Warum man Bahnfahren in Deutschland nicht vermeiden sollte. (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Montag, 05.06.2017, 13:06 (vor 3227 Tagen) @ Blaschke
bearbeitet von J-C, Montag, 05.06.2017, 13:09

Tachchen.

Gegeben sei ein langweiliger Feiertag ohne besondere Vorkommnisse.

Der Fahrgast möchte in Bremerhaven Hbf zusteigen Richtung Bremen. Es soll der RE nach Hannover sein. Nochmal nachgeschaut, jau, der hat in Bremen Anschluss an den RE nach Osnabrück trotz nur 4 Min Übergangszeit.

Dann vollbringt DB Regio aber schon das Kunststück, auf den wenigen Metern von Bremerhaven-Lehe zum Hbf satte 5 Min Verspätung zusammenzufahren. Sowas nenne ich mal "Können", zumal die vorherige EVB aus Cuxhaven pünktlich ist.

Das muss man natürlich wirklich schaffen.

Nun, mit +5 geht es auch los. Die Schaffnerin begrüßt fröhlich die Kundschaft, von der Verspätung ist kein Rede, was sind auch 5 Minuten. Unterwegs ist nichts los, keine Baustellen, kein Verkehr, nichts.

Also ich wüsste davon zu berichten, dass mein Fernzug manchmal es auch schafft, 5 Minuten verspätet zu sein, dann wird aber auch nichts angesagt. Das gute ist natürlich, wenn der nächste Anschluss einem nicht in 4 Minuten, sondern meinetwegen in 24 Minuten ankommt ;-)

Vor Bremen meldet sich fröhlich die Schaffnerin, "alle vorgesehenen Anschlußzüge werden erreicht". Dabei sitzt sie gemütlich beim Lokführer im Steuerwagen - ja, liebe Schaffner, es ist halt blöd, wenn sich während der Durchsage der Hupton der Wachsamkeitstaste meldet...

Sei froh, dass es übrhaupt eine Schaffnerin gibt, bei den ÖBB hätten's das tendenziell eingespart.

Ankunft in Bremen dann mit satten 8 Min Verspätung. So ist der RE nach Osnabrück natürlich weg. Der muss ja zwingend pünktlich fahren. Auch wenn er unterwegs bei bis zu 5 Min Verspätung niemandem in die Quere kommt und in Osnabrück und unterwegs sowieso keine Anschlüsse bestehen und die Wende in Osnabrück zu schaffen wäre.

Eine Verspätung weniger in der Statistik sag ich mal...

So darf der werte Reisende nunmehr eine sinnlose Stunde in Bremen herumgammeln und kommt auf eine Reisezeit von guten 3 Stunden für die gut 200 Kilometer, was dann selbst mit dem Auto machbar gewesen wäre trotz des Elends auf der teils unausgebauten Autobahn 1.

Also durchschnittlich etwas um die 65 km/h. Zumindest warst du mal an der frischen Luft bei diesem herrlichen Wetter. Im Auto haste ja nur deine Klima und bist eher isoliert...

Wieder eine Fahrt mehr, die nicht störungsfrei klappt; mittlerweile gibt es ja kaum noch eine Fahrt, die PERFEKT ffunktioniert. Das Bahnwesen Deutschlands sollte eine Wettbörse einrichten, wo der Kunde vor Antritt der Fahrt wetten kann, wie weit er störungsfrei kommen wird.

Seit ich fast nie eine Störung in DE erlebte, würde ich bei den Wetten wohl ziemlich viel gewinnen ^^ Ich fuhr aber auch nur gelegentlich durch Deutschland.

[image]
Ich hatte auch mal diese Reisekette so pünktlich wie ein schweizer Uhrwerk bekommen ^^

Und da hat man ein Mal sogar einen Übergang von 3 Minuten - zugegebenermaßen von einer Nebenbahn, die selber keine Anschlüsse abwarten müsste.

Da sagt mir jemand, in der Slowakei könnte man nicht viel umsteigen auf kurzer Distanz :D

Der Fahrgast hier wendet sich jedenfalls MIT GUTEM GEWISSEN immer weiter ab von der Bahn und benutzt diese aufgrund der STÄNDIGEN Unzulänglichkeiten immer seltener. Wenn's nicht mal Feiertagsmittags auf abgelegenen Strecken über 200 km klappt ..

Also der Fahrgast, der Trumps Ausstieg aus dem Klimagipfel schlecht fand, will mit gutem Gewissen die selbe Strecke das Auto nützen, obwohl er eine umweltfreundlichere Alternative hätte.

Da ist es mit seinem Gewissen aber nicht weit her. Das soll jetzt nicht heißen, die DB kann sagen "friss oder stirb". Aber dann sollte man nicht guten Gewissens das Auto nutzen.


Hoffnungslose Grüße von

jörg

Hoffnungsvolle Grüße von

Jan-Christian aka J-C aka le trole :-P

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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