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Bronnbach Bhf, Samstag, 19.10.2013, 16:29 (vor 4559 Tagen) @ AX-330
bearbeitet von Bronnbach Bhf, Samstag, 19.10.2013, 16:32

Das kann ich nur bestätigen. Diesbezüglich habe ich zwei ebenbürtige Flüge von Hamburg nach Frankfurt erlebt. Der Erste war am 18.1.2007. Der Orkan Kyrill war im Anmarsch. Es war der 18:50 Uhr Flug. Schon beim Einstieg informierte uns der Kapitän, dass es mit einer Landung in Frankfurt knapp werden könnte, weil wegen des nahenden Orkans der Flughafen ggf. bald geschlossen wird. Es musste kommen wie es kommen musste. Wir warteten noch 15 Minuten auf Anschlussfluggäste aus Stockholm. Als diese endlich einsiegen kam vom Kapitän nur die Ansage, dass er alles aus der Maschine rausholt was geht. Denn ihm blieben nur 40 Minuten ab jetzt. "Wir wollen heim. Das ist nichts Gefährliches aber schnell fliegen geht zu Lasten des Komforts. Das wird nicht angenehm, aber unvergesslich". Wir stoppten ganz am Ende der Startbahn und die Triebwerke wurde bei angezogener Bremse voll hochgefahren. Das Flugzeug ächzte, begann zu hüpfen, dann wurden die Bremsen gelöst und man wurde einfach nur in die Sitze gepresst. Nach gefühlt 500m sind wir schon abgehoben. Kurz hinter der Kreuzung der sich kreuzenden Start/Landebahnen in Hamburg. Wer sich auskennt weiß wie kurz unser run bis zum take off war. Trotz vollbesetzem Flieger (A300-600) Steiler Winkel voller Anpressdruck in die Sitze. So wurde der komplette Steigflug zurück gelegt. Während des ganzen Fluges liefen die Triebwerke auf vollen Schub (die Lautstärke verrät es). Die Luftschichten waren merklich nicht sehr stabil geschichtet, das Flugzeug hatte mit den Luftlöchern zu kämpfen. Und dann der Anflug. Wenn man von Osten den Frankfurter Flughafen anfliegt, sieht man aus dem rechten Fenster die Frankfurter Skyline im Anflug. Die Skyline war aber nicht rechts (im 90 Grad Winkel zum Fenster) sondern schräg rechts vorne (also ca 20 Grad zum Fenster), gerade so erkennbar. D.h. wir flogen zwar mit Kurs 270 Grad (West) aber die Nase des Flugzeuges zeigte nach Nordwest. Der Pilot hatte die Nase des Flugzeuges genau in den Wind gestellt. So ging es immer weiter runter, und erst bei der Landung zog er die Nase gerade auf die Bahn. Flugzeit zwischen Start und Landung. 35 Minuten!! Für gut 500km Flugstrecke. Ich war von dem Flug so fasziniert, dass ich meine Sitznachbarin während des Fluges garnicht weiter beachtet hatte. Erst nach der Landung bemerkte ich ihren kreidebleichen Gesichtsausdruck. Es kam von ihr dann der launische Kommentar, wie man sich an so einem Flug erfreuen könne. Mein strahlendes Gesicht verriet wohl nur zu gut, wie genial ich diesen Flug empfand.

Der zweite Flug war im Sommer 2010 wo ich einen identischen Start erlebte. Es war ein Gewitter im Anmarsch und der Pilot sagte nur, das wir schnell hoch müssen um ausreichend Höhe vor der Front zu haben. Der Start war wie bei Kyrill nur ging die Steigflugphase nur steiler. Denn alsbald kamen wir in die Aufwinde der Gewitterfront und der Steigflug war einfach sehr extrem (geil), obwohl die Triebwerke kaum Schub gaben. Als wir den Steigflug verlassen hatten ging dann aber ganz entspannt weiter.

Bei der LH ist nicht alles schlecht. Die Kritik am M&M Bonussystem teile ich. Und bei Langstreckenflügen gen Fernost bevorzuge ich Singapore Airlines. Das ist in der Business Class schlicht Komfort in einer anderen Liga. Und wer in die Staaten möchte, dem empfehle ich Swissair. In Zürich lässt es sich entspannt umsteigen und der Komfort bei Swissair ist in meinen Augen besser als bei der LH. Gerade in der Business Class hat die LH in meinen Augen den Anschluss fast schon verpasst.


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