"Mehr Güter auf die Schiene" steht wohl auf dem Abstellgleis (Allgemeines Forum)

brun, Dienstag, 25.02.2020, 09:03 (vor 2238 Tagen) @ Power132
bearbeitet von brun, Dienstag, 25.02.2020, 09:05

Ich kenne das Projekt schon länger, bei Templin (nördlich von Berlin) liegt ja schon seit Jahren eine elektrische LKW-Teststrecke von Siemens im Wald. Die Technik ist auch sehr schön und vielversprechend, nur bietet sie wie der Transrapid eine Lösung für ein nicht-existierendes Problem.

Denn nicht der Ausstoß ist das Hauptproblem vom LKW-Verkehr, sondern die schiere Masse von LKWs. Die deutsche A2 ist nur am Sonntag gut befahrbar, an allen anderen Tagen sind zwei der drei Fahrspuren von einer unfassbaren Menge an LKWs verstopft. Ob die mit Diesel oder Oberleitung fahren, ist egal - es sind einfach zu viele.

Für innerdeutsche Transporte mag so ein e-LKW vielleicht noch sinnvoll sein, aber die große Flut von LKWs fließt ja zwischen Ost- und Westeuropa, von Weißrussland nach Großbrittannien sozusagen. Wenn ich aber ein polnischer Spediteur bin, und einen neuen LKW brauche, kauf ich mir doch keine teure elektrische Variante wenn ich den nur auf der deutschen Autobahn per Oberleitung betreiben kann. Dann investeriere ich in eine ganz normale und viel günstigere Dieselversion.

Man müsste bei Frankfurt/Oder und an der Grenze zu Belgien und NL große Verladebahnhöfe bauen, und dazwischen Pendelzüge fahren lassen, eine rollende Landstraße also. Wenn die Gebühren für diese Huckepackzüge dann niedriger angesetzt werden als die LKW-Maut auf der ganzen Strecke, werden sie garantiert auch gut benutzt.

Und dann fährt der LKW ja irgendwie auch mit Oberleitung...


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