Rund um die Restaurants im ICE (Allgemeines Forum)

liebe70, Donnerstag, 10.09.2009, 12:07 (vor 6141 Tagen) @ moonglum

Gestern hatte ich Gelegenheit, einige Servicemitarbeiter im Speisewagen im Gespräch zu belauschen. Daraus wurde mir klar:

Aufmerksame Mitarbeiter schicken frühzeitig Bestellungen ab, ...

Ich erlebe das ziemlich selten. Falls eine Bestellung "frühzeitig" herausgeht, dann zu 99,9% nur, weil wieder mal was fehlt (da die Vorgänger ihre Bestellung ungenau bzw. nicht vollständig abschickten).

...aber alle Nase lang wird Ware falsch, gar nicht oder nur teilweise angeliefert, ...

Das hängt damit zusammen, daß die Lager unterwegs entweder nicht alles da haben oder die Bestellung so spät abgeschickt wurde, so daß die nötige Zeit zum Zusammenstellen der gewünschten Artikel nicht mehr reicht. Wenn ich beispielsweise bei einem der IC auf der Linie Amsterdam - Berlin für Hannover(!) eine megagroße Warenlieferung ordere, obwohl der Zug in Berlin einen Komplettausch des Warenbestandes bekommt, dann muß ich mich über folgendes nicht mehr wundern:

...Quelle für ziemlichen Frust bei den Mitarbeitern und auch denen im Grunde schwer erklärlich.

Die Damen und Herren Gastronomen wissen, was wann wo bestellt werden muß, das ist nämlich Teil ihrer Aufgaben! Im Übrigen haben sie sich mit dem Zf abzusprechen, da der die Bestellung weiterleiten muß. Falls die Gastronomen Hintergrundinfos zu den Vorgängen in der Logistik haben wollen, sollten sie mal ruhig ihre unmittelbaren Vorgesetzten (a.k.a. Gruppenleiter) ansprechen, diese sind u.a. dafür zuständig, daß solches Wissen vermittelt wird. Und falls man dem nicht zutraut, dieses Wissen vermitteln zu können, dann geht man eben zu demjenigen, der es kann. Wo ist das Problem?

Ich fragte mich gerade, wieso dann aus meiner Sicht sooft alles trotzdem hinhaut(e). Dann hörte ich, dass ALLE am Tisch, wenn es möglich ist, immer wieder mal von dem abzulösenden Team angerufen worden sind, um Fehlendes zu besorgen. Man trug Erlebnisse zusammen:
In Hildesheim schnell noch 60 Brötchen und 40 Eier eingekauft und samt heißem Wasser in Kannen (aus dem Hotel mitgenommen) im Taxi zum Bhf. gebracht und dann das vorherige Team abgelöst.
Und dies ist Teil engagierter Routine: Hier noch einige Kilo Tomaten gekauft, da noch Gurken besorgt.

Das war mal. Schöne heile, vergangene Zeit. Heutzutage braucht kein Mensch mehr 60 Brötchen usw. Außerdem läuft das über die Logistiken schneller und preiswerter.

Nur heutzutage ist alles schwieriger, weil man ja den größten Teil in Portionsbeuteln bekommt.

Irrtum. Das macht das teilweise noch einfacher. Man muß eben nur wissen, wie es geht. Dazu braucht man aber einen Zf, der mitdenkt und weiß, wo sich grad welcher Zug befindet, der einem ggf. Ware abgeben kann.

Da fällt mir dann wieder das Erlebnis im EC von Berlin nach Hamburg ein, wo die Mitarbeiter nur einen Teil der Lieferung aus Dresden retten konnten, weil die Kühlung im Wagen teilweise ausgefallen war: Sie retteten jene Waren, welche die breitest mögliche Angebotspalette unter Einplanung gewisser Improvisationen ermöglichte...

Hoffentlich wurde dabei auch bedacht, daß bei unterbrochener Kühlkette die gekühlte Ware nach 2 Stunden nicht mehr zubereitet und verkauft werden darf?

Ansonsten hat zuerst die Bahn ein Problem und danach der dafür im Zug zuständige Mitarbeiter.

Ich finde, da haben all diese Mitdenker/innen und Mithandelnden ein großes Dankeschön verdient.
Was wäre so manche Reise ohne dieses Engagement???????

Da stimme ich Dir zu.

Gruß, Ralf


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