wieder on-Thema: Prozentzahl Bahninvest. vs. Staatshaushalt (Allgemeines Forum)

TheFons, Freitag, 30.11.2012, 19:45 (vor 4884 Tagen) @ hfrik

Holger2, bitte lass die Sozialneiddebatte stecken.

Zustimmung.

Lies meinen Beitrag davor nochmal. Da steht explizit, dass die Harz4-Sätze das Volumen des Sozalhaushalts nicht wesentlich beeinflussen.
Einfach mal eine Daumenrechnung - es gibt 3,9 Mio Harz 4 Empfänger, die zum Teil nur Zuschüsse bekommen, zum (guten) Teil aber auch Wohngeld etc. zusätzlich zum Regelsatz. Der Regelsatz liegt bei Einzelpersonen gut aufgerundet bei 400€ je Person (Einpersonenhaushalt) bei Mehrpersonenhaushalten insbesondere Kindern darunter. Ergo mal als Daumenwert 400€ je Nase - mal mehr mal weniger. macht 12*3,9 Mio *400€= 18,8Mrd€.

Nicht ganz richtig. Zu beachten ist, dass ein Hartzler - wie Du andeutest - zustätzlich bis zu 300 Euro für seine Wohnung bekommt. Macht schon 700 Euro für einen alleinstehenden Hartz 4-Empfänger. Zusätzlich dazu bekommen Hartzler eine Rente, auch wenn sie nichts in die Rentenkasse einbezahlt haben und sind kostenfrei krankenversichert und haben defacto auch eine kostenlose Rechtsschutzversicherung. Für die Beschulung ihre Kinder zahlen Hartzler ebenfalls nichts (da sie ja keine oder fast keine Steuern bezahlen). Die Kosten für ein Monat Beschulung eines Kindes liegen zwischen 300 und 700 Euro.

Wir sollten schon ehrlich sein und sagen, dass, gerechnet mit allen Vergünstigungen, ein Hartzler im Schnitt um die 1000 Euro kostet, was letztendlich eine Form von Einkommen für ihn ist. Da man soviel auch mit manchem Ganztagjob (geschweige den mit Halbtagstätigkeiten)n icht verdient, lässt sich leicht zeigen, dass die Sozialzuwendungen in ihrer GESAMTHEIT so hoch sind,
das gewisse Jobs eben in Deutschland nicht mehr ausgeführt werden, weil die Produktivität dieser Jobs so gering ist, dass man mit Hartz 4 mehr bekommt. Das kann man nun beklagen, aber zutreffend bleibt es trotzdem. Die Welt ist kein Wunschkonzert.
Hohe Sozialhilfesätze führen (genauso wie hohe Steuern) unweigerlich zur Vernichtung von Arbeitsplätzen.

Besonders ungerecht finde ich, dass Leute, die lange in das System einbezahlt haben, genausoviel kriegen wie diejenigen, die gar nicht vorhaben, eine Arbeit aufzunehmen. Das ist nicht in Ordnung. Wer 40 Jahre einbezahlt hat, SOLLTE deutlich mehr bekommen als jemand, der nur kurze Zeit einbezahlt hat. Deshalb sollte man bezüglich Hartz-4-Empfängern nicht pauschalisieren, aber man darf sie auch nicht zu Heiligen oder Genies stilisieren, wie die Linke es tut.

Allein auf Bundesebene stecken aber in den Sozialhaushalten etwa 150Mrd€ je Jahr. Durch sinkende Bezieherzahlen gehen die Ausgaben für HArz IV aktuell auch zurück. Sprich das ist nicht das Thema. Es geht um die übrigen 90% der Sozialleitungen. Die alle wunderschöne Begründungen haben, von denen Leute profitieren, die nicht so ganz arm sind, bei denen man aber überall auch perfekt medienwirksame Beispiele finden kann um zu zeigen wie da böse böse Politikern armen Schluckern was wegnehmen, wenn man da ran geht. Entsprechend geht da kein Politiker ran. Lieber die verbleibenden 26 Mrd Investitionen und Unterhalt im Infrastrukurhaushalt weiter zusammenstreichen, da schreit keiner.

Leider ist dies allzu wahr ! Viel "Sozialhilfe" versickert bei Personen, die diese gar nicht nötig haben und fließt womöglich auf verschiedenen Kanälen eh schon überversorgten Politikern oder Bürokraten zu. Die Selbstbiedungsmentalität beider Gruppen - und nicht so sehr die Hartzler - stellt das Kernproblem im Lande dar. Schon auf der kommunalen Ebene bekommen Politiker viel zu viel Geld. Unverbürgtes Gerücht : schon in kleinen Ortsräten sollen Politiker an die 900 Euro für ihre Tätigkeit scheffeln.

Am einfachsten bei den Schienenwegen. Streicht man da bekommt der Bahnschef die Prügel, und der Politiker ist fein raus - Wählerstimmen für neue Wahlgeschenke, und keine Prügel da wo man das Geld für das Wahlgeschenk weggenommen hat.

Genauso funktioniert Politik leider immer - vor allem bei einem allgemeinen und gleichen Wahlrecht. Es ist dies ja nichts anderes als Stimmenkauf und Korruption in riesigem Ausmaß. Etwas, was in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft strafbar wäre. Und im allgemeinen ethisch nicht zu rechtfertigen ist.

Und kurz zu dem Thema Rennstrecken zurückzukommen: es müssen nicht NBS seien, es können auch eine Reihe andere
langfristig wichtiger Maßnahmen sein. Jedoch : wir leiden allgemein an etwas, das man "hohe Zeitpräferenz" nennt, oder schlicht genannt kurzfristiges Anspruchsdenken.

Viele Grüße


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