Kleine, aber feine Unterschiede (Allgemeines Forum)

Destear, Berlin, Dienstag, 07.06.2016, 11:45 (vor 3592 Tagen) @ meilensammler

Hmmm.. Das ist schon richtig, dass man seine Volkszugehörigheit nicht beeinflussen kann und es deshalb etwas unfair ist.

Aber man kann z. B. auch sein Alter nicht beeinflussen (manchmal auch nicht die Gesundheit). Dennoch sind Alter und Gesundheit oft wichtige Kriterien bei der Zuwanderung - auch in Deutschland. Man kann z.B. nur in einem jungen Alter als Au-Pair kommen.

Deshalb sehe ich keinen Grund, bei der Zuwanderung alle Völker gleichzustellen. Vielmehr geht's darum, Zuwanderer herauszupicken, die zu Deutschland am besten passen.

Du musst dir vorwerfen lassen, damit sehr stark in der Nähe von Ideologien wie des völkischen Nationalismus zu stehen, insbesondere wegen der Überhöhung eines Volksbegriffs gegenüber dem Individuum und auch dem Anklingen gewisser biopolitischer Züge, weil es darum geht, nur solche Menschen in ein Land zu lassen, die dem von dir vorausgesetzten Volke nützlich sind. Etwas historische Vorbildung lässt sehr klar erahnen, in welche Richtung derartige Gedankenbilder führen.

Jüdische Zuwanderer aus bestimmten Ländern sind in D z. B. ungeachtet des Alters, des sozialen Status und der Qualifikation willkommen. Niemand hat was dagegen - nicht einmal die NPD. Weil Juden sich besonders gut integrieren können. So entstehen weder gefährliche jüdische Ghettos, noch werden deutsche Frauen massenweise von Juden ausgeraubt und sexuell belästigt, noch bringen Juden wehrlose Konzertbesucher um. Die Volkszugehorigkeit spielt schon eine Rolle, und manche Kulturen passen halt besser zu in Deutschland gelebten Werten als andere.

Mal abgesehen davon dass das schon ein sehr perfider Vergleich ist: NPD-Funktionäre bezeichneten u.a. den Vorsitzenden des Zentralrates der Juden mal als "frechen Chefhebräer", eine Synagogengemeinde wurde als "raffgierige Religionskörperschaft" bezeichnet. Ich erinnere mich daran, dass Pastörs mal von einer "Judenrepublik" gesprochen hat und sogar mal gesagt hat, dass die Idee des NS-Regimes, das Judentum zu vernichten, eine gute Idee gewesen sei. Dieses Spielchen könnte man fast bis in die Unendlichkeit weiterführen. Dass sich irgendeine Partei nicht offen dazu positioniert, ob sie ein Problem mit "jüdischer Einwanderung" hat - man muss das so in Anführungszeichen schreiben, weil es harter Tobak ist - hängt dann wohl eher damit zusammen, dass es dahingehend schlicht kaum Umzugsbewegungen gibt.


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