Einspur Spiez - Interlaken Ost (Reiseberichte)

Twindexx, St. Gallen (CH), Donnerstag, 14.07.2016, 00:50 (vor 3545 Tagen) @ ThomasK

Hoi,

Soweit ich dich richtig verstanden habe, gilt die Variante Halbstundentakt Nahverkehr zwischen Spiez und Interlaken somit ausschliesslich für die Busvariante. Eine Eisenbahnvariante mit halbstündlichen Regionalbahnen, die zwischen Spiez und Interlaken überall halten, wird erst gar nicht in Erwägung gezogen?

Auch für den Bus wird der Halbstundentakt nur in den Hauptverkehrszeiten verfolgt. Wir reden hier über 410 Einwohner in Därligen und 980 in Leissigen (Faulensee spielt für die Bahn künftig sowieso schon keine Rolle mehr); die Direktverbindung Interlaken-Spiez deckt der eigenwirtschaftliche Fernverkehr und fällt daher aus der Betrachtung des Regionalverkehrs weg. Übrig bleibt der Verkehr von und zu diesen zwei Dörfern. Bezüglich Kosten/Nutzen muss man da auch auf dem Teppich bleiben.

Dann ist nachvollziehbar, dass ein vollständiger zweigleisiger Ausbau Spiez - Interlaken West erst gar nicht geprüft wird.

Auch wenn man sowohl Fernverkehr als auch Regionalverkehr halbstündlich auf der Schiene führen würde, bräuchte man nicht mehr Doppelspur als es schon gibt und in Leissigen geplant ist.

Woher du meinst, es bräuchte eine durchgehende Doppelspur, würde mich ja schon mal interessieren? Die Ausbauplanungen geschehen ja fahrplanbasiert, was heisst, man baut dort aus, wo eine Kreuzung im Fahrplan vorgesehen ist und nicht irgendwo sonstwo. Oder man baue eine bestehende Kreuzungsmöglichkeit in die weitere Planung mit ein. Speziell Regio-Züge können Zugskreuzungen in Bahnhöfen abwarten und brauchen nicht unbedingt Doppelspurabschnitte.

Als Beispiel sei hier auch die Strecke Weinfelden-Kreuzlingen zu nennen, da hat man künftig vier Züge pro Stunde und Richtung auf weitgehend einspuriger Strecke: Bei Kehlhof wird ein 4.6 km langer Doppelspurabschnitt gebaut, da kreuzen die halbstündlichen Schnellzüge fliegend untereinander; in Berg TG kreuzen im Bahnhof die halbstündlichen S-Bahnen untereinander während des planmässigen Halts im Bahnhof; in Lengwil finden Kreuzungen zwischen S-Bahnen und Schnellzügen statt, die S-Bahnen warten jeweils im Bahnhof die Durchfahrt des entgegenkommenden Schnellzugs ab.

Ich könnte noch einige weitere Beispiele bringen, wo man in der Schweiz die Zugzahlen mit nur ein oder zwei kurzen Doppelspurabschnitten massiv erhöhen konnte/kann ohne gleich alles durchgehend ausbauen zu müssen.

Vielleicht kann man sich ja darauf einigen, zwischen Spiez und Interlaken stündlich mit der RB zu fahren und stündlich mit dem Bus, wenn ein vollständig zweigleisiger Ausbau nicht finanzierbar ist.

Die Varianten mit stündlichem Regio sehen keinen Bus vor. Die Mischvarianten sehen einen 2h-Takt auf der Schiene vor, wenn alle zwei Stunden der Fernverkehr nicht fährt. Die Mischvariante ist also bei Einführung des FV-1/2h-Takts ohnehin vom Tisch. Die Variante Nur Bus geht dagegen erst, wenn der FV durchgehend im Halbstundentakt fährt, vorher nicht.

Nach der Inbetriebnahme des Überwerfungsbauwerks Bern-Wylerfeld wird es also, wenn ich dich richtig verstanden habe, somit zunächst einmal sowohl Richtung Visp als auch Richtung Interlaken erst einmal im Fernverkehr jeweils beim 3 in 2 bleiben.

Ja.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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