"Staatsbahn" vs. echte "Privatbahn": Wirtschaftl. Unterschie (Reiseberichte)

ES89, Hamburg / Rostock, Sonntag, 29.12.2019, 15:31 (vor 2274 Tagen) @ J-C

Sagen wir es mal so, in Tschechien ist es vielleicht billiger für eine Privatbahn, alte Wagen in Schuss zu halten als in Deutschland. Ganz zu schweigen von Österreich, die ÖBB haben einen großen Batzen an Abteilwagen und Speisewagen an ausländische Bahnen, vor allem an die ČD, aber eben auch an Regiojet, abgegeben. Stattdessen setzt man auf moderne, zeitgemäße Fahrzeuge. In Tschechien kommt man vielleicht nicht so leicht an neue Fernverkehrswagen, da setzt man eben auf Material aus dem Ausland. Da hat die DB einfach mehr Handlungsspielraum zu sagen: Wir schaffen neue Fernverkehrszüge an, die entsprechen dem Stand der Technik und sind wirtschaftlicher zu betreiben.

Generell ist es für eine "Staatsbahn" (ob AG oder nicht) leichter, neu Fahrzeuge zu beschaffen. Mit einem Staat, der nicht völlig heruntergewirtschaftet ist, im Hintergrund bekommt ein Unternehmen leicht unfangreiche Kredite zu guten Bedingungen.

Eine echte "Privatbahn" (also ohne eine andere "Staatsbahn" im Hintergrund) hat eine ganz andere Ausgangslage, egal ob in Ost- oder Westeuropa. Da diese einen eher kleinen Fuhrpark haben, ist es durchaus okay, einen älteren und nicht unbedingt einheitlichen Wagenpark zu haben. Die Wirtschaftlichkeit ist im Vergleich zur Großinvestition Neuwagen noch gegeben.

Für ČD fiel hier aus dem Rahmen, da sie einen erheblichen Modernisierungsbedarf hatte und so klimatisierte Gebrauchtwagen für 10 - 20 Jahre Restnutzungsdauer eine gute Lösung waren. Inzwischen ist aber auch die ČD so weit, dass sie im Fernverkehr nicht mehr schnell erneuern muss und daher nun auch auf Neufahrzeuge setzt.

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Gegen Großraum-Zwang im Fernverkehr!
Für zumindest drei Abteile je Wagenklasse!


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