Vom Säntis in eine Hauptstadt ohne Bahnhof (m.v. Bildern) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
richtig große Ferntouren mache ich lieber im Sommerhalbjahr, aber ein Ausflug in den Schnee gehört eigentlich auch jedes Jahr auf meinen Tourenplan. Für eine erstklassige Tagestour habe ich mir mal wieder die Ostschweiz ausgesucht, wo ich noch einige Lücken habe. Überlegt hatte ich als Ziel entweder Säntis oder Liechtenstein – doch dann ist es eine Rundfahrt mit beiden Zielen und sogar noch etwas mehr geworden.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/032Saentis-Vaduz/32-Karte.jpg)
Von Konstanz fahren wir über Weinfelden und Will nach Nesslau-Neu St. Johann, mit Postauto und Seilbahn auf den Säntis, dann über Urnäsch zu den Appenzeller Bahnen. Und wenn wir schon in der Gegend sind, nehmen wir noch die Stichstrecke nach Wasserauen mit, wollen dann über Gais mit der Zahnradbahn hinunter ins Rheintal und weiter nach Vaduz und von dort entlang von Rhein und Bodensee wieder zurück nach Konstanz fahren.
Kurz vor 7 Uhr erreichen wir den Bahnhof in Konstanz und lösen Tageskarten für den Verkehrsverbund Ostwind – und bereuen für einen Moment, nicht doch lieber eine Wintertour durch Schwarzwald oder Schwäbische Alb geplant zu haben, denn so ein Baden-Württemberg-Ticket ist im Vergleich zur Schweiz doch ein echtes Schnäppchen. Aber gut, das wusste ich vorher und wir wollen uns ja einen schönen Tag in der Schweiz machen.
An Gleis 3 steht schon der Interregio nach Zürich bereit, jetzt am frühen Samstagmorgen haben wir die Qual der Sitzplatzwahl.
Während wir über den Seerücken nach Weinfelden fahren, wird es draußen langsam hell. Mein Bruder döst etwas und ist wenig erfreut, dass wir in Weinfelden den warmen Zug schon wieder verlassen müssen.
Drüben auf Gleis 5 steht der Regionalzug nach Will bereit. Der GTW von Thurbo präsentiert sich passenderweise in Vollwerbung für den Tarifverbund Ostwind.
Die Strecke nach Will führt in Bussnang am Sitz von Stadler Rail vorbei. Im Vorbeifahren kann ich einen kurzen Blick auf einen neuen Triebwagen für die Frauenfeld-Wil-Bahn werfen. Für ein Foto reicht’s leider nicht, aber irgendwann werde ich die Triebwagen sicherlich auch mal als Fahrgast besuchen.
Richtig lang werden wir heute mir keinem Zug fahren, diesmal heißt es schon nach gut 20 Minuten wieder umsteigen. In Will geht es bahnsteiggleich mit der S 9 weiter, dahinter verbirgt sich ein Flirt der Schweizerischen Südostbahn (SOB).
Durch das Toggenburg führt die Strecke nach Wattwil und dann auf der Strecke der ehemaligen Bodensee-Toggenburg-Bahn weiter zum Endpunkt Nesslau-Neu St. Johann. Draußen wird es mittlerweile heller und auch die Schneehöhen nehmen zu.
In den Endwagen der SOB-Flirts sind die Türen weiter zur Mitte hin angeordnet als ich das von anderen Flirts kenne, wodurch eine großzügige 1. Klasse entsteht.
Nach der Ankunft in Nesslau-Neu St. Johann
Von hier aus geht es nun auf der Straße mit dem Postauto weiter. Nur schade, mit dem Doppeldecker wird das nichts, unser Bus ist das rechte Exemplar.
Der Bus bringt uns nun auf den Schwägalppass, auf der Fahrt hinauf auf knapp 1.300 Höhenmeter säumen ganz beachtliche Schneemassen die Straße.
Der Bus hält direkt an der Talstation der Luftseilbahn zum Säntis. Bevor wir aber in die Seilbahn steigen, schauen wir hinauf zum Gipfel, dort oben bei der Sendeanlage ist unser Ziel.
Schon auf der Fahrt mit der Seilbahn hinauf zum Gipfel eröffnen sich grandiose Ausblicke.
Oben angekommen begrüßt uns zunächst aber ein Rolls Royce. Warum man ein Auto auf einen Berggipfel schaffen muss wird sich mir als Nicht-Autobesitzer wohl nicht erschließen. Aber wir halten uns auch nicht lange damit auf, sondern wollen gleich hinaus auf die Aussichtsterrasse.
Mit über 2.500 Metern ist der Säntis der höchste Berg im Alpstein. Vom Säntisgipfel soll man in die sechs Länder Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Frankreich und Italien sehen können. Ich genieße die Aussicht, muss aber zugeben, dass Berggipfel nicht unbedingt meine Welt sind; wer möchte, kann man mir ja bei den Bildunterschriften helfen.
Was hier unter der Wolkendecke liegt, müsste das Rheintal sein. Später in Liechtenstein werden wir die Wolken von unten sehen.
Und hier dürfte die Blickrichtung in Richtung Vorarlberg und Bregenzerwald gehen.
Blick Richtung Appenzellerland und Bodensee.
Obwohl der Himmel nur wenig Blau zeigt, ist der Blick von hier oben beeindruckend. Nach einem Kaffee im Gipfelrestaurant geht es dann mit der Seilbahn wieder hinunter ins Tal.
Die Seilbahn hat eine Länge von rund 2.300 Metern und benötigt für den Höhenunterschied von 1.123 Metern zehn Minuten.
Bis zur Abfahrt des Busses an der Schwägalp bleibt noch etwas Zeit, um uns am Fuße des Säntis im Naturerlebnispark Schwägalp umzusehen und die verschneite Winterlandschaft zu genießen.
Mit dem Postauto geht es nun auf der anderen Seite des Schwägalppasses wieder hinunter. Aber auch diesmal haben wir Pech - unser Bus ist mal wieder der Einstöcker.
In Urnäsch steigen wir nun auf die Schiene um und fahren in Meterspur mit einem Zug der Appenzeller Bahnen weiter nach Wasserauen.
Bis Appenzell kenne ich die Strecke schon von einer Tour im letzten Sommer, nun wollen wir noch die Strecke weiter nach Wasserauen befahren.
In Weissbad steigen die letzten Mitreisenden im Abteil aus; und wo wir nun alleine in der 1. Klasse sind, kann ich auch das Fenster aufmachen.
Die Strecke von Appenzell nach Wasserauen wurde ursprünglich als „Säntis-Bahn“ betrieben und sollte kombiniert als Berg- oder Seilbahn von dieser Seite den Säntis erreichen, der Weiterbau über den heutigen Endpunkt Wasserauen kam aber nicht zustande.
Auf den letzten Metern füllt sich der Zug nochmals, da Wintersportler die Bahn zur Fahrt an die Talstation der Ebenalp-Seilbahn in Wasserauen nutzen.
Wasserauen selbst besteht nur aus einigen Höfen, der besagten Seilbahnstation, dem Bahnhof und einem Landeplatz für Gleitschirmflieger. Außerdem befindet sich hier auch das Depot des Vereins AG2 historische Appenzeller-Bahnen.
Fortsetzung folgt gleich...
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"Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/
gesamter Thread:
- Vom Säntis in eine Hauptstadt ohne Bahnhof (m.v. Bildern) -
TD,
23.02.2013, 11:30
- Vom Säntis in eine Hauptstadt ohne Bahnhof (Fortsetzung) -
TD,
23.02.2013, 11:42
- Nett! -
Sören Heise,
23.02.2013, 12:17
- Nett! - caboruivo, 23.02.2013, 13:00
- Nett! - TD, 23.02.2013, 13:28
- Tickets und Bustipp - RhBDirk, 23.02.2013, 19:42
- Volvo-Bus -
Fabian318,
23.02.2013, 20:56
- Volvo-Bus: Danke! -
Sören Heise,
23.02.2013, 21:18
- Wie beim Staatsfernsehen -
RhBDirk,
23.02.2013, 23:08
- Für Ganzwerbungen -
Sören Heise,
24.02.2013, 09:06
- Für Ganzwerbungen - ICE11, 24.02.2013, 12:25
- Für Ganzwerbungen -
Fabian318,
24.02.2013, 13:18
- Einzelfall - Sören Heise, 24.02.2013, 13:37
- Lenkrad betraf nur Wetten dass -
RhBDirk,
24.02.2013, 16:51
- Lenkrad betraf nur Wetten dass -
Fabian318,
24.02.2013, 20:08
- Vielleicht hatte auch Audi (VW) einfach was dagegen? :-P
-
safe go,
24.02.2013, 20:10
- Vielleicht hatte auch Audi (VW) einfach was dagegen? :-P
- Lenkrad betraf nur Wetten dass -
Fabian318,
24.02.2013, 20:08
- Für Ganzwerbungen -
Sören Heise,
24.02.2013, 09:06
- Wie beim Staatsfernsehen -
RhBDirk,
23.02.2013, 23:08
- Volvo-Bus: Danke! -
Sören Heise,
23.02.2013, 21:18
- Nett! - citaro, 23.02.2013, 21:58
- Vielen Dank!
-
Anoj 1,
23.02.2013, 18:18
- Nett! -
Sören Heise,
23.02.2013, 12:17
- schöne Tour - Alibizugpaar, 23.02.2013, 15:25
- Sehr schön! -
Twindexx,
23.02.2013, 19:31
- Sehr schön! -
TD,
24.02.2013, 13:20
- Sehr schön! - Twindexx, 25.02.2013, 13:34
- Peakfinder! - ktmb, 25.02.2013, 15:10
- Sehr schön! -
TD,
24.02.2013, 13:20
- Schweiz: Nutzung von Laderampen und Güterverkehrsanlagen -
michael_seelze,
23.02.2013, 23:09
- Schweiz: Nutzung von Laderampen und Güterverkehrsanlagen - GibmirZucker, 24.02.2013, 00:06
- Schweiz: Nutzung von Laderampen und Güterverkehrsanlagen - Twindexx, 27.02.2013, 03:39
- Vom Säntis in eine Hauptstadt ohne Bahnhof (Fortsetzung) -
TD,
23.02.2013, 11:42