarifsystem in D vielleicht manchmal hilfreich wär ;-))

Effizienz von Autos

Aphex Twin, Freitag, 24.07.2020, 13:27 (vor 2082 Tagen) @ gnampf

Also ich hab ehrlich gesagt noch nicht gehört das man als Blinder einen Führerschein machen kann um legal Auto zu fahren... wo geht das denn? Oder haben Blinde dann halt Pech gehabt, hätten halt nicht blind werden sollen... wenn sie irgendwo hin wollen können sie ja einen Chauffeur bezahlen? Und das aus Schweizer Munde wo man schon einen Hublift im Zug untragbar findet ;-)

Und Rollstuhlfahrer haben auch Probleme beim Fahrradfahren (ja, es gibt ‘Liegeräder’ bei denen man mit den Händen arbeiten kann, aber als Rollstuhlfahrer damit allein pendeln ist nicht gerade trivial).

ktmb has explizit gesagt dass er/sie “nie das Bedürfnis verspürt hat, einen Führerschein zu machen”, ich glaube kaum dass dies so formuliert worden wäre wenn eine gesundheitliche Einschränkung der Grund gewesen wäre.

Und auch abseits von Blinden, die Führerscheinprüfung muß man halt, selbst wenn man sie sich leisten kann, erstmal bestehen. Fürs Fahrrad oder zum Bahnfahren braucht man dagegen keine Prüfung ablegen (auch wenn das beim Tarifsystem in D vielleicht manchmal hilfreich wär ;-))

Wenn man sich ein Auto leisten kann, wird man sich wohl auch einen Führerschein leisten können. Ich habe auch explizit auf Gruppen verwiesen die sich kein Auto leisten können. Wiederum sagt ktmb in keiner Weise dass sich-ein-Auto-leisten-können der Hinderungsgrund wäre. Eher könnte man dies interpretieren dass er/sie sich kein Auto leisten will bzw. nicht Autofahren will.

Effizienz von Autos

gnampf, Freitag, 24.07.2020, 15:52 (vor 2082 Tagen) @ Aphex Twin

Und Rollstuhlfahrer haben auch Probleme beim Fahrradfahren (ja, es gibt ‘Liegeräder’ bei denen man mit den Händen arbeiten kann, aber als Rollstuhlfahrer damit allein pendeln ist nicht gerade trivial).

Solange die Bahn/Öffis nicht abgeschafft werden müssen sie ja auch nicht Fahrrad fahren... und wenn die abgeschafft werden auch nicht, sie könnten Auto fahren oder Rolli rollen. Passt also nicht.

ktmb has explizit gesagt dass er/sie “nie das Bedürfnis verspürt hat, einen Führerschein zu machen”, ich glaube kaum dass dies so formuliert worden wäre wenn eine gesundheitliche Einschränkung der Grund gewesen wäre.

Er hat vor allem erstmal gesagt "Was machst du mit den Menschen, die keinen Führerschein haben?" und sich dann lediglich als ein Beispiel angeführt.

Effizienz von Autos

ktmb, Freitag, 24.07.2020, 15:57 (vor 2082 Tagen) @ gnampf

Ich habe aber auch geschrieben, dass ich durch meine DR-Sozialisation nie das Bedürfnis hatte, einen Führerschein zu machen.

Effizienz von Autos

Aphex Twin, Freitag, 24.07.2020, 18:20 (vor 2082 Tagen) @ gnampf

ktmb has explizit gesagt dass er/sie “nie das Bedürfnis verspürt hat, einen Führerschein zu machen”, ich glaube kaum dass dies so formuliert worden wäre wenn eine gesundheitliche Einschränkung der Grund gewesen wäre.


Er hat vor allem erstmal gesagt "Was machst du mit den Menschen, die keinen Führerschein haben?" und sich dann lediglich als ein Beispiel angeführt.

Und die weit überwiegende Mehrheit der Erwachsenen ohne Führerschein dürften ohne diesen sein weil sie (bisher) nicht genügend Nutzen in einem Führerschein sahen und nicht weil sie aus medizinischen Gründen nicht Autofahren können.

So, die eigentliche Antwort auf ktmbs Frage ist dass diese Gruppe im Falle einer deutlichen Reduzierung des ÖV-Angebots größtenteils eben gezwungen werden sein entweder sich einen Führerschein zuzulegen ohne ihre Mobilität deutlich einzuschränken. Oder noch einmal anders formuliert dass das Ergebnis sein wird dass Menschen die bisher aus meist persönlichen Präferenzen überhaupt nicht Autofahren, sich gezwungen sehen würden gegen ihren Willen doch Auto zu fahren müssen (inkl. des Zulegens eines Führerscheins).

Effizienz von Autos

Gast, Freitag, 24.07.2020, 11:49 (vor 2082 Tagen) @ ktmb
bearbeitet von Gast, Freitag, 24.07.2020, 11:52

Was machst du mit den Menschen, die keinen Führerschein haben?

Das Fahren per Anhalter (wieder und deutlich stärker als früher) einführen. Es soll ja gerade nicht jeder selbst fahren, damit die Auslastung sinnvoll wird. Leute ohne Führerschein oder solche, die generell nicht gern selbst fahren, fahren dann immer per Anhalter, und die anderen richten es danach, wie gerade das Verhältnis zwischen Selbst- und Mitfahrern ist. Mit angemessener Kostenbeteiligung durch den Mitfahrenden, die aber bei guter durchschnittlicher Auslastung niedriger als durchschnittliche ÖPNV-Preise ausfallen könnte.

Bei Autofahrern das Bewußtsein schärfen, daß es sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch und von der Lebensqualität her überaus sinnvoll ist, auf freien Plätzen andere mitzunehmen. Daß es ein sehr kostspieliger Luxus ist, alleine im Auto zu fahren - ein Luxus, den man sich freilich gönnen kann, wenn einem das Alleinsein ganz besonders wichtig ist, bei dem man aber dran denken sollte, daß er auf Dauer sehr ins Geld geht und daß man sich dafür auch manches andere leisten könnte.

Wenn viele Leute an dieser Idee Gefallen fänden, könnte sich das Verhältnis zwischen KFZ-Besitzern/Selbstfahrern und Mitfahrern von selbst sinnvoll einpendeln und eine hohe durchschnittliche Auslastung von Autos entstehen. Wenn zu viele Autos leer wären und sich keine Mitfahrer fänden, würden sich Leute, die eh keinen ganz großen Gefallen am Selbstfahren haben und sehen, daß es ständig jede Menge freie Plätze gibt, überlegen, ihr Auto zu verkaufen. Und wenn es umgekehrt zu viele Mitfahrwillige gäbe, die dann ganz lange warten müßten, würden eben ein paar davon, die einen Führerschein haben, wieder selbst fahren.

Autos nehmen uns die Lebensqualität in den Städten.

Das wäre nicht mehr so, wenn es wegen höherer Auslastung nur noch höchstens die Hälfte davon gäbe und obendrein noch alle ÖPNV-Flächen wegfielen, die man dann auch für „Lebensqualität“ verwenden könnte.

Effizienz von Autos

hellobook, Freitag, 24.07.2020, 12:29 (vor 2082 Tagen) @ Gast

Du vergisst dabei aber, das die Fahrgäste des ÖPNV auch in die Autos müssten. Dadurch hast du selbst bei höherer Auslastung nicht weniger Autos. Scagu dir doch mal die Situation in den großen Städten auf der Welt ohne wirkliches ÖPNV Angebot an.
Viele nehmen doch auch das Auto weil sie dann Flexsiebel sind, das ist mit Mitfahrern ja wieder nicht gegeben. Der Mensch denkt halt nicht immer nur Ökonomisch.
Die Verkehrsflächen der ÖPNV Verkehrsmittel befinden sich meist an Straßen, ich persönlich finde einen Park direkt an einer (größeren) Straße nicht sehr attraktiv.
In den 80er wurde ja das Automobil als Allheilmittel angepriesen und man ist mittlerweile wieder davon abgekommen.

Effizienz von Autos

Gast, Freitag, 24.07.2020, 15:19 (vor 2082 Tagen) @ hellobook

Du vergisst dabei aber, das die Fahrgäste des ÖPNV auch in die Autos müssten.

Nein, selbst die paar Leute, welche auf diese Weise noch dazukämen, habe ich nicht vergessen. Wenn alle Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel in den vorhandenen Autos mitfahren würden, ergäbe dies im Schnitt ca. 0,3 Personen pro Auto, d. h. jedes dritte Auto müßte eine Person mitnehmen. Bisher sitzen 1,5 Personen in einem Auto, dann wären es 1,8. Mehr ist das nicht! Und dann könnte man durch Erhöhen der Auslastung den Verkehr halbieren.
Das ist ein Durchschnitt über ganz Deutschland. In Großstädten mit besonders hoher ÖPNV-Nutzungsquote scheint die Beförderungsleistung von Auto und ÖPNV ungefähr gleich zu sein. Da müßte dann also im Schnitt jedes Auto 1,5 ÖPNV-Fahrgäste mitnehmen. Auch das ginge, dann säßen im Schnitt 3 Personen in einem Auto und wenn man dann die Auslastung noch auf 4 erhöhen würde, könnte man immer noch den Straßenverkehr um 25 Prozent senken. Außerdem muß man gerade in Städten bedenken, daß bei einer Abschaffung des ÖPNV auch viele, jedenfalls bei schönem Wetter, aufs Fahrrad statt ins Auto wechseln würden. Gerade durch den berechneten Rückgang des Straßenverkehrs könnte das Radfahren ja deutlich attraktiver und dann würde der Rückgang des Straßenverkehrs auch in Städten deutlich höher als 25 Prozent ausfallen.

Viele nehmen doch auch das Auto weil sie dann Flexibel sind, das ist mit Mitfahrern ja wieder nicht gegeben.

Doch, wenn das Mitfahren und Mitnehmen allgemein etabliert wäre, müßte man nie lange warten. Auch bei 50 Prozent Rückgang des Straßenverkehrs gäbe es noch einen "Takt", der im öffentlichen Verkehr nie erreichbar ist.

Die Verkehrsflächen der ÖPNV Verkehrsmittel befinden sich meist an Straßen, ich persönlich finde einen Park direkt an einer (größeren) Straße nicht sehr attraktiv.

Das ist nur eine Frage der Raumeinteilung. Aus bisherigen Straßenbahntrassen, Haltestellenbereichen usw. an Hauptverkehrsstraßen könnte man z. B. Parkplätze machen, dafür dann aber bisherige großflächige Parkplätze an Stellen, wo Ihr Park oder etwas anderes Sinnvolles eher hinpassen würde, aufgeben.

Effizienz von Autos

ktmb, Freitag, 24.07.2020, 15:35 (vor 2082 Tagen) @ Gast

ÖPNV soll auch abgeschafft werden?
Ne, so gat dat nicht.
Wir brauchen mehr sichere Radwege und weniger Strassen in den Städten. Der MIV wird nach wie vor vorherrschend sein, weil die Leute einfach zu bequem sind. Parallel dazu wird es mehr und mehr autonomen Verkehr in den Städten geben, der den Platz besser ausnutzt. Durch Entfall der Suche nach Parkplätzen werden auch hier mehr Flächen für Radfahrer geschaffen. Selbstverständlich werden wir auch noch Busse und Strassenbahnen haben. Durch E-Mobilität und KI wird jedoch alles sehr viel effektiver sein. Die Eisenbahn wird es natürlich auch geben.

Effizienz von Autos

hellobook, Freitag, 24.07.2020, 17:02 (vor 2082 Tagen) @ ktmb

Bis zu autonomen Fahrzeugen wird es noch eine Weile dauern. Bei der Bequemlichkeit wird bin jedoch bei dir. Die Gesellschaft tendenziell eher egoistischer, ich sehe da eher nicht die Bereitschaft andere Leute mitzunehmen.

Effizienz von Autos

Aphex Twin, Freitag, 24.07.2020, 18:33 (vor 2082 Tagen) @ ktmb

ÖPNV soll auch abgeschafft werden?
Ne, so gat dat nicht.

Mit autonomen Autos und ‘Carsharing’ könnten PKWs und ÖV zusammenwachsen. Was dies verhindern wird ist dass genügend Menschen es sich immer noch leisten werden können:

  • Allein im Auto zu sitzen
  • Null Wartezeit auf ein verfügbares Auto zu haben
  • Ein ihren Wünschen entsprechendes (z.B. sehr luxuriöses) Auto zur Verfügung zu haben
  • Ein persönliches Auto zu haben in dem sie ihre eigenen Sachen liegen lassen können
  • Ein Auto als Statussymbol zu besitzen

Wir leben ja auch nicht alle in Hotels (oder auch nur Mietwohnungen), auch wenn es in gewissen Nischen durchaus funktioniert (Studentenwohnheime, Altenheime).

Hoffnung auf weniger Autos in den Städten

ktmb, Freitag, 24.07.2020, 13:51 (vor 2082 Tagen) @ Gast
bearbeitet von ktmb, Freitag, 24.07.2020, 13:53

Zumindest macht die Elektrisierung und Automatisierung der Autos Hoffnung. Wenn ich mir über eine App ein autonom fahrendes Fahrzeug bestellen kann und kein eigenes Auto mehr brauche, wird es sicher Verbesserungen geben, weil durch KI der Verkehr flüssiger und sicherer wird. Auch brauche ich keinen Parkplatz mehr und wahrscheinlich auch keinen Führerschein. Ein Pedelec bleibt für mich dabei immer noch erste Wahl. (natürlich für Langstrecken immer noch die Eisenbahn)
Betrüger wie VW und Mercedes-Benz werden dann hoffentlich nicht mehr existieren. Es gibt ja Tesla. VW hat vielleicht noch ne Chance. Das liegt auch am ID3, der ja kommen und auch funktionieren soll. Bei Mercedes-Benz sehe ich schwarz, weil sie die Zeichen der Zeit einfach nicht erkannt haben.

Hoffnung auf weniger Autos in den Städten

Gast, Freitag, 24.07.2020, 14:34 (vor 2082 Tagen) @ ktmb

Wenn ich mir über eine App ein autonom fahrendes Fahrzeug bestellen kann und kein eigenes Auto mehr brauche, wird es sicher Verbesserungen geben [...]

Und wenn Sie es noch einfacher haben können, indem Sie den Daumen herausstrecken und dann ein freundlicher MENSCH seinen Wagen anhält, nicht?

Hoffnung auf weniger Autos in den Städten

gnampf, Freitag, 24.07.2020, 15:23 (vor 2082 Tagen) @ Gast

das autonome Auto wird die zugestiegene Studentin jedenfalls nicht lieber haben als es ihr lieb ist... die Warnungen vor Trampen kommen ja nicht von irgendwo

Hoffnung auf weniger Autos in den Städten

Gast, Freitag, 24.07.2020, 17:19 (vor 2082 Tagen) @ gnampf

Andererseits wird das autonome Auto eher einen Mann mit einer gefesselten und geknebelten Frau mitnehmen als ein menschlicher Fahrer.

In der Bahn kann man z. B. immer wieder mal in die Situation kommen, daß in dem Zug, den man nehmen will, eine grölende Horde ist oder daß sich einem ein Betrunkenener oder irgendwie Gestörter nähert. Oft muß man trotzdem mitfahren, weil es bis zum nächsten Zug zu lange dauern würde, oder weil am Bahnhof, wo man dann warten müßte, die Situation auch nicht besser ist, oder weil man eine Zugbindung hat oder was weiß ich. Man kann dann nur hoffen, daß die gestörten Einzelpersonen letztlich harmlos sind und daß die grölenden Horden Unbeteiligte einigermaßen aus dem Spiel lassen, was ja meistens auch so ist. Aber ein Risiko ist das im Prinzip schon. Beim Mitfahren im Auto kann man auch an den Falschen geraten, aber wegen des sehr dichten "Taktes" ist man im Gegensatz zum Zug nie gezwungen, mit einem zu fahren, der einem besonders bedenklich vorkommt. Es wäre wohl mehr eine Kopfsache als sachlich begründet, da beim Auto mehr Sorge als beim Zug zu haben.

Hoffnung auf weniger Autos in den Städten

gnampf, Freitag, 24.07.2020, 17:51 (vor 2082 Tagen) @ Gast

In der Bahn kann man z. B. immer wieder mal in die Situation kommen, daß in dem Zug, den man nehmen will, eine grölende Horde ist oder daß sich einem ein Betrunkenener oder irgendwie Gestörter nähert. Oft muß man trotzdem mitfahren, weil es bis zum nächsten Zug zu lange dauern würde, oder weil am Bahnhof, wo man dann warten müßte, die Situation auch nicht besser ist, oder weil man eine Zugbindung hat oder was weiß ich. Man kann dann nur hoffen, daß die gestörten Einzelpersonen letztlich harmlos sind und daß die grölenden Horden Unbeteiligte einigermaßen aus dem Spiel lassen, was ja meistens auch so ist. Aber ein Risiko ist das im Prinzip schon. Beim Mitfahren im Auto kann man auch an den Falschen geraten, aber wegen des sehr dichten "Taktes" ist man im Gegensatz zum Zug nie gezwungen, mit einem zu fahren, der einem besonders bedenklich vorkommt. Es wäre wohl mehr eine Kopfsache als sachlich begründet, da beim Auto mehr Sorge als beim Zug zu haben.

Wenn man den Leuten nur von außen ansehen könnte wie sie so ticken... klappt leider nicht. In der Bahn hat man meist den Vorteil das neben der jungen Studentin und den Idioten noch andere Leute anwesend sind, und Notrufknöpfe, Videoüberwachung, etc. Und wem es da zu heikel ist, der wird sicher keine Mitfahrgelegenheit nutzen sondern ins eigene Auto steigen. Allein. Und niemanden mitnehmen der unbekannt ist.

Mit dem dichten Takt beim Gruppen-PKW ist es ja auch so eine Sache. woher weißt du bevor das Auto anhält wo der Fahrer hin will und ob er bei dir vorbei kommt? Die Fahrtrichtung sagt ja erstmal wenig aus, erstrecht wenn man gar nicht weiß in welche Richtung man selbst gerade muß. Immer ein Schild dabei haben wo man dann Ort und Straße drauf schreibt? Nur wenn da keiner hin will? Müsste man Zwischenstationen mit angeben, der Autofahrer weiß ja auch nicht unbedingt ob er dir helfen kann wenn er dich bix xyz mitnimmt. Also eher elektronisch, nur muß das dann schon wieder vor Abfahrt erfolgen, denn danach darf sic der Fahrer aufs Fahren konzentrieren.
Funktionieren würde das ganze dann wenn eh nur in der Stadt, wo aktuell auch der ÖPNV schon funktioniert, einen dichten Takt bieten kann, etc. Hier auf dem Land würde ich wohl ewig warten um zum Ziel zu kommen... noch schlimmer und unplanbarer als mit dem schlechten ÖPNV.

Hoffnung auf weniger Autos in den Städten

Gast, Freitag, 24.07.2020, 19:58 (vor 2082 Tagen) @ gnampf
bearbeitet von Gast, Freitag, 24.07.2020, 19:59

Und wem es da zu heikel ist, der wird sicher keine Mitfahrgelegenheit nutzen sondern ins eigene Auto steigen. Allein.

Klar, aber umgekehrt denke ich, daß es für die, denen es in der Bahn nicht zu heikel ist, keinen rechten Grund gibt, es im Auto viel heikler zu finden. Einiges kann da leichter passieren, anderes weniger leicht. Sachlich betrachtet wird sich das ausgleichen und die gefühlte Sicherheit muß an sich dadurch steigen, daß man sich Fahrer bzw. Mitfahrer aussuchen kann.

Woher weißt du bevor das Auto anhält wo der Fahrer hin will und ob er bei dir vorbei kommt?

Der Mitfahrer sollte ein Schild mit dem gewünschten Ziel dabeihaben und vielleicht kämen Fahrer auch auf den Geschmack, sich eine Zielanzeige, ggf. noch mit einem größeren Zwischenziel, hinter die Windschutzscheibe zu stellen. Ohne Umsteigen wird es natürlich nicht gehen. Wenn man von München nach Kleinkummerfeld fährt oder mitfahren will, sollte man lieber erstmal Hamburg angeben, sonst findet man niemand. Unter Menschen, die eine ungefähre Orientierung haben, wird man beim Lesen von "Hamburg" dann auch auf die Idee kommen, daß Sie erstmal mit einem, der nur nach Nürnberg fährt, zu einer autobahnnahen Tankstelle oder Kreuzung in Nürnberg mitfahren könnten. Weil die Orientierung nicht unbegrenzt ist, wird man vielleicht einen, der nach Halle fährt, vorbeifahren lassen, ohne zu bemerken, daß das auch hilfreich wäre - man käme nicht mathematisch optimal voran, aber ob man ein paar Minuten länger wartet, ist ja egal. Für Handtelefonfanatiker könnte man auch ein Programm erstellen, das vorschlägt, über welche Zwischenziele man sich als Mitfahrer am besten zum genauen Ziel vorarbeiten sollte, Autos mit welchen Zielanzeigen man heranwinken sollte und wann man dann das Endziel angeben sollte. Technikfanatische Fahrer könnten eine Zielanzeige nutzen, wo sie vor der Abfahrt das Ziel eingeben und die dann außer dem Endziel immer ein sinnvolles, automatisch beizeiten wechselndes größeres Zwischenziel angibt.

Hier auf dem Land würde ich wohl ewig warten um zum Ziel zu kommen...

Wieso? An allen noch so abgelegenen Orten, die ich kenne, ist der PKW-Takt deutlich dichter als der Busfahrplan. Selbst wenn Sie an einem Ort mit einer zweistelligen Einwohnerzahl wohnen, wo gar keine oder nur dienstags und donnerstags jeweils zwei Busse fahren, werden dort mehrmals am Tag Autos fahren. Die werden dann, egal, wo sie genau hinfahren, an irgendeine Hauptstraße kommen, von wo aus dann Minutentakt herrscht und auch größere Ziele regelmäßig erreichbar sind. Generell wären sehr abgelegen wohnende Leute wohl eher als Selbstfahrer prädestiniert, die dann ab dem nächsten stärker frequentierten Punkt andere mitnehmen, aber auch das Mitfahrern würde von solchen Orten normalerweise besser als mit dem Bus funktionieren.

Hoffnung auf weniger Autos in den Städten

gnampf, Freitag, 24.07.2020, 20:19 (vor 2082 Tagen) @ Gast

Klar, aber umgekehrt denke ich, daß es für die, denen es in der Bahn nicht zu heikel ist, keinen rechten Grund gibt, es im Auto viel heikler zu finden. Einiges kann da leichter passieren, anderes weniger leicht. Sachlich betrachtet wird sich das ausgleichen und die gefühlte Sicherheit muß an sich dadurch steigen, daß man sich Fahrer bzw. Mitfahrer aussuchen kann.

Wie gesagt, es gibt einige Gründe warum es im Auto unsicherer ist. Der fehlende Notrufknopf, die fehlende Kameraüberwachung, die fehlenden Mitfahrer (und sei es nur der TF). Und das aussuchen ist wie gesagt utopisch, denn das erfolgt rein aufgrund äußerer Merkmale, die sehr häufig ziemlich täuschen.

Der Mitfahrer sollte ein Schild mit dem gewünschten Ziel dabeihaben

Ok, also auch nix für spontane Ausflüge... wer schleppt schon zig Blankoschilder mit sich rum. Aber auch eine Herausforderung für den Autofahrer... neben dem Wald an Verkehrsschildern und den anderen Verkehrtsteilnehmern muß er jetzt noch jeden Meter ein neues Schild mit einer Adresse lesen. Ich würde sagen es wird dringen Zeit für maximal Tempo 30 in den Städten.

und vielleicht kämen Fahrer auch auf den Geschmack, sich eine Zielanzeige, ggf. noch mit einem größeren Zwischenziel, hinter die Windschutzscheibe zu stellen. Ohne Umsteigen wird es natürlich nicht gehen. Wenn man von München nach Kleinkummerfeld fährt oder mitfahren will, sollte man lieber erstmal Hamburg angeben, sonst findet man niemand. Unter Menschen, die eine ungefähre Orientierung haben, wird man beim Lesen von "Hamburg" dann auch auf die Idee kommen, daß Sie erstmal mit einem, der nur nach Nürnberg fährt, zu einer autobahnnahen Tankstelle oder Kreuzung in Nürnberg mitfahren könnten. Weil die Orientierung nicht unbegrenzt ist, wird man vielleicht einen, der nach Halle fährt, vorbeifahren lassen, ohne zu bemerken, daß das auch hilfreich wäre - man käme nicht mathematisch optimal voran, aber ob man ein paar Minuten länger wartet, ist ja egal.

Also meine Erfahrung zeigt das heutzutage viele keine Ahnung mehr von ihrer Route haben. Die wird ins Navi eingehackt und dann gehts lang wo das Ding einen hin führt. Da liegt dann Leipzig in den Gedanken auch mal an der Nordsee und gehört zu NRW.

Für Handtelefonfanatiker könnte man auch ein Programm erstellen, das vorschlägt, über welche Zwischenziele man sich als Mitfahrer am besten zum genauen Ziel vorarbeiten sollte, Autos mit welchen Zielanzeigen man heranwinken sollte und wann man dann das Endziel angeben sollte. Technikfanatische Fahrer könnten eine Zielanzeige nutzen, wo sie vor der Abfahrt das Ziel eingeben und die dann außer dem Endziel immer ein sinnvolles, automatisch beizeiten wechselndes größeres Zwischenziel angibt.

Wo es dann von Vorteil ist wenn derjenige keinen Plan hat und stumpf dem Navi folgt. Sonst könnte es passieren das die Anzeige nichts mit der Realität zu tun hat, weil man leider bei Würzburg nicht den Weg über die A7 sondern über A3+A45 gewählt hat... den das Navi zwar doof findet, der Fahrer aber gut. Blöd für denjenigen der nach Fulda wollte.

Wieso? An allen noch so abgelegenen Orten, die ich kenne, ist der PKW-Takt deutlich dichter als der Busfahrplan. Selbst wenn Sie an einem Ort mit einer zweistelligen Einwohnerzahl wohnen, wo gar keine oder nur dienstags und donnerstags jeweils zwei Busse fahren, werden dort mehrmals am Tag Autos fahren. Die werden dann, egal, wo sie genau hinfahren, an irgendeine Hauptstraße kommen, von wo aus dann Minutentakt herrscht und auch größere Ziele regelmäßig erreichbar sind. Generell wären sehr abgelegen wohnende Leute wohl eher als Selbstfahrer prädestiniert, die dann ab dem nächsten stärker frequentierten Punkt andere mitnehmen, aber auch das Mitfahrern würde von solchen Orten normalerweise besser als mit dem Bus funktionieren.

Nein, 4-stellig ist die Einwohnerzahl, nur gibt es zig Himmelsrichtungen in die es gehen kann mit dem Auto. Das ich dann jemanden finde der zu meiner Zeit ausgerechnet in meine Richtung will ist nicht gigantisch... und retour muß ich dann auch noch wieder einen finden. Keiner sagt das der ÖPNV da eine Alternative wäre, mit dem Bus käme ich glaube einmal am Tag zum Bahnhof... und nie zurück. Zu anderen Käffern teilweise wohl gar nicht. Aber der unplanbare Mitfahr-PKW ist da eben auch keine Alternative. Besser als der ÖPNV ist halt trotzdem nicht gut genug um brauchbar zu sein.

Hoffnung auf weniger Autos in den Städten

Gast, Freitag, 24.07.2020, 21:14 (vor 2082 Tagen) @ gnampf
bearbeitet von Gast, Freitag, 24.07.2020, 21:16

Wer schleppt schon zig Blankoschilder mit sich rum.

Einen leeren Zettel mit einem Stift beschriften...

Aber auch eine Herausforderung für den Autofahrer... neben dem Wald an Verkehrsschildern und den anderen Verkehrtsteilnehmern muß er jetzt noch jeden Meter ein neues Schild mit einer Adresse lesen. Ich würde sagen es wird dringen Zeit für maximal Tempo 30 in den Städten.

Nein, nein. Stimmt, wenn es viele Anhalter gibt, wären vielleicht Anzeigen an den Autos sinnvoller, dann muß der Fahrer nur anhalten, wenn einer winkt und der ihm paßt, und ist nicht durch Lesen und Überlegen weiter abgelenkt.

Wo es dann von Vorteil ist wenn derjenige keinen Plan hat und stumpf dem Navi folgt. Sonst könnte es passieren das die Anzeige nichts mit der Realität zu tun hat, weil man leider bei Würzburg nicht den Weg über die A7 sondern über A3+A45 gewählt hat... den das Navi zwar doof findet, der Fahrer aber gut. Blöd für denjenigen der nach Fulda wollte.

Eine Anzeige, die automatisch Zwischenziele anzeigt, müßte halt mit dem Navi verbunden sein, damit nichts angezeigt wird, was nicht angefahren wird. Wenn der Fahrer dann plötzlich von der Route abweicht, müßte eine Warnung "Etappenziel Fulda wird nicht erreicht" ertönen, ehe die Route neu berechnet und die Anzeige geändert wird. Der Fahrer könnte dann sagen: Doch, ich kenne mich aus und fahre anders. Oder: Ich lasse Sie raus.
Das wird durch mangelhafte geographische Kenntnisse alles komplizierter, aber nicht unmöglich.

Das ich dann jemanden finde der zu meiner Zeit ausgerechnet in meine Richtung will ist nicht gigantisch...

Bei der Einwohnerzahl ist doch davon auszugehen, daß alle Straßen in die verschiedenen Richtungen, die größer als Feldwege sind, viele Male pro Stunde befahren sind? Wenn das Ziel auch wieder ein eher kleines ist, werden Sie halt mehr umsteigen müssen. Und natürlich funktioniert das nur verläßlich, wenn ein gewisser Mindestprozentsatz der Autofahrer mitmacht.

Hoffnung auf weniger Autos in den Städten

gnampf, Samstag, 25.07.2020, 11:38 (vor 2081 Tagen) @ Gast

Einen leeren Zettel mit einem Stift beschriften...

Nun, der Zettel müsste schon A4 oder größer sein damit man ihn lesen kann, und nur ein Ziel enthalten, sonst ist er gar nicht mehr während der Fahrt zu erfassen. Bei 99% der Leute würde es wohl schon am Stift scheitern, vom fehlenden Block mal ganz abgesehen.

Eine Anzeige, die automatisch Zwischenziele anzeigt, müßte halt mit dem Navi verbunden sein, damit nichts angezeigt wird, was nicht angefahren wird. Wenn der Fahrer dann plötzlich von der Route abweicht, müßte eine Warnung "Etappenziel Fulda wird nicht erreicht" ertönen, ehe die Route neu berechnet und die Anzeige geändert wird. Der Fahrer könnte dann sagen: Doch, ich kenne mich aus und fahre anders. Oder: Ich lasse Sie raus.
Das wird durch mangelhafte geographische Kenntnisse alles komplizierter, aber nicht unmöglich.

Oha, die Diskussionen möche ich mal erleben wenn dann von der Route abgewichen wird, das könnte so manches Mal unschön ausgehen wenn dadurch die Fahrt dann deutlich länger als "geplant" wird. sofern man das ganze halt überhaupt als planbar bezeichnen kann.

Bei der Einwohnerzahl ist doch davon auszugehen, daß alle Straßen in die verschiedenen Richtungen, die größer als Feldwege sind, viele Male pro Stunde befahren sind? Wenn das Ziel auch wieder ein eher kleines ist, werden Sie halt mehr umsteigen müssen. Und natürlich funktioniert das nur verläßlich, wenn ein gewisser Mindestprozentsatz der Autofahrer mitmacht.

Es gibt selbst Autobahnen die nicht mehrmals pro Stunde befahren werden... wenn ich da an die A31 vor ihrer Fertigstellung denke, oder so manche Autobahn im Osten, gerade in der Nacht...
Mit dem ÖPNV kann ich wenigstens planen, da er einen Fahrplan hat. Ich weiß also auch vorher ob es damit wahrscheinlich klappt oder nicht. Wenn ich aber den dritten Tag in Folge zu spät bei der Arbeit bin weil leider gerade keiner in die nötige Richtung wollte, schon voll war, oder wie ein Verbrecher aussah...

Ich mein, wer das ganze machen möchte: gerne. Aber den ÖPNV mit der Begründung abschaffen das ja alle trampen können: geht gar nicht. Auch wenn das manchen Verbünden etc. sicher recht gelegen käme wenn sie sich nur noch auf die ertragreichen Fahrten konzentrieren könnten.

Lebensqualität von Autos

Henrik, Freitag, 24.07.2020, 19:58 (vor 2082 Tagen) @ Gast

Was machst du mit den Menschen, die keinen Führerschein haben?
Da habe ich nie das Bedürfnis verspürt, einen Führerschein zu machen. [...] Ein Fahrrad oder auch Pedelec/S-Pedelec reicht völlig aus.

ebent. wer keinen Führerschein hat, der nutzt auch nicht den ÖPNV.

Das Fahren per Anhalter (wieder und deutlich stärker als früher) einführen. Es soll ja gerade nicht jeder selbst fahren, damit die Auslastung sinnvoll wird. Leute ohne Führerschein oder solche, die generell nicht gern selbst fahren, fahren dann immer per Anhalter, und die anderen richten es danach, wie gerade das Verhältnis zwischen Selbst- und Mitfahrern ist. Mit angemessener Kostenbeteiligung durch den Mitfahrenden, die aber bei guter durchschnittlicher Auslastung niedriger als durchschnittliche ÖPNV-Preise ausfallen könnte.

das ist längst Status-Quo weltweit. Nennt sich Uber, Lyft, ..

Bei Autofahrern das Bewußtsein schärfen, daß es sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch und von der Lebensqualität her überaus sinnvoll ist, auf freien Plätzen andere mitzunehmen.

ahja..

Daß es ein sehr kostspieliger Luxus ist, alleine im Auto zu fahren

so so..

- ein Luxus, den man sich freilich gönnen kann, wenn einem das Alleinsein ganz besonders wichtig ist, bei dem man aber dran denken sollte, daß er auf Dauer sehr ins Geld geht und daß man sich dafür auch manches andere leisten könnte.

und alleine im städtischen Bus zu fahren, in der Tram ..oder wie in diesen Zeiten im ICE zu sitzen ist ok oder auch Luxus oder..?

Wenn viele Leute an dieser Idee Gefallen fänden, könnte sich das Verhältnis zwischen KFZ-Besitzern/Selbstfahrern und Mitfahrern von selbst sinnvoll einpendeln

einpendeln von was auf was und wieso weshalb warum.
Quatsch.

und eine hohe durchschnittliche Auslastung von Autos entstehen. Wenn zu viele Autos leer wären und sich keine Mitfahrer fänden, würden sich Leute, die eh keinen ganz großen Gefallen am Selbstfahren haben und sehen, daß es ständig jede Menge freie Plätze gibt, überlegen, ihr Auto zu verkaufen.

..was sie heute natürlich noch nicht machen, genau. Was wirfst Du denen da vor?

Und wenn es umgekehrt zu viele Mitfahrwillige gäbe, die dann ganz lange warten müßten, würden eben ein paar davon, die einen Führerschein haben, wieder selbst fahren.

was für Probleme.. omg.

Autos nehmen uns die Lebensqualität in den Städten.

Das wäre nicht mehr so, wenn es wegen höherer Auslastung nur noch höchstens die Hälfte davon gäbe und obendrein noch alle ÖPNV-Flächen wegfielen, die man dann auch für „Lebensqualität“ verwenden könnte.

ÖPNV teilweise oder gar ganz zu streichen ist gewiss ne ganz super Idee!!1111
nicht.

Lass uns gleich auch noch am besten in Amsterdam, Münster und Kopenhagen diese blöden ganzen Radfahrer verbieten.

Lebensqualität von Autos

Gast, Freitag, 24.07.2020, 20:49 (vor 2082 Tagen) @ Henrik

das ist längst Status-Quo weltweit. Nennt sich Uber, Lyft, ..

Zum simplen Mitnehmen und Mitfahren von A nach B braucht es keine zentralen Vermittler, die reglementieren und mitverdienen.

und alleine im städtischen Bus zu fahren, in der Tram ..oder wie in diesen Zeiten im ICE zu sitzen ist ok oder auch Luxus oder..?

Das ist ein noch viel größerer Luxus als allein im Auto zu sitzen und geht noch viel stärker auf Kosten der Allgemeinheit.

..was sie heute natürlich noch nicht machen, genau. Was wirfst Du denen da vor?

Bis jetzt habe ich ihnen gar nichts vorgeworfen. Sowieso war der Vorschlag natürlich nicht so gedacht, daß man ihn verpflichtend durchsetzen oder nicht Mitmachende zu schlechten Menschen erklären sollte.

ÖPNV teilweise oder gar ganz zu streichen ist gewiss ne ganz super Idee!!1111

Da sind wir uns immerhin einig.

Lass uns gleich auch noch am besten in Amsterdam, Münster und Kopenhagen diese blöden ganzen Radfahrer verbieten.

Dann haben Sie nicht gelesen, was ich geschrieben habe.
Sowieso ergänzt sich das Fahrrad, das ja von den meisten eher als Schönwetterverkehrsmittel genutzt wird, mit dem PKW viel besser als mit dem ÖPNV. Wenn Autofahrer bei schönem Wetter für nicht zu lange Strecken das Fahrrad nutzen, bleiben Autos stehen, der Kraftstoff im Tank und der Verkehr wird weniger. Schön. ÖPNV-Fahrpläne kann man dagegen schlecht auf das Wetter einstellen - wenn Fahrgäste bei schönem Wetter das Fahrrad nutzen, ist das natürlich gut für sie, aber es sind doch dieselben ÖPNV-Kapazitäten unterwegs, die dann halt mehr Luft befördern, und in Sachen Verkehrsvermeidung, Geld- und Energieeinsparung ist nichts gewonnen.

Lebensqualität von Autos

Henrik, Freitag, 24.07.2020, 21:23 (vor 2082 Tagen) @ Gast

das ist längst Status-Quo weltweit. Nennt sich Uber, Lyft, ..

Zum simplen Mitnehmen und Mitfahren von A nach B braucht es keine zentralen Vermittler, die reglementieren und mitverdienen.

kostet ja nix.
Wo zu in diesem Jahrhundert noch mit Zettel und Stift umständlich hantieren und Geldbeutel und was nich alles..
reglementiert wird da nichts, schon gar nicht zentral.

und alleine im städtischen Bus zu fahren, in der Tram ..oder wie in diesen Zeiten im ICE zu sitzen ist ok oder auch Luxus oder..?

Das ist ein noch viel größerer Luxus als allein im Auto zu sitzen und geht noch viel stärker auf Kosten der Allgemeinheit.

..was sie heute natürlich noch nicht machen, genau. Was wirfst Du denen da vor?

Bis jetzt habe ich ihnen gar nichts vorgeworfen. Sowieso war der Vorschlag natürlich nicht so gedacht, daß man ihn verpflichtend durchsetzen oder nicht Mitmachende zu schlechten Menschen erklären sollte.

Du unterstellst, sie würden es heute nicht tun.

ÖPNV teilweise oder gar ganz zu streichen ist gewiss ne ganz super Idee!!1111

Da sind wir uns immerhin einig.

Ich habe Deine Ironie nirgends verstanden (ich gehe mal davon aus, Du meinst das alles komplett nicht ernst),
Du hast meine hier nicht verstanden.

Lass uns gleich auch noch am besten in Amsterdam, Münster und Kopenhagen diese blöden ganzen Radfahrer verbieten.

Dann haben Sie nicht gelesen, was ich geschrieben habe.

wäre gewiss besser gewesen..

Sowieso ergänzt sich das Fahrrad, das ja von den meisten eher als Schönwetterverkehrsmittel genutzt wird, mit dem PKW viel besser als mit dem ÖPNV. Wenn Autofahrer bei schönem Wetter für nicht zu lange Strecken das Fahrrad nutzen, bleiben Autos stehen, der Kraftstoff im Tank und der Verkehr wird weniger. Schön. ÖPNV-Fahrpläne kann man dagegen schlecht auf das Wetter einstellen - wenn Fahrgäste bei schönem Wetter das Fahrrad nutzen, ist das natürlich gut für sie, aber es sind doch dieselben ÖPNV-Kapazitäten unterwegs, die dann halt mehr Luft befördern, und in Sachen Verkehrsvermeidung, Geld- und Energieeinsparung ist nichts gewonnen.

ÖPNV verkehrt mit unterschiedlichen Kapazitäten.

Reichsautogesetz oder Werktätigensolidarität

ktmb, Freitag, 24.07.2020, 20:26 (vor 2082 Tagen) @ Gast

Beides klingt irgendwie nach Diktatur. (Fast) Kein Mensch nimmt fremde Leute einfach so mit.

Reichsautogesetz oder Werktätigensolidarität

Gast, Freitag, 24.07.2020, 20:35 (vor 2082 Tagen) @ ktmb

Beides klingt irgendwie nach Diktatur.

Nein, der Vorschlag war beileibe nicht so gedacht, daß man das Mitnehmen anderer zur Pflicht machen oder Alleinfahrer zu schlechten Menschen erklären sollte.

(Fast) Kein Mensch nimmt fremde Leute einfach so mit.

Bei einigen, nicht sehr zahlreichen Versuchen habe ich andere Erfahrungen gemacht - und das, obwohl das Fahren per Anhalter völlig aus der Mode gekommen ist.

Effizienz von Autos

gnampf, Freitag, 24.07.2020, 12:48 (vor 2082 Tagen) @ ktmb

für ein S-Pedelec brauchst du aber neben der Zulassung auch einen Führerschein, wenn auch eine "kleinere" Klasse als für den PKW. Das Argument mit dem fehlenden Führerschein greift da also nur noch recht begrenzt.

(S-)Pedelec volle Zustimmung

TheoretICEr, Freitag, 24.07.2020, 19:03 (vor 2082 Tagen) @ ktmb

Mit einem S-Pedelec kann man Distanzen von (natürlich je nach Lage) ca. 15-20km in einer sehr Konkurrenzfähigen Zeit zurücklegen ggü dem Auto.
Auch längere Distanzen von bis zu 30km sind in weit weniger als einer Stunde möglich.
Dazu kommt frische Luft, keine direkte Luftverschmutzung und weniger Lärm.
Ich frage mich wirklich, warum die große mehrheit der Arbeitnehmer immer noch im Auto sitzen und nicht auf einem solchen Gefährt.
Der Durchschnittliche Arbeitsweg ist weit weniger als 20km in Deutschland (Einen Wert für den Median konnte Ich nicht finden).
Ich würde sogar Behaupten, dass ein S-Pedelec ein Auto vollkommen unnötig macht, für die allermeisten Menschen, die in (auch schon kleinen) Ballungsregionen leben.

(S-)Pedelec volle Zustimmung

gnampf, Freitag, 24.07.2020, 19:52 (vor 2082 Tagen) @ TheoretICEr

In Ballungsregionen brauchst du wohl kein S-Pedelec und womöglich nichtmals ein Fahrrad, allerhöchstens ein Lastenrad für Transporte. Den Rest erledigt der ÖPNV.
Gründe warum sich das abseits nicht so verbreitet:
- du musst immer noch selbst treten
- du hast kein Dach über dem Kopf wenns regnet
- keine Klimaanlage
- keine Heizung
- Diebstahlgefahr höher
- Unfallgefahr höher, vor allem auch Verletzungsrisiko dabei weit höher
- fehlende Infrastruktur die den Schutz erhöhen könnte (mit Fahrrad auf einer Bundesstraße ohne Radweg macht keinen Spaß, auch nicht wenn das Ding 45 fährt... dadurch ist der Sturz nur um so härter wenn der PKW/LKW einen rammt)
- das Auto brauchts für die Urlaubsfahrt ja eh (ist natürlich Blödsinn, aber so denken einige, deswegen haben es ja auch E-Autos schwer)
und sicher noch diverse weitere.

OT: "Kaufen" vs. Mieten/leasen

bendo, Freitag, 24.07.2020, 10:54 (vor 2082 Tagen) @ Oscar (NL)

In der Zukunft findet bzgl. Auto eine Verschiebung statt von Besitz zu Benutzung. MaaS = mobility as a service….

Hoffentlich nicht (derselbe Slogan wird von Microsoft verwendet)! Das Ergebnis wäre: es wird alles teurer. Leider sind vergleichbare Entwicklungen an anderen Stellen schon lange am Laufen:
- "Handyvertrag" vs. "Besitz".
- "Leasing" statt "Kauf"
- IT-Software wird zwischenzeitlich gerne zu Monatspreisen "vermietet" anstatt als Komplettpaket einem "Besitzer" überlassen..

Problem: Wenn man sich die Sache genau durchrechnet ist man unterm Strich im "Mietmodell" meist teurer dran als beim Erwerb auf unbestimmte Zeit.
Leasing/Mietmodelle sind deshalb natürlich von Firmen/Herstellern attraktiv und werden entsprechend angepriesen. Man schafft sich einfach eine regelmäßige, gesicherte Einnahmequelle.

Auch aus politischer Sicht gibt es Argumente für Leasing/Mietmodelle: Während man durch "Besitz" die Chance hat einen Puffer aufzubauen und damit eine gewisse Unabhängigkeit sicherstellen kann, haben Leasing/Mietmodelle den "Vorteil", dass ein Arbeitslohn unmittelbar zur Finanzierung des Lebens verwendet werden muss. Der Großteil der Menschen ist damit angehalten das Hamsterrad fortwährend am laufen zu halten und kann es sich z.B. nicht leisten sich einfach irgendwo zur Ruhe zu setzen. "Die Masse" bleibt besser kontrollierbar.

Ich versuche dieses Spiel so lange wie möglich nicht mitspielen zu müssen. Letztens z.B. kaufte ich mir (nach 7 Jahren!) mein zweites (!) Smartphone. Im Laden verlangte ich "nur das Handy" (ohne Vertrag). Obwohl man behaupten könnte, dass es sich um ein Smartphone der Oberklasse handelt, erfüllte man mir diesen Wunsch nur widerwillig...

Gruß, bendo

Was bringt HGV, wenn es wenig Anschluß gibt

Power132, Donnerstag, 23.07.2020, 18:19 (vor 2083 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Power132, Donnerstag, 23.07.2020, 18:21

und zwar an die "normalen" Strecken. Es bringt doch nicht viel, quer durch Europa mit 300 oder mehr zu fahren, wenn es Regionen gibt, die nicht am HGV partizipieren könne, weil man erst umständlich an die HGV Strecken rankommt.
Was bringt jemandem in der Uckermark eine HGV Strecke Hamburg - Berlin - Südosteuropa, wenn er erst mühsam nach Berlin oder Hamburg "tingeln" muss, oder jemand im Pustatal in Südritol erst nach Bozen oder Verona mit dem Auto oder ÖPNV fahren muss um in einen HGV Zug München - Süditalien einzusteigen?
HGV ist zwar eine gute Idee, aber aktuell wenig durchdacht, weil man sich nur auf die Start-Ziel Komponente konzentriert.

Wäre es nicht sinnvoller, das bestehende Netz fit zu machen und Teile davon auf HGV zu optimieren? Man muss die Fahrgäste in die Züge bekommen, damit sie ihr Auto stehen lassen oder ganz abschaffen. Das schafft man aber nicht damit, HGV Strecken in die Welt zu pflanzen und sich nur auf Metropolen zu konzentrieren, um dem Flugzeug Kunden abzujagen.
Es muss eher daran gedacht werden, Regionen erst einmal (wieder) an das Schienennetz anzuschließen und diese zu verbinden. Dann kann man auch über ein europäisches HGV Netz nachdenken. Der Mix macht es.

Die Kombination macht die Musik!

bendo, Donnerstag, 23.07.2020, 20:13 (vor 2083 Tagen) @ Power132

Wäre es nicht sinnvoller, das bestehende Netz fit zu machen und Teile davon auf HGV zu optimieren? Man muss die Fahrgäste in die Züge bekommen, damit sie ihr Auto stehen lassen oder ganz abschaffen. Das schafft man aber nicht damit, HGV Strecken in die Welt zu pflanzen und sich nur auf Metropolen zu konzentrieren, um dem Flugzeug Kunden abzujagen.
Es muss eher daran gedacht werden, Regionen erst einmal (wieder) an das Schienennetz anzuschließen und diese zu verbinden. Dann kann man auch über ein europäisches HGV Netz nachdenken. Der Mix macht es.

Sorry, aber ich halte das für eine unrealistische Vorstellung! Für Tür-zu-Tür-Verbindungen ist m.E. der ÖPNV einerseits systematisch benachteiligt (Stichworte: Anschlussverluste, Wartezeiten, Umwege) und andererseits der Durchschnittsbürger zu bequem! Insbesondere den PKW "abzuschaffen" kommt wohl nur für ein par Städter mit entsprechender Ideologie in Frage.
Bei Interesse kann zu diesem Thema meine Meinung ferner nachgelesen werden,
hier
und hier
und hier

Viele Grüße, bendo

Was bringt HGV, wenn es wenig Anschluß gibt

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Donnerstag, 23.07.2020, 21:20 (vor 2083 Tagen) @ Power132

Was bringt jemandem in der Uckermark eine HGV Strecke Hamburg - Berlin - Südosteuropa, wenn er erst mühsam nach Berlin oder Hamburg "tingeln" muss

Du musst heute genau so von der Uckermark nach Berlin tingeln, wenn Du einen schnöden IC nach Dresden oder Hannover erreichen willst. Sollen Fernzüge generell nicht HGV fahren dürfen, nur weil sie nicht nach Templin und Schwedt kommen? Oder nach Penzberg, Pirmasens, Pfäffingen, Plön?

Absurd.

Für einen halbwegs passenden Regioanschluss müssen die Länder sorgen. Das eine tun heißt nicht das andere lassen zu müssen.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Es geht um keinen Provinz HGV

Power132, Donnerstag, 23.07.2020, 21:29 (vor 2083 Tagen) @ Alibizugpaar

Aber wenn man keinen gesunden Mix aus ÖPNV und HGV hinbekommt. bringt HGV wenig. Ich bin der Meinung, dass eine Konzentration auf A-B HGV wenig bringt, weil man da viele abhängen würde. Daher muss man sich um einen gesunden Mix kümmern und nicht wie geschrieben, eine reine Gewinnung von Fluggästen.

Es geht um keinen Provinz HGV

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Donnerstag, 23.07.2020, 21:35 (vor 2083 Tagen) @ Power132

Wenn es darum geht entlang einer NBS einzelne handverlesene Haltepunkte zu etablieren (wünschenswert mit einem Schienenanschluss in die Region), dann unterschreibe ich das sofort.

Da wird dann aber irgend eine Art RE-200 halten.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Es geht um keinen Provinz HGV

Henrik, Donnerstag, 23.07.2020, 21:42 (vor 2083 Tagen) @ Power132

Aber wenn man keinen gesunden Mix aus ÖPNV und HGV hinbekommt. bringt HGV wenig.

Frankreich? Spanien? ..für so einige Träumer hier ja das Traumland ihrer feuchten Träume in Sachen HGV.
ÖPNV? Regionalverkehr? Fehlanzeige. nix. nada.

Ich bin der Meinung, dass eine Konzentration auf A-B HGV wenig bringt, weil man da viele abhängen würde. Daher muss man sich um einen gesunden Mix kümmern und nicht wie geschrieben, eine reine Gewinnung von Fluggästen.

macht ja auch keiner und wir haben den gesunden Mix.

die hinterletzte Ecke auch noch Dunkeldeutschlands heranzuziehen, wo wir die geringste Bevölkerungsdichte überhaupt haben, wo keiner lebt, wo die noch nichmal ne Autobahn haben.. passt nich so recht.
da kommste auch mit dem Auto nicht nach Hannover.

Es geht um keinen Provinz HGV

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 24.07.2020, 01:10 (vor 2083 Tagen) @ Henrik

Gesund wird der Mix erst, wenn der Schnellverkehr zwischen diversen weiteren Punkten vom langsamen Regio/Cargo getrennt ist. Hamburg - Köln in vier Stunden sind mehr eine Form fortgeschrittener Altersverkalkung statt zeitgemäßem beschleunigten Fernschnellverkehr.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Was bringt HGV, wenn es wenig Anschluß gibt

Aphex Twin, Freitag, 24.07.2020, 11:41 (vor 2082 Tagen) @ Power132

und zwar an die "normalen" Strecken. Es bringt doch nicht viel, quer durch Europa mit 300 oder mehr zu fahren, wenn es Regionen gibt, die nicht am HGV partizipieren könne, weil man erst umständlich an die HGV Strecken rankommt.
Was bringt jemandem in der Uckermark eine HGV Strecke Hamburg - Berlin - Südosteuropa, wenn er erst mühsam nach Berlin oder Hamburg "tingeln" muss, oder jemand im Pustatal in Südritol erst nach Bozen oder Verona mit dem Auto oder ÖPNV fahren muss um in einen HGV Zug München - Süditalien einzusteigen?
HGV ist zwar eine gute Idee, aber aktuell wenig durchdacht, weil man sich nur auf die Start-Ziel Komponente konzentriert.

Wäre es nicht sinnvoller, das bestehende Netz fit zu machen und Teile davon auf HGV zu optimieren? Man muss die Fahrgäste in die Züge bekommen, damit sie ihr Auto stehen lassen oder ganz abschaffen. Das schafft man aber nicht damit, HGV Strecken in die Welt zu pflanzen und sich nur auf Metropolen zu konzentrieren, um dem Flugzeug Kunden abzujagen.
Es muss eher daran gedacht werden, Regionen erst einmal (wieder) an das Schienennetz anzuschließen und diese zu verbinden. Dann kann man auch über ein europäisches HGV Netz nachdenken. Der Mix macht es.

Natürlich benötigt HGV einen guten ÖV unterhalb von HGV, aber dass heißt nicht dass HGV nur funktioniert wenn die gesamte Bevölkerung angeschlossen ist.

HGV soll kein Selbstzweck sein (Sammelantwort).

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 24.07.2020, 12:26 (vor 2082 Tagen) @ Power132

Power132:

Was bringt HGV, wenn es wenig Anschluß gibt und zwar an die "normalen" Strecken. Es bringt doch nicht viel, quer durch Europa mit 300 oder mehr zu fahren, wenn es Regionen gibt, die nicht am HGV partizipieren könne, weil man erst umständlich an die HGV Strecken rankommt.

Bei HGV muss man mit Kompromissen leben. Lasse ich Halte aus, dann ist mein Zug zwar schneller, aber dann sind die Fahrgäste länger unterwegs, bevor sie den Zug haben. Das kann man allerdings dadurch kompensieren, dass man IC-Verbindungen zu den Rennbahnhöfen anbietet.

Hier in Eindhoven (NL) überlegt man, wie man die Stadt am besten an das europaweite HGV-Netz anbinden kann. Manche meinen, in Eindhoven soll der Thalys, ICE und/oder Nachtzug halten, wenn auch nur einige Male am Tag. Selber bin ich dafür, dass man möglichst bequem Rotterdam (eurostar), Antwerpen (Thalys) oder Düsseldorf (ICE, nightjet) erreicht. Im Falle Düsseldorf z.B. stündlicher "IC".

Wäre es nicht sinnvoller, das bestehende Netz fit zu machen und Teile davon auf HGV zu optimieren? Man muss die Fahrgäste in die Züge bekommen, damit sie ihr Auto stehen lassen oder ganz abschaffen. Das schafft man aber nicht damit, HGV Strecken in die Welt zu pflanzen und sich nur auf Metropolen zu konzentrieren, um dem Flugzeug Kunden abzujagen.

Vor 10-15 Jahren schrieb ich hier noch, dass in Deutschland Otto dank ICE nicht mehr mit seinem Mercedes von seinem bahnlosen Wohnsitz zum Zielort fahren muss. Stattdessen hat er einen kleinen bequemen Volkswagen, fährt zum ICE-Bahnhof und fährt ab dort per Bahn weiter.
Dieses Szenario ist allerdings nur treffend, wenn sein Zielort ordentlich mit ÖPNV verknüpft ist. Also das Bankgebäude in Frankfurt; nicht sein Onkel der in einem bahnlosen Dorf im Odenwald wohnt.

Fällt mir gerade ein:

1. so manchmal machen wir uns lustig über die Franzosen und ihre Bahnhöfe wie "Le Creusot TGV" mitten in der Pampa. Zugleich kommen Jean-Claude und Marie-Claire mit ihrem Renault leichter zu so einem Bahnhof als Otto und Bärbel mit ihrem Volkswagen nach Göttingen.
Na gut, Deutschland kann es auch mehr oder weniger. Montabaur ist ja auch sowas wie "Koblenz ICE".

2. das MaaS-Verfahren (ich berichtete schon eher) habe ich als Bedrohung für die Bahn dargestellt, bietet aber auch Chancen. Vielleicht soll die Bahn callabike und/oder Carsharing mehr/besser vermarkten; erst recht wenn selbstfahrende Autos kommen. Dann reist man die grossen Abschnitte schneller als das Privatauto und ist man trotzdem mobil vor Ort, auch wenn es an ÖPNV fehlt.

Es muss eher daran gedacht werden, Regionen erst einmal (wieder) an das Schienennetz anzuschließen und diese zu verbinden. Dann kann man auch über ein europäisches HGV Netz nachdenken. Der Mix macht es.

Das muss nicht unbedingt in dieser Reihenfolge (China macht es sogar andersrum = erst das schnelle HGV-Rückgrat, danach die "Haarfässer"). Wieso nicht gleichzeitig? Italien investiert zur Zeit auch in S-Bahnen dort wo die Frecce halten (Turin, Bologna).

Zum europaweiten HGV-Netz: nette Sache... für uns ICE-Fans. Es soll aber kein Selbstzweck sein. Manche Relationen (Mailand-Rom, Paris-Marseille, Madrid-Barcelona) sind für HGV prädestiniert und kann man nonstop fahren; andere, langsamere Züge halten dafür in Lyon, Zaragoza und Bologna. Deutschland ist mit seiner polyzentrischen Struktur weniger dafür geeignet.

Power132: (2. Beitrag)

Aber wenn man keinen gesunden Mix aus ÖPNV und HGV hinbekommt. bringt HGV wenig.

Doch, tut er:

Henrik:

Frankreich? Spanien? ..für so einige Träumer hier ja das Traumland ihrer feuchten Träume in Sachen HGV. ÖPNV? Regionalverkehr? Fehlanzeige. nix. nada.

Meinetwegen auch China, wenn man das ÖPNV-Angebot vergleicht mit der Einwohnerzahl der Städte.

Hauptsache ist nur, dass die Konzepte von FR/ES/CN nicht unbedingt auf Deutschland übertragbar sind.

Alibizugpaar:

Gesund wird der Mix erst, wenn der Schnellverkehr zwischen diversen weiteren Punkten vom langsamen Regio/Cargo getrennt ist.

Das geht allerdings auch erst nur wenn Platz vorhanden ist. Leider sind wir nicht in China wo alles was nicht passt passend gemacht wird.
Zudem kann man die Frage stellen: ob man mehr Rennbahnen braucht, oder doch mehr Cargobahnen. Bei uns wurde z.B. die Betuweroute gebaut. Deutschland verfügt schon über einige Cargo-Korridoren; diese sollte man konsequent ausbauen.

Hamburg - Köln in vier Stunden sind mehr eine Form fortgeschrittener Altersverkalkung statt zeitgemäßem beschleunigten Fernschnellverkehr.

Laut Google Maps ist Hamburg-Köln 425 km. Der ICE-Fan in mir sagt: ein Chinese reist das in 2 Stunden.
Problem bei Hamburg-Köln ist aber dass man:

1. ab HH-Hbf 15 Minuten verbummelt bis man HH-Harburg vorbei ist. In China wäre HH-Harburg dann der Rennbahnhof von Hamburg (ab dort z.B. 335 km nonstop in 1:40 nach Kopenhagen). Dann verschiebt man aber ein Problem, denn ab HH-Harburg muss man dann in die Innenstadt von Hamburg kommen.

2. in Rhein-Ruhr-Sieg noch Dortmund, Essen, Duisburg und Düsseldorf anbinden muss. Die Städte liegen so dicht beieinander, dass man quasi wieder in die Bremse muss, sobald man die 200 km/h vmax berührt. Dort hilft keine Rennbahn.

Verbleibt der Abschnitt HH-Harburg - Dortmund. Das wäre etwa 350 km Rennbahn, Fahrzeit 1:30 (IC: 2:00 mit extra Halten). Summa summarum kann man das vielleicht auf 3 Stunden reduzieren, aber nicht auf 2.

Zu guter letzt: Deutschland steht in Vergleich zu China gar nicht sooo schlecht da.
Klar ist es beeindruckend, dass China 32.000 km an Rennbahnen hat.
China hat dann auch 16 mal soviele Einwohner als Deutschland.
Da Deutschland ein relativ kompaktes Land ist, sind die durchschnittlichen Fernverkehrsabstände kleiner und somit 300+ km/h weniger lohnend.
Wenn ich in Deutschland Rennbahnen und ABS >= 200 km/h zusammenrechne, komme ich auch an 2.000 km, was 1/16 Teil von 32.000 km ist.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

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