Fahrzeugbestand und Streckenausbauten (Allgemeines Forum)

ffz, Montag, 06.07.2020, 10:46 (vor 2101 Tagen) @ Oscar (NL)

ffz:

Der Deutschlandtakt wird in der skizzierten Form vermutlich nie vollständig realisiert werden.


Oder vielleicht nicht 2030 sondern später. Auch bei uns musste PHS beigesteuert werden. Ursprünglich sollte 2020 Schiphol-Nijmegen auch 10-Minutentakt sein. Jetzt wird das 2025.

Der Unterschied ist der, dass es in Deutschland für den Fernverkehr aktuell kein Ausschreibungs- oder Konzessionsmodell gibt, es ist nicht gesagt, dass sich das nicht ändern kann, allerdings gibt es aktuell eher keinen politischen willen und keine Mehrheit dafür. Sprich die Fernverkehrszüge fahren mehr oder minder da, wo der jeweilige Betreiber meint, dass es Reisendenpotential gibt und er seinen Zugverkehr wirtschaftlich darstellen kann. Der Deutschlandtakt wurde ohne Beteiligung von EVU's (Eisenbahn Verkehrs Unternehmen) entwickelt und geplant. Er hat in dem Sinne in Deutschland keine Gesetzeskraft, oder den Zwang jemals realisiert zu werden. Er zeigt primär Möglichkeiten auf, mit welcher Infrastruktur welche Fahrzeiten und Anschlüsse möglich wären. Er läuft dabei teilweise völlig konträr zu den Planungen von DB Fernverkehr und dem aktuellen Fahrzeugbestand und den aktuellen Fahrzeugbestellungen. Auch werden dort SFS und Geschwindigkeiten vorausgesetzt die noch gar nicht geplant oder realisierbar sind. Die SFS Wolfsburg - Berlin wird bis 2034 komplett saniert und durchgehend für 250 km/h ertüchtigt. Von 300 km/h wird man die nächsten 30 Jahre auf der SFS maximal träumen dürfen, wenn überhaupt.
Die SFS Nürnberg - Würzburg befindet sich noch nicht mal in der Entwurfsplanung, bis die in betrieb gehen wird, dürften wir uns irgendwo in der Mitte der 2050er Jahre befinden.

Aktuell ist eher die Frage ob es die DB AG Ende 2020 noch gibt...


Too big to fail...?

Das bezweifle ich bei der DB AG beim aktuellen politischen Klima leider stark. Die DB AG braucht jeden Monat etwa 1 Milliarde Euro um überhaupt die Personalkosten stemmen zu können, vom Bund kommt aktuell um es deutlich zu sagen quasi nix. Wobei es nicht nur um die DB AG geht, sondern um den gesamten ÖV in Deutschland. Sämtliche Nahverkehrsunternehmen bekommen aktuell von den Aufgabenträgern nur die Leistungen bezahlt die auch erbracht wurden, nicht die die bestellt wurden, im Busverkehr sieht es nicht besser aus, die eigenwirtschaftlichen Verkehre haben alle ein massives Finanzproblem.
Aktuell gehe ich davon aus, dass im gesamten ÖV in Deutschland jeden Monat mehrere Milliarden Euro Verluste auflaufen, wenn der Bund nicht bald ein Gesetz verabschiedet, dass die Verluste ausgleicht werden wir in Deutschland bis Ende des Jahres den großen Zusammenbruch im ÖV erleben. Die ersten SPNV Unternehmen denken bereits darüber nach ihre Verträge zu kündigen, weil die Verluste einfach nicht mehr finanzierbar sind.

Die DB Regiobus Gesellschaften fangen gerade an fast sämtliche eigenwirtschaftlichen Linienkonzessionen zu kündigen, wenn die alle durchgehen und die Aufgaebnträger kein Geld haben, oder kein Unternehmen für eine Notvergabe finden wird in Bayner, Baden-Württemberg, Rheinalnd-Pfalz und NRW ab Ende Oktober ein großer Teil des Regionalbusverkehrs einfach eingestellt.

gruß,

Oscar (NL).


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