KRM-Problematik oder auch... (Allgemeines Forum)
Hallo Markus,
Allerdings möchte ich im folgenden am Beispiel der KRM mal zeigen, wie wenig man verändern muss um die Durchschnittsgeschwindigkeit ausreichen zu erhöhen.
Theoretisch habe ich gegen Deine Rechnung höchstens Details einzuwenden (außer dass sie eben sehr theoretisch ist und Reserven überhaupt nicht vorkommen). Aber gerade diese scheinbar geringe Erhöhung der Durchschnittsgeschwindigkeit erfordert eben in Knoten immensen Aufwand.
Zielzeit: 50 min (ITF-Zeit mit Reserve für einen oder zwei Halte)
Vorsicht: Ein Halt kostet weit mehr Zeit als nur die Haltezeit!Dazu eine Beispiel-Rechnung mit Deinen Parametern:
- Wie Du sagst, benötigt ein Zug zum Bremsen von 300 auf 0 mit 0,6 m/s² 139 Sekunden und knapp 6 km Bremsweg.
- Dann zwei Minuten (120 Sekunden) Haltezeit.
- Dann Beschleunigen mit 0,2 m/s². Dann ist der Zug nach 18 km und 419 Sekunden wieder auf 300.Summa summarum hat der Zug 24 km in 678 Sekunden, also gut 11 Minuten zurückgelegt.
Ein mit 300 durchfahrender Zug schafft diese 24 km in 4,8 Minuten.
Damit hätte der Halt den Zug über 6 Minuten gekostet. Bessere Beschleunigung im niedrigen Geschwindigkeitsbereich kann diese Zeit verkürzen, aber fünf Minuten sind als absolutes Minimum anzusehen.Bei einer Durchfahrzeit von 50 min wäre ein Halt für eine ITF-Zeit gerade noch drin, aber zwei nicht mehr.
Bei den 64 min sind zwei komplette Brems- und Beschleunigungsstrecken eingerechnet.
11 min für Anfahren F Hbf + 200 km/h über Stadtbahn + Bremsen am Flöughafen
38 min für Anfahren Flughafen + 300 km/h über KRM + Bremsen in Siegburg
11 min für Anfahren in Siegburg + 200 km/h zwischen Bonn und Köln + Bremsen in K Hbf
Dazu kommt dann nur noch die reine Standzeit (2x2 min)
Also kann man in 64 min die komplette KRM inklusive beider Systemhalte bewältigen. Ohne diese Halte kann man ca 14 min sparen.
Um die ITF-Zeit von 55 min zu schaffen und sowohl am Flughafen als auch in Siegburg einen 2-minütigen Halt einzulegen, müsste die Vorlaufstrecken auf 200 km/h Maximalgeschwindigkeit ausbauen.. ohne Zwischenhalt würden 100 km/h reichen.
Sorry, aber das ist nun wirklich graue Theorie.
Genau darum geht es ja... :-)
Schauen wir uns die Vorlaufstrecken mal an und rechnen umgekehrt vom Ist-Stand zurück:Köln
Erst einmal muss man aus dem Bahnhof heraus mit Tempo 30 auf die Hohenzollernbrücke schleichen. Daran wird sich bei der engen Kurve auch nichts ändern. (Dieser ***** Wilhelm I. hatte halt dekretiert, die Brücke habe genau auf den Dom zuzulaufen...)
Neue Brücke bauen... ist billiger als KRM auf 350 ausbauen ;)
Dann mit Tempo 60 durch den Bahnhof Deutz. Auch da ist von der Trassierung kaum ein Ausbau denkbar.
Umfahrungsgleise...
Erst ab dem Abzweig Gummersbacher Straße hinter Deutz ist die Strecke gerade genug, um an höheres Tempo zu denken. Bis dahin hat man schon mindestens drei Minuten für weniger als 3 km gebraucht.
Das dürfte die entscheidende Passage sein!
Ab dort sind es derzeit 160 km/h zum Abzweig Steinstraße, dort Abbremsen auf 130, dann beginnt der 200er-Abschnitt. Rechnen wir einmal der Einfachheit halber mit konstant 130 davor, würde ein Vorziehen des 200er-Abschnitts bis Gummersbacher Straße (7 km) rechnerisch gerade mal etwas mehr als eine Minute Fahrzeit-Ersparnis bringen.
Jede Minute zählt.
Ebenfalls gut eine Minute kann man sparen, wenn man in diesem Bereich bis Siegburg das Tempo von 200 auf 250 erhöht (wo man schon prüfen müsste, ob die Trassierung das zulässt).
Rechnen wir mal optimistisch mit drei Minuten einzusparender Fahrzeit. Mehr könnte nur ein großflächiger Umbau im Stil eines "Köln 21" bringen. Ein Blick nach Stuttgart zeigt: Das kostet genausoviel wie eine 300er-NBS in der Pampa.
Mir gehts um die reinen fahrplanlichenh Fragen, nicht um Kosten ;)
FrankfurtAb Flughafen ist zunächst 160 bis kurz vor Stadion. Danach nur noch 100 oder darunter bis zum Bahnhof. Und bei der kurvigen Trassierung ist da auch wirklich nicht mehr drin, ein Ausbau wird maximal eine Minute erreichen.
Rechnen wir also mit einem Tunnel vom Flughafen bis zum Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs. Ich persönlich würde solch einen Tunnel durchaus begrüßen, vor allem, wenn er auch noch die NBS Frankfurt-Mannheim an den Hbf anbindet. Die Fahrzeit Flughafen-Hbf könnte einschließlich Beschleunigen und Bremsen meiner Rechnung nach dann bei 6 Minuten liegen, also fünf Minuten Ersparnis gegenüber dem Ist-Stand.
5 min würde zusammen mit den 3 aus Köln sogar reichen. 70 min heute, 62 in Zukunft.
Summa summarum hätte man mit diesen Ausbauten 8 Minuten gespart - schon das mit erheblichem Aufwand. Ohne Zwischenhalt (auch nicht am Flughafen) wäre Köln-Frankfurt dann in 64-8 = 56 Minuten machbar. Alles darunter ist aber ohne ein "Köln 21" letztlich nur erreichbar, indem man Reserven zusammenstreicht.
56 min reicht ja und Reserven braucht man nicht zwischen allen ITF-Knoten, zumal es eh nur 200 km Strecke sind, was im Vergleich zum Gesamtnetz nicht so tragisch ist.
Schöne Grüße
Daniel (aka Sappiosa)
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ICE-T-Fan,
07.12.2008, 00:45
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