Unterwegs mit dem Shinkansen Superexpress - Teil 1 (Reiseberichte)

Christian_S, Freitag, 24.05.2013, 16:47 (vor 4686 Tagen)

Wie sicherlich hier ja bekannt ist weilte ich kürzlich für 10 Tage in Japan. Mit den Details der Reise will ich euch gar nicht weiter langweilen, aber zumindest zum Thema HGV-Bahnverkehr einen kleinen Bericht liefern, untermauert mit ein paar Fotos.

In unserer Reise waren auch 4 Fahrten mit dem Shinkansen-Superexpress inbegriffen. Für mich natürlich eines der besonderen Highlights 
Als eine Art Erläuterung des Systems sei noch gesagt, dass die Shinkansen-Züge auf eigener Infrastruktur verkehren, was euch sicherlich bekannt ist (Shinkansen=Neue Haupt-Linie). Dennoch gibt es auf den Magistralen verschiedene Produkte des Shinkansen-Superexpress. Auf der Magistrale Tokio-Nagoya-Hakata sind das:
1. Kodama – halten überall
2. Hikari – halten an den wichtigeren Stationen
3. Nozomi – halten nur an den ganz wichtigen Stationen
Vmax im Regelbetrieb ist für alle Züge 270 km/h, es wurde nach meinen Beobachtungen ausschliesslich mit der 700er-Variante des Shinkansen gefahren, die Züge sind 16-teilig und grundsätzlich gleich gereiht. Für den Kunden also sehr übersichtlich, nur eben bezüglich der Unterwegshalte muss man aufpassen, in welchen Zug man steigt.

Betrieblich läuft es so ab, das die Kodama-Züge häufig und die Hikari-Züge etwas seltener bei planmäßigen Unterwegshalten von schnelleren Nozomi- bzw Hikari-Zügen überholt werden. Zeitlich dauern diese Überhol-Aufenthalte in der Regel 5-6 Minuten, es klappt aber absolut reibungslos, ich habe bei allen Fahrten keinerlei Verspätung erlebt.

Nun aber zum eigentlichen Bericht:

Mit dem Bus ging es von Tokio aus an der Küste entlang und dann in die Berge, Ziel war der Fuji-Hakone-Nationalpark. Der Fuji-san, mit 3776m höchster und markantester Berg Japans hat die Eigenart, sich gerne in Wolken und Dunst zu hüllen, weshalb er schon so manchem Touristen trotz intensivem Wartens verborgen blieb. Zunächst war es bei unserer Fahrt auch so, aber schliesslich hatte er mit uns ein Einsehen und zeigte sich noch während der Anreise. Auch am zweiten Tag, während unserer Fahrt zum Bahnhof Shin-Fuji, liess er sich noch einmal im Dunst blicken. Danke, Fuji-san 

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Fuji-san

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Bahnhof Shin-Fuji

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Finde den richtigen Zug 

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Kodama Richtung Tokio

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Die Informationen über Service-Einrichtungen des eigenen sowie der umliegenden Wagen findet man am Klapptisch des Vordersitzes.

In Shin-Fuji halten nur Kodama-Züge. Unserer kam pünktlich, wurde von einem Nozomi überholt und weiter ging es. Wir fuhren nur eine Station (11 min) bis Shisuoka. Weiter ging es mit dem Hikari, wir wollten ja nicht mehr in den Ingolstadts Japans halten ;)

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Abfahrts-Anzeiger in Shizuoka

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Einfahrt des Hikari, wir stehen nicht korrekt hinter der gelben Linie! Sofort kam ein Pfiff und wildes Gefuchtel des örtlichen Aufsichters.

Nun folgten über 2 Stunden im Hikari, Unterwegshalte waren in Hamamatu, Nagoya, Kyoto und Shin-Osaka, bis wir schliesslich in Shin-Kobe erneut umstiegen.

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Gastro-Service im Superexpress

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Ein Depot für diverse Arten von Zügen in Nagoya

Die Umsteigezeit in Shin-Kobe vom Hikari in den Nozomi betrug nur 4 min, wir mussten jedoch wegen der reservierten Plätze von Wagen 6 zu Wagen 12 wechseln, was unserer Reiseleiterin Schweissperlen auf die Stirn trieb, hatte sie doch 31 Anhängsel.
Natürlich war es die deutsche Reisegruppe, die in gewohnter Manier alle zu einer Tür aus- und einstieg, was wohl sogar zu einigen Sekunden Verspätung führte. Nur ich und ein weiterer Reisender unserer Gruppe nutzten die nächste Tür, wir denken ja mit ;)

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Einfahrt unseres Nozomi, am Gleis gegenüber steht ein Superexpress Richtung Tokio.

Die Fahrt im Nozomi führte uns zunächst bis Okayama, wo wir einen tollen japanischen Garten besuchten. Später ging es erneut im Nozomi weiter nach Hiroshima, dazu mehr im 2. Teil.


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