Diskussion HGV: mehr Transparenz oder mehr Produktvielfalt? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 19.01.2012, 13:21 (vor 5217 Tagen)

Hallo ICE-Fans,


direkter Anlaß dieser Diskussion war dieser Beitrag von ITF.
Dort wird geschrieben, dass es besser sei, wenn auf der HSL-Zuid der Thalys wie ein Fyra fahren sollte. Also ohne Zuschlag, ohne Reservierungspflicht, nach dem NS-vertrauten Prinzip "Fahrkarte kaufen, einsteigen, losfahren".

Zurecht schreibt er, dass die Schweiz es vormacht, da dort alle Fernzüge gleich sind, egal ob IC, ICE, TGV, ICN oder was es sonst noch gibt.
Und auch in Deutschland sind die Merkmale der Nachstrebung von Transparenz sichtbar. So soll 70% des ganzen Fernverkehrs mit einer einheitlichen "ICx" Basisflotte abgefertigt werden; die restlichen 30% sind eine Aufgabe für Spezialfahrzeuge: ICE-T, ICE International.

Mehr Uniformität bedeutet auch dass man Dienstleistungen öfter anbieten kann. Die Niederlande machen es vor: seit 2007 fahren bei uns auf 90% des Netzes nicht mehr als 2 Zuggattungen auf derselben Strecke im Takt. Zuvor fuhren z.B. auf Utrecht-Arnhem halbstündlich eine RB (nach Rhenen) mit allen Halten, ein IR mit 3 Halten und ein IC mit 1 Halt.
Heute verkehren auf dieser Strecke jede 15 Minuten eine S-Bahn (nach Veenendaal, halbstündlich weiter nach Rhenen) und ein IC mit 3 Halten, wovon einem immer und die restlichen zwei abwechselnd bedient werden. Man opfert also eine Zuggattung und verdichtet den Takt.

In Deutschland wäre das sehr wohl auch möglich. Mehrmals habe ich hier Ansätze gemacht für die Achse Berlin-NRW. Aktuell hat der IC etwa 6 Halte mehr als der ICE, verkehrt aber nur in 2h-Takt. Denkbar wäre, dass der ICE 3x öfter hält und der IC 3x weniger. Mit einer extra IC-Linie wird dann ein Halbstundentakt NRW-Berlin möglich, wobei die heutigen ICE-Bahnhöfe immer bedient werden und die IC-Bahnhöfe abwechselnd. Die IC-Bahnhöfe erhalten so stündlich Fernverkehr und die Leistung auf dieser Achse wäre immer dieselbe: gleiche Fahrzeit, gleiches Fahrzeugmaterial (gleicher Preis).

Soweit, so gut.

Es gibt aber auch eine Entwicklung in die andere Richtung: mehr Produktvielfalt. So werden in Deutschland die ersten FV-Privaten kommen, mit eigenen Zügen, Fahrplänen, Angeboten = "bei uns wird alles anders, aber vor allem alles besser", oder "wir bringen Sie dorthin, wo die Bahn Sie nicht mehr hinbringen möchte".

Auch dafür ist etwas zu sagen. Wie sähe die Welt aus, wenn man nur eine Marke/ein Modell Autos kaufen kann? Oder nur eine Art Brot essen kann? Genau. Produktvielfalt muss sein. Und so behauptet DB, dass es trotz ICx-Basisflotte auch in der Zukunft die vertrauten Produkte "IC" und "ICE" nach wie vor geben wird.

Und so haben wir auch Normalpreise, 3 Bahncards, Sparpreise, Ramsch-Tickets usw. Auf NRW-HH kommt Locomore mit 3 täglichen Zugpaaren, und sollte NS Abellio, eurobahn, Veolia und NordWestBahn auch mit jeweils 3 Zugpaaren kommen, dann gäbe es mit den vorhandenen 15 DB-Zugpaaren doch auch den von den ITF-liebhabenden ICE-Fans hier so erwünschten "Halbstundentakt"?

Nur schade, dass die Angebote wohl nicht kompatibel sind = es gibt keine Fahrkarte, die für alle 30 Zugpaare der Strecke gültig sei. Und so muss Otto mal abwarten, ob Unternehmen B seine Fahrkarte akzeptiert, wenn Unternehmen A versagt. Während Jan bei seiner Streckensperre Eindhoven-Weert-Roermond am Ende mehr Geld von seiner Chipkarte abkassiert wird, weil auf der Strecke Venlo-Roermond sein NS-Vorteilsabo nicht gilt, weil dort Veolia fährt und nicht NS.

Wie seht Ihr dieses Dilemma?


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Diskussion HGV: mehr Transparenz oder mehr Produktvielfalt?

ice-t-411, Donnerstag, 19.01.2012, 13:59 (vor 5217 Tagen) @ Oscar (NL)

Hi!

Zurecht schreibt er, dass die Schweiz es vormacht, da dort alle Fernzüge gleich sind, egal ob IC, ICE, TGV, ICN oder was es sonst noch gibt.
Und auch in Deutschland sind die Merkmale der Nachstrebung von Transparenz sichtbar. So soll 70% des ganzen Fernverkehrs mit einer einheitlichen "ICx" Basisflotte abgefertigt werden; die restlichen 30% sind eine Aufgabe für Spezialfahrzeuge: ICE-T, ICE International.

Naja, ob das letztlich so umgesetzt wird ist ja alles andere als klar. Vom ICx gibt es diverse Varianten in Länge und Ausstattung, man könnte prinzipiell Unterschiede machen.

Allerdings gibt es in Deutschland sowieso vergleichsweise wenige Streckenabschnitte bei denen ich mich zwischen IC und ICE entscheiden kann, von daher wäre ein einheitlicher Preis eigentlich sinnvoll. Der Preis wäre dann sowieso wie heute Relationsbezogen und nicht kilometerbezogen, so dass schnellere Abschnitte teurer sind.

Aber da alle nicht BC50-Fahrer sowieso nur Tickets mit Zugbindung haben, wird es effektiv keinen großen Unterschied machen. Und die Auslastungssteuerung wird man bei der DB AG sicher nicht aufgeben.

Gruß
Johannes

--
Schiffbau ist Kunst - Flugzeugbau ist Wissenschaft - Elektrotechnik ist Glücksache ;)

Alle Angaben ohne Gewähr!

Diskussion HGV: mehr Transparenz oder mehr Produktvielfalt?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 20.01.2012, 09:22 (vor 5216 Tagen) @ ice-t-411

Hallo ice-t-411,

Allerdings gibt es in Deutschland sowieso vergleichsweise wenige Streckenabschnitte bei denen ich mich zwischen IC und ICE entscheiden kann, von daher wäre ein einheitlicher Preis eigentlich sinnvoll.

Berlin-Hannover: ICE 10 vs. IC 77
Hannover-Hamm: ICE 10 vs. IC 55
Frankfurt-München: ICE 11 vs. IC 62
Frankfurt-Karlsruhe: ICE 12 vs. IC 26
Hamburg-Kassel: ICE 20/22/25 vs. IC 26
Hamburg-Berlin: ICE 28 vs. IC 27
München-Salzburg: railjet vs. IC 62

Aber da alle nicht BC50-Fahrer sowieso nur Tickets mit Zugbindung haben, wird es effektiv keinen großen Unterschied machen. Und die Auslastungssteuerung wird man bei der DB AG sicher nicht aufgeben.

Wobei es Auslastungssteuerung und Auslastungssteuerung gibt, und das ist in NL etwas anderes als in DE. Ich berichtete schon eher.


gruß,

Oscar (NL).

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Diskussion HGV: mehr Transparenz oder mehr Produktvielfalt?

ice-t-411, Freitag, 20.01.2012, 14:35 (vor 5216 Tagen) @ Oscar (NL)

Hi!

Berlin-Hannover: ICE 10 vs. IC 77
Hannover-Hamm: ICE 10 vs. IC 55
Frankfurt-München: ICE 11 vs. IC 62
Frankfurt-Karlsruhe: ICE 12 vs. IC 26
Hamburg-Kassel: ICE 20/22/25 vs. IC 26
Hamburg-Berlin: ICE 28 vs. IC 27
München-Salzburg: railjet vs. IC 62

Und wieviel Prozent des deutschen Fernverkehtsmarktes betrifft das? Wie sehen die Takte dieser Züge aus? Wann gibt es wirklich Auswahl?

Wie gesagt, die Überschneidungen sind im Vergleich zu Gesamtzahl der Züge eher gering und auch der Preisunterschied oft nicht massiv.

Aber da alle nicht BC50-Fahrer sowieso nur Tickets mit Zugbindung haben, wird es effektiv keinen großen Unterschied machen. Und die Auslastungssteuerung wird man bei der DB AG sicher nicht aufgeben.


Wobei es Auslastungssteuerung und Auslastungssteuerung gibt, und das ist in NL etwas anderes als in DE. Ich berichtete schon eher.

Du schreibst von Auslastungssteuerung durch verlängern/verkürzen von Zügen. Das kostet eine Bahngesellschaft aber Geld, denn die Züge müssen beschafft und gewartet werden und die Zugfahrt wird auch nur marginal billiger, wenn man einen kürzeren Zug einsetzt.
Die Flexibilität lohnt nur um absolute (und nicht verschiebbare) Spitzen z.B. Freitag und So/Mo abzudecken und in der restlichen Zeit etwas mehr Reserve (für Wartung) zu haben. Aber damit kann ich meine Flotte insgesamt nicht besser auslasten, im Gegenteil, die zusätzlichen Zugteile kosten mich 90% der Zeit nur Geld.

Ein nicht HVZ-Ticket gibt es in Deutschland für den Nahverkehr. Aber im Fernverkehr ist es für den Kunden eigentlich besser, wenn er den Preis direkt aus der Auslastung bekommt, als wenn die Zeiten sehr strikt sind.

Gruß
Johannes

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Transparenz.

rayquaza, Donnerstag, 19.01.2012, 15:33 (vor 5217 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von rayquaza, Donnerstag, 19.01.2012, 15:35

Auch dafür ist etwas zu sagen. Wie sähe die Welt aus, wenn man nur eine Marke/ein Modell Autos kaufen kann? Oder nur eine Art Brot essen kann? Genau. Produktvielfalt muss sein. Und so behauptet DB, dass es trotz ICx-Basisflotte auch in der Zukunft die vertrauten Produkte "IC" und "ICE" nach wie vor geben wird.

Autos werden in Zukunft durch einen besseren ÖPV hoffentlich nicht mehr benötigt und solang das Brot gut schmeckt stört mich das auch nicht *g*

Für den Bahnverkehr wünsche ich mir, dass es in Zukunft nur noch 2 Preisklassen ("Standard" (jetziges C) und "Premium" (jetziger HGV-Tarif)) + Verkehrsverbünde gibt. Mit einer Standard-Fahrkarte sollte der Nahverker sowie der langsame Fernverkehr ("8_") nutzbar sein ,Premium-Fahrkarten gelten zusätzlich im komfortableren HGV (ICE, TGV, ...).

Innerhalb von Verkehrsverbünden, welche allerdings dynamischer organisert sein sollten (-> grössere Überlappungsgebiete), sollte allerdings einen günstigeren Tarif für regionale Kunden (zum Beispiel Wenigfahrer, die in die nächste Stadt zum Einkaufen wollen) geben.
Für Pendler sollte es möglich sein, dass diese eine deutlich Vergünstigte Zeitkarte für die benötigten Strecken erhalten ,welche diese gegen Zuzahlung für einen weiteren Raum upgraden können (z.B. Verbundgebiet, Region (Baden, Franken, ...), Bundesland NV, Bundesland FV, Deutschland NV, Deutschland NV+Bundesland FV, Deutschland FV).

Und so haben wir auch Normalpreise, 3 Bahncards, Sparpreise, Ramsch-Tickets usw.

3 Bahncards (genau genommen sind es momentan ja mehr - Grosskunden u.Ä. einzeln gezählt) sehe ich noch als Sinnvoll an. Sparpreise machen aufgrund der Einschrenkungen für mich keinen Sinn,.aber es stört mich auch nicht, dass es sie gibt.
Diese Massen von Billigtickets empfinde ich aber als unnötig und abschaffungswürdig - erstens machen diese das Angebot sehr unübersichtlich ,zweitens bezweifle ich, dass diese Kostendeckend sind ,was bedeuten würde ,dass hierdurch die Normalpreise teurer als notwendig sind.

Nur schade, dass die Angebote wohl nicht kompatibel sind = es gibt keine Fahrkarte, die für alle 30 Zugpaare der Strecke gültig sei. Und so muss Otto mal abwarten, ob Unternehmen B seine Fahrkarte akzeptiert, wenn Unternehmen A versagt. Während Jan bei seiner Streckensperre Eindhoven-Weert-Roermond am Ende mehr Geld von seiner Chipkarte abkassiert wird, weil auf der Strecke Venlo-Roermond sein NS-Vorteilsabo nicht gilt, weil dort Veolia fährt und nicht NS.

Aus solchen Gründen werde ich warscheinlich bei Planungen für Fahrten solche "erkentnisslose" Linien/Züge ignorieren ,was den Unternehmen sicherlich höhere Einnahmen bringt ;-)


P.S.: Ups, ist das lang geworden. Trotzdem gilt auch für dieses Posting meine Signatur - Wer Fehler findet, darf sie behalten (editieren kann ich dann ja eh nicht mehr...)

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How to waste bits in a MySQL-Database? Don't use DS100-Abbreviations.

ICx niveliert den Unterschied zum ICE

rotfuxx, Donnerstag, 19.01.2012, 18:02 (vor 5217 Tagen) @ Oscar (NL)

Goedemiddag Oscar,

ich denke, der ICx wird den Produktgruppennunterschied zwischen IC und ICE weitgehend nivellieren. Anders kann ich mir nicht erklären, dass die Optik so stark an die bisherige ICE-Flotte angeglichen wird. Diese Produktgruppe wäre dann eigenwirtschaftlich auf den Strecken ab vmax 200 unterwegs (also heutiger A- und B-Tarif wird zukünftiger A-Tarif)

Stattdessen könnte ich mir vorstellen, dass eine neue Produktgruppe eingeführt wird, die faktisch die Rolle des ehemaligen InterRegio antritt. Dieses wären die Doppelstock-IC, die bereits optisch für deutsche Augen ein Zwitter aus Nahverkehr (Dosto) und Fernverkehr (weiß) darstellen. Auch von der Finanzierungsseite her gesehen, wäre diese Produktgruppe ein Zwitter. Sie könnte auf einigen Streckenteilen subventioniert werden und Regionalverkehrsleistungen anbieten (neuer wie alter C-Tarif), während andere Streckenteile eigenwirtschaftlich mit separatem Produktgruppentarif (zukünftiger B-Tarif).

Die Regionalverkehrsleistungen bleiben im C-Tarif.

Eine Zusammenführung der Tarifarten erscheint wünschenswert, aber ich denke, dass ist nicht machbar. In den Niederlanden erfüllen die meisten Intercity Leistungen, die in Deutschland ein IR erbringen würde bzw. so mancher RE erbringt. Daher spiegelt für mich die Tarifgleichheit von Intercity bis Stoptrein weitgehend die deutsche Tarifgleichheit von RE bis RB wider. Zudem hat sich die Niederlande mit der OV-Chipkaart für ein System entschieden, dem eine Differenzierung zwischen Verkehrsmitteln entgegen steht (dies ist in Deutschland bei weitem noch nicht der Fall).

Außerdem fallen in den Niederlanden bei der Nutzung der bisher einzigen HGV-Strecke auch dementsprechende Zuschläge an. Dies finde ich im Übrigen auch gerechtfertigt, da sich die Begünstigten einer zusätzlichen Schnellfahrtstrecke auch an deren Finanzierung mittelbar beteiligen sollten.

Was ich nicht verstehe, ist die Logik, dass zur profitablen Betriebsaufnahme einer Neubaustrecke, der Fernverkehr auf einer Alternativroute eingestellt werden sollte. Ich kann verstehen, dass es hierbei zu erwünschten Substitutionen kommen wird, die einige Zugleistungen auf der Altstrecke überflüssig macht, aber dennoch sollte eine Neubaustrecke erstens zusätzliche Nachfrage generieren (durch Umsteiger vom Flugzeug oder Auto) und zweitens erschließt die Altstrecke weiterhin Gebiete, die von der NBS gar nicht tangiert bzw. bedient werden.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

ICE-T-Fan, Donnerstag, 19.01.2012, 18:15 (vor 5217 Tagen) @ rotfuxx
bearbeitet von ICE-T-Fan, Donnerstag, 19.01.2012, 18:16

Das tun sie eben nicht.. kaum eine NBS generiert neue Fahrgäste, da die Beschleunigungseffekte gegenüber der Gesamtfahrzeit relativ gering sind.

In der Regel beschleunigen deutsche SFS für sich allein genommen die Fahrzeit gegenüber der parallel führenden Bestandsstrecke nur um 15-45 Minuten und das auch nur wenn man die theoretisch erreichbaren Fahrzeiten vergleicht. Durch Systemhalte und Umsteigeknoten sind die Effekte in der Praxis deutlich geringer.

Darum führen NBS zu 90% zu Verlagerungen. Einzige Ausnahme ist die KRM, die neuen Verkehr generiert hat.. aber das war auch eher der Tatsache geschuldet, dass die Nachfrage schon lange vorher die Kapazität der beiden Rheinstrecken überschritten hat.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

ITF, Freitag, 20.01.2012, 13:48 (vor 5216 Tagen) @ ICE-T-Fan

Das würde ich so nicht stehen lassen. Bisher haben alle deutschen NBS Mehrverkehr generiert. Ausbaustrecken wie Hamburg-Berlin übrigens auch.

Die Fahrzeitvorteil einer NBS liegt pro 100km über den Daumen gepeilt bei 30 Minuten. Das ist in Spanien oder Frankreich ähliuch wie in Deutschland.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

ICE-T-Fan, Freitag, 20.01.2012, 14:08 (vor 5216 Tagen) @ ITF

Aber wenn dann nur auf der SFS. Die parallel verlaufenden Bestandsstrecken haben den FV nahezu komplett verloren. Selbst die IC-(früher IR-)Linie 26 fährt nun über SFS anstelle über die alte Nord-Süd-Strecke.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

NIM rocks, Freitag, 20.01.2012, 14:13 (vor 5216 Tagen) @ ICE-T-Fan

Aber wenn dann nur auf der SFS. Die parallel verlaufenden Bestandsstrecken haben den FV nahezu komplett verloren.

Nicht wirklich. Durchs Rheintal gibt es nach wie vor einen Stundentakt im Abschnitt Frankfurt-Koblenz und einen verdichteten Stundentakt im Abschnitt Koblenz/Bonn-Köln. Auch bei der NIM ist Parallelverkehr auf Augsburg-Donauwörth-Treuchtlingen-Nürnberg/Würzburg geblieben. Und das sind die neusten NBS, somit geht der Trend m.M.n. eher Richtung Erhaltung von Parallelverkehren auf den Altstrecken.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

ICE-T-Fan, Freitag, 20.01.2012, 14:32 (vor 5216 Tagen) @ NIM rocks

Ich schrieb bereits, dass die KRM die Ausnahme darstellt.

Die NIM hat zu Verlagerungen im Bereich der L25 und L28 geführt, die vorher komplett via Augsburg fuhren.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

Henrik, Freitag, 20.01.2012, 14:43 (vor 5216 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich schrieb bereits, dass die KRM die Ausnahme darstellt.

Die KRM stellt keine Ausnahme dar.
Köln-Rhein/Main ist einfach nur eine Relation mit sehr hoher Verkehrsbelastung.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

ICE-T-Fan, Freitag, 20.01.2012, 15:12 (vor 5216 Tagen) @ Henrik

Richtig. Das hatte ich bereits erwähnt. :-)

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

Henrik, Freitag, 20.01.2012, 14:48 (vor 5216 Tagen) @ ICE-T-Fan

Aber wenn dann nur auf der SFS.

Nein, auf der gesamten Relation,
Hannover - Frankfurt
Frankfurt - Stuttgart
Berlin - Hannover
Nürnberg - München
Frankfurt - Köln
...

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

ICE-T-Fan, Freitag, 20.01.2012, 15:14 (vor 5216 Tagen) @ Henrik

Trotzdem gibt es keine NBS-Eröffnung, bei der nicht Verkehr auf den Bestandsstrecken abgebaut worden ist. NB-SFS führen nie zu reinem Zusatzverkehr sondern immer zu irgendwelchen Verlagerungen.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

Henrik, Freitag, 20.01.2012, 15:37 (vor 5216 Tagen) @ ICE-T-Fan

Trotzdem gibt es keine NBS-Eröffnung, bei der nicht Verkehr auf den Bestandsstrecken abgebaut worden ist.

Das mag sein.
rotfuxx sprach aber von "zusätzlicher Nachfrage ... (durch Umsteiger vom Flugzeug oder Auto)" über der Verkehrsverlagerung von der Altstrecke hinaus.
Dass letztere den Hauptanteil des SFS-Verkehrs darstellt, ist klar.
Darüberhinaus gibts auch den induzierten Verkehr - Reisende, die die Bahnfahrt ohne SFS nicht unternommen hätten, auch nicht mit einem anderen Verkehrsmittel.

NBS-SFS führen nie zu reinem Zusatzverkehr, sondern immer zu irgendwelchen Verlagerungen.

..was ja aber auch "nur" daran liegt, dass es bereits Bahnverkehrsangebot auf der Relation gab - insofern trivial.
Schauen wir nach China, USA etc. - dort siehts anders aus.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

ICE-T-Fan, Freitag, 20.01.2012, 15:57 (vor 5216 Tagen) @ Henrik

Das gilt eventuell für die Fahrgastkapazität, so generell nicht aber für die Linienkonstruktion oder deren Taktung.

Im Wesentlichen wurden nach Eröffnung der größten NBS 1991, 1996, 2002 und 2006 nur ehemalige IC-Linien in ICE umgewandelt. Es gibt bis auf KRM keine NBS auf der ICE-Linien existieren, die es vorher als IC noch nicht gab.

Zwischen Hannover und Berlin und Hamburg und Berlin wurde die Taktung erhöht, zugegeben, dass war's im Prinzip aber auch schon. Das war aber auch kein reiner Verdienst der NBS, sondern der Wiedervereinigung geschuldet, da Frankfurt-Dresden und München-Leipzig auch ohne NBS die gleiche Entwicklung durchgemacht haben.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

Henrik, Freitag, 20.01.2012, 16:29 (vor 5216 Tagen) @ ICE-T-Fan

Das gilt eventuell für die Fahrgastkapazität, so generell nicht aber für die Linienkonstruktion oder deren Taktung.

....kommt drauf an, worüber man sich unterhalten will,
über Zuwachs der Fahrgastströme ....oder um die Anzahl der angebotenen Zuglinien.

Im Wesentlichen wurden nach Eröffnung der größten NBS 1991, 1996, 2002 und 2006 nur ehemalige IC-Linien in ICE umgewandelt. Es gibt bis auf KRM keine NBS auf der ICE-Linien existieren, die es vorher als IC noch nicht gab.

..ich bin alles andere als ein Linien-Experte. müsst ich nachlesen.;)
Die NBS Hannover Berlin ging 1998 in Betrieb (der ICE-Verkehr Frankfurt-Berlin ab 1996 im Stundentakt verlief über Magdeburg).

Zwischen Hannover und Berlin und Hamburg und Berlin wurde die Taktung erhöht, zugegeben, dass war's im Prinzip aber auch schon. Das war aber auch kein reiner Verdienst der NBS, sondern der Wiedervereinigung geschuldet, da Frankfurt-Dresden und München-Leipzig auch ohne NBS die gleiche Entwicklung durchgemacht haben.

Bei der NBS Hannover - Berlin sowie der ABS Hamburg - Berlin sollte man vor unterscheiden zwischen vor & nach der Inbetriebnahme (1998 bzw. 2006).
Auch letztgenannte südlichere Relationen werden Mehrverkehr erfahren nach Inbetriebnahme der NBS.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

ICE-T-Fan, Freitag, 20.01.2012, 18:54 (vor 5216 Tagen) @ Henrik

Das gilt eventuell für die Fahrgastkapazität, so generell nicht aber für die Linienkonstruktion oder deren Taktung.


....kommt drauf an, worüber man sich unterhalten will,
über Zuwachs der Fahrgastströme ....oder um die Anzahl der angebotenen Zuglinien.

Der Zuwachs selbst ist nicht so riesig, wie es sich aus deinem Mund oder dem anderer anhörend mag.

Der HGV hat viel kannibalisiert und zwar von den IC/IR-Verkehren.

So gab es schon vor 1990 durchaus nicht wenige Reisende zwischen Hamburg und München über die Bestandsstrecke. Damals waren die IC im Durchschnitt auch deutlich länger als heute.

Die ICE1 haben zu 90% diese Fahrgäste aufgefangen, womit sie selbst schon gut ausgelastet sind, da ein ICE1 wohl nicht weit von einem 14-Wagen-IC entfernt ist.

Wo es wirklich spürbare Kapazitätssteigerungen gab, sind die angesprochenen SFS zwischen Frankfurt und Köln und die drei primären Zulaufstrecken nach Berlin, wovon eine nur geringfügig als NBS ausgelegt ist.

Zwischen beispielsweise Mannheim und Stuttgart und Kassel und Würzburg wird die SFS nicht so wahnsinnig viel mehr Zusatzverkehr gebracht haben.... bei letzterem wurde wohl eher das Status Quo nur beschleunigt, aber nicht kapazitiv vergrößert... geht auch gar nicht mit dem Nadelöhr Fulda-Frankfurt und dem Stundentakt Fulda-Würzburg.

Im Wesentlichen wurden nach Eröffnung der größten NBS 1991, 1996, 2002 und 2006 nur ehemalige IC-Linien in ICE umgewandelt. Es gibt bis auf KRM keine NBS auf der ICE-Linien existieren, die es vorher als IC noch nicht gab.


..ich bin alles andere als ein Linien-Experte. müsst ich nachlesen.;)
Die NBS Hannover Berlin ging 1998 in Betrieb (der ICE-Verkehr Frankfurt-Berlin ab 1996 im Stundentakt verlief über Magdeburg).

Stimmt... ich verwechsle immer 1998 mit 1996... hab wirklich gedacht, dass das lange vor Eschede war.

Zwischen Hannover und Berlin und Hamburg und Berlin wurde die Taktung erhöht, zugegeben, dass war's im Prinzip aber auch schon. Das war aber auch kein reiner Verdienst der NBS, sondern der Wiedervereinigung geschuldet, da Frankfurt-Dresden und München-Leipzig auch ohne NBS die gleiche Entwicklung durchgemacht haben.


Bei der NBS Hannover - Berlin sowie der ABS Hamburg - Berlin sollte man vor unterscheiden zwischen vor & nach der Inbetriebnahme (1998 bzw. 2006).
Auch letztgenannte südlichere Relationen werden Mehrverkehr erfahren nach Inbetriebnahme der NBS.

Berlin hatte wahnsinnig viel aufzuholen, da die Interzonen-Verkehrsströme bis 1989 stark begrenzt waren und die Bestandsstrecken wirklich schlecht waren. Erst zwischen 1992 und 2000 wurden die ex-DDR-Hauptstrecken so ausgebaut, dass sie eine günstige Konkurrenz zum HGV darstellen können.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

Henrik, Samstag, 21.01.2012, 02:06 (vor 5215 Tagen) @ ICE-T-Fan

Das gilt eventuell für die Fahrgastkapazität, so generell nicht aber für die Linienkonstruktion oder deren Taktung.

....kommt drauf an, worüber man sich unterhalten will,
über Zuwachs der Fahrgastströme ....oder um die Anzahl der angebotenen Zuglinien.

Der Zuwachs selbst ist nicht so riesig, wie es sich aus deinem Mund oder dem anderer anhörend mag.

Der HGV hat viel kannibalisiert und zwar von den IC/IR-Verkehren.

So gab es schon vor 1990 durchaus nicht wenige Reisende zwischen Hamburg und München über die Bestandsstrecke. Damals waren die IC im Durchschnitt auch deutlich länger als heute.

Die ICE1 haben zu 90% diese Fahrgäste aufgefangen, womit sie selbst schon gut ausgelastet sind, da ein ICE1 wohl nicht weit von einem 14-Wagen-IC entfernt ist.

Wo es wirklich spürbare Kapazitätssteigerungen gab, sind die angesprochenen SFS zwischen Frankfurt und Köln und die drei primären Zulaufstrecken nach Berlin, wovon eine nur geringfügig als NBS ausgelegt ist.

Zwischen beispielsweise Mannheim und Stuttgart und Kassel und Würzburg wird die SFS nicht so wahnsinnig viel mehr Zusatzverkehr gebracht haben.... bei letzterem wurde wohl eher das Status Quo nur beschleunigt, aber nicht kapazitiv vergrößert... geht auch gar nicht mit dem Nadelöhr Fulda-Frankfurt und dem Stundentakt Fulda-Würzburg.

Das Wort "riesig" scheinst Du ja zu mögen.
Benennen wir es doch einfach,
Auf den drei ICE-Linien lag 1993 der Anteil der Neukunden an der Gesamtzahl der im ICE beförderten Fahrgäste bei 18 bis 22%.
Beim Modal-Split im Vergleich mit Flugzeug und Auto gab es prozentuale positive Veränderungen im zweistelligen Bereich.
Ob Du das nun "riesig" nennen willst oder gerade eben nicht - es ist die Grundlage für den Erfolg des HGV hierzulande.

Von der Kapazitätssteigerung unterscheiden sich die NBS nicht wesentlich voneinander - sie sind letztendlich alle auch nur mit 2 Gleisen gebaut.^^
Auf Hannover-Würzburg, vor allem eben im Abschnitt Hannover/Hildesheim-Fulda ist sehr viel los. Hätte zwar letztendlich letztens doch nicht reservieren müssen, wollts aber wirklich nicht drauf ankommen lassen.

Im Wesentlichen wurden nach Eröffnung der größten NBS 1991, 1996, 2002 und 2006 nur ehemalige IC-Linien in ICE umgewandelt. Es gibt bis auf KRM keine NBS auf der ICE-Linien existieren, die es vorher als IC noch nicht gab.

..ich bin alles andere als ein Linien-Experte. müsst ich nachlesen.;)
Die NBS Hannover Berlin ging 1998 in Betrieb (der ICE-Verkehr Frankfurt-Berlin ab 1996 im Stundentakt verlief über Magdeburg).

Stimmt... ich verwechsle immer 1998 mit 1996... hab wirklich gedacht, dass das lange vor Eschede war.

..ohne Eschede hätte es womöglich noch eine medienwirksame Schnellfahrt des ICE-S dort gegeben.

Zwischen Hannover und Berlin und Hamburg und Berlin wurde die Taktung erhöht, zugegeben, dass war's im Prinzip aber auch schon. Das war aber auch kein reiner Verdienst der NBS, sondern der Wiedervereinigung geschuldet, da Frankfurt-Dresden und München-Leipzig auch ohne NBS die gleiche Entwicklung durchgemacht haben.

Bei der NBS Hannover - Berlin sowie der ABS Hamburg - Berlin sollte man unterscheiden zwischen vor & nach der Inbetriebnahme (1998 bzw. 2006).
Auch letztgenannte südlichere Relationen werden Mehrverkehr erfahren nach Inbetriebnahme der NBS.

Berlin hatte wahnsinnig viel aufzuholen, da die Interzonen-Verkehrsströme bis 1989 stark begrenzt waren und die Bestandsstrecken wirklich schlecht waren. Erst zwischen 1992 und 2000 wurden die ex-DDR-Hauptstrecken so ausgebaut, dass sie eine günstige Konkurrenz zum HGV darstellen können.

hhmm..? Was wurde ausgebaut? Die Autobahnen?
Die A24 ist 1992/1993 eingeweiht worden, wenn auch schon "damals" in Planung gewesen & angefangen zu bauen,
gewiss musste da noch einiges nachgebessert werden, auch wenn der Ostteil vom Westen finanziert wurde.
Die A2, OK - die war jahrelang ein Desaster, ist auch heute noch ein Forschungsprojekt.
Weiter südlich gibts noch immer keinen HGV.
Die Jahreszahlen sind willkürlich gewählt?
Programm VDE würde ich eher mit 1991 ansetzen.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

ICE-T-Fan, Samstag, 21.01.2012, 16:34 (vor 5215 Tagen) @ Henrik

Berlin hatte wahnsinnig viel aufzuholen, da die Interzonen-Verkehrsströme bis 1989 stark begrenzt waren und die Bestandsstrecken wirklich schlecht waren. Erst zwischen 1992 und 2000 wurden die ex-DDR-Hauptstrecken so ausgebaut, dass sie eine günstige Konkurrenz zum HGV darstellen können.


hhmm..? Was wurde ausgebaut?

Naja die Strecke Bebra-Eisenach wurde zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert, die Strecke Eisenach-Neudietendorf wurde elektrifiziert. Darüber hinaus GNT-Ausbau Bebra-Wandersleben, Erfurt-Saaleck, Bamberg-Saaleck-Leipzig sowie Ausbau Eisenach-Wandersleben auf 160 km/h.

In den 2000er wurden dann die Ausbaumaßnahmen mit der ABS Leipzig-Bitterfeld-Wittenberg-Berlin und Berlin-Hamburg beendet.

Zwischen Halle, Magdeburg, Braunschweig und Hannover wurde auch einiges getan, ebenso wie zwischen Berlin und Rostock sowie Berlin und Cottbus.

Die ex-DR-Hauptstrecken sind in einem guten Zustand mit konkurrenzfähigen Fahrzeiten... einzige Ausnahme ist vielleicht Kassel-Nordhausen-Halle.

NBS = Verlagerung <> Mehrverkehr

Felix, Göttingen, Samstag, 21.01.2012, 09:22 (vor 5215 Tagen) @ ICE-T-Fan

So gab es schon vor 1990 durchaus nicht wenige Reisende zwischen Hamburg und München über die Bestandsstrecke. Damals waren die IC im Durchschnitt auch deutlich länger als heute.

Die ICE1 haben zu 90% diese Fahrgäste aufgefangen, womit sie selbst schon gut ausgelastet sind, da ein ICE1 wohl nicht weit von einem 14-Wagen-IC entfernt ist.

Daran denke ich jetzt erst: Die ICE1 hatten ja sogar weniger Kapazität als gleich lange ICs, weil sie weniger Sitzplätze haben. Vor dem Redesign waren es nur 66 Sitzplätze in einem 2. Klasse-Mittelwagen.

Anscheinend hat die Bundesbahn von vornherein nicht mit einem höheren Fahrgastaufkommen gerechnet. Immerhin konnte sie die Fahrpreise kräftig anheben, d.h. zahlungskräftige Kundschaft hat preissensible Kundschaft verdrängt.

NBS =Mehrverkehr

ice-t-411, Samstag, 21.01.2012, 20:36 (vor 5215 Tagen) @ Felix

Hi Felix!

Wieso antwortest du eigentlich auf keinen der Beiträge die klar belegen können, dass deine Ausgangsthese

"Die Pkm im Fernverkehr sind seit 1990 nicht gestiegen."

widerlegen können. Und wenn du weiteren Quellen für Mehrverkehr brauchst dann sie in den jeweiligen wikipedia-Artikel zu den SFS nach. Dort sind jeweils Quellen für die mindenstens 20-30% Mehrverkehr angegeben.

Gruß
Johannes

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Alle Angaben ohne Gewähr!

Ein bisschen Mehrverkehr?

naseweiß, Samstag, 21.01.2012, 21:34 (vor 5215 Tagen) @ ice-t-411

Und wenn du weiteren Quellen für Mehrverkehr brauchst dann sie in den jeweiligen wikipedia-Artikel zu den SFS nach. Dort sind jeweils Quellen für die mindenstens 20-30% Mehrverkehr angegeben.

Das klingt aber leider nicht so berauschend. Aus dem Regionalverkehr kann ich, zugegeben bei zwei Musterprojekten, von Steigerungen von ca. 400 % berichten:
- Kraichgaubahn durch Karlsruher Stadtbahn
- Breisacher Bahn durch Breisgau-S-Bahn

Zwei Thesen:
a) Auf den beschriebenen Regionalstrecken war davor das Angebot richtig mies, während das IC-Netz schon recht ordentlich war.
b) Man geht in Deutschland den HGV falsch an, wirft eher Geld mittels Flickschusterrei zum Fenster raus. Denn wie sieht es eigentlich bei der LGV Sud-Est, der mutmaßlich am dichtesten befahrenen SFS Europas aus? Das resultiert aus der durchgehenden SF-Netz und der Bündelung vieler Routen. Hier behaupte ich, könnte es durchaus zu so einer Vervielfachung der Fahrgastzahlen gekommen sein.

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Ein bisschen Mehrverkehr?

ice-t-411, Samstag, 21.01.2012, 22:47 (vor 5215 Tagen) @ naseweiß

Hi!

OK, über was reden wir (alles laut wikipedia, dort kann man die Quellen nachlesen):

NIM: 30 % (ohne Endausbau)
KRM: 36
B-HH: etwas undurchsichtig, der wikipedia-Artikel spricht von 60% (zwischen 1997 und 2004, also 230 km/h Ausbau) und 47% zwischen 2006 und 2007 (Pilzkonzept Berlin).
Wü-H: Keine Angabe
MA-S: keine Angabe
H-B: 50%

Also könnte man jetzt mal pessimistisch von 30% ausgehen.

Zwei Thesen:
a) Auf den beschriebenen Regionalstrecken war davor das Angebot richtig mies, während das IC-Netz schon recht ordentlich war.

Ich solche Steigerungen sind wirklich nur bei dem Weg von "extrem unattraktiv" zu "extrem attraktiv" zu erwarten. Und bei Regionalstrecken sehen natürlich die absoluten Zahlen auch etwas anders aus.
Man vergleiche hier die NIM (schon früher relativ gutes Angebot über Augsburg) mit der Hamburger Bahn oder mit der SFS Hannover-Berlin. Da sieht man, dass der Zuwachs auch von der Verbesserung des Angebots anhängt.

b) Man geht in Deutschland den HGV falsch an, wirft eher Geld mittels Flickschusterrei zum Fenster raus. Denn wie sieht es eigentlich bei der LGV Sud-Est, der mutmaßlich am dichtesten befahrenen SFS Europas aus? Das resultiert aus der durchgehenden SF-Netz und der Bündelung vieler Routen. Hier behaupte ich, könnte es durchaus zu so einer Vervielfachung der Fahrgastzahlen gekommen sein.

Hier kann man sicher teilweise argumentieren, aber ein HGV-Netz kann man halt nicht an einem Tag bauen. (Sehr) Langsam schließen sich die Lücken, ab 2017 z.B. die Strecke München-Berlin fast vollständig, die Lücke Hanau-Fulda soll jetzt doch zeitnah ausgebaut (4-Gleise, Abschnittsweise 200 km/h) ausgebaut werden, Berlin-Dresden und Dresden-Leipzig ebenfalls. Bis 2020 werden hier einige 100 km neue 200km/h+-Strecken herauskommen.

Ähnliche Punkt-zu-Punkt-Verkehre wie z.B. Paris-Lyon oder Madrid-Barcelona wird es aber in D wohl weiter nur in Ausnahmefällen geben. Aber auch in Deutschland hat der innerdeutsche Flugverkehr schon ziemlich gelitten. Berlin-Hamburg, Berlin-Hannover und Frankfurt-Köln wurden schon eingestellt. In denke auch Frankfurt-Berlin wird im Zusammenhang mit der SFS Halle/Leipzig-Erfurt und dem vorigen Umzug nach Schönefeld ganz schön leiden.

Was ich aber durchaus Schade finde ist das man sich über einige Lücken kein großen Gedanken macht:
National:
* Frankfurt-Würzburg (wichtigste Ost-West-Lücke)
* Ruhrgebiet-Hannover/Hamburg (eigentlich extrem attraktive Strecke - weiterer Streckenausbau durchaus möglich)
International:
* Stuttgart-Zürich (wenigstens mal 2-gleisig)
* Nürnberg-Prag (wenigstens durchgehende NeiTech-Züge, wenn möglich mit Elektrifizierung)
* München-Österreich
* Hannover-Amsterdam

Was auch international möglich ist, sieht man an der Strecke nach London. Zumindest theoretisch könnte man in 4 Stunden (und 5 ab Frankfurt) vom Kölner Dom in die Londoner City reisen, durch 4 Länder und verschiedene Strom- und Signalsysteme.

Gruß
Johannes

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Alternativszenario HGV

naseweiß, Sonntag, 22.01.2012, 00:55 (vor 5214 Tagen) @ ice-t-411
bearbeitet von naseweiß, Sonntag, 22.01.2012, 00:59

NIM: 30 % (ohne Endausbau)
KRM: 36
B-HH: etwas undurchsichtig, der wikipedia-Artikel spricht von 60% (zwischen 1997 und 2004, also 230 km/h Ausbau) und 47% zwischen 2006 und 2007 (Pilzkonzept Berlin).
Wü-H: Keine Angabe
MA-S: keine Angabe
H-B: 50%

Also könnte man jetzt mal pessimistisch von 30% ausgehen.

Die beiden Strecken nach Berlin beinhalten sicher auch Effekte, die der Wiedervereinigung und Bedeutungssteigerung von Berlin geschuldet sind. Insofern sind die KRM und NIM schon der bessere Indikator, die 30-35 % wohl das Ergebnis.

b) Man geht in Deutschland den HGV falsch an, wirft eher Geld mittels Flickschusterrei zum Fenster raus. Denn wie sieht es eigentlich bei der LGV Sud-Est, der mutmaßlich am dichtesten befahrenen SFS Europas aus? Das resultiert aus der durchgehenden SF-Netz und der Bündelung vieler Routen. Hier behaupte ich, könnte es durchaus zu so einer Vervielfachung der Fahrgastzahlen gekommen sein.


Hier kann man sicher teilweise argumentieren, aber ein HGV-Netz kann man halt nicht an einem Tag bauen. (Sehr) Langsam schließen sich die Lücken, ab 2017 z.B. die Strecke München-Berlin fast vollständig, die Lücke Hanau-Fulda soll jetzt doch zeitnah ausgebaut (4-Gleise, Abschnittsweise 200 km/h) ausgebaut werden, Berlin-Dresden und Dresden-Leipzig ebenfalls. Bis 2020 werden hier einige 100 km neue 200km/h+-Strecken herauskommen.

Nein, die Lücken schließen sich nicht unbedingt, sie bleiben weiterhin in Form der langsamen Durchfahrten von Orten bestehen. Nur kommen dann neue wie z.B. Erfurt hinzu.

Versuch eines Alternativszenarios, aus westdeutscher Sicht, vor der Widervereinigung:

Die NBS Hannover-Würzburg mit Berücksichtung des Güterverkehrs war der falsche Ansatz! Stattdessen als erste Stufe eine durchgehende Rennbahn Stuttgart - Dortmund, vorbei an Mannheim, Frankfurt, Köln, natürlich mit den entsprechenden Ausfahrten, Auslegung nur für Personenverkehr und 300 km/h. Das Paket sollte etwa dem Bauvolumen der tatsächlich gebauten Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart entsprechen und so auch ca. 1990 fertig geworden sein. Die damals überlastete Nord-Süd-Strecke hätte natürlich einige kleinere Ausbauten und Hilfen trotzdem bekommen müssen, so vor allem weitere zwei Gleise Würzburg-Gemünden, vermutlich sowieso nur als NBS möglich.

Als zweite Stufe wären die Verlängerungen Stuttgart-München und Dortmund-Hannover-Hamburg gefolgt. Damit könnte man heute schon fertig sein, auch wenn es mehr Bauvolumen als die tatsächlich nach 1990 gebauten KRM und NIM bedeutet. Weitere Finanzmittel hätten durch den Nichtbau von Nürnberg-Erfurt-Halle/Leipzig aufgewandt werden können.

Berücksichtigung der Wiedervereinigung:

Die meist ABS Hamburg-Berlin, Hannover-Berlin, Leipzig-Berlin (sowie auch Dresden-Berlin und Leipzig-Dresden), die somit relevant wurden, will ich nicht kritisieren, sie hätten meiner Ansicht nach schon stattfinden sollen, da gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Gerade aber das schwierige Ansinnen der HGV-Verbindungen Leipzig-Erfurt-Frankfurt und Leipzig-Erfurt-Nürnberg-München durch deutlich weniger dicht besiedelte Bereiche Deuschlands, die dazu Mittelgebirge aufweisen, hätte klar auf den Zeitpunkt verschoben werden müssen, nachdem die westdeutsche Hauptstrecke München-Köln-Hamburg fertig wäre. Der Baustart hätte also in etwa in den derzeitigen Jahren sein können (z.B. 2010).

Als Resultat hätte man mit München-Köln-Hamburg eine garantiert sehr gut genutzte SFS erhalten, von der die dicht besiedelsten Bereiche Deutschlands profitieren würden. Bei kosequten durchgängigen 300 km/h wäre selbst die Gesamtlänge, also die Relation München-Hamburg über Köln in ca. 3,5 h möglich, also um einiges schneller als heute und zum Flugzeug konkurrenzfähig. Zugegeben, besonders bei Frankfurt-Hannover wäre der Umwegfator durch die Führung an Köln vorbei sehr groß. Aber auch hier wäre man schneller als über die Altstrecken und bei gut 2 h, falls nonstop, sogar schneller als heute. Welche Relationen man einerseits nonstop anbieten würde und wie man andererseits Linien im Takt bilen würde (also nich nonstop, sonder mehrere Halte hintereinander), weiß ich jetzt nicht. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, denn es ist sicher komplizierter als bei der LGV Sud-Est und deren Anschlussstrecken mit der Ausrichtung auf Paris. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass auf den beteiligten Relationen, und davon gibt es sehr viele, wenn man Anschlussfahrten über die Altstrecken bzw. ABSn, z.B. Basel, Nürnberg, Amsterdam, Ruhrgebiet, Bremen miteinbezieht, ein deutliche Fahrgastzahlsteigerung erzielt worden wäre.

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Alternativszenario HGV

ice-t-411, Sonntag, 22.01.2012, 11:49 (vor 5214 Tagen) @ naseweiß

Hi!

Die NBS Hannover-Würzburg mit Berücksichtung des Güterverkehrs war der falsche Ansatz! Stattdessen als erste Stufe eine durchgehende Rennbahn Stuttgart - Dortmund, vorbei an Mannheim, Frankfurt, Köln, natürlich mit den entsprechenden Ausfahrten, Auslegung nur für Personenverkehr und 300 km/h. Das Paket sollte etwa dem Bauvolumen der tatsächlich gebauten Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart entsprechen und so auch ca. 1990 fertig geworden sein. Die damals überlastete Nord-Süd-Strecke hätte natürlich einige kleinere Ausbauten und Hilfen trotzdem bekommen müssen, so vor allem weitere zwei Gleise Würzburg-Gemünden, vermutlich sowieso nur als NBS möglich.

Du verkennst aber die Realität der SFS Würzburg-Fulda. Er unfährt einen im Güterverkehr extrem hinterlichen und im Fernverkehr extrem langsamen langsamen Mittelgebirgsabschnitt und war damals schon völlig überlasteten. Ebenso war Stuttgart-Mannheim damals schon überlastet. Die SFS diente eigentlich nur der Kapazität.

Und sei politisch ehrlich: Eine Vorbeifahrt kann man scheinbar nicht mal in Mannheim durchsetzen und die willst an Stuttgart, Frankfurt, Köln und am kompletten Ruhrgebiet vorbeifahren?

Ich denke die Ortsdurchfahrten sind nicht wirklich oft ein Problem in Deutschland. Kritisch sind für mich eigentlich nur zwei Durchfahrten: Frankfurt und Köln. Da könnte man mit Ausbau aber auch einiges machen und das ist prinzipiell auch geplant.

Gruß
Johannes

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Alle Angaben ohne Gewähr!

Alternativszenario HGV

naseweiß, Sonntag, 22.01.2012, 15:49 (vor 5214 Tagen) @ ice-t-411

Du verkennst aber die Realität der SFS Würzburg-Fulda. Er unfährt einen im Güterverkehr extrem hinterlichen und im Fernverkehr extrem langsamen langsamen Mittelgebirgsabschnitt und war damals schon völlig überlasteten. Ebenso war Stuttgart-Mannheim damals schon überlastet. Die SFS diente eigentlich nur der Kapazität.

Die Überlastung der alten Nord-Süd-Strecke will ich nicht verkennen. Deshalb schrieb ich, dass Würzburg-Gemünden so oder so der viergleisigen Ausbau, sprich NBS, hätte stattfinden müssen. Nördlich von Gemünden sollte die Strecke aber nicht so überlastet sein. Ab Frankfurt steht die Main-Weser-Bahn als Alternativstrecke des Güterverkehrs zur Verfügung, dann ab Kassel weiter über Warburg, Altenbeken, Hameln nach Hannover für den Güterverkehr. Ggf. auch ab Bebra über Altenbeken. Mit der Wiedervereinigung wäre es vermutlich auf Flieden-Bebra zur Überlastung gekommen. Es hätte dann dort weitere Maßnahmen erfordert.

Wie diese Seite zusammenstellt, lag die Fahrzeit Hamburg-München vor der Eröffnung der NBS bei 7 h, nach der Eröffnung bei 6 h. So langsam war die alte Nord-Süd-Strecke also nicht. Interessanterweise konnte auch auf Hamburg-Frankfurt eine Stunde eingespart werden, obwohl nur ein Teil der NBS genutzt wird. Entscheidend ist, dass es davor IC im Stundentakt auf beiden Linien gab, danach ICE. Die Effekte in Form von Fahrgaststeigerung sind da, aber nicht berauschend. Die Strecke führt praktisch durch Wüstenei, höchstens vielleicht auf Hannover-Göttingen und Kassel-Frankfurt konnte "regionale" Verkehre von ihr profitieren.

Die These ist die, dass eine durchgehende SFS Stuttgart-Dortmund mit später den beiden Verlängerungen München und Hamburg deutlich mehr gebracht hätte, da viel mehr Leute profitieren können, mehr Angebote gefüllt werden können und so attraktivere möglich werden und die Strecke dank guter Auslastung wirtschaftlich besser dagestanden wäre. Und dann hat man noch ein Henne-Ei-Problem: Solnage es keine lange, durchgehende Rennbahn gibt, lohnt sich der Nonstop-Verkehr zeitlich nicht und ist auch wegen weiterhin bestehender Engstellen kapazitiv nicht möglich. Und solange gibt es immer die Drohung, dass der Bypass, z.B. der von Mannheim, nur den Verlust von Linien bedeutet.

Und sei politisch ehrlich: Eine Vorbeifahrt kann man scheinbar nicht mal in Mannheim durchsetzen und die willst an Stuttgart, Frankfurt, Köln und am kompletten Ruhrgebiet vorbeifahren?

Das ist die Frage. Wenn das aber nicht möglich ist, dann ist HGV für Deutschland der falsche Weg. Dann hätte man lieber beim 200er-IC-Netz bleiben sollen und das entsprechend ausbauen, auf manchen Routen wegen Überlastung und Topographie natürlich als NBS. Und die Neigetechnik nicht vergessen!

Ich sehe das Problem im Falle Mannheims so, dass nicht festgeschrieben wird, dass Mannheim auch mit Bypass einen 30-min-Takt nach Frankfurt, Frankflug/Mainz, Stuttgart und Karlsruhe behält, sondern immer die Drohung im Raum steht, dass heutige Linien auf den Bypass verlagert werden.

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Anbindung nach Amsterdam

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 23.01.2012, 09:11 (vor 5213 Tagen) @ ice-t-411

Hallo ice-t-411,

b) Man geht in Deutschland den HGV falsch an, wirft eher Geld mittels Flickschusterrei zum Fenster raus. Denn wie sieht es eigentlich bei der LGV Sud-Est, der mutmaßlich am dichtesten befahrenen SFS Europas aus? Das resultiert aus der durchgehenden SF-Netz und der Bündelung vieler Routen. Hier behaupte ich, könnte es durchaus zu so einer Vervielfachung der Fahrgastzahlen gekommen sein.

Deutschland ist kein Frankreich. Ein großes Zentrum wie Paris sucht man in Deutschland vergeblich. Paris hat viel mehr Einwohner als Berlin, zudem liegt Paris zentraler im Land als Berlin.

Dennoch wäre Bündelung der HGV-Verkehre auch für Deutschland nicht schlecht; nur schade, dass man das auch konsequent auf 7 gleichwertige Hauptachsen [1] machen muss und gerade dafür fehlen die Moneten.

* Ruhrgebiet-Hannover/Hamburg (eigentlich extrem attraktive Strecke - weiterer Streckenausbau durchaus möglich)

Eher Hannover als Hamburg, denn NRW-Hamburg profitiert dann auch mit (bestenfalls mit Nord-West-Bypass von Hannover und ggf. "Hannover Flughafen Fernbahnhof").

* Stuttgart-Zürich (wenigstens mal 2-gleisig)

Eher doppelspurig als Ausbau für höhere Geschwindigkeiten. Es ist doch stützend, dass man in Deutschland wegen fehlender Doppelspurabschnitte die CH-Fahrzeitgewinne wieder abbummeln muss und in Stuttgart nur noch die Schlußlichter der Anschlußzüge sieht.

* München-Österreich

Zumindest auf den AT-Abschnitten tut sich was = Westbahn und Unterinntalbahn.

* Hannover-Amsterdam

a. wenn via Bad Bentheim:
1. in Deutschland durfte mehr als 160 km/h + Beseitigung aller Lafas nicht drin sein. Mit einer "Schienenautobahn" Hannover-NRW durfte Berlin-Amsterdam via Dortmund schon schneller sein. Die Bemühungen, die man sich auf H-OS-Bad Bentheim machen würde, dürften daher nur für Osnabrück interessant sein. Damit sage ich nicht, dass Osnabrück uninteressant sei; nur dass auf H-BI-HAM wesentlich mehr los ist.
2. NL: wenn man auf Utrecht-Arnhem (ICs in 15-Minutentakt, vorgesehen 10-Minutentakt) schon eine NBS nicht hinkriegt, dann erst gar nicht auf Amsterdam-Hengelo wo die ICs zumindest auf Deventer-Hengelo nur halbstündlich verkehren.

b. wenn via Emmerich: hier wäre besagte "Schienenautobahn" zu bevorzugen, mit Ausfahrten bei Bielefeld und ggf. Minden und Gütersloh (je nach Trassierung und Fahrplan).
Nur schade, dass zwischen Oberhausen und Emmerich nur ein 3. Gleis gebaut wird. Von dreigleisigen Abschnitten halte ich nicht viel.

Was auch international möglich ist, sieht man an der Strecke nach London.

Nur schade, dass Amsterdam kein London ist:

1. London hat wesentlich mehr Einwohner als Amsterdam / die Randstad hat etwa die gleiche Einwohnerzahl wie London, nur auf viele zusätzliche Städte verteilt (Haarlem, Leiden, Den Haag, Rotterdam, Utrecht).
2. ab London kann man von Deutschland gesehen weiter reisen nach z.B. Liverpool/Manchester und Glasgow; im Falle Amsterdam taucht man bei Zandvoort (S-Bahn-Bereich) schon in die Nordsee.
3. nach London gelangt man nur via Ärmelkanaltunnel, während es mehrere Strecken in die Randstad gibt (nebst Berlin-Bad Bentheim-Amsterdam und Frankfurt-Emmerich-Amsterdam wären auch Hamburg-Groningen-Amsterdam und Frankfurt-Venlo-Den Haag noch interessant)
4. unterwegs nach London trifft man Brüssel oder die Pariser Flughafenregion, auch ziemliche Fahrgastmagneten.


gruß,

Oscar (NL).


[1] das Viereck B-HH-NRW-M, die Diagonalen NRW-HH-B und HH-H-M sowie F-Basel.

--
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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

7 Hauptachsen?

naseweiß, Montag, 23.01.2012, 11:14 (vor 5213 Tagen) @ Oscar (NL)

b) Man geht in Deutschland den HGV falsch an, wirft eher Geld mittels Flickschusterrei zum Fenster raus. Denn wie sieht es eigentlich bei der LGV Sud-Est, der mutmaßlich am dichtesten befahrenen SFS Europas aus? Das resultiert aus der durchgehenden SF-Netz und der Bündelung vieler Routen. Hier behaupte ich, könnte es durchaus zu so einer Vervielfachung der Fahrgastzahlen gekommen sein.


Deutschland ist kein Frankreich. Ein großes Zentrum wie Paris sucht man in Deutschland vergeblich. Paris hat viel mehr Einwohner als Berlin, zudem liegt Paris zentraler im Land als Berlin.

Dennoch wäre Bündelung der HGV-Verkehre auch für Deutschland nicht schlecht; nur schade, dass man das auch konsequent auf 7 gleichwertige Hauptachsen [1] machen muss und gerade dafür fehlen die Moneten.

Hallo Oscar,
die Erwähnung der LGV Sud-Est stammte von mir. Meine These war, dass man statt 7 gleichwertiger Hauptachsen mit einer "gleicheren" (meint eine doch zu bevorzugende) hätte starten sollen:

1.) Karlsruhe/Stuttgart-Frankfurt-Köln-Dortmund
2.) München-Stuttgart/Karlsruhe-Frankfurt-Köln-Dortmund-Hannover/Bremen/Hamburg

Denn diese erschlösse den am dichtesten besiedelten Bereich Deuschlands inkl. interessanter Anschlüsse ins Ausland. Dazu muss man das noch von der Sicht des alten Westdeutschlands angehen, in dem schließlich die stattdessen als erste NBS Hannover-Würzburg (und Mannheim-Stuttgart) geplant und gebaut wurde, wobei dann bis auf Nürnberg keine wichtigere Großstadt umgangen worden wäre.

Mit dem Prinzip Schienenautobahn wären auch auf eigentlich umwegigen Routen wie Frankfurt-Hannover oder München-Hamburg - je über Köln - gute Fahrzeiten erreicht worden. Vor allem hätte man viel Verkehr bündeln können, was verschiedenste attraktive Angebot und eine gut ausgelastete NBS ermöglicht.

.

Eine weitere Lösung wäre, nicht den schnellen sondern den langsamen Verkehren eine eigene Strecke zu verpassen: wie in NL die Betuweroute, eine reinrassige Cargobahn. So schaffte man die Kapazität, die für einen 10-Minutentakt Utrecht-Nijmegen nötig sind, sowie die Kapazität, die man für den wachsenden Cargoverkehr Rotterdam-Deutschland braucht.

Der im Schnitt langsamste Verkehr ist aber nicht der der Güter, sondern Nahverkehr, Regional- und S-Bahnen. Eigene Gleise wurden auf praktisch allen S-Bahn-Strecken parallel wichtige Fernverkehrs-Hauptstrecken innerhalb Ballungsräumen geschaffen. Derzeit befindet sich z.B. die Nürnberger S1 von Nürnberg nach Erlangen in Bau.

Es gibt aber auch dreigleisige Ausbauten, bei denen ein zusätzliches, mittleres Gleis zwar im Mischverkehr, aber hauptsächlich eben vom Nahverkehr genutzt wird:
- Hu-Wolfgang - Hailer-Meerholz (Frankfurt-Fulda)
- Buchholz - Rothenburg (Hamburg-Bremen)
- Stelle - Lüneburg (Hamburg-Hannover, in Bau)

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Anbindung nach Amsterdam

ice-t-411, Dienstag, 24.01.2012, 09:44 (vor 5212 Tagen) @ Oscar (NL)

Hi!

* Stuttgart-Zürich (wenigstens mal 2-gleisig)


Eher doppelspurig als Ausbau für höhere Geschwindigkeiten. Es ist doch stützend, dass man in Deutschland wegen fehlender Doppelspurabschnitte die CH-Fahrzeitgewinne wieder abbummeln muss und in Stuttgart nur noch die Schlußlichter der Anschlußzüge sieht.

Höhere Geschwindigkeit sind hier auch kaum zu machen, aber mit Neigetechnik und ordentlicher Betriebsqualität ist die Strecke nicht so unattraktiv.

* München-Österreich


Zumindest auf den AT-Abschnitten tut sich was = Westbahn und Unterinntalbahn.

Aber auf dem deutschen Abschnitt nicht (viel). Langfristig sollte hier ein Ausbau (drei bis vier Gleise, NeiTech im Fernverkehr) kommen.

* Hannover-Amsterdam

Eine NBS ist hier auch sicher nicht angezeigt! Aber zunächst mal konsequent die Trassierung der Strecke ausnutzen, d.h. zunächst durchgehend 160 km/h und dann langfristig Aufheben der Bahnübergänge und wenn möglich 200-230 km/h. Ich habe die Strecke als eher schnurgerade im Kopf und die Auslastung sah mir auch noch nicht an der Grenze aus.
Ich erwarte all das jetzt nicht morgen, aber perspektivisch muss die Bahn nach West- und Osteuropa auch grenzüberschreitend konkurrenzfähig werden. Immerhin will man hier den ICx einsetzen, das ist schon einmal ein Anfang.

Gruß
Johannes

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Neigetechnik München-Österreich

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 24.01.2012, 12:52 (vor 5212 Tagen) @ ice-t-411

Zumindest auf den AT-Abschnitten tut sich was = Westbahn und Unterinntalbahn.

Aber auf dem deutschen Abschnitt nicht (viel). Langfristig sollte hier ein Ausbau (drei bis vier Gleise, NeiTech im Fernverkehr) kommen.

Beim heutigen Stand eher die extra Gleise als Neigetechnik.

1. Auf München-Salzburg fahren qua FV aktuell railjets und lokbespannte IC-Wagenzüge (sowohl DB als ÖBB). Für diese Züge bringt die Neigetech"nichts".
Man könnte theoretisch die railjets Wien-München durch ICE-T ersetzen und stattdessen Wien-Passau-Frankfurt-Köln sowie das eine Zugpaar Wien-Kassel-Hamburg mit railjets fahren. Erst dann wird FV-Neigetechnik interessant, wenn auch nicht für alle Fernzüge. Es verkehrt ja auch die IC-Linie 62 Frankfurt-Salzburg und ich erwarte nicht, dass diese mit ICE-T abgefertigt wird (eher mit ÖBB-EC-Wagenzügen oder mit den neuen IC-Triebwagen).
Hinzu kommen noch die Korridorzüge Wien-Innsbruck. Die ÖBB hat im Moment nicht ausreichend 4011er um diese Relation bogenschnell zu betreiben (@Anoj 1: ist es annehmlich dass die 4011er-Flotte erweitert wird?).

2. Auf München-Kufstein fahren aktuell DB-ÖBB-LeNord-ECs nach Verona. Eine Umstellung auf Neigetechnik erwarte ich nicht:
a. ICE-T ist Einsystem (also am Brenner Schluß)
b. Initiativen seitens Trenitalia oder LeNord sind mir nicht bekannt
c. Initiativen seitens ÖBB deuten eher auf Umstellung auf railjet

Also durften von der Neigetechnik nur wenige Züge profitieren. Von den extra Gleisen profitieren dagegen alle Züge(also auch Regios und Cargos).


gruß,

Oscar (NL).

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Hannover-Amsterdam (direkter Weg)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 24.01.2012, 13:14 (vor 5212 Tagen) @ ice-t-411

* Hannover-Amsterdam

Aber zunächst mal konsequent die Trassierung der Strecke ausnutzen, d.h. zunächst durchgehend 160 km/h und dann langfristig Aufheben der Bahnübergänge und wenn möglich 200-230 km/h.

So sehe ich das vorerst auch. Also durchgehend 160 km/h ohne Lafas, auch in den Niederlanden (eine Anhebung von 140 zu 160 km/h ist bei uns in Gespräch).

Ich erwarte all das jetzt nicht morgen, aber perspektivisch muss die Bahn nach West- und Osteuropa auch grenzüberschreitend konkurrenzfähig werden. Immerhin will man hier den ICx einsetzen, das ist schon einmal ein Anfang.

Der "ICx International" ist s.i.w. vor allem auf Berlin-Amsterdam vorgesehen (wäre 8 von 12 bestellten Triebwagen). Gibt es Planungen, die Warschau-ECs auf ICx umzustellen, oder sollen hier die PKP-HGV-Triebwagen kommen?

Jedenfalls soll mit dem ICx folgendes besser werden:

1. kein Lokwechsel mehr in Bad Bentheim, denn ICx Mehrsystem. Ob es den Halt in Bad Bentheim dann nach wie vor gibt, bin ich mir nicht sicher.
2. besseres Beschleunigungsverfahren.
3. weniger Kosten pro Sitzplatz.
4. Anhebung der vmax auf Berlin-Hannover von 200 zu 230 km/h (ggf. 250 km/h wenn DB einen ICx-Mehrsystem mit 4 von 7 Powercars beschafft). Wird wohl nicht viel Fahrzeitgewinn bringen, aber dann werden die ICEs nicht so stark ausgebremst. Kommt also den Netzbetrieb zugute.
5. Möglichkeit zur Flügelung in Hannover, z.B. mit einem Zugteil von/nach Bremen (H-B Dotra).
6. Möglichkeit einer Durchbindung nach Warschau, z.B. Amsterdam-Berlin + Hannover-Warschau wobei man für Amsterdam-Warschau in Hannover, Wolfsburg, Stendal oder Berlin Zugteil wechselt (auch hier also H-B Dotra).


gruß,

Oscar (NL).

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NBS =Mehrverkehr

Felix, Göttingen, Samstag, 21.01.2012, 23:05 (vor 5215 Tagen) @ ice-t-411

Wieso antwortest du eigentlich auf keinen der Beiträge die klar belegen können, dass deine Ausgangsthese

"Die Pkm im Fernverkehr sind seit 1990 nicht gestiegen."

widerlegen können.

Eine solche These habe ich gar nicht getroffen, ich habe nur die Zahlen des statistischen Bundesamtes gebracht, die ein ziemlich stabiles Fernverkehrsaufkommen seit 1995 belegen, nachdem ITF behauptet hatte, daß bisher alle NBS Mehrverkehr generiert hätten.

Und wenn du weiteren Quellen für Mehrverkehr brauchst dann sie in den jeweiligen wikipedia-Artikel zu den SFS nach. Dort sind jeweils Quellen für die mindenstens 20-30% Mehrverkehr angegeben.

Ich habe mir die Wikipedia-Artikel bis jetzt daraufhin nicht durchgelesen. Wo finde ich so eine Quelle z.B. für die NBS Hannover-Würzburg? In dem Wikipedia-Artikel finde ich bis jetzt nur diese Passage, die eine Aussage über die Verkehrsentwicklung trifft:

"Während die Zahl der Personenzugpaare im Streckenabschnitt Göttingen–Fulda kontinuierlich von 38 (1992) auf 63 (2007) stieg, ging die Zahl der Güterzugpaare von 35 (1992) auf 22 (2005) bzw. 18 (2007) zurück. Die Belastung der Bestandsstrecke entwickelte sich dabei gegenläufig: Die Zahl der Güterzugpaare stieg von 66 (1992) auf 104 (2007), während die Zahl der Personenzugpaare im selben Zeitraum von 45 auf 35 zurückging."

Quelle dafür ist irgendein DB-Dokument. Also in dem Jahr, nachdem die Strecke vollständig in Betrieb genommen wurde, fuhren nach wie vor nur die beiden stündlichen Fernverkehrslinien (vormals IC, dann erst eine, dann beide auf ICE umgestellt) über diese Strecke. Wo ist da jetzt der Mehrverkehr, den diese NBS gebracht haben soll?

In dem Artikel steht außerdem noch, daß die Verkehrsprognosen, mit denen diese Strecke durchgesetzt wurde, verfehlt wurden. Z.B. hier:

"Im August 1994 nutzten täglich rund 100 Personen- und 70 Güterzüge die Strecke.[3] 1995 wurde die Strecke im Abschnitt Kassel–Göttingen von im Mittel 100 Personenzügen und 65 Güterzügen täglich befahren. Der Bundesverkehrswegeplan 1980 sah, für das Jahr 1990, eine Belastung durch 88 Personen- und 152 Güterzüge vor.[120]

Der Wirtschaftlichkeitsrechnung des Projekts waren 240 Züge pro Tag zu Grunde gelegt worden, etwa je zur Hälfte Personen- und Güterzüge. Darüber hinaus wurden netzweite Wirkungen angesetzt."

Das heißt, auch damals wurden schon falsche, mutmaßlich erlogene Prognosen benutzt, um das Projekt durchzudrücken. Genau wie etwa bei der NIM, oder Wendlingen-Ulm die auch mit erlogenem Güterverkehr schöngerechnet wurden.

NBS =Mehrverkehr

ice-t-411, Samstag, 21.01.2012, 23:49 (vor 5215 Tagen) @ Felix

Hi!

Eine solche These habe ich gar nicht getroffen, ich habe nur die Zahlen des statistischen Bundesamtes gebracht, die ein ziemlich stabiles Fernverkehrsaufkommen seit 1995 belegen, nachdem ITF behauptet hatte, daß bisher alle NBS Mehrverkehr generiert hätten.

Und wenn du weiteren Quellen für Mehrverkehr brauchst dann sie in den jeweiligen wikipedia-Artikel zu den SFS nach. Dort sind jeweils Quellen für die mindenstens 20-30% Mehrverkehr angegeben.


Ich habe mir die Wikipedia-Artikel bis jetzt daraufhin nicht durchgelesen. Wo finde ich so eine Quelle z.B. für die NBS Hannover-Würzburg? In dem Wikipedia-Artikel finde ich bis jetzt nur diese Passage, die eine Aussage über die Verkehrsentwicklung trifft:

Siehe hier! Für die beiden alten SFS habe ich keine Angaben gefunden. Sie wurden in den zwanzig Jahren ihrer Planung so oft umgeplant und wie Projekte teilweise politisch durchgesetzt werden (Baukosten niedrig schätzen, Nutzen hoch schätzen) kann man natürlich diskutieren.

Gruß
Johannes

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Alle Angaben ohne Gewähr!

NBS =Mehrverkehr

Felix, Göttingen, Sonntag, 22.01.2012, 00:45 (vor 5214 Tagen) @ ice-t-411

Siehe hier!

Ich vertraue den Erfolgsmeldungen der DB nicht, weil ich sie selbst nicht nachprüfen kann und weil die DB ja auch bei den Prognosen, mit denen sie ihre NBS politisch durchsetzt, lügt.

Für die beiden alten SFS habe ich keine Angaben gefunden. Sie wurden in den zwanzig Jahren ihrer Planung so oft umgeplant und wie Projekte teilweise politisch durchgesetzt werden (Baukosten niedrig schätzen, Nutzen hoch schätzen) kann man natürlich diskutieren.

Nachdem man in den vergangenen zwanzig Jahren so oft daneben gelegen hat, halte ich einen unschuldigen Irrtum für ausgeschlossen.

NBS =Mehrverkehr

ice-t-411, Sonntag, 22.01.2012, 11:43 (vor 5214 Tagen) @ Felix

Hi!

Siehe hier!


Ich vertraue den Erfolgsmeldungen der DB nicht, weil ich sie selbst nicht nachprüfen kann und weil die DB ja auch bei den Prognosen, mit denen sie ihre NBS politisch durchsetzt, lügt.

Was du glaubst oder nicht ist deine Sache, das ist der Zweck von Quellen beim wissenschaftlichen Arbeiten. Aber dann solltest du den Zahlen des statistischen Bundesamts auch eher skeptisch gegenüber stehen, die Befragen nämlich Hauptsächlich die Verkehrsunternehmen, bekommen ihre Zahlen also von der DB.

Für die beiden alten SFS habe ich keine Angaben gefunden. Sie wurden in den zwanzig Jahren ihrer Planung so oft umgeplant und wie Projekte teilweise politisch durchgesetzt werden (Baukosten niedrig schätzen, Nutzen hoch schätzen) kann man natürlich diskutieren.


Nachdem man in den vergangenen zwanzig Jahren so oft daneben gelegen hat, halte ich einen unschuldigen Irrtum für ausgeschlossen.

Ein falsche Prognose und eine Lüge sind doch recht unterschiedliche Dinge. Was in den Prognosen massiv verfehlt wurde, war die Auslastung im Güterverkehr. Das lag auch am später beschlossenen Begegnungsverbot zwischen Gv und Fv.

Gruß
Johannes

--
Schiffbau ist Kunst - Flugzeugbau ist Wissenschaft - Elektrotechnik ist Glücksache ;)

Alle Angaben ohne Gewähr!

NBS =Mehrverkehr

Felix, Göttingen, Sonntag, 22.01.2012, 12:36 (vor 5214 Tagen) @ ice-t-411

Ein falsche Prognose und eine Lüge sind doch recht unterschiedliche Dinge. Was in den Prognosen massiv verfehlt wurde, war die Auslastung im Güterverkehr. Das lag auch am später beschlossenen Begegnungsverbot zwischen Gv und Fv.

Und warum prognostiziert man dann heute schon wieder "leichte Güterzüge" für die NBS Wendlingen-Ulm, um zu einem NKV>1 zu kommen? Jeder weiß, daß es diese "leichten Güterzüge" nicht geben wird, trotzdem hat man mit ihrer Hilfe das Projekt schöngerechnet, weil es sonst nicht gebaut werden dürfte. Was ist das anderes als Betrug? Und es geht hier immerhin um Milliarden und Abermilliarden von Steuergeldern.

NBS =Mehrverkehr

ice-t-411, Sonntag, 22.01.2012, 13:57 (vor 5214 Tagen) @ Felix

Hi!

Und warum prognostiziert man dann heute schon wieder "leichte Güterzüge" für die NBS Wendlingen-Ulm, um zu einem NKV>1 zu kommen? Jeder weiß, daß es diese "leichten Güterzüge" nicht geben wird, trotzdem hat man mit ihrer Hilfe das Projekt schöngerechnet, weil es sonst nicht gebaut werden dürfte. Was ist das anderes als Betrug? Und es geht hier immerhin um Milliarden und Abermilliarden von Steuergeldern.

Ich verweise auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag. Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung spielt danach keine Rolle, ob die Güterzüge über Geislingen oder NBS fahren, da die Gesamtkapazität betrachtet wird.

Man rechnet noch mit 8 Güterzügen pro Richtung (wohl in der Nacht). Das könnten z.B. leere Güterwagen sein, die Verkehrsströme sind ja nicht immer symmetrisch.

Anmerkung: So richtig sinnvoll erachte ich die 2%-NBS jetzt nicht, aber man sollte bei den Fakten bleiben.

Gruß
Johannes

--
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Alle Angaben ohne Gewähr!

NBS =Mehrverkehr

Henrik, Sonntag, 22.01.2012, 02:01 (vor 5214 Tagen) @ Felix

"Während die Zahl der Personenzugpaare im Streckenabschnitt Göttingen–Fulda kontinuierlich von 38 (1992) auf 63 (2007) stieg, ... Die Belastung der Bestandsstrecke entwickelte sich dabei gegenläufig: ... die Zahl der Personenzugpaare im selben Zeitraum von 45 auf 35 zurückging."

Quelle dafür ist irgendein DB-Dokument. Also in dem Jahr, nachdem die Strecke vollständig in Betrieb genommen wurde, fuhren nach wie vor nur die beiden stündlichen Fernverkehrslinien (vormals IC, dann erst eine, dann beide auf ICE umgestellt) über diese Strecke. Wo ist da jetzt der Mehrverkehr, den diese NBS gebracht haben soll?

allein schon in der bekanntlich deutlich höheren Auslastung.

erstere Deiner Zahlen belegen ja auch eine deutliche Zunahme der FernverkehrsZüge.

In dem Artikel steht außerdem noch, daß die Verkehrsprognosen, mit denen diese Strecke durchgesetzt wurde, verfehlt wurden. Z.B. hier:

"Im August 1994 nutzten täglich rund 100 Personenzüge ... die Strecke.[3] 1995 wurde die Strecke im Abschnitt Kassel–Göttingen von im Mittel 100 Personenzügen ... täglich befahren. Der Bundesverkehrswegeplan 1980 sah, für das Jahr 1990, eine Belastung durch 88 Personenzüge vor.[120]

also,
Prognose Planfall 88 FernverkehrsZüge,
Ist Planfall 100 FernverkehrsZüge

die Prognose wurde um -12 verfehlt?

Das heißt, auch damals wurden schon falsche, mutmaßlich erlogene Prognosen benutzt, um das Projekt durchzudrücken.

deutlich weniger mutmaßungen, Spekulationen & Unterstellungen täten der Lesbarkeit Deiner Beiträge gut!
...vor allem, wenn diesbezüglich in diesem Thread schon anderes zu lesen ist & überhaupt bekannt ist.
die ersten beiden NBS wurden nicht primär nur wegen HGV gebaut, sondern wegen Kapazität, wegen des Güterverkehrs.
Dass der nun dann doch im Laufe der BauPhase so dermaßen eingebrochen war, na, wenn Du das vorausgesagt hättest - herzlichen Glückwunsch!
sprich also: für GV gebaut - von FV genutzt
So kann es nun mal kommen.

Kein Mehrverkehr durch NBS

Felix, Göttingen, Freitag, 20.01.2012, 14:25 (vor 5216 Tagen) @ ITF

Das würde ich so nicht stehen lassen. Bisher haben alle deutschen NBS Mehrverkehr generiert. Ausbaustrecken wie Hamburg-Berlin übrigens auch.

Kannst Du diese Behauptung belegen?

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes besagen das Gegenteil. Beförderungsleistung im Schienenpersonenfernverkehr in Mill. Pkm:
1995 36277
2000 36226
2005 33695
2010 36116

Kein Mehrverkehr durch NBS

Henrik, Freitag, 20.01.2012, 14:45 (vor 5216 Tagen) @ Felix

Das würde ich so nicht stehen lassen. Bisher haben alle deutschen NBS Mehrverkehr generiert.
Ausbaustrecken wie Hamburg-Berlin übrigens auch.

Kannst Du diese Behauptung belegen?

Ja, seine These ist für jede NBS und auch ABS belegbar, die meisten Zahlen findest Du sogar bei Wikipedia.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes besagen das Gegenteil.

ganz sicher nicht.

Augen und Ohren zuhalten wird nicht helfen

Felix, Göttingen, Freitag, 20.01.2012, 14:54 (vor 5216 Tagen) @ Henrik

Ja, seine These ist für jede NBS und auch ABS belegbar, die meisten Zahlen findest Du sogar bei Wikipedia.

Na, dann bin ich mal gespannt.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes besagen das Gegenteil.


ganz sicher nicht.

Offensichtlich doch. Und standhaftes Leugnen wird Dir nicht helfen, denn ich habe die Zahlen schließlich hingeschrieben, wodurch für jeden ersichtlich ist, daß der SPFV in den vergangenen 15 Jahren allen NBS/ABS zum Trotz nicht gewachsen ist.

Augen und Ohren zuhalten wird nicht helfen

Henrik, Freitag, 20.01.2012, 15:04 (vor 5216 Tagen) @ Felix

Ja, seine These ist für jede NBS und auch ABS belegbar, die meisten Zahlen findest Du sogar bei Wikipedia.

Na, dann bin ich mal gespannt.

Dann mach Dich auf und tue Dir keinen Zwang an, siehe Deine Überschrift! :P

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes besagen das Gegenteil.

ganz sicher nicht.

Offensichtlich doch. Und standhaftes Leugnen wird Dir nicht helfen, denn ich habe die Zahlen schließlich hingeschrieben, wodurch für jeden ersichtlich ist, daß der SPFV in den vergangenen 15 Jahren allen NBS/ABS zum Trotz nicht gewachsen ist.

Das war nicht das Thema - das mag ja durchaus sein, dass dem so sei.
Ob dem nun wirklich so sei, und was dahinter stecken könnte, wenn dem so wäre,
kannst Du Dir ja gerne mal differenzierte Gedanken machen!
Du schreibst ja selbst "zum Trotz", gehst also offenbar selbst davon aus, dass es auf diesen deutlich Mehrverkehr gibt.

These ist, dass es durch NBS/ABS auf den entsprechenden Relationen durch diese sehr deutliche Verlagerungen im Modal Split hin zum Bahnverkehr gegeben hat, vor allem im Quell-Ziel-Verkehr.
Zahlen, die das Gegenteil besagen, konnte ich in Deinen Postings nicht finden - Du?

Augen und Ohren zuhalten wird nicht helfen

Felix, Göttingen, Freitag, 20.01.2012, 15:09 (vor 5216 Tagen) @ Henrik

Dann mach Dich auf und tue Dir keinen Zwang an, siehe Deine Überschrift! :P

Ach, was bist Du mal wieder witzig heute. ITF hat die Behauptung aufgestellt, es ist seine Sache, sie zu belegen.

Du schreibst ja selbst "zum Trotz", gehst also offenbar selbst davon aus, dass es auf diesen deutlich Mehrverkehr gibt.

Was für ein Schwachsinn.

Zahlen, die das Gegenteil besagen, konnte ich in Deinen Postings nicht finden - Du?

Du hast die Zahlen schon gefunden, Du kannst sie nur nicht ertragen.

Augen und Ohren zuhalten wird nicht helfen

Henrik, Freitag, 20.01.2012, 15:18 (vor 5216 Tagen) @ Felix

Dann mach Dich auf und tue Dir keinen Zwang an, siehe Deine Überschrift! :P

Ach, was bist Du mal wieder witzig heute. ITF hat die Behauptung aufgestellt, es ist seine Sache, sie zu belegen.

Ich tat nicht auf zwanghaft witzig - die Überschrift ist von Dir.^^
Wie gesagt, Belege zu der These von ITF findest Du z.B. bei Wikipedia, erst recht in der Literatur und sicher auch massenhaft hier in diesem Forum.

Du schreibst ja selbst "zum Trotz", gehst also offenbar selbst davon aus, dass es auf diesen deutlich Mehrverkehr gibt.

Was für ein Schwachsinn.

Zahlen, die das Gegenteil besagen, konnte ich in Deinen Postings nicht finden - Du?

Du hast die Zahlen schon gefunden, Du kannst sie nur nicht ertragen.

Ich kenne die von Dir geposteten Zahlen, sie haben nichts mit der These von ITF zu tun.
Wieso sollte ich irgendwelche Probleme mit Zahlen haben?
"Ach, was bist Du mal wieder witzig heute." -.-

Sind NBS eine erfolgreiche Strategie?

Alphorn (CH), Freitag, 20.01.2012, 15:34 (vor 5216 Tagen) @ Henrik

Immer ruhig mit den jungen Pferden, der Ton in diesem Forum war immer sehr gesittet und das soll auch so bleiben.

Was den Streitpunkt angeht: Keiner von euch kann mit Sicherheit beweisen, dass er recht hat.

These 1: NBS/ABS führen insgesamt zu Mehrverkehr
These 2: NBS/ABS führen insgesamt nicht zu Mehrverkehr

These 1 wäre klar richtig, wenn man die NBS isoliert betrachtet, denn selbstverständlich fahren auf dieser einen Teilstrecke mit der verkürzten Fahrzeit mehr Leute.

Aber: Wie ist die Netzwirkung? Eine NBS entzieht dem Restnetz Geld für kleinere Ausbauten, welche mit geringerem finanziellen Aufwand mehr Minuten hätten sparen können. Und wenn die NBS nicht in ein gutes Fahrplankonzept eingebunden sind, wirken sie nur ziemlich lokal, weil die gesparten Minuten am nächsten Umsteigebahnhof abgebummelt werden müssen.

Die Tatsache, dass der Fernverkehr insgesamt abgenommen hat, ist ein Indiz, aber kein Beweis für These 2. Der Gesamtfernverkehr hängt von vielen Faktoren ab, z.B. von Fahrpreisen und Autobahnausbauten, welche mit der Bahninfrastruktur nichts zu tun haben.

Persönlich halte ich These 2 für richtig. Mir wären flächendeckende kleine Fahrzeiteinsparungen zur Verbesserung der Anschlüsse (ITF) wichtiger als lange Rennstrecken. Erst wenn die Anschlüsse stimmen, kann man über weitere lange NBS nachdenken, die dann aber auch wieder zu den etablierten Taktknoten passen müssen.

Ja! - Entflechtung und Kapazitätserweiterung

ICE-T-Fan, Freitag, 20.01.2012, 16:01 (vor 5216 Tagen) @ Alphorn (CH)

In Deutschland fehlt Entflechtung der Verkehre. Erst dadurch kann man die Streckenkapazitäten maximieren, da Konflikte abgebaut werden.

Einen riesigen Fahrzeitgewinn bringen NBS eher selten, aber mehr mögliche Fahrplantrassen und somit ein potentiell größeres Angebot.

Ja! - Entflechtung und Kapazitätserweiterung

Henrik, Freitag, 20.01.2012, 16:43 (vor 5216 Tagen) @ ICE-T-Fan

In Deutschland fehlt Entflechtung der Verkehre. Erst dadurch kann man die Streckenkapazitäten maximieren, da Konflikte abgebaut werden.

Einen riesigen Fahrzeitgewinn bringen NBS eher selten, aber mehr mögliche Fahrplantrassen und somit ein potentiell größeres Angebot.

*hehe*, wobei "riesig" im Auge des Betrachters liegt.;)
so ganz wenig ist es ja auch nicht, und immerhin ist es soviel, dass die allermeisten Fahrgäste (>2/3) genau deswegen in den ICE einsteigen.
Aber ja, aus Bahn-Sicht sieht das anders aus,
keine NBS wurde hauptsächlich ursächlich allein nur aus der Motivation heraus geplant, deutlich schnellere Fahrzeiten anzubieten, sondern die Kapazitätsfrage war am meisten ausschlaggebend (die VDE sind da nochmal gesondert zu betrachten).

Ja! - Entflechtung und Kapazitätserweiterung

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 23.01.2012, 09:42 (vor 5213 Tagen) @ ICE-T-Fan

Hallo ICE-T-Fan,

In Deutschland fehlt Entflechtung der Verkehre.

Fehlt auch bei uns...

Auf den meisten NL-Strecken fahren immer noch ICs, RBs, Cargos und der ICE International durcheinander. Allerdings hat NS das Problem dadurch "gelöst", dass die schnellsten Züge auf dem Altnetz nicht schneller als 140 km/h fahren. Das geht in Deutschland natürlich nicht (oh Ironie: 200 km/h mit Lafas geht aber schon...).

Eine weitere Lösung wäre, nicht den schnellen sondern den langsamen Verkehren eine eigene Strecke zu verpassen: wie in NL die Betuweroute, eine reinrassige Cargobahn. So schaffte man die Kapazität, die für einen 10-Minutentakt Utrecht-Nijmegen nötig sind, sowie die Kapazität, die man für den wachsenden Cargoverkehr Rotterdam-Deutschland braucht.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

NBS sind eine erfolgreiche Strategie!

Henrik, Freitag, 20.01.2012, 16:05 (vor 5216 Tagen) @ Alphorn (CH)

Immer ruhig mit den jungen Pferden, der Ton in diesem Forum war immer sehr gesittet und das soll auch so bleiben.

Danke für den Rückhalt & Zustimmung,
auch wenn ich dem Mittelteil ganz sicher nicht so recht zustimmen kann.
Die Admins hätten weniger Probleme gehabt, wenns wirklich so gewesen wäre.^^
Gewiss, wenn man DSO o.ä. als Maßstab nimmt, ist hier der Himmel auf Forum. ;)

Was den Streitpunkt angeht: Keiner von euch kann mit Sicherheit beweisen, dass er recht hat.

wie gesagt, die These von ITF lässt sich überall nachlesen mit Belegen.^^
......sogar bei Wikipedia, und gar in Deinem Posting hier, huch ! :P

These 1: NBS/ABS führen insgesamt zu Mehrverkehr
These 2: NBS/ABS führen insgesamt nicht zu Mehrverkehr

These 1 wäre klar richtig, wenn man die NBS isoliert betrachtet, denn selbstverständlich fahren auf dieser einen Teilstrecke mit der verkürzten Fahrzeit mehr Leute.

insgesamt im Sinne von gesamtes Bundesgebiet, hat ja keiner hier weder These 1 noch These 2 vertreten.
Teilstrecke ist aber nun auch nicht ganz das richtige Wort.
Das sind Relation von bis 300 km - die klassische Fernverkehrsrelation.

Aber: Wie ist die Netzwirkung? Eine NBS entzieht dem Restnetz Geld für kleinere Ausbauten, welche mit geringerem finanziellen Aufwand mehr Minuten hätten sparen können. Und wenn die NBS nicht in ein gutes Fahrplankonzept eingebunden sind, wirken sie nur ziemlich lokal, weil die gesparten Minuten am nächsten Umsteigebahnhof abgebummelt werden müssen.

Hier passt dann nun wirklich Dein Satz,
Du kannst nicht mit Sicherheit beweisen, dass Du recht hat.
Bzw. Du bist auch reichlich unkonkret & wirr.
Was sind denn kleinere Ausbauten vs. ABS - wieso sollten kleine ABS mehr bringen als große sinnvollere ABS etc.
Anteile der NBS-Kosten sind nahezu verschwindend gering im Vergleich zu den Kosten der ABS und vor allem der Instandhaltung des vorhandenen Netzes. Wo fängst Du also an, wo hörst Du auf?
Eine NBS bringt keine paar Minuten, sondern halbe Stunde bis Stunde an Fahrzeitgewinn, da haste einige Deiner Knoten schon fast wieder raus.
Gewiss sollten Takte, psychologische Fahrzeiten etc. auch berücksichtigt werden, wird ja auch.

Die Tatsache, dass der Fernverkehr insgesamt abgenommen hat, ist ein Indiz, aber kein Beweis für These 2. Der Gesamtfernverkehr hängt von vielen Faktoren ab, z.B. von Fahrpreisen und Autobahnausbauten, welche mit der Bahninfrastruktur nichts zu tun haben.

Du siehst etwas als Tatsache an, wirst aber auch Schwierigkeiten haben, es zu belegen bzw. müsstest es erläutern.
Züge? Fahrgäste? Linien? etc.
Sind die Fahrgäste nun weiterhin vorhanden, fahren jetzt eben einfach in einem NV-Zug, bei gleicher Relation etc.
Natürlich kann man es sich auch ganz einfach machen, wenn man will...^^
Was ist mit der gesamtwirtschaftlichen Situation, Rückgang ebenfalls in anderen Verkehrsbereichen etc.

Persönlich halte ich These 2 für richtig. Mir wären flächendeckende kleine Fahrzeiteinsparungen zur Verbesserung der Anschlüsse (ITF) wichtiger als lange Rennstrecken. Erst wenn die Anschlüsse stimmen, kann man über weitere lange NBS nachdenken, die dann aber auch wieder zu den etablierten Taktknoten passen müssen.

Deine Haltung darfst & sollst Du auch gerne haben, ist die schweizerische Sicht,
halte ich absolut nicht übertragbar auf Deutschland und auch nicht auf das Bahnnetz hierzulande.
NBS sind sehr wichtig, bringen sehr große Fahrzeitverkürzungen zwischen unseren Großstädten, auf den langen Fernverkehrsrelationen und verlagern Verkehr von der Straße und der Luft auf die Schiene.
Den flächendeckenden Nahverkehr, der sicher auch seine Daseinsberechtigung haben mag, sollte man nicht gegen den Fernverkehr ausspielen.

NBS sind eine erfolgreiche Strategie!

Alphorn (CH), Montag, 23.01.2012, 01:17 (vor 5213 Tagen) @ Henrik

Danke für den Rückhalt & Zustimmung,

Rückhalt? Mit dem Aufruf zur Zurückhaltung waren beide gemeint. Du wurdest zwar nicht ausfällig, aber provozierend.

Gewiss, wenn man DSO o.ä. als Maßstab nimmt, ist hier der Himmel auf Forum. ;)

Da sind wir uns einig. Und beides noch weit entfernt vom EBFÖ...

wie gesagt, die These von ITF lässt sich überall nachlesen mit Belegen.^^
......sogar bei Wikipedia, und gar in Deinem Posting hier, huch ! :P

Soviel zum Thema provozierender Tonfall... Was hat ITFs Aussage, dass auf der Achse der NBS Mehrverkehr generiert wurde, mit meiner Frage nach der Netzwirkung zu tun? Felix und ich reden von Gesamtdeutschland, nicht von München-Nürnberg und dergeleichen, und in Gesamtdeutschland hat Felix ja mit Zahlen nachgewiesen, dass der Bahnverkehr zurückgegangen ist.

Was sind denn kleinere Ausbauten vs. ABS - wieso sollten kleine ABS mehr bringen als große sinnvollere ABS etc.

Die von mir hinterfragten ABS sind die schnellen, also teuren. Ein Ausbau auf 160 km/h ist in in aller Regel billig und kann an vielen Orten im Netz entscheidende Minuten bringen. Auch 200 km/h sind im Flachland noch eine ganz andere Kostenklasse als eine 300 km/h-NBS.

Die Tatsache, dass der Fernverkehr insgesamt abgenommen hat, ist ein Indiz, aber kein Beweis für These 2. Der Gesamtfernverkehr hängt von vielen Faktoren ab, z.B. von Fahrpreisen und Autobahnausbauten, welche mit der Bahninfrastruktur nichts zu tun haben.


Du siehst etwas als Tatsache an, wirst aber auch Schwierigkeiten haben, es zu belegen bzw. müsstest es erläutern.
Züge? Fahrgäste? Linien? etc.

Selbstverständlich Personenkilometer. Züge und Linien können leer sein, Fahrgäste können die gefahrenen Distanzen reduzieren. Personenkilometer sind unbestechlich, und genau von denen hat Felix nachgewiesen, dass sie abgenommen haben.

Eine eventuelle Zunahme auf den NBS wurde mehr als kompensiert durch eine Abnahme andernorts. Mögliche These: Statt NBS zu bauen, hätte man das Geld in einen Weiterbetrieb des IR stecken können, dann wäre gäbe es heute mehr FV-Nutzer.

Sind die Fahrgäste nun weiterhin vorhanden, fahren jetzt eben einfach in einem NV-Zug, bei gleicher Relation etc.

Nein. Wenn das stimmen würde, hätte bei der Abschaffung des IR der NV im gleichen Mass zunehmen müssen. Hat er aber nicht, von 2000-2005 hat er deutlich unterdurchschnittlich zugenommen; die Schienen-Gesamtverkehrsleistung (FV+NV) nahm in diesem Zeitraum sogar ab! In der Schweiz mit einer einzigen 45km langen 200 km/h-NBS und dafür Investitionen in der Fläche sowie gute Takte erreichte man im gleichen Zeitraum +28%.

Was ist mit der gesamtwirtschaftlichen Situation, Rückgang ebenfalls in anderen Verkehrsbereichen etc.

Die gesamtwirtschaftliche Situation sollte ja eher das teure Auto treffen. Welche Quelle hast Du für Rückgang?

NBS sind sehr wichtig, bringen sehr große Fahrzeitverkürzungen zwischen unseren Großstädten, auf den langen Fernverkehrsrelationen und verlagern Verkehr von der Straße und der Luft auf die Schiene.

Das Flugzeug ist der falsche Gegner. Der allergrösste Teil der Personenkilometer werden auf Fahrten generiert, wo das Auto und nicht das Flugzeug der Konkurrent ist.

Den flächendeckenden Nahverkehr, der sicher auch seine Daseinsberechtigung haben mag, sollte man nicht gegen den Fernverkehr ausspielen.

Warum nicht? Geld ist in begrenztem Mass da und kann nur entweder für FV oder NV (oder eben Mittelstreckenverkehr, siehe IR) ausgegeben werden.

NBS sind eine erfolgreiche Strategie!

ITF, Montag, 23.01.2012, 02:09 (vor 5213 Tagen) @ Alphorn (CH)

Soviel zum Thema provozierender Tonfall... Was hat ITFs Aussage, dass auf der Achse der NBS Mehrverkehr generiert wurde, mit meiner Frage nach der Netzwirkung zu tun? Felix und ich reden von Gesamtdeutschland, nicht von München-Nürnberg und dergeleichen, und in Gesamtdeutschland hat Felix ja mit Zahlen nachgewiesen, dass der Bahnverkehr zurückgegangen ist.

Die zwei Dinge haben aber nichts miteinander zu tun. Insgesamt haben die mit Fernverkehrszuegen zurueckgelegten PKM abgenommen, das ist unstrittig. Nur liegt das vor allem daran, dass der IR-Verkehr als Nahverkehr umdeklariert wurde.

Die Tatsache, dass der Fernverkehr insgesamt abgenommen hat, ist ein Indiz, aber kein Beweis für These 2. Der Gesamtfernverkehr hängt von vielen Faktoren ab, z.B. von Fahrpreisen und Autobahnausbauten, welche mit der Bahninfrastruktur nichts zu tun haben.


Du siehst etwas als Tatsache an, wirst aber auch Schwierigkeiten haben, es zu belegen bzw. müsstest es erläutern.
Züge? Fahrgäste? Linien? etc.


Selbstverständlich Personenkilometer. Züge und Linien können leer sein, Fahrgäste können die gefahrenen Distanzen reduzieren. Personenkilometer sind unbestechlich, und genau von denen hat Felix nachgewiesen, dass sie abgenommen haben.

Eine eventuelle Zunahme auf den NBS wurde mehr als kompensiert durch eine Abnahme andernorts. Mögliche These: Statt NBS zu bauen, hätte man das Geld in einen Weiterbetrieb des IR stecken können, dann wäre gäbe es heute mehr FV-Nutzer.

Provokant formuliert: Was hat der Rueckgang des SPVF in der Lausitz mit der NBS Koeln-Frankfurt zu tun?

Hier werden immer wieder Aepfel mit Birnen verglichen. Der Rueckgang der PKM des Fernverkehrsnetzes der DB hat null Aussage fuer den Efolg einzelner NBS.

Sind die Fahrgäste nun weiterhin vorhanden, fahren jetzt eben einfach in einem NV-Zug, bei gleicher Relation etc.


Nein. Wenn das stimmen würde, hätte bei der Abschaffung des IR der NV im gleichen Mass zunehmen müssen. Hat er aber nicht, von 2000-2005 hat er deutlich unterdurchschnittlich zugenommen; die Schienen-Gesamtverkehrsleistung (FV+NV) nahm in diesem Zeitraum sogar ab! In der Schweiz mit einer einzigen 45km langen 200 km/h-NBS und dafür Investitionen in der Fläche sowie gute Takte erreichte man im gleichen Zeitraum +28%.

Was ist mit der gesamtwirtschaftlichen Situation, Rückgang ebenfalls in anderen Verkehrsbereichen etc.


Die gesamtwirtschaftliche Situation sollte ja eher das teure Auto treffen. Welche Quelle hast Du für Rückgang?

Die Zahlen sind sehr vorsichtig zu behandeln. In den Jahren 2002/03 brach der Fernverkehr aufgrund eines neuen Preissystems der DB z.B. massiv im zweistelligen Bereich ein. Es hat eine Zeit gedauert, bis das vor-PEP Niveau wieder erreicht wurde.
Die besonders in D wirschaftlich schwierigen Jahre sollten ebenfalls nicht vergessen werden.

NBS sind sehr wichtig, bringen sehr große Fahrzeitverkürzungen zwischen unseren Großstädten, auf den langen Fernverkehrsrelationen und verlagern Verkehr von der Straße und der Luft auf die Schiene.


Das Flugzeug ist der falsche Gegner. Der allergrösste Teil der Personenkilometer werden auf Fahrten generiert, wo das Auto und nicht das Flugzeug der Konkurrent ist.

Bei einem Grossteil der Fahrten des Autos kann der Zug aber gar keine Konkurrenz sein. Dazu ist die Netzabdeckung des OeV zu gering und die erziehlbaren Reisezeiten sind auf sehr vielen Autorelationen mit dem OeV nie zu erreichen.

Beim Flugzeug ist hingegen jede Relation bis zu 4 Stunden Fahrzeit mit dem Zug fuer die Bahn aquirierbar. Zudem ist bei Flugzeugreisenden der erzielbare Fahrpreis viel hoeher als bei PKW-Reisenden. Das ertragspotential fuer einen abgeworbenen Fluggast ist fuer die Bahn deutlich hoeher als fuer einen abgeworbenen PKW-Fahrer.

Den flächendeckenden Nahverkehr, der sicher auch seine Daseinsberechtigung haben mag, sollte man nicht gegen den Fernverkehr ausspielen.


Warum nicht? Geld ist in begrenztem Mass da und kann nur entweder für FV oder NV (oder eben Mittelstreckenverkehr, siehe IR) ausgegeben werden.

Geld fuer die Bahn ist gar keines da, fuer alles andere hingegen sehr viel (Stichwort Herdpraemie bzw. Betreuungsgeld).
Deswegen halte ich ebenfalls nichts davon SPNV gegen SPFV oder GV auszuspielen. Wir brauchen alles 3!

NBS sind eine erfolgreiche Strategie!

Felix, Göttingen, Montag, 23.01.2012, 11:49 (vor 5213 Tagen) @ ITF

Beim Flugzeug ist hingegen jede Relation bis zu 4 Stunden Fahrzeit mit dem Zug fuer die Bahn aquirierbar.

Hamburg-Frankfurt liegt mit der Bahn heute deutlich unter 4 Stunden Fahrzeit, gehört aber trotzdem zu den aufkommensstärksten Flugrelationen in Deutschland.

Passagiere, die eine Strecke nur als Zubringer zum Weiterflug fliegen, sind schwer abzuwerben. Das kann man daran sehen, daß es heute immer noch Flüge Düsseldorf-Frankfurt und Stuttgart-Frankfurt gibt, obwohl die Bahn auf diesen Relationen heute schon konkurrenzlos schnell ist.

Hier ist eine Grafik, die den Anteil der Umsteigepassagiere am Aufkommen zeigt. "Reisende" sind die, die nur diese Strecke befliegen, "Passagiere" alle inkl. der Umsteiger. Auf einigen Relationen ist der Anteil der Umsteiger sehr hoch.

Zudem ist bei Flugzeugreisenden der erzielbare Fahrpreis viel hoeher als bei PKW-Reisenden. Das ertragspotential fuer einen abgeworbenen Fluggast ist fuer die Bahn deutlich hoeher als fuer einen abgeworbenen PKW-Fahrer.

Das stimmt, andererseits ist die Zahl der theoretisch abwerbbaren Flugreisenden zu niedrig, um teure NBS (im Bau und im langfristigen Unterhalt teuer) genügend auszulasten.

Geld fuer die Bahn ist gar keines da, fuer alles andere hingegen sehr viel (Stichwort Herdpraemie bzw. Betreuungsgeld).
Deswegen halte ich ebenfalls nichts davon SPNV gegen SPFV oder GV auszuspielen. Wir brauchen alles 3!

Mit der Strategie erreicht man aber nur den heutigen Zustand.

Was man bisher noch nicht ausprobiert hat, um die Nachfrage zu steigern, sind niedrige Normalpreise und ein deutschlandweiter ITF. Für ersteres müßte man dazu übergehen, den Betrieb auch im Fernverkehr zu subventionieren, für letzteres womöglich auch.

(Ich bin skeptisch gegenüber der Begeisterung vieler für einen deutschlandweiten ITF, aber nicht, weil ich seine Vorteile gering schätze, sondern, weil ich glaube, daß Kosten und Schwierigkeiten seiner Umsetzung in Deutschland von seinen Anhängern unterschätzt werden.)

CH hat ideale Vernetzungskonditionen.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 23.01.2012, 13:15 (vor 5213 Tagen) @ Alphorn (CH)

Ein Ausbau auf 160 km/h ist in in aller Regel billig [1] und kann an vielen Orten im Netz entscheidende Minuten bringen. Auch 200 km/h sind im Flachland noch eine ganz andere Kostenklasse [2] als eine 300 km/h-NBS.

[1] stimme ich Dir zu, [2] bin ich mir nicht sicher.

In wiefern ist Bern-Olten bautechnisch unterschiedlich von einer französischen LGV? Was macht eine LGV pro Streckenkilometer teurer als Bern-Olten?
Beide vermissen Bahnübergänge (kann man bei 160 km/h beibehalten).
Beide machen Führerstandssignalisierung erforderlich (braucht man bei 160 nicht).

Trassierung (Kurvenradien) und Stärke der Oberleitung können nicht das große Maß sein.
Vielleicht Tunnelanteil? Lärmschutzmaßnahmen?

Nein. Wenn das stimmen würde, hätte bei der Abschaffung des IR der NV im gleichen Mass zunehmen müssen. Hat er aber nicht, von 2000-2005 hat er deutlich unterdurchschnittlich zugenommen; die Schienen-Gesamtverkehrsleistung (FV+NV) nahm in diesem Zeitraum sogar ab!

Klar, wenn der IR genau passte, der IC zu teuer und der RE zu langsam, dann verabschiedet man die Bahn, oder man benutzt sie weniger.

In der Schweiz mit einer einzigen 45km langen 200 km/h-NBS und dafür Investitionen in der Fläche sowie gute Takte erreichte man im gleichen Zeitraum +28%.

Moment.
Von dieser Strecke alleine hat schon gefühlte 60-70% (wenn nicht mehr) des gesamten CH-Fernverkehrs profitiert.
Hier die Tabelle für Bern-Olten (Genf, Lausanne, Biel/Bienne, Bern, Interlaken, Brig, Basel, Aarau, Luzern, Lugano, Chur, Zürich, Winterthur, St. Gallen):

    Gnf Lsn Bil Brn Itl Brg Bsl Aar Lzn Lug Chr Zrh Wtt StG

Gnf      0   0   0   0   0   ++  ++  ++  ++  ++  ++  ++  ++
Lsn  0       0   0   0   0   ++  ++  ++  ++  ++  ++  ++  ++
Bil  0   0       0   0   0   0   +   +   +   +   +   +   +
Brn  0   0   0       0   0   ++  ++  ++  ++  ++  ++  ++  ++
Itl  0   0   0   0       0   ++  ++  0   0   ?   ++  ++  ++
Brg  0   0   0   0   0       ++  ++  ?   0   0   ++  ++  ++
Bsl  ++  ++  0   ++  ++  ++      0   0   0   0   0   0   0
Aar  ++  ++  +   ++  ++  ++  0       0   0   0   0   0   0
Lzn  ++  ++  +   ++  0   ?   0   0       0   0   0   0   0
Lug  ++  ++  +   ++  0   0   0   0   0       0   0   0   0
Chr  ++  ++  +   ++  ?   0   0   0   0   0       0   0   0
Zrh  ++  ++  +   ++  ++  ++  0   0   0   0   0       0   0
Wtt  ++  ++  +   ++  ++  ++  0   0   0   0   0   0       0
StG  ++  ++  +   ++  ++  ++  0   0   0   0   0   0   0

Alle Regionen profitieren. Von solchen Umständen kann man bei uns in NL nur träumen. Zum Vergleich:

1. die HSL-Zuid verstärkt nur den Nord-Südverkehr in der Randstad. Aus dieser Tabelle sieht man schon, dass Utrecht, Arnhem, Nijmegen und Enschede gar nicht profitieren;
2. von der Hanzelijn merkt man in Utrecht und alles südöstlich davon gar nichts;
3. ABS Amsterdam-Utrecht liefert keine Verbesserungen für Den Haag und nur sehr geringfügig für Rotterdam.

Mit 1, 2 und 3 zusammen profitiert die Ostachse (Amersfoort-Enschede) immer noch gar nicht.


gruß,

Oscar (NL).

--
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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

CH hat ideale Vernetzungskonditionen.

Alphorn (CH), Montag, 23.01.2012, 23:15 (vor 5213 Tagen) @ Oscar (NL)

[was 300 km/h-Strecken teurer macht]
Trassierung (Kurvenradien) und Stärke der Oberleitung können nicht das große Maß sein.
Vielleicht Tunnelanteil? Lärmschutzmaßnahmen?

Lärmschutz wird sicher teurer, Tunnelanteile steigen sicher, denn bei 200 km/h ist der Kurvenradius 1800m, bei 300 schon 4000m. Der Gleismittenabstand wächst von 3,8 auf 4,5 Meter. Nicht zu vergessen das teurere Rollmaterial und vor allem der viel teurere Unterhalt.

Moment.
Von dieser Strecke alleine hat schon gefühlte 60-70% (wenn nicht mehr) des gesamten CH-Fernverkehrs profitiert.

Die Voraussetzungen in der Schweiz waren zweifellos günstig. Aber es wurden nur 14 Minuten Fahrzeit eingespart, dafür würde man in anderen Ländern kaum eine Schaufel auspacken. Erst durch die neu erreichten Anschlüsse wird's wirklich interessant.

Alle Regionen profitieren. Von solchen Umständen kann man bei uns in NL nur träumen. Zum Vergleich:

Die Niederlande haben ziemlich genau das gemacht, was die Schweizer in einer Volksabstimmung verworfen haben: Eine einzelne Verbindung stark beschleunigt, von der viele andere nicht profitieren konnten (es war eine teure Neubaustrecke Zürich-Bern geplant). In der Schweiz wurde stattdessen die eine Verbindung nur moderat beschleunigt, wodurch mehr Geld für kleinere Beschleunigungen an vielen anderen Orten übrig blieb und bessere Anschlüsse hergestellt werden konnten. Ich weiss nicht, ob dieses Modell auf NL übertragbar wäre, aber es zeichnet die CH-Verkehrspolitik aus, dass Verkehrsinvestitionen so gestaltet werden, dass sie eine flächendeckende Wirkung haben.

CH hat ideale Vernetzungskonditionen.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 24.01.2012, 09:23 (vor 5212 Tagen) @ Alphorn (CH)

[was 300 km/h-Strecken teurer macht]

Lärmschutz [1] wird sicher teurer, Tunnelanteile [2] steigen sicher, denn bei 200 km/h ist der Kurvenradius 1800m, bei 300 schon 4000m. Der Gleismittenabstand [3] wächst von 3,8 auf 4,5 Meter. Nicht zu vergessen das teurere Rollmaterial [4] und vor allem der viel teurere Unterhalt [5].

1, 3, 5: Zustimmung.
Zu 2: das trifft vor allem CH und weitere (Mittel-)Gebirgsregionen zu. Bei der HSL-Zuid waren die Gründe für Tunnelbau Umweltschutz (Groene Hart, Bohrtunnel), Lärmschutz (Bergschenhoek, offene Bauweise) und Querung von Wasserstraßen (Oude Maas, Dordtsche Kil, beide Absenktunnel). Bei 200 km/h wären diese Maßnahmen wohl auch notwendig.
Zu 4: das durfte kein Grund zur Verteuerung sein, weil man vorher nicht weiß, was für Züge darauf fahren sollen. Als die Rennbahn K-F gebaut wurde, waren die vorgesehenen Züge noch nicht da.

Die Voraussetzungen in der Schweiz waren zweifellos günstig. Aber es wurden nur 14 Minuten Fahrzeit eingespart, dafür würde man in anderen Ländern kaum eine Schaufel auspacken. Erst durch die neu erreichten Anschlüsse wird's wirklich interessant.

15 Minuten sind in der Schweiz immerhin ein halber Takt, bei uns sogar ein voller Takt. Wenn man aber (wie auf Hamburg-München) 5,5 Stunden unterwegs ist, meckert man nicht um 15 Minuten mehr oder weniger.

So betrachtet ist es interessant und für viele unverstehlich, dass bei uns die Bahnstrecke Utrecht-Breda nicht gebaut wurde. Hier könnte ein normaler IC auch 15 Minuten schneller sein als der heutige IC via Den Bosch oder der heutige Fernbus via die bereits gut ausgebaute Autobahn A27. Und das sogar bei nur 140 km/h. Zudem hätten Vianen, Meerkerk, Werkendam/Woudrichem, Nieuwendijk, Hank, Geertruidenberg/Raamsdonksveer und Oosterhout auch Bahnanschluß gehabt.

Na gut, mit der HSL-Zuid ist die Strecke zum Teil überflüssig geworden; die extra Strecke würde die HSL-Zuid kannibalisieren. Breda-Utrecht-Amsterdam wäre ja gar nicht soviel langsamer als Breda-Rotterdam-Amsterdam, dafür aber um einiges preiswerter.

Die Niederlande haben ziemlich genau das gemacht, was die Schweizer in einer Volksabstimmung verworfen haben: Eine einzelne Verbindung stark beschleunigt, von der viele andere nicht profitieren konnten (es war eine teure Neubaustrecke Zürich-Bern geplant).

Ohne Brüssel und Paris wäre die HSL-Zuid gar nicht gekommen. Hauptziel war die HGV-Anbindung von Paris an die Niederlande (Brüssel hätte es mit einer normalen IC-Strecke auch getan). Daher auch die Trassierung via Rotterdam nach Amsterdam; ab Rotterdam erreicht man mit Umstieg und dichtem Takt Den Haag und Utrecht; weitere Städte und Regionen in NL durften für Pariser eher uninteressant sein. Von Paris betrachtet war die HSL-Zuid also gut trassiert.
Beschleunigung des NL-Inlandsverkehrs war eher ein zufälliges Bonus.

In der Schweiz wurde stattdessen die eine Verbindung nur moderat beschleunigt, wodurch mehr Geld für kleinere Beschleunigungen an vielen anderen Orten übrig blieb und bessere Anschlüsse hergestellt werden konnten.

CH hatte zudem folgende Vorteile:

1. die SBB hatte schon Rollmaterial für die Strecke: die EW4- und EC-Wagen. Hinzu kamen die IC2000-Dostos und die RE460 Loks, aber die waren ohne diese Strecke vermutlich auch schon gekommen. Anders gesagt: die Strecke war auf das Fahrzeugmaterial maßgeschneidert / man konnte eine große FV-Flotte einsetzen. Dagegen war es bei den NL-Zügen bei 160 km/h schon Schluß. Nicht umsonst hatte NS mit dem Projekt Noordlink für eine 160 km/h-Variante der Zuiderzeelinie gewählt; 200 oder mehr würden nur wenige vorgesehenen Züge schaffen, aber die 160 alle Züge.

2. Bern-Olten wurde eine 15kV-Strecke in einem 15kV-Land. Daher war es relativ leicht, das Inlandsfahrzeugmaterial für die Strecke nachzurüsten.
Dagegen war die HSL-Zuid eine 25kV-Strecke in einem 1500 V-Land. Das war anfangs kein Problem, denn Thalys kam mit beiden zurecht. Als aber NS dafür entschied, Inlands-HGV-Dienste zu leisten, musste das Unternehmen neue Züge beschaffen, weil die vorhandenen Züge nicht 25kV-kompatibel waren.

3. Bern-Olten liegt auf einem stabilen Untergrund. Dagegen war man für die HSL-Zuid aufgrund butterweicher Boden zu feste Fahrbahn gezwungen, auch bei 200 km/h. Der Mehrpreis 300 vs. 200 km/h wäre also bei weitem nicht so groß wie ein Upgrade 140 zu 200.

Ich weiss nicht, ob dieses Modell auf NL übertragbar wäre, aber es zeichnet die CH-Verkehrspolitik aus, dass Verkehrsinvestitionen so gestaltet werden, dass sie eine flächendeckende Wirkung haben.

Neubaustrecken wie Bern-Olten werden bei uns wohl keine Chance haben, und erst recht nicht mehr nach dem Finanzdebakel der Betuweroute und der HSL-Zuid.
NL würde für eine ähnliche Profitentabelle wie Bern-Olten wohl etwa 4-5 "Bern-Oltens" brauchen. Das ist für unseres Land unbezahlbar.

Daher versucht NS nicht die Fahrzeiten, sondern die Wartezeiten zu reduzieren:

1. man verdichtet die wichtigsten IC-Strecken auf 10-Minutentakt;
2. es werden keine neue Strecken gebaut, nur bestehende ausgebaut;
3. damit so viel wie möglich Regionen profitieren können, bevorzugt man viele kleine und preiswerte Verbesserungen zu einigen große und teure Neubauten.


gruß,

Oscar (NL).

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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

NBS sind langfristig eine große Kostenbelastung

Felix, Göttingen, Freitag, 20.01.2012, 16:38 (vor 5216 Tagen) @ Alphorn (CH)

Am Beispiel des Schlüchterner Tunnels kann man sehen, wie teuer es ist, ein Schienennetz auf Dauer instandzuhalten, besonders, wenn es einen hohen Anteil von Brücken und Tunnel aufweist. Der Schlüchterner Tunnel war noch keine 100 Jahre alt, trotzdem war eine Grundsanierung erforderlich. Am Ende war man bei Kosten von über 200 Millionen Euro angelangt. In Deutschland muß der Bund jährlich 2,5 Milliarden Euro zuschießen, damit die DB die Ersatzinvestitionen für ihr Netz stemmen kann, obwohl dieses bis auf wenige Ausnahmen aus Altstrecken besteht, bei denen noch darauf geachtet wurde, den Anteil der besonders teuren Brücken und Tunnel gering zu halten.

Bei den Neubaustrecken ist der Anteil der Brücken und Tunnel aber extrem hoch. Man kann sich leicht denken, welche Kostenlawine auf das Bahnsystem zukommen wird, sobald hier Grundsanierungen fällig werden.

Ich halte es für unverantwortlich, ständig neue, schwach genutzte und verzichtbare Infrastruktur zu bauen. Dies gilt auch, wenn dadurch eine Entflechtung der Verkehre angestrebt wird. Daß die Mischung von schnellen und langsamen Verkehren auf einer zweigleisigen Strecke die Zahl möglicher Trassen reduziert, ist keine neue Erkenntnis und kann Geldverschwendung nicht rechtfertigen. Falls nötig, muß man eben trassenparallel fahren.

NBS sind langfristig eine große Kostenbelastung

ice-t-411, Sonntag, 22.01.2012, 13:59 (vor 5214 Tagen) @ Felix

Hi!

Ich halte es für unverantwortlich, ständig neue, schwach genutzte und verzichtbare Infrastruktur zu bauen. Dies gilt auch, wenn dadurch eine Entflechtung der Verkehre angestrebt wird. Daß die Mischung von schnellen und langsamen Verkehren auf einer zweigleisigen Strecke die Zahl möglicher Trassen reduziert, ist keine neue Erkenntnis und kann Geldverschwendung nicht rechtfertigen. Falls nötig, muß man eben trassenparallel fahren.

Da finde du mal einen trassenparallelen Weg und stell dich ganz vorne hin, wenn du den Anwohnern sagen musst, dass ihr Haus leider weichen muss...

Gruß
Johannes

--
Schiffbau ist Kunst - Flugzeugbau ist Wissenschaft - Elektrotechnik ist Glücksache ;)

Alle Angaben ohne Gewähr!

NBS sind langfristig eine große Kostenbelastung

naseweiß, Sonntag, 22.01.2012, 15:18 (vor 5214 Tagen) @ ice-t-411

Falls nötig, muß man eben trassenparallel fahren.


Da finde du mal einen trassenparallelen Weg und stell dich ganz vorne hin, wenn du den Anwohnern sagen musst, dass ihr Haus leider weichen muss...

Damit ist wohl parallel im Weg-Zeit-Diagramm gemeint, sprich ICE/IC langsamer, RB schneller (also seltener oder weniger Halte), damit in etwa die Durchschnittsgeschwindigkeit des Güterverkehrs erreicht wird und die Strecke optimal ausgenutzt wird.

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NBS sind langfristig eine große Kostenbelastung

Felix, Göttingen, Sonntag, 22.01.2012, 17:14 (vor 5214 Tagen) @ naseweiß

Danke, genau so meinte ich es.

Bahngesellschaften, die ihre Infrastrukturkosten selber decken müssen, bauen neue Gleise oder neue Strecken nur dann, wenn es wirklich nicht mehr anders geht und sie für drastisch erhöhte Kapazität einen Markt sehen. Bis dahin nutzen sie ihre bereits vorhandene Infrastruktur so gut wie möglich aus. Das kann man gut in Japan oder in den USA sehen.

In Deutschland sieht man Ausbaubedarf bereits als gegeben, wenn es zu Konflikten zwischen den Wunschtrassen einzelner Züge kommt. Das liegt daran, daß 1. der Staat in hohem Maße zahlungsbereit ist und 2. daß man nicht verstehen will, daß Strecken auch nachdem sie gebaut wurden, weiterhin hohe Kosten verursachen.

Beim Straßennetz macht man es auch so. Man baut neue Strecken, als gebe es kein Morgen und wenn dann irgendwann das Budget nicht mehr reicht, um alte Brücken zu sanieren, dann fällt man aus allen Wolken, denn daran konnte nun wirklich keiner denken.

Irgendwann ist aber die Zahlungsbereitschaft des Staates für diesen Zirkus erschöpft. (Hoffentlich bald) Dann kommen hoffentlich Sparkommissare, die sehen, was man wirklich braucht und auf was man verzichten kann und die Netze entsprechend zurechtstutzen. Die Bundesbahn, als sie noch ernsthaft versuchte, mit den Einnahmen auszukommen, ließ ja auch zweigleisige Bahnstrecken auf ein Gleis zurückbauen, weil das langfristig Kosten spart.

NBS sind langfristig eine große Kostenbelastung

ITF, Sonntag, 22.01.2012, 20:34 (vor 5214 Tagen) @ Felix

Wir sollten das gesamte Bahnnetz stilllegen, waere betriebwirtschaftlich sicherlich das Gunstigste...

NBS sind langfristig eine große Kostenbelastung

Felix, Göttingen, Sonntag, 22.01.2012, 21:26 (vor 5214 Tagen) @ ITF
bearbeitet von Felix, Sonntag, 22.01.2012, 21:27

Wir sollten das gesamte Bahnnetz stilllegen, waere betriebwirtschaftlich sicherlich das Gunstigste...

Wenn es der Verkehrslobby gelingen würde, ihre Neubauprojekte der Bevölkerung so zu verkaufen, daß diese sie mehrheitlich will und sich auch darauf freut, wäre mir das recht, auch wenn sie aus Steuergeldern finanziert werden.

In der Schweiz hat eine Mehrheit der Stimmbürger ohne irgendeinen Druck oder Zwang für Projekte wie "Bahn 2000" und NEAT gestimmt. Dort ist ja auch der Anteil der häufigen Bahnfahrer viel höher als hierzulande. Und in Frankreich soll man angeblich auf den TGV auch sehr stolz sein. Die Regionen setzen sich dafür ein, von einer TGV-Strecke erschlossen zu werden.

In Deutschland werden diese Projekte auf der Grundlage von falschen Prognosen und dem Schüren von Ängsten vor Verkehrskollaps und Wohlstandsverlust undemokratisch durchgepeitscht. Nach meinem Eindruck freut sich immer nur eine kleine Minderheit, wenn irgendwo eine neue NBS gebaut wird. Die meisten fahren ja auch so gut wie nie Bahn.

NBS sind langfristig eine große Kostenbelastung

ice-t-411, Sonntag, 22.01.2012, 22:54 (vor 5214 Tagen) @ Felix

Hi!

In Deutschland werden diese Projekte auf der Grundlage von falschen Prognosen und dem Schüren von Ängsten vor Verkehrskollaps und Wohlstandsverlust undemokratisch durchgepeitscht. Nach meinem Eindruck freut sich immer nur eine kleine Minderheit, wenn irgendwo eine neue NBS gebaut wird. Die meisten fahren ja auch so gut wie nie Bahn.

Genauso wie in Frankreicht kämpft auch in Deutschland jede Region um "ihre" S-Bahn und "ihren" ICE-Halt. Ohne Zustimmung der Bundesländer geht bei Neubaustrecken auch gar nichts.

Was mich bei deinen Aussagen stört ist das "die Politiker", "die Verkehrslobby" und "die Bürger". In einem demokratischen Land sind "die Politiker" von "den Bürgern" gewählt worden und haben damit auch eine Aussage zu der erwünschten Politik getroffen.

Ich erinnere auch daran, dass die Bürger von BaWü wirklich ohne jeden Zwang (eigentlich sogar gegen den Zwang ihrer eigenen Landesregierung) für Stuttgart 21 gestimmt haben und diesmal wurden sie tatsächlich direkt gefragt.

Die Mehrheit ist einfach nicht der, der am lautesten schreit. Die meisten Menschen sehen die Bahn als Mittel zum Zweck. Sie wollen von A nach B und es interessiert nur den kleinen Bruchteil der hier diskutiert wie das vonstatten geht. Der Otto-Normalverbraucher will es schnell, einfach und günstig.

Gruß
Johannes

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NBS sind langfristig eine große Kostenbelastung

Felix, Göttingen, Montag, 23.01.2012, 00:04 (vor 5214 Tagen) @ ice-t-411

Genauso wie in Frankreicht kämpft auch in Deutschland jede Region um "ihre" S-Bahn und "ihren" ICE-Halt. Ohne Zustimmung der Bundesländer geht bei Neubaustrecken auch gar nichts.

Geht es bei NBS und ICE-Halten nicht fast immer darum, zu verhindern, daß bestimmte Orte vom ICE abgehängt werden? Man war zufrieden mit dem, was man hatte und befürchtet Verschlechterungen durch die NBS (und das oft zurecht).

Mit der NBS Halle/Leipzig-Ebensfeld werden eine Reihe Städte vom Fernverkehr abgehängt. Die Landesregierung Thüringen hat zugestimmt, aber glaubst Du wirklich, daß eine Mehrheit der Thüringer diese NBS will? Ich vermute, es sind mindestens soviele Thüringer dagegen wie dafür und den meisten ist es egal, weil sie sowieso nicht Bahn fahren.

Ich erinnere auch daran, dass die Bürger von BaWü wirklich ohne jeden Zwang (eigentlich sogar gegen den Zwang ihrer eigenen Landesregierung) für Stuttgart 21 gestimmt haben und diesmal wurden sie tatsächlich direkt gefragt.

Nachdem sie zuvor die alte Landesregierung, die sich sehr für S21 eingesetzt hatte, mit Pauken und Trompeten abgewählt hatten. Mit der Abstimmung um S21 ging es dann nur noch darum, ob man das Projekt noch stoppen wollte, nachdem es schon so gut wie begonnen worden war. Hätte die alte Landesregierung vorher um S21 abstimmen lassen, wäre sie vielleicht nie abgewählt worden.

Die Mehrheit ist einfach nicht der, der am lautesten schreit. Die meisten Menschen sehen die Bahn als Mittel zum Zweck. Sie wollen von A nach B und es interessiert nur den kleinen Bruchteil der hier diskutiert wie das vonstatten geht. Der Otto-Normalverbraucher will es schnell, einfach und günstig.

Das alte IC-Netz vor den NBS war preisgünstiger. Es gibt Leute, die über die Entwicklung zum ICE-Netz auf NBS glücklich sind, es gibt aber eben auch solche, die es nicht sind.

NBS sind langfristig eine große Kostenbelastung

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 25.01.2012, 08:41 (vor 5211 Tagen) @ Felix

ice-t-411:

Genauso wie in Frankreich kämpft auch in Deutschland jede Region um "ihre" S-Bahn und "ihren" ICE-Halt. Ohne Zustimmung der Bundesländer geht bei Neubaustrecken auch gar nichts.

Man kann sich die Frage stellen, in wiefern diese Situation erwünscht ist. Klar möchte man profitieren, aber übertreiben (lies: NIMBY-Verhalten) führt dazu, dass die ursprüngliche Ziele nicht erreicht werden. Dann wird eine HGV-Strecke eine Strecke auf der 300 km/h schnelle S-Bahnen fahren.
Das andere Extremum findet man in China, wo rücksichtslos vorangetrieben wird.

Felix:

Mit der NBS Halle/Leipzig-Ebensfeld werden eine Reihe Städte vom Fernverkehr abgehängt. Die Landesregierung Thüringen hat zugestimmt, aber glaubst Du wirklich, daß eine Mehrheit der Thüringer diese NBS will? Ich vermute, es sind mindestens soviele Thüringer dagegen wie dafür und den meisten ist es egal, weil sie sowieso nicht Bahn fahren.

Wenn ich mich recht erinnere, war das Hauptziel der Rennbahn N-EF-HAL/L die Beschleunigung von München-Berlin und nicht die Angebotsverbesserung von etwa Weimar und Naumburg.

Bei uns war und ist die HSL-Zuid doch auch an erster Stelle für die Beschleunigung Paris-Amsterdam gemeint und nicht für die Anbindung von Zoetermeer [1] in Nord-Südrichtung? Man hat für dieses Hauptziel sogar unsere drittgrößte Stadt Den Haag "abgehängt"!


gruß,

Oscar (NL).


[1] Zoetermeer ist eine Satellitenstadt von Den Haag. Sie liegt dort wo die Bahnstrecke Den Haag-Utrecht die HSL-Zuid kreuzt.

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Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

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Kein Mehrverkehr durch NBS

brandenburger, Perleberg, Freitag, 20.01.2012, 22:48 (vor 5216 Tagen) @ Felix

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes besagen das Gegenteil. Beförderungsleistung im Schienenpersonenfernverkehr in Mill. Pkm:
1995 36277
2000 36226
2005 33695
2010 36116

Hallo,

diese Zahlen erwecken einen schiefen Eindruck. Interessant wäre die Beförderungsleistung von Fahrgästen, die *Fernverkehrsdistanzen* befahren, also bspw. mehr als 100 km Bahnreise.

Diese fuhren 1995 einen höheren Anteil der Reise im Fernverkehr, der heute auf Regionalexpresslinien verlagert wurde.

Wenn ich in den 90-er Jahren von Wittenberge ins Ruhrgebiet gefahren bin, dann meistens mit IR mit Umsteigen in Magdeburg und Hannover. Jetzt fahre ich bis Stendal mit der Regionalbahn und ab Minden wieder mit dem RE. (Über Hamburg oder Berlin-Spandau ist es meistens deutlich teurer.)

D. h. meine "Personenkilometer im Schienenpersonenfernverkehr" haben sich halbiert, obwohl ich dieselbe Reise unternehme.

Auch zwischen Berlin und Ostsee oder zwischen Kassel und Ruhrgebiet oder Siegen und Ruhrgebiet hat eine Verlagerung vom Fern- zum Regionalverkehr stattgefunden. Man kann das bedauern, aber das ist hier mal nicht Thema. Rein auf den Fernverkehr bezogen jedenfalls müsste die Personenkilometerzahl also abgenommen haben.

Wenn die o. g. Zahlen fast konstant geblieben sind, heißt das doch dass *insgesamt* mehr Fahrgäste unterwegs sind als vor 15 Jahren. Und zwar vor allem auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken, behaupte ich mal.

Kein Mehrverkehr durch NBS

naseweiß, Freitag, 20.01.2012, 23:41 (vor 5216 Tagen) @ brandenburger

diese Zahlen erwecken einen schiefen Eindruck. Interessant wäre die Beförderungsleistung von Fahrgästen, die *Fernverkehrsdistanzen* befahren, also bspw. mehr als 100 km Bahnreise.

Diese fuhren 1995 einen höheren Anteil der Reise im Fernverkehr, der heute auf Regionalexpresslinien verlagert wurde.

Wenn ich in den 90-er Jahren (...)

Kurze Rede, langer Sinn ;)
Bis 2000 war noch der IR dabei, welcher heute vielerorts nicht durch IC, sondern RE ersetzt ist.

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[image]

Weniger "Fern"-Verkehr durch Wegfall Interegio...

ice-t-411, Samstag, 21.01.2012, 13:40 (vor 5215 Tagen) @ Felix

Hi!

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes besagen das Gegenteil. Beförderungsleistung im Schienenpersonenfernverkehr in Mill. Pkm:

1995 36277

Maximales Interegio-Netz...

2000 36226

Größter Teil Interregio-Netz noch vorhanden, Einstellung 2002. Das Interregio-Netz hatte laut wikipedia 7,8 Milliarden-Pkm, wurde allerdings durch IC/ICE ersetzt. Auch der Ersatz durch Nahverkehrszüge tauch natürlich auch nicht beim Fernverkehr auf.

2005 33695

Siehe oben, jetzt fast ganz ohne IR. Außerdem dürfte es eines der miesen Jahre wegen dem versauten Preissystem sein.

2010 36116

Entspricht ungefähr Jahr 2000 bei deutlich weniger Zug-Km durch Wegfall IR.

Gruß
Johannes

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ICx niveliert den Unterschied zum ICE

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 20.01.2012, 13:21 (vor 5216 Tagen) @ rotfuxx

Hallo rotfuxx,

ich denke, der ICx wird den Produktgruppennunterschied zwischen IC und ICE weitgehend nivellieren.

Zustimmung, aber...

Diese Produktgruppe wäre dann eigenwirtschaftlich auf den Strecken ab vmax 200 unterwegs (also heutiger A- und B-Tarif wird zukünftiger A-Tarif)

...da bin ich mir nicht so sicher.
Demnach wäre das Mittelrheintal, wo vmax = 160 km/h, fernverkehrsfrei. Das ist aber vorerst nicht so.
Auch hat DB bekannt gegeben, dass man mit dem IC(x) nach wie vor in der Fläche vertreten sein möchte. Nun ist das aber auf viele Arten und Weisen zu verstehen.

Als pragmatischer Niederländer sehe ich diese Rolle eher für einen noch zu konzipieren Mittelstreckenverkehr,...

Stattdessen könnte ich mir vorstellen, dass eine neue Produktgruppe eingeführt wird, die faktisch die Rolle des ehemaligen InterRegio antritt.

...wie Du hier darstellst.

Sie könnte auf einigen Streckenteilen subventioniert werden und Regionalverkehrsleistungen anbieten (neuer wie alter C-Tarif), während andere Streckenteile eigenwirtschaftlich mit separatem Produktgruppentarif (zukünftiger B-Tarif).

Also in etwa wie beim heutigen Sachsen-Franken-Express?

In den Niederlanden erfüllen die meisten Intercity Leistungen, die in Deutschland ein IR erbringen würde bzw. so mancher RE erbringt. Daher spiegelt für mich die Tarifgleichheit von Intercity bis Stoptrein weitgehend die deutsche Tarifgleichheit von RE bis RB wider.

Wobei ich allerdings mit unseren "IC"s schneller und besser vorankomme als mit den deutschen REs. Daher wäre der Vergleich mit IR besser; nur schade, dass es ihn nicht mehr gibt.
Aber zurück zum Ursprungsthema: bei uns haben die "Privaten" (Arriva, conneXXion, Syntus, Veolia) sich auch schon über den "NS-IC-Einheitsbrei" geäußert. In etwa: "Wieso sollen wir nicht in der Lage sein, ein besseres IC-Produkt abzuliefern als die NS, mit schnelleren und komfortableren Zügen, ohne Halte die nicht sein sollten, mit Halten die nachgefragt sind aber NS ausläßt? Wenn ich von London nach New York fliege, habe ich doch auch die Wahl aus mehreren Fliegern?"

Zentrale Frage ist natürlich: was will der Kunde? Der vorgesehene 10-Minutentakt der NS ist supertoll. Für Fahrplanfetischisten, für NS selber, für alle, die NS dabei unterstützt haben. Ich muss allerdings immer noch den ersten Niederländer treffen, der voll darüber begeistert ist. Meistens erfährt man folgendes:

1. lieber weniger oft fahren und dafür pünktlicher, als öfter mit Erhalt der Verspätungsquote
2. lieber landesweit 15-Minutentakt als abschnittsweise 10-, 15 und 30-Minutentakt
3. lieber 30 Minuten sitzen als 20 Minuten stehen
4. für eine Direktverbindung an einem Zeitpunkt den es mir passt, wenn auch nur 1-2x pro Tag, bin ich bereit mein Auto stehen zu lassen. Für Taktverdichtung mit Umstieg nicht.

Zudem hat sich die Niederlande mit der OV-Chipkaart für ein System entschieden, dem eine Differenzierung zwischen Verkehrsmitteln entgegen steht (dies ist in Deutschland bei weitem noch nicht der Fall).

Wenn 5 Personen eine gleiche Strecke Fahren, können auch mit OV-Chipkaart durchaus 5 unterschiedliche Fahrpreise rauskommen. Einiges ist abhängig vom Betreiber und von aufgeladenen Strecken- und/oder Zeitabos. Studenten müssen auch mit Netzabo immer ein- und auschecken; dies entspricht Pflichtkauf einer Fahrkarte von null Euro.

Außerdem fallen in den Niederlanden bei der Nutzung der bisher einzigen HGV-Strecke auch dementsprechende Zuschläge an. Dies finde ich im Übrigen auch gerechtfertigt, da sich die Begünstigten einer zusätzlichen Schnellfahrtstrecke auch an deren Finanzierung mittelbar beteiligen sollten.

Das ist auch so eine Diskussion.
In Frankreich kostet 40 km Fahrt auf der Autobahn ja auch mehr als 40 km Fahrt auf der Nationalstrasse. Dafür ist man aber schneller, genauso wie bei HSL-Zuid Schiphol-Rotterdam.
Andererseits ist ein IC Utrecht-Den Bosch nicht teurer als eine RB dieser Strecke.

Zum OV-Chipkaart: man hat s.i.w. immer noch keine Lösung für den Fyra-Aufpreis gefunden. NS Hispeed hat keine eigenen Checkposten, also muss man den Aufpreis als Papierfahrschein aus dem Automaten lösen (Fabian Schuler: CMIIW).

Was ich nicht verstehe, ist die Logik, dass zur profitablen Betriebsaufnahme einer Neubaustrecke, der Fernverkehr auf einer Alternativroute eingestellt werden sollte.

Wirklich eingestellt wurde der "Fernverkehr" auf der HSL-Zuid nicht, bestenfalls unattraktiv gemacht.
Amsterdam-Rotterdam via Altstrecke verläuft jetzt via Haarlem und mit wesentlich mehr Halten.
Blickpunkt Fahrgastverbund: "Die Altstrecke wird unattraktiv gemacht, damit möglichst viele Reisende die HSL-Zuid benutzen."
Blickpunkt NS: "1. Haarlem erhält jetzt Direktverbindungen mit Amsterdam und Rotterdam in 15-Minuten-IC-Takt und 2. der IC bedient jetzt auch kleinere Städte und ist damit mehr in der Fläche vertreten."
Blickpunkt Verschwörungsbekämpfer: "NS stampft die Altstrecke nur voll, damit die Konkurrenz keine schnellen Züge mehr einlegen kann. Wer möchte schon von Rotterdam nach Haarlem?"

...dennoch sollte eine Neubaustrecke erstens zusätzliche Nachfrage generieren (durch Umsteiger vom Flugzeug oder Auto)

Bei HSL-Zuid betrifft das dann vor allem das Auto.

und zweitens erschließt die Altstrecke weiterhin Gebiete, die von der NBS gar nicht tangiert bzw. bedient werden.

Das tut die Altstrecke immer noch: ab Den Haag kommt man in der Zukunft in 15-Minutentakt nach sowohl Amsterdam als Rotterdam, beide mit IC via kürzester Weg.
Hinzu kommt dann dieser Pseudo-IC, ebenfalls in 15-Minutentakt, sowie S-Bahnen in 10-Minutentakt.
Es gibt Regionen, die schlechter angebunden sind.


gruß,

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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

ICx niveliert den Unterschied zum ICE

rotfuxx, Freitag, 20.01.2012, 15:24 (vor 5216 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar,

ich stimme Dir voll zu, dass die niederländischen IC in ihrer Gesamtheit schon deutsche RE übertreffen. Wie schon gesagt, gibt es einige ausgewählte deutsche RE, die aufgrund ihrer Durchschnittsgeschwindigkeit keinen Vergleich scheuen müssen (MüNüX, HB-BHV, HH-HL, Metronom).

Meine Ausführungen bezogen sich weniger darauf, was ich wünschenswert halte, sondern welche Entwicklung sich im Moment eher andeutet. Mein Traum wäre ein ganz anderer:

Im Grunde genommen müsste in Deutschland einfach der Fehler korrigiert werden, dass lediglich Regionalverkehr bestellt wird. Stattdessen bedürfte es der Aufteilung:
- Bund bestellt IR-Leistung (d.h. Großteil des bestehenden IC-Netzes)
- Land (bzw. mehrere Länder) bestellen RE-Leistungen
- Metropolregionoen/Verkehrsverbünde bestellten RB- und S-Leistungen

Allesamt haben den gleichen Tarif und werden vertaktet. Der IR bietet die Möglichkeit der Platzreservierung. Beim RE können Pendler Stammplatzreservierungen ordern. RB und S-Bahn haben keine Reservierungsmöglichkeit.

Dazu gibt es dann noch eigenwirtschaftlichen Fernverkehr, der sich vor allem auf die HGV-Achsen konzentriert. Hierbei werden streckenabhängige Zuschläge entrichtet.

Dein Traum kommt mir bekannt vor, ...

rayquaza, Freitag, 20.01.2012, 17:50 (vor 5216 Tagen) @ rotfuxx

... soetwas ähnliches hatte ich hier schon genannt. Ich will damit natürlich nicht behaupten du hättest davon geklaut, sondern anregen dies weiter zu verbessern:

Allesamt haben den gleichen Tarif und werden vertaktet. Der IR bietet die Möglichkeit der Platzreservierung. Beim RE können Pendler Stammplatzreservierungen ordern. RB und S-Bahn haben keine Reservierungsmöglichkeit.

Keine Einwände. Ich wäre ausserdem für eine Unterscheidung zwischen Langläufer-RE und Kurzstrecken-RE durch ihre Bezeichnung (nicht Tariflich!), also z.B. "REX" oder "SR" ("Schneller RE") für erstere.

Des Weiteren sollten wir noch etwas finden, um den Stadverkehr (Bus, Strassen-, Stadt- und U-Bahn sowie lokale Besonderheiten) mit in unser "neologisches Tarifsystem" (kann von mir aus auch einen besseren Namen erhalten ;-) ) zu integrieren.

Dazu gibt es dann noch eigenwirtschaftlichen Fernverkehr, der sich vor allem auf die HGV-Achsen konzentriert. Hierbei werden streckenabhängige Zuschläge entrichtet.

Dies entspräche meinem "Premium-Tarif".

Im Grunde genommen müsste in Deutschland einfach der Fehler korrigiert werden, dass lediglich Regionalverkehr bestellt wird. Stattdessen bedürfte es der Aufteilung:
- Bund bestellt IR-Leistung (d.h. Großteil des bestehenden IC-Netzes)
- Land (bzw. mehrere Länder) bestellen RE-Leistungen
- Metropolregionoen/Verkehrsverbünde bestellten RB- und S-Leistungen

Wer nun was bestellt ist mir relativ egal, zumindest solange vernünftige Standards gelten - es sollte also nicht (nur) nach (Lohn-)Kosten entschieden werden, sondern hauptsächlich nach Nutzen für die Kunden/Beförderungsfälle/Fahrgäste/whatever.


P.S.: Anbei noch eine kleine Korrektur meines zu Beginn verlinkten Postings:

[...] sowie der langsame Fernverkehr ("8_") nutzbar sein [...]

Hierbei sollte in den Klammern "IC" stehen - da hab ich wohl die falsche Taste erwischt. Bei den teilweise verrutschten Kommata ist mir leider nicht bekannt wie dies entstand - es ist mir erst eben am PC aufgefallen...

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How to waste bits in a MySQL-Database? Don't use DS100-Abbreviations.

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