Weihnachtsgeschichte: Bundespolizei statt ICE-Zuschlag (Reiseberichte)

agw @, NRW, Montag, 31.12.2018, 15:43 (vor 413 Tagen)

Kurz vor Weihnachten sollte es an einem verregneten Nachmittag mit einem Forums-Kollegen von Köln zurück Richtung Ruhrgebiet gehen. Dazu hatte ich morgens schon ein NRW SchöneReiseTicket von Köln nach Essen per Handy gekauft.
Da der Kollege dann am Nachmittag doch eher zügig nach Hause wollte, entschieden für uns kurzfristig für einen ICE von Köln nach Essen.
Unser Plan war, im Zug den "ICE-Zuschlag" in Form eines Produktklassenübergangs zu bezahlen.

Leider trafen wir im Zug eine Zugbegleiterin, die sich überhaupt nicht mit den Tarifen auskannte, und meine Fahrkarte für im ICE ungültigt und nicht upgradebar hielt.

Sie erzählte uns immer wieder davon, dass es sich bei meinem Ticket um ein "vereinfachtes Ticket wie das QuerDurchsLand" handeln würde und es dafür keinen Produktübergang gäbe. Mein Ticket wäre so ein "klitzekleines, lächerliches Ticket" und deutete dabei mit den Händen einen kleinen Fahrschein an. Was auch immer die Größe der Fahrkarte mit der Upgradefähigkeit zu tun hat. Unser Ticket war ja auch eh ein Online-Ticket.
Auch gutes Zureden und Erklärungsversuche zum Tarif stießen auf taube Ohren. Stattdessen kamen Sprüche von ihr wie "Waren Sie in der Tarifschulung oder ich?"
Eine inzwischen hinzugestoßene weitere Zugbegleiterin stimmte der ersten Zugbegleiterin zu, allerdings ohne jemals meine Fahrkarte anzuschauen.

Leider wurde die erste Zugbegleiterin dann gegenüber mir laut und frech. So wurde zum Beispiel gedroht, dass, wenn ich nicht eine komplett neue ICE-Fahrkarte kaufen oder in Düsseldorf aussteigen würde, sie die Bundespolizei holen würde und "der Zug dann erstmal länger stehe".

Eine Fahrpreisnacherhebung wurde mir übrigens nicht angeboten. Meinen Personalausweis hätte ich natürlich sofort vorgezeigt. Die Eskalation direkt zur Bundespolizei diente also nur zu meiner Einschüchtigung.

Als ich dann sagte, dass ich mich natürlich über ihr mangelndes Tarifwissen beschweren würde und nach den beiden Namen der Zugbegleiter fragte, wurde mir auch sofort wieder gedroht: Dann müsste ich auch meinen Namen sagen und dann würde sie dafür sorgen, dass ich "für ICE gesperrt" werden würde. Da war ich natürlich erstmal baff, aber habe ihr aber bereitwillig meine BahnComfort-Bahncard 50 hingehalten, die sie übrigens schon am Anfang der Kontrolle gesehen hatte. Aufgeschrieben hat sie sich nichts. Mein Name stand ja auch eh auf dem gescannten Online-Ticket. Ihr Chef wäre übrigens in der gleichen Tarifschulung gewesen und würde ihr deswegen eh zustimmen.

Da ich auf die Bundespolizei verzichten wollte und natürlich auch keine Fahrkarte kaufen wollte, die ich im Prinzip schon hatte, sind wir dann in Düsseldorf ausgestiegen.

Am Ende habe ich durch den Zwangsaufenthalt natürlich meinen Anschluss in Essen Hbf verpasst. Aber was sind schon eine halbe Stunde Verspätung im Vergleich zum Rausschmiss aus einem ICE mit Drohung eines Bundespolizeieinsatzes.

Vom BahnComfort-Service gab es hierzu übrigens Textbausteine und eine Weiterleitung meiner 30 Minuten Verspätung an den SC FGR. Da bin ich ja sowas von gespannt auf die Antwort vom SC.

Guten Rutsch!


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