Einspur Spiez - Interlaken Ost (Reiseberichte)

GibmirZucker, Donnerstag, 14.07.2016, 07:36 (vor 3546 Tagen) @ ThomasK

Allerdings bin ich der Meinung, dass man auch immer Reservetrassen einbauen muss für Sonderzüge und Leerfahrten. Bei einem Triebfahrzeugschaden benötigt man auch eine zusätzliche Trasse für die Abschlepplok. Oder man benötigt noch Trassen für Schneeschleuder. In der Schweiz soll es ja im Gegensatz zu Deutschland noch manchmal Winter werden. ;-)

Zwischen Spiez und Interlaken herrschen nicht winterlichere Verhältnisse als an der MDV.

Bei unseren Messungen für die Betriebsstabilität der S-Bahn München, die wir vor einigen Monaten gemacht haben, kam heraus, dass Zugkreuzungen auf eingleisigen Strecken eine ganz wesentliche Ursache für die betriebliche Instabilität der S-Bahn München ist. Beispielsweise fährt die S7 im Münchner S-Bahn-System am Limit. Falls du mal nach München kommst, empfehle ich dir, dir mal den S-Bahn-Betrieb in Baierbrunn und Icking anzuschauen. Auch Neubiberg und Höhenkirchen-Siegertsbrunn sind sehr lehrreich. ;-)

Das ist natürlich eine Binsenwahrheit und die Messungen dienen wohl dazu,die Probleme genauer zu orten. Natürlich ist Doppelspur für die Fahrplanstabilität viel, viel besser. Mit Einspur muss sie mit anderen Massnahmen erreicht werden. Z.B. kein Abwarten von Anschlüssen, vorzeitiges wenden verspäteter Züge, Einbau zusätzlicher Fahrplanreserven. Natürlich wäre schon heute der Betrieb nach Interlaken stabiler mit Doppelspur (gefühlt ist der aber viel stabiler als an mancher deutschen zweigleisigen Strecke), die Frage geht eher in die Richtung, ob dieser Mehrwert mit einer halben Milliarde aufzuwiegen ist. In der Schweiz gibt es viel üblere Engpässe, die behoben werden müssen, als eine kaum von Güterzügen befahrene Stichstrecke in schwieriger topographischer Umgebung auszubauen.


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