KRM-Problematik oder auch... (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Mittwoch, 10.12.2008, 18:05 (vor 6305 Tagen) @ sappiosa

Hallo Markus,

Bei den 64 min sind zwei komplette Brems- und Beschleunigungsstrecken eingerechnet.


Meine Aussage hatte sich auf folgendes Zitat bezogen:

Zielzeit: 50 min (ITF-Zeit mit Reserve für einen oder zwei Halte)


64 Minuten sind ein anderes Thema. Die halte ich ohne Zwischenhalte schon jetzt für problemlos machbar, bei Fahrt am Anschlag vielleicht sogar noch mit einem Halt.
Aber für eine schöne ITF-Zeit sind 64 Minuten leider noch zu viel...

Kommt drauf an... für symmetrische ITF-Knoten hast du vollkommen recht, für asymmetrische Knoten sind 64 min noch ok, da dies eine Verschiebung von 5 min bedeutet, die man leicht auf anderen Strecken kompensieren kann.

Sorry, aber das ist nun wirklich graue Theorie.


Genau darum geht es ja... :-)


Hast recht. *gg*

Aber dann sehen wir uns auch in der Theorie mal noch ein paar Punkte an, die man auf die reine Excel-Fahrzeit draufschlagen muss:

- Die fahrplanmäßige Abfahrtszeit ist die, ab der keiner mehr einsteigen kann (*ding-dong* - "Am Gleis 9, bitte einsteigen etc."). Bis der Zug dann wirklich losrollt, muss er erst noch abgefertigt werden.

Wie oft denn noch?

64 min = komplette Fahrzeit inklusive 2 x 2 min Aufenthalt in FFLF und KSIB.
Reine Fahrzeit wären 60 min und mit Auslassen der Brems- und Beschleunigungsphasen in FFLF und KSIB wären es sogar nur 56 min.

- Wenn ab einem bestimmten Punkt die Strecke höheres Tempo als zuvor hergibt, kann der Zug nicht sofort beschleunigen, sondern erst, wenn er mit voller Länge diesen Punkt überquert hat. Den Beschleunigungsbeginn muss man also um die Länge des Zuges nach hinten verschieben. Gerade bei der Ausfahrt aus Bahnhofsgleisen auf freie Strecke kann das durchaus etwas ausmachen.

Macht im Zweifelsfall Blockabstand + Durchrutschweg also ca 1500 m... nicht die Welt.

- Und dann die Steigungen auf KRM... da muss man einkalkulieren, dass der Zug Tempo verliert. Noch stärker macht sich das bemerkbar, wenn er noch dabei ist zu beschleunigen.

Tempoerhöhung auf 315 km/h würde als Ausgleich reichen.


Alles Punkte, die für sich genommen nur Kleinigkeiten ausmachen, die sich aber zu Minuten addieren. Und die können im HGV-Bereich merklich auf die Durchschnittsgeschwindigkeit drücken.
Dabei sind wir immer noch bei der theoretisch kürzestmöglichen Fahrzeit. Und dann müssen wir auch noch über Fahrplanreserven reden.

Ich rechnet für KRM mit 38 min, was durchaus nicht das theoretische Minimum von 33 min darstellt.

Erst einmal muss man aus dem Bahnhof heraus mit Tempo 30 auf die Hohenzollernbrücke schleichen. Daran wird sich bei der engen Kurve auch nichts ändern. (Dieser ***** Wilhelm I. hatte halt dekretiert, die Brücke habe genau auf den Dom zuzulaufen...)


Neue Brücke bauen... ist billiger als KRM auf 350 ausbauen ;)


Wenn es denn nur die Brücke wäre, gewiss ;)
Leider steht davor und dahinter eine gewisse Stadt namens Köln im Weg...

Genau deshalb ist Deutschland dumm für Ausbau von Verkehrsinfrastruktur... hier leben zuviele Leute auf zuwenig Raum. Ich würde hier gnadenlos enteignen und abreisen, da Verkehrswege zum Wohle aller sind, während Häuser nur wenigen dienen. Die Natur macht in Form von Stürmen und Hochwasser auch kein Halt vor menschlicher Infrastruktur, also warum sollte es ein Verkehrsplaner tun? ;)

Bei "Transport Tycoon" reiß ich auch alles gnadenlos ab, was meinen Verkehrswegen im Wege steht.

Dann mit Tempo 60 durch den Bahnhof Deutz. Auch da ist von der Trassierung kaum ein Ausbau denkbar.


Umfahrungsgleise...


Halte ich bei der Örtlichkeit für nicht machbar, es ist alles viel zu eng. Es sei denn, man käme doch auf eine großflächige Tunnellösung zurück.

Siehe oben... gute Verkehrswege sind wichtiger als Häuser... Häuser kann man versetzen.

Mir gehts um die reinen fahrplanlichenh Fragen, nicht um Kosten ;)


OK, akzeptiert ;-)

Aber warum hast Du dann solch einen Widerwillen gegen alles über 250?

Hab ich doch garnicht... ich nehme nur Bedenken von Usern wie "superduper" ernst, denen HGV ein Dorn im Auge ist. Man muss nicht auf Teufel komm raus alles mit 250+ fahren, bei den meisten Relationen lohnt sich das auch garnicht, da der Abstand zwischen 2 ITF-Zeiten viel zu groß ist, als das eine Erhöhung von 200 auf 300 ausreichen würde.
Hamburg-Berlin müsste man schon mit 350 km/h fahren um es auf 60 min zu drücken, Nürnberg-Leipzig 380 km/h für 60 min, etc pp.

56 min reicht ja


Yep. Und bisher sind auf KRM die Reserven recht großzügig, vielleicht lassen die (ohne die Zuverlässigkeit zu vergewaltigen) noch ein Drücken auf 54 min zu, das wäre eine ideale ITF-Zeit.
Aber wie gesagt, ohne Zwischenhalte.

Einigen wir uns darauf als Zielzustand? Man kann dann andere Linien z.B. mit Halt in Siegburg, Mainport und entweder Montabaur oder Limburg in 70-75 Minuten fahren lassen.

Das wäre dann HGV-NV, den man eh wie allen anderne NV in die Knoten einbauen kann. FV dann ohne Zwischenhalt in ITF-Zeit.

und Reserven braucht man nicht zwischen allen ITF-Knoten


Das allerdings sehe ich anders: Gerade zwischen ITF-Knoten ist Zuverlässigkeit das A und O, weil eine kleine Verspätung im ITF-Knoten sofort einen Domino-Effekt der Anschlüsse auslöst. Da führt kein Weg an Reserven vorbei.
Auch der ITF in der Schweiz würde nicht klappen, wäre die SBB nicht so glänzend zuverlässig.

Im schlimmsten Fall versaut man sich zwei Knoten, aber spätesten beim übernächsten hat man durch Reserve Verspätung wieder drinne.
Aber recht hast du trotzdem, ganz ohne Reserven wird das nix.


Schöne Grüße
Daniel (aka Sappiosa)

Gruß zurück Markus (aka ICE-T-Fan)


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