Über den Rennsteig zur Naumburger Straßenbahn (Teil 4) (Reiseberichte)
Tag 3: Jena – Gera – Weimar – Naumburg – Stuttgart
Für den Sonntag haben wir drei Programmpunkte ausgesucht, die Fernverkehrsanbindung von Gera, die Straßenbahn von Naumburg und den IC „Saaletal“. Damit wir das alles unter einen Hut bringen, fahren wir heute etwas wirr in der Gegend herum.
Zunächst müssen wir nun also mal nach Gera kommen. Durch Jena verlaufen zwei Bahnstrecken, nachdem wir am Vorabend am Bahnhof Jena Paradies an der Saalbahn angekommen waren, starten wir heute am Bahnhof Jena West, der an der Weimar-Geraer Bahn liegt. Das Empfangsgebäude wurde 1878 eröffnet, zwei Jahre nach Eröffnung der Strecke.
Mit der Einstellung der Interregio-Linie Aachen-Chemnitz verlor der Bahnhof für einige Zeit den Fernverkehr, seit 2018 wird er durch die verlängerte Linie IC 51 nach Gera wieder bedient. Wir werden allerdings erst auf der Rückfahrt mit dem Fernverkehr durch den Westbahnhof kommen, zunächst treffen wir zur Fahrt nach Gera wieder auf ein Regioshuttle der Erfurter Bahn.
Die Weimar-Geraer-Bahn ist eine teilweise zweigleisige Hauptbahn, sie ist nicht elektrifiziert und Teil der sogenannten Mitte-Deutschland-Verbindung vom Ruhrgebiet nach Westsachsen. Nach dem Halt in Göschwitz überquert die Bahnstrecke die Saale und führt weiter durch das Tal der Roda und anschließend durch den Zeitzgrund in das Holzland.
Das Thüringer Holzland ist ein waldreiches Hügelland zwischen Jena und Gera, die Bahnstrecke wird deshalb auch Holzlandbahn genannt. Hier fahren wir gerade durch Oberndorf, die Strecke folgt nun dem Tal des Erlbachs bis nach Gera.
Zusammen mit Erfurt und Jena gehört Gera zu den drei größten Städten in Thüringen. Auch hier unternehmen wir eine kleine Stadterkundung, den Anfang macht die Salvatorkirche auf dem Nicolaiberg über dem Stadtzentrum.
Bei Sonnenschein wirken Weihnachtsmärkte nicht so recht, hier sind wir jedenfalls am Markt angekommen. Zu den Sehenswürdigkeiten von Gera gehört das Rathaus, der Renaissancebau wurde nach einem Stadtbrand 1780 neu aufgebaut und hat einen charakteristischen sechsgeschossigen Treppenturm.
Doch nun zurück an den Hauptbahnhof. Gera ist eine der größten deutschen Städte ohne elektrifiziertes Schienennetz. Der Bahnhof wurde ursprünglich als Preußischer Bahnhof an der Strecke nach Halle eröffnet, daneben gab es auch noch den Sächsischen Bahnhof. Zu seiner Blütezeit zwischen beiden Weltkriegen verlief der Fernverkehr Berlin-München teilweise durch Gera, durch Reparationsleistungen nach dem Zweiten Weltkrieg, die Verlagerung des Fernverkehrs und der Stilllegung von Bahnstrecken nach der Wende verlor der Bahnhof an Bedeutung.
Zuletzt gab es bis 2006 mit dem InterConnex nach Berlin und Rostock noch privaten Fernverkehr, danach war Gera ganz ohne Fernverkehrsanschluss. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 kehrte der Fernverkehr mit täglich drei Zügen nach Gera zurück, Gera ist Endpunkt der Züge aus bzw. nach Kassel und Köln. Ursprünglich war der Einsatz von IC2-Zügen geplant, später wurde auf klassische Intercity-Wagen umdisponiert. Die Züge werden von einer Diesellok der Baureihe 245 gezogen, in Gotha gibt es dann einen Lokwechsel. Nach den ganzen Triebwagen gibt es nun für uns mal wieder etwas Fernverkehrskomfort im Abteilwagen.
Von Gera bis Erfurt ist der Zug für Nahverkehrsfahrkarten freigegeben, er hat neben IC 2152 eine zweite Zugnummer als RE 51. Dadurch kommt auch die 7.000-Einwohner-Kleinstadt Stadtroda in den Genuss einer Direktverbindung ins Ruhrgebiet. Zum Streckensammeln fahren wir mit bis Weimar. Von Gera nach Weimar benötigt der IC rund 10 Minuten länger als der sonst hier verkehrende RE.
Die Strecke von Gera bis Jena West kennen wir ja schon von der Hinfahrt, anschließend geht es weiter auf der Holzlandbahn. Im Stadtgebiet von Jena beginnt der Aufstieg durch das Mühltal und den Schwabhäuser Grund hinauf auf die Ilm-Saale-Platte, anschließend geht es hinab nach Weimar.
Eine Weiterfahrt auf der Mitte-Deutschland-Verbindung hätte mir zwar auch gefallen, aber diesmal haben wir ein andere Reiseplanung - und so steigen wir in Weimar um. Der Bahnhof von Weimar war 2005 „Bahnhof des Jahres“.
Nun gibt es ein Wiedersehen mit Abellio Mitteldeutschland. Mit der RB 20 fahren wir auf der Thüringer Bahn nach Naumburg. Auch hier werden Talent 2-Triebzüge eingesetzt.
Die Rudelsburg bei Saaleck gehört zu den Klassikern der Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Die Höhenburg wurde im Hochmittelalter zur Sicherung der Handelswege angelegt.
Die Strecke führt mehrfach über die Saale, so auch kurz darauf im Stadtgebiet von Bad Kösen. Dabei ist auch das Gradierwerk zu sehen. Es wurde 1779 zur Salzgewinnung errichtet, heute dient es dem Kurbetrieb.
Es geht gleich weiter...
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- Über den Rennsteig zur Naumburger Straßenbahn (m 126 B.) -
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- Über den Rennsteig zur Naumburger Straßenbahn (Teil 2) -
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25.12.2019, 18:18
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TD,
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- Vielen Dank! - ktmb, 25.12.2019, 18:50
- Rundum guter Bilderbogen aus der alten Heimat! Top Danke
-
Power132,
25.12.2019, 19:09
- eine Frage -
Matthias,
25.12.2019, 22:46
- eine Frage - oska, 25.12.2019, 22:56
- Vielen Dank - ICE 1517, 25.12.2019, 23:23
- Supi berichtet - Zugfahrer, 25.12.2019, 23:47
- Vielen Dank, sehr schön.
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EC 178,
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- Antwort zu den Fahrpersonalen in Naumburg - Sören Heise, 26.12.2019, 14:58
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