Mit Fürst Franz ins Gartenreich (mit 52 Bildern) (Reiseberichte)

TD, Freitag, 09.09.2011, 19:45 (vor 5307 Tagen)

Hallo zusammen,

neben meiner großen Spanier-Tour galt es auch, im August-Urlaub noch diverse REWE-, Nutella-, Mitfahrer- und Prämiengutscheine einzulösen. Und so war ich noch 3 Tage in Potsdam.
Zu der An- und Abreise von Konstanz nach Potsdam verzichte ich diesmal auf einen detaillierten Reisebericht, denn die Fahrt mit der Schwarzwaldbahn nach Offenburg und von dort mit dem ICE nordwärts habe ich ja schon in so manchem Reisebericht erwähnt. Und das IC-Paar zwischen Braunschweig und Potsdam sind zwar die einzigen Tages-Fernzüge, die Potsdam erreichen, aber auch hier gab es keine besonderen Vorkommnisse, aus denen man einen interessanten Reisebericht machen könnte.

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Deshalb starten wir mit dem Reisebericht heute ausnahmsweise in Potsdam und unternehmen von hier eine Tagestour in den Wörlitzer Park. OK, zugegeben, um den Park ging es mir gar nicht, denn auch bei der Tour galt wieder „Der Weg ist das Ziel“.

Wir sind also jetzt in Potsdam:

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Brandenburger Tor in Potsdam

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Holländisches Viertel

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Baustelle des neuen Landtags, das Gebäude soll die Fassade des Stadtschlosses bekommen, das früher hier am Alten Markt stand.

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Mit der Straßenbahn fahren wir nach Potsdam-Rehbrücke und von hier mit einem RE nach Dessau.

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In Dessau steigen wir um – und jetzt kann ich auch auflösen, was es mit dem „Fürst Franz“ aus der Überschrift auf sich hat. Das ist nämlich ein Doppelstock-Schienenbus der Baureihe 670. Nach einem missglückten Einsatz bei der DB kamen 3 der 6 Fahrzeuge zur Dessau-Wörlitzer Eisenbahn. Einer der Triebwagen wurde neu gestaltet und verkehrt nun als „Fürst Franz“ zwischen Dessau und Wörlitz.

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„Fürst Franz“ in Dessau

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Im Unterdeck – wir wollen aber natürlich gleich nach oben...

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...aber leider sind die besten Plätze schon besetzt.

Die Bahn wird heute von der Dessauer Verkehrs- und Eisenbahngesellschaft (Stadtwerke Dessau) betrieben und fährt nur in der Sommersaison und außerhalb der Sommerferien nur Mittwoch bis Sonntag und Feiertags. Nach 35 Minuten Fahrzeit erreichen wir Wörlitz.

Vom Bahnhof laufen wir jetzt in den Wörlitzer Park. Der Park ist Teil des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches und seit dem Jahr 2000 UNESCO-Weltkulturerbe. Angelegt wurde der Park in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, dem Namenspaten für den Triebwagen.

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Schloss Wörlitz (eingerüstet) und Kirche St. Petri

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Eine Gondelfahrt spare ich mir auf, bis ich mal Rentner bin.

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Gotisches Haus

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Vom Hochwasserschutzwall geht der Blick über die Elbaue

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Pantheon

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Blick auf die Kirche, links halb verdeckt die Synagoge

Wir sind zeitig zurück am Bahnhof, schließlich will ich mir diesmal die besten Plätze sichern :)
Zunächst können wir aber noch das Bahnhofsgebäude anschauen.

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Bahnhof Wörlitz von der Straßenseite...

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...und der Gleisseite.

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Mit „Fürst Franz“ geht es jetzt zurück nach Dessau. Meine Sorge mit den Logenplätzen war unbegründet, jetzt beim 14-Uhr-Kurs sind wir die einzigen Fahrgäste. Als Fahrgast freut man sich natürlich über einen leeren Zug, aber ob das gut ist für die Zukunft der Strecke?

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Hier nun ein paar Bilder von der Strecke, leider konnte ich Spiegelungen der Frontscheibe nicht ganz vermeiden.

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Wie heißt eigentlich die weibliche Form von Fahrgast? Jedenfalls steigt in Oranienbaum eine solche zu, so dass es nun bis Dessau ganze drei Fahrgäste sind. Das stolze Bahnhofsgebäude wirkt heute etwas überdimensioniert.

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Die Strecke führt durch das Biosphärenreservat "Mittlere Elbe", teilweise durch offene Fläche, teilweise durch Wald.

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Die DWE ist zwar im DB-Fahrplan eingearbeitet, DB-Tarife gelten aber nicht. Eine Einzelfahrt kostet 3 Euro.

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Dessau-Adria, einer der Haltepunkte an der Strecke

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Mitunter geht es ganz gemächlich zu

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Die neue Muldebrücke wirkt wie ein Fremdkörper im Vergleich zum Rest der Strecke.

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In der Ferne ist ein weiteres Fahrzeug der BR 670 abgestellt, das noch das alte Rot trägt. Es soll wohl als "Louise" eines Tages „Fürst Franz“ Gesellschaft leisten.

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Wir erreichen Dessau

Jetzt einfach nach Potsdam zurück zu fahren wäre ja langweilig. Und so fahren wir stattdessen mit einer Regionalbahn nach Lutherstadt Wittenberg.

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RB von Dessau nach Lutherstadt Wittenberg

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Lutherstadt Wittenberg ist einer der Orte, wo man meistens nur mit dem ICE durchfährt und vielleicht in der Ferne noch einen Kirchturm sieht. Das wollen wir heute ändern und uns die Stadt anschauen. Passenderweise gibt es an der Strecke Dessau-Wittenberg einen Haltepunkt „Altstadt“, der näher beim Zentrum liegt als der Hauptbahnhof.

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Marktplatz mit Rathaus und Stadtkirche St. Marien

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Schlosskirche

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Melanchthonhaus, derzeit Baustelle, sonst aber wohl eines der schönsten Bürgerhäuser der Stadt

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Lutherhaus

Lutherhaus, Melanchthonhaus, Stadt- und Schlosskirche sind als Luthergedenkstätten UNESCO-Weltkulturerbe.

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Mit dem ICE geht’s jetzt weiter nach Berlin

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Also verglichen mit der BR 670 ist die Streckensicht hier schon sehr dürftig :)

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Ich hätte ja gerne noch einen Spaziergang durchs Regierungsviertel gemacht, aber mein Reisebegleiter will lieber gleich mit der nächsten S-Bahn zurück nach Potsdam.

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Altes Rathaus in Potsdam mit vergoldeter Atlasfigur auf der Spitze

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St. Nikolaikirche

Und so beenden wir am Abend unsere kleine aber feine Rundfahrt in Potsdam.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Tobias

PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s hier.

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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