Polentour mit SK-Anteil (Reiseberichte)
6:52 Uhr am Vortag war ja fast noch eine angenehme Abfahrtszeit. Heute war es schon 5:49 Uhr. -.- Wir enterten deutlich vor der Abfahrt die Masochisten-Kiste und fanden gerade noch zwei Plätze. Für Samstagmorgen kurz vor sechs war die Gurke unfassbar voll. :-O Wir würden 202 Schienenkilometer zurücklegen, auf der Straße wären es unter 150 km. :-/ Für diese Mords-Distanz waren 4½ h veranschlagt – auf Tram-Sitzen. -.- Jemand latschte auf der Suche nach bequemen Plätzen nach vorne, öffnete die Tür mit einem großen Schild „Kein Zutritt!“ zum Führerstand und lachte sich halb tot. Immerhin ist er nicht reingegangen, sondern hat die Tür wieder zu gemacht.^^ Pünktlich fuhr der Zug los. 2 min lang. Dann blieb er auf offener Strecke stehen und der Tf verließ den Führerstand. Ah, wir waren (wahrscheinlich wegen der Bauarbeiten) am Abzweig vorbeigerauscht und machten auf freier Strecke Kopf, um über eine Verbindungskurve auf die richtige Strecke zu gelangen. Kreative Betriebsführung! Diese Verbindungskurve wird sonst wahrscheinlich nie planmäßig von Personenzügen befahren. ;-) Das war wohl der Grund für die um 15 min vorverlegte Abfahrtszeit. 12 min brauchte die Box bis Rzeszów Staroniwa (1,543 km entfernt vom Hbf. auf direktem Wege), dort stand sie 6 min rum. Das hätte man fast zu Fuß geschafft. :D Das größte Problem im Zug waren gar nicht die Sitze, sondern dass die Versammlung hyperaktiver Terrorkinder gemeinsam einen Ausflug machte. -.- Zunächst ging es bis Jasło noch recht schnell voran (oft 80 km/h, teilweise sogar noch schneller, nur zwei planm. Zwischenhalte), landschaftlich recht schön durch die hügeligen Ausläufer der Karpaten. Nach knapp anderthalb Stunden war Jasło erreicht, wo die Box wieder kopfmachte. Während der nächsten halben Stunde bis Krosno waren oft noch 70 km/h drin. Nun legte die Box häufig Zwischenhalte an ganz kleinen Dörfern (wenn überhaupt. Teilweise dachte ich: ‚Warum bleibt der hier stehen?‘ :D) ein. Eine Stunde hinter Krosno folgte Zagórz, auf dem Weg dorthin lag der letzte Abschnitt mit 70 km/h. Es war der einzige Abschnitt in drei Stunden Fahrzeit, wo man schneller als 60 km/h fahren konnte… Hinter Zagórz ging es die knapp anderthalb Stunden bis zur Grenze durchgehend maximal 40 km/h voran. Immerhin überholten wir einen Radfahrer, na wenigstens ein Vehikel, das noch langsamer war als unsere Box.^^ Die kurvige Strecke führte oft entlang an sprudelnden Gebirgsbächen. Währenddessen baute die Box langsam Verspätung auf. Vor Łupków blieb sie auf freier Strecke mehrere min stehen. In Łupków, einem Dorf mit stolzen 22 Einwohnern und dem letzten Halt vor der Grenze, waren 6 min Aufenthalt vorgesehen, die wir trotz Verspätung nicht kürzten. Polen hat bei meinen Fahrten eine Pünktlichkeitsquote von glorreichen 25 %.^^ Bis Łupków gibt es regelmäßigen Zugverkehr (ein oder zwei Zugpaare am Tag), weiter kommt nur an Wochenenden im Juli & August.
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38 Hier nochmal der Bahnhof von Rzeszów, morgens um halb sechs -.-
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39 Einziger Zugang zum Bahnsteig. Die linke Treppe ist nur Dekoration…
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40 Eine Mitfahrt mit der dahinter lauernden Rennente ist mir bis heute nicht geglückt (war für diesen Mai geplant -.-). Diesmal mussten wir in der Masochisten-Kiste Platz nehmen.
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41 Hass!
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42 Aufenthalt in Jasło
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43 Altertümliches Monster
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44 – 45 Die Osława flussaufwärts
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46 Das einstige Bahnhofsgebäude der Waldbahn Bieszczady (ich weiß, das Wort sieht komisch aus, ist aber kein Tippfehler^^)
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47 Hier vor der Kulisse der Berge
Mit + 10 überquerten wir die slowakische Grenze. Nach der Ankunft am Vortag hatten wir am Inlandsschalter in Rzeszów Tickets bis Łupków bekommen. Online kann man das natürlich nicht buchen. Entweder es bestand über die Grenze Null-Tarif, oder der KiN wollte keine Tickets verkaufen.^^ Auch auf slowakischer Seite ging es im Schneckentempo weiter. Falls sich jemand mal gefragt hat, wo der Arsch der Welt wirklich ist: exakt dort! Im Zuge der Corona-Krise war die Slowakei ja eines der ersten Länder Europas, das seine Grenzen geschlossen hat (wenn nicht sogar das erste), zunächst war die polnische Grenze noch davon ausgenommen. Denn ganz ehrlich: Diese Grenze überquert einfach niemand! Da ist ja nichts! :D Kurz darauf schloss bekanntlich Polen all seine Außengrenzen... Der nächste Halt war in Medzilabarce mesto (bzw. Меджилабірці місто). Die sogenannte Stadt ist die größte Metropole hier weit und breit und hat 6.500 Einwohner. Tatsächlich waren die meisten Leute aus Rzeszów noch im Zug, jetzt erst gab es nennenswert Aussteiger. Kurz darauf wurde endlich die Endstation Medzilaborce erreicht.
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48 Das ausnehmend hübsche Bahnhofsgebäude von Medzilaborce mesto
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49 Am Ende der Fahrt
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50 Völkerfreundschaft
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51 Ganz schön was los hier!
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52 Das Bahnhofsgebäude
Der 4-min-Anschluss in Medzilaborce hatte tatsächlich auf den um 12 min verspäteten Zug aus dem Ausland gewartet. Alles andere wäre auch reichlich tragisch für uns gewesen.^^ Vor diesem Anschluss hatte ich heute am meisten Angst.^^ Normalerweise enden die slowakischen Züge erst in Medzilaborce mesto, aber da kommt im Sommer ja schon der polnische Zug her. Wahrscheinlich wurde gewartet, falls jemand von Medzilaborce mesto Richtung Süden fahren wollte, im Falle einer großen Verspätung des Zuges aus Polen können die Slowaken ja immer noch ihren eigenen Zug nach Medzilaborce mesto schicken. Zug, Tf und Streckenkenntnis sind ja vorhanden, es geht ja bloß darum, nicht zwei Züge parallel fahren zu lassen, aber im Verspätungsfall stellt sich das Problem ja nicht. Ab Medzilaborce fuhren wir mit dem typischen Slowakenteil weiter. Viele Orte hier (auch Medzilaborce) haben eine mehrheitlich russinische Bevölkerung. Die Russinen (nicht zu verwechseln mit den Russinnen ;-) ) sprechen eine Sprache, die eine Art Mix aus Slowakisch/Polnisch, Ukrainisch und Serbisch ist, Russinisch wird auch in der Westukraine sowie in der Vojvodina (Nordserbien) gesprochen. Wenn man davon nichts wusste, bekam man aber zugegeben wenig davon mit.
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53 Ui, zweisprachige Beschriftung: Slowakisch & Russinisch
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54 Vyšné Čabiny – the Place to Be!
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55 Mit dem linken Zug in Humenné angekommen
Die 10 min Verspätung bei Abfuhrt konnten während der knappen Stunde Fahrt bis Humenné auf 2 reduziert werden, sodass auch dort der 4-min-Anschluss klappte. Von Humenné nach Košice waren wir anderthalb Stunden unterwegs. Vor Košice sahen wir eine Brotbüchse auf der eigentlich elektrifizierten Strecke Richtung Ostgrenze entschwinden und wunderten uns. Wir schauten nach: Es war der Express-Zug ins ukrainische Mukatschewo. Bis Košice hatten wir dann auch schon wieder + 5 angesammelt, zwischenzeitlich auch mal mehr.^^
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56 Noch nix los im Zug nach Košice? Doch: wir! :p
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57 Die dystopische Fabrikruine am Stadtrand von Michalovce. Noch stimmungsvoller gibt’s das ganze hier auf Bild 40. Ich konnte leider nicht herausfinden, was dort früher produziert wurde. Falls es jemand weiß, also bitte gern melden. ;-)
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58 Monster-Daniela brachte uns nach Košice
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59 Im Bahnhof abgestellte Wagen
In Košice hatten wir eine gute Stunde Pause, darüber war ich nach über 7 h fast ununterbrochener Fahrt auch nicht so traurig.^^ Ich kaufte Tickets für die Weiterfahrt, wir gingen Verpflegung kaufen & Geld abheben (meine blöden Weißrussischen Rubel wurde ich natürlich auch hier nicht los :D) und Eis essen. Der Lidl hatte keinerlei slowakische Kekse im Sortiment, so ein Saftladen! -.- Wir hatten nun die Wahl zwischen einem Regionalzug mit 10 min Umsteigezeit, der eine halbe Stunde eher in Košice losfuhr, oder einem Schnellzug mit 6 min Umsteigezeit am nächsten Bahnhof. Wir nahmen den Schnellzug, da waren sogar Reservierungen inkludiert. 1:15 h dauerte die Fahrt. Da die Slowaken bekanntlich auch selten pünktlich fahren, baute der Zug bis Poprad 8 min Verspätung auf. Der 6-min-Anschluss war nicht bahnsteiggleich, wartete aber.
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60 Per Vectron weiter
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61 Bei Margecany: Mistwetter po slovensky
Mit + 5 ging es ab Poprad weiter. Sitzplätze bekamen wir erst in Kežmarok, wo viele ausstiegen. Es war ein zusätzlicher Zug mit wenigen Zwischenhalten, aber die dauerten stets mehrere min. Hinter Kežmarok waren wir jedes Mal etliche min vor Plan: 9 min in Podolínec und 12 min in Plaveč. :D Auf dem Abschnitt zwischen Plaveč und Čirč findet erst seit Dezember wieder Personenverkehr statt (das hatte ich ja im März schon gemacht), unser Zug diesmal fuhr ohne Halt von Plaveč bis Polen durch. Dabei hätte das GTW vielleicht sogar komplett an den Bahnsteig von Čirč gepasst, zumindest besser als Opa damals (Link kommt gleich). :D Zwischen Čirč und der Grenze waren bis zum Frühsommer 10 Jahre keine Personenzüge mehr gefahren. Auch das GTW war gut ausgelastet, abgesehen von den Aussteigern in Kežmarok fuhren fast alle von Poprad durch bis zum Ziel. Unser Trend setzte sich fort: Seit der polnischen Grenze waren wir entweder pünktlich am Start & verspätet am Ziel oder umgekehrt. :D Da dieser Zug verspätet abgefahren war, überquerte er pünktlich die Grenze (der schlechtere Streckenzustand nördlich war tatsächlich zu spüren^^) und erreichte mit – 1 sein Ziel Muszyna.^^ Knapp zwei Stunden hatte die Fahrt ab Poprad gedauert. Neue Strecke für mich heute: von Rzeszów bis Humenné Mesto und dann das letzte Stück von Čirč über die Grenze bis Muszyna.
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62 Schlecht ist es nicht, aber ich muss zugeben, ich hatte schon bessere Ausblicke auf die Tatra (z. B. hier Bild 30)
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63 Warten auf den Gegenzug im Nichts
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64 Nochmal Warten im Nichts
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65 Angekommen in Muszyna
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66 Völkerfreundschaft
Da wir nicht herausfinden konnten, wo genau die Busse nach Krynica abfahren würden, versuchten wir es erstmal an der Bushaltestelle beim Bahnhof. Prompt kam ein Minibus, er erinnerte sehr an eine Marschrutka.^^ Auch hier musste man sich melden, wenn man aussteigen wollte, was uns sogar auf Anhieb gelang.^^
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67 Warum einfach, wenn’s auch umständlich geht? :p Die Route von Košice nach Poprad führte natürlich nicht so direkt wie dargestellt mitten durch die Berge, und Poprad liegt auch deutlich weiter südwestlich als der Punkt, an dem sich die Richtung ändert (jener ist nämlich kurz vor Kežmarok). ;-)
Wir hatten eine grottige Unterkunft reserviert, aber mit exzellentem Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie lag oberhalb des Ortes. Ob der frühen Abfahrtszeit am nächsten „Morgen“ wollte ich eigentlich nur kurz Futter fassen und dann so schnell wie möglich ratzen. Aber der mitreisende Berlin-Express fand den Ort irgendwie ziemlich interessant und fotografierte alles mögliche.^^ Irgendwann fanden wir ein Restaurant (war gar nicht so einfach), es war Selbstbedienung. Die Karte gab’s dreisprachig (PL, EN, RU), aber das Personal war des Englischen überhaupt nicht mächtig. Ich versuchte, auf Polnisch zu bestellen und danach nochmal deutlich zu machen, welches Hauptgericht wir mit welcher Beilage wollten (in Polen sind die Hauptgerichte üblicherweise ohne Beilagen angegeben, letztere werden gesondert bestellt). Daraufhin bekamen wir ein Hauptgericht mit Beilage und eins ohne. Und kurz darauf noch eins mit Beilage. Ich aß es einfach. :p Leider stellten wir erst nach der Zahlung fest, dass uns sogar noch ein viertes Hauptgericht in Rechnung gestellt worden war… -.-
Anschließend gingen wir endlich ratzen.^^
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68 Flower Power
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69 – 70 Alte Holzarchitektur
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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)
Meine alten Reiseberichte (inkl. Bildern) verschicke ich gern per Email - bitte per Direktnachricht melden!
gesamter Thread:
- Polentour -
Krümelmonster,
05.07.2020, 13:47
- Polentour -
Krümelmonster,
05.07.2020, 13:47
- Polentour mit SK-Anteil -
Krümelmonster,
05.07.2020, 13:48
- Polentour -
Krümelmonster,
05.07.2020, 13:48
- Polentour ohne Verspätungen -
kllaas,
07.07.2020, 16:50
- Ui, äußerst exotisch! (-: - Krümelmonster, 07.07.2020, 21:24
- Polentour ohne Verspätungen -
kllaas,
07.07.2020, 16:50
- NL-Triebwagen in Polen. -
Oscar (NL),
09.07.2020, 17:14
- NL-Triebwagen in Polen. -
Krümelmonster,
09.07.2020, 21:12
- NL-Triebwagen in Polen. -
Oscar (NL),
10.07.2020, 08:09
- NL-Triebwagen in Polen. - Krümelmonster, 10.07.2020, 11:40
- NL-Triebwagen in Polen. -
Oscar (NL),
10.07.2020, 08:09
- NL-Triebwagen in Polen. -
Krümelmonster,
09.07.2020, 21:12
- Polentour -
Krümelmonster,
05.07.2020, 13:48
- Polentour mit SK-Anteil -
Krümelmonster,
05.07.2020, 13:48
- Polentour -
JeDi,
05.07.2020, 14:19
- Polentour - Krümelmonster, 06.07.2020, 13:02
- VBB im Vorverkauf -
EC 178,
06.07.2020, 14:52
- VBB im Vorverkauf - Krümelmonster, 07.07.2020, 21:24
- Polentour -
A-W,
08.07.2020, 03:04
- Polentour - Krümelmonster, 09.07.2020, 16:48
- Polentour -
Krümelmonster,
05.07.2020, 13:47