Gedanken zur neuen Woche (Allgemeines Forum)

moonglum, Hagen, Montag, 18.01.2010, 09:06 (vor 6026 Tagen)

Eine schöne neue Woche!

Sagt mal, soll das ein Witz sein, was sich auf der Linie 10 beispielsweise tut?

Erst heisst es, die Maßnahme gehe bis zum 12.1.10, dann bis einschließlich 18.1.10, dann werden die ICE 2 via Wupperlinie ganz aus dem RIS genommen, nehme man doch den RE7 bis Hamm, der ja teilweise wohl noch noch nicht voll genug ist....

Was ist hier wirklich zukünftig zu erwarten?
Die Kollegen gestern im 512 hatten auch die Nase absolut voll, einteilig und bis zum Bersten voll, extrem unangenehm ohne Ende. Und keine Chance auf realistischen APS. Aber dafür fahren wir mit der Bahn.

Wenn ich dann das Weichspülerargumentieren höre, wir sollten froh sein, dass überhaupt etwas fährt, finde ich das peinlich. Mein Vater sagte gestern Abend so treffend, das erinnere ihn zunehmend an die Nachkriegszeit Ende der 40er Jahre. Da wusste man auch nicht wirklich, ob der Zug fahren würde...

Es gibt nun keine "Rekordminusgrade" mehr, es gibt keine Meter von Schnee, es sind 5 Grad heute morgen in Hagen und 6 in Köln...sanfter Regen.
Die Unfälle bei Neubeckum können auch kein Argument mehr sein, was zu solchen Maßnahmen führt.

Die Frage für mich abseits monatelangen Verstehens und Aushaltens und Ausharrens ist eigentlich diese:

Wie tief ist die DB eigentlich und möglichst objektiv wirklich gesunken?
Was bedeutet dies mittelfristig?
Lohnt es sich in der Position eines beruflich Reisenden weiterhin Vertrauen in die zunehmend schlechte Qualität der DB zu setzen?
Die CNL hat im Jahre 2007/2008 einen Großteil des Vertrauens in der Geschäftswelt nachhaltig verspielt. Wir haben seitdem gelernt, wie schön auch Fliegen sein kann. Meetings im Kempinski in München oder in einem Mietbüro im Flughafen Münster/Osnabrück werden immer beliebter, da wird es immer voller.
Das kann der DB auch ganz schnell jetzt blühen, denn in der freien Wirtschaft können wir uns größere Verspätungen nicht erlauben, und man wird in den letzten Monaten nur noch belächelt, wenn es heißt: Ach ja der Dr. A. kommt ja mit der Bahn, hmmm, warten wir doch noch ein akademisches Viertelstündchen.
Und wenn ich dann teilweise extra schon eine Stunde früher losfahren muss, dann aber (z.B.) im 501 wie eine Ölsardine in der Dose selbst in der Klasse 1 sitzen muss, weil der zweite Zugteil immer wieder fehlt, und wenn ich dann abends müde in Karlsruhe im gerade aus Köln angekommenen nun als 502 gen Hannover fahrenden ICE feststelle, dass wie sooft das Bistro entweder ohne Vorräte oder ganz geschlossen ist, dann ist das nicht mehr, das, was gebraucht wird und schon gar nicht das, wofür ich im Monat 590.- Euro für die BC100 zahlen möchte.

Ich denke manchmal. ich will es einfach nicht wahr haben, es klappt ja auch immer wieder mein Fahrplan... aber ich gebe zu, dass seit den letzten zwei Jahren der Stern der Bahn kontinuierlich real erlebt und gefühlt sinkt. Bahnfahren wird immer unberechenbarer, aber eines bleibt berechenbar: Die negativen Konsequenzen für meinen Beruf, wenn sich Verspätungen häufen.

Das Personal im Zug - die Exekutive - kann dafür so gut wie nichts, das ist klar. Mich würde jenseits der Falschmeldungen aus dem Management der Bahn interessieren, wie der Status des Unternehmens bez. unter anderen meiner angeschnittenen Punkte WIRKLICH ausschaut. Ich vermute dramatischer, als man es uns wissen lässt.

Ich bin inzwischen sehr willig die BC 100 zurück zu geben. Sie würde mir nur noch persönlich (aus Hobbysicht) fehlen, die Leistungen sind für meinen bundesweiten beruflichen Einsatz zunehmend nicht mehr gegeben.

Wie erlebt ihr das abseits kurzfristig beruhigender Weichspülargumente?


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