Probleme im Dänemark-Verkehr (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 10.08.2014, 08:58 (vor 4290 Tagen) @ ALR997

Hej!

Idee 1: Sobald/falls irgendwann IC-Wagen durch ICx und Dosto frei werden (was sicher vor Fertigstellung des Belttunnels passiert) könnte man doch alte IC-Wagen (DK-tauglich?) rüberschicken?

Da wäre zunächst die Frage, ob es DK-taugliche gibt.
Ferner: Die Fähren haben nur ein Gleis, da sind enge Grenzen gesetzt. Dazu noch fehlende Rangierloks sowie auf dänischer Seite fehlende Streckendieselloks.
Über Pattburg dauert es länger. Und da wäre die Frage der Tunneltauglichkeit zu prüfen, wenn es dort spezielle Vorschfiten gibt; ferner müßte man E-Loks haben, die dänische EA wird wohl kaum noch in Frage kommen.

Idee 2: Expresszüge nach Puttgarden (Verdichtung auf Stundentakt mit ICE) mit RE-Material (da wird ja einiges frei) und dann mit der Fähre rüber. Wie sieht die Situation auf dem dänischen Abschnitt aus? Ist die Strecke bereits elektrifiziert? Gibt es Triebwagen oder Züge zur Verfügung?

Dänischerseits ist die Strecke im Ausbau befindlich. Sie ist teilweise eingleisig und nicht elektrifiziert. Zwischen Nykøbing F und Kopenhagen fahren zwei Züge pro Stunde und Richtung, der Fernverkehr ist in diesen Takt integriert.
Zwischen Nykøbing F und Rødby F (nun steht das F für Færge und nicht mehr für Falster) ist eher wenig Verkehr, nur einige innerdänische Züge verkehren bis dorthin.
Zug zur Fähre, dann mit Gepäck zu Fuß rauf und wieder runter und wieder in den Zug wäre äußerst unattraktiv, meine ich. Außerdem haben die DSB, solange die IC4 nicht so funktionieren wie es angedacht war - also wohl bis zu deren Abstellung -, massiven Fahrzeugmangel.
Ferner ist die Zulaufstrecke zwischen Kopenhagen und Roskilde bzw. Ringsted sehr stark belastet, die im Bau befindliche Neubaustrecke soll Entlastung bringen.

Das Problem - und das finde ich persönlich traurig: wenn so eine Strecke existiert, wo die Nachfrage das Angebot übersteigt, dann ist das natürlich gerade die Strecke, auf der man der Nachfrage nicht gerecht werden kann. Sei es wegen Fahrzeug- oder Streckenbedingter Probleme.

Man hat sich mit dem Gleis auf den Doppelendfähren auf eine maximale Zuglänge für den internationalen Verkehr festgelegt, einige ICEs werden innerdänisch um eine zweite Einheit verstärkt (Nykøbing F). Dazu kommt, daß die DB mit den ICE-TD und die DSB mit den deutschlandtauglichen MF ("IC3") nur Kleinserien zur Verfügung haben.

Ist das deutsche Bahnsystem wirklich so schwerfällig und unflexibel? Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Züge im Konzern unerwünscht sind.

Es wurde immer wieder kolportiert, daß selbst ein vollbesetzter ICE-TD nicht gewinnbringend ist. Was daran ist, weiß ich nicht.

Welche Kriterien muss ein Zug nach Dänemark erfüllen? Kann man nicht im Zweifelsfall wie HKX ausländische Wagen kaufen?

Dazu siehe oben.

Interessanter finde ich, ob man sich mittlerweile Gedanken macht, was für Fahrzeuge nach Fertigstellung des Fehmarnbelttunnels zum Einsatz kommen werden.


Viele Grüße
Sören

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