Oh, die Sippenhaft ist schon wieder eingeführt? (Allgemeines Forum)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 07.06.2016, 12:17 (vor 3591 Tagen) @ meilensammler

Zahlreiche Länder - von Neuseeland bis Kanada, von Singapur bis Irland - haben eine Zuwanderungspolitik, die sich in erster Linie am Nutzen der Zuwanderer, und nicht an ihrer Not orientiert. Das hat in diesen Ländern nicht zum Aufblühen vom Faschismus geführt. Vielmehr funktioniert dort das Multikulti besser als hierzulande, weil Zuwanderer dort geschätzte Mitbürger sind, und keine Sozialschmarotzer, die nur willkommen sind weil sie zu dämlich sind, um in ihrer Heimat friedlich leben zu können.

Vielleicht ist manchen hier die Differenzierung noch nicht ganz klar, die Du implizierst:

Auf der einen Seite gibt es Menschen, die Schutz suchen. Nennen wir sie Flüchtlinge, Asylbewerber, wie auch immer man möchte. Diese Menschen fliehen vor einem Krieg in ihrem Heimatland oder politischer Verfolgung. Das Konstrukt des Asylrechts sieht es eigentlich vor, daß dieser Status üblicherweise temporär ist, bis der Krieg in der Heimat vorbei ist. Da es gar nicht möglich ist, daß all diese Menschen wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen (alleine schon weil nicht genug Möglichkeiten für Erwerbsarbeit für diese Menschen bestehen, selbst für viele der qualifizierten nicht, und für Menschen mit geringer Qualifikation sieht es ja oft schon ohne sprachliche Barriere nicht gerade rosig aus). Hier darf selbstverständlich nicht nach einem etwaigen volkswirtschaftlichen Nutzen gefragt werden.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die vor haben, sich in einem anderen Land eine Existenz aufzubauen. Nennen wir sie Einwanderer. Diese Menschen kommen in der Regel, um zu bleiben. Und in diesem Falle ist es das gute Recht des Staates zu sagen "Du darfst, wenn du es schaffst, auf eigenen Füßen zu stehen", und beliebig andere Regelungen zu treffen, unter welchen Voraussetzungen diese Menschen bleiben dürfen oder eben nicht. Diese Menschen kommen, weil sie es möchten - und das ist für mich nichts anderes, als wenn ich heute entscheide, bei Firma X arbeiten zu wollen. Entweder, ich kann die verantwortlichen überzeugen, daß ihnen das einen Vorteil bringt, oder sie schicken mich wieder nach Hause.

Natürlich gibt es gewisse Schnittmengen...

Mich jetzt vermutlich auch gleich in die rechte Ecke stellen müssende Grüße,
der Colaholiker

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