[AT] So eine Art Livebericht aus einer Tagesrailjettour 1.7 (Reiseberichte)

J-C, In meiner Welt, Mittwoch, 06.09.2017, 21:12 (vor 3145 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Mittwoch, 06.09.2017, 21:16

Bin grad in Deutschland - zum zweiten Mal an diesem Tag, ich kann halt meine alte Heimat nicht loslassen... wobei, das ist Bayern hier... passt also nicht.

Und es ist dunkel - Dunkeldeutschland also *SCNR*

Jede Tour hat irgendwann auch seinen langweiligen Part - und dieser beinhaltet die letzten Stunden der Rückfahrt.

Es war heute eine echt schöne Tour. Manchmal hat es sich tatsächlich gelohnt, fast nur im Zug zu sein.

Ich bin weiterhin keiner, der nur Zug fährt, um Zug gefahren zu sein.

Ok, am Anfang, bevor ich durchstartete, habe ich, um mal wieder mit 230 düsen zu können - Wien-St.Pölten und Retour hin und wieder gemacht.

Aber sonst wär's ziemlich fad, durch die Gegend gefahren zu sein, nur um's getan zu haben.

Ok, das wird zu viel blabala.

Also der springende Punkt ist, so eine Reise einfach so kann man gemacht haben.

Aber von Wien nach Vorarlberg und zurück zu fahren, das ist was anderes und das hab ich so gar nicht erwartet.

Sei es, dass man kurz über Deutschland fährt. Sei es, dass der Dialekt von Stunde zu Stunde quasi wechselt....
...oder sei es einfach, dass man tatsächlich mal überm Arlberg gefahren ist.

Für mich ist es ja auch ein Puzzlestein in meinem Studium von Österreichs Bahnwesen - ein riesiger.

Ich hab es ja im Thread ausgeführt, dass der Fernverkehr durchaus in gewissen Relationen die Grundversorgung übernehmen kann und dies auch sinnvoll ist.

Auch der Fakt, dass gerade die manchem unsinnig erscheinenden Halte der Railjets eben die sind, die den Fernverkehr eben dort zum Erfolg verhelfen.

Ich würde sogar wagen zu behaupten, dass durch den getakteten Fernverkehr einige Städte erst so wachsen konnten, wie sie es enen tun - Wörgl wäre ein Beispiel dafür.

In Österreich hat der Fernverkehr eine andere Bedeutung als Deutschland. Akzeptiert.

Aber das, was man in Österreich so hat, durchgetakteter Fernverkehr, integriert in Verbünde und eben auch mit regionaler Bedeutung, wäre das nicht was für Deutschland? Vom Bund finanziert?

Ok, ich bin vielleicht zu optimistisch darin, sorry.

Aber trotzdem, es hat mir - wie schon vorher - zum Nachdenken gegeben, Österreichs Fernverkehr in der Praxis zu sehen.

Auch zum Beispiel die Praxis, internationalen Fernverkehr durch sonst eher schwach besiedelte Gegenden zu leiten - in erster Linie, um größere Städte zu erreichen aber auch mit dem schönen Nebeneffekt, dass die Regionen eben einen guten Anschluss an die große weite Welt kriegen.

Nebeneffekt sind ja auch gewisse attraktive Direktverbindungen. Unter dem Mangel dieser könnte Wels ab Fahrplanwechsel leiden, aber auch dort, auf eigenwirtschaftlich betriebenen Strecken, sieht man, dass man bemüht ist, eben zumindest am Tagesrand für gute Verbindungen zu sorgen. Zumal die ICEs wohl in Zukunft irgendwann wieder in Wels halten werden.

Puhh, jetzt bin ich kurz vor Salzburg, wieder in Österreich.

Sorry, falls es jemandem nervig war wegen dem Text grad und nein, mir geht es nicht darum, dass in Österreich alles super läuft, da würde ich lügen (Die Wiener S-Bahn ist tendenziell beispielsweise nicht optimal gestaltet, besonders die Stammstrecke mit der dafür unpassenden PZB90...)

Und auch das Österreichische Streckennetz war mal... kompletter. Die Verkehrsverbünde sind vom Tarif her manchmal auch nicht das Wahre...

...die Politik könnte es auch in Österreich besser machen aber ich finde, in Österreich hat man trotzdem einen echt guten Standard.

Dafür gibt es natürlich Dinge, die in Deutschland bsser laufen, seien es die Ländertickets, der Komfort im Fernverkehr, oder auch im Service.

Tjaa, das kommt halt einem so in den Sinn.

Also, um es mit einem bekannten Gruß der SPÖ zu beenden:

Freundschaft! ;-)

Und gleich geht's weiter von Salzburg. Man ist 4 Minuten verfrüht angekommen, durch's deutsche Eck. Das ist auch ganz schön.

Und wie ich es geschrieben hab, geht's schon los. Mal wieder am Meridian-Flirt vorbei, der im übrigen ein ziemlicher Krachmacher sein kann. Wie der Nordbahn-Flirt halt auch...

Aber der Innenraum schaut beim Meridian schon cool aus muss ich sagen. Beim Komfort muss ich aber passen, weiß ich nicht.

Jetzt erwarten mich knapp 2 einhalb Stunden Fahrt durch die Finsternis - teilweise mit 230...

....wenn ich einfach im Zug übernachten könnte, kurz vor Mitternacht in Wien noch draußen zu sein mag ich nicht so :-/

Wenn ich daran denke, dass ich eigentlich nur kurz zum Attersee wollte, aber verschlafen habe und Hals über Kopf mich dazu entschloss, den 8:30-Railjet in Wien zu erwischen, um halt anstelle dessen nach Bregenz zu fahren xD

Nebenbei, auch bemerkenswert: nach knapp 7 Stunden Fahrt quer durch Österreich hätte der 3 Minuten-Anschluss am selben Bahnsteig zur S-Bahn in Richtung Lindau geklappt, hätte ich ihn gebraucht.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum