Wie früher am Rhein... (Ein Erlebnisbericht...) (Allgemeines Forum)

Blaschke, Samstag, 09.04.2011, 14:14 (vor 5528 Tagen) @ naseweiß
bearbeitet von Blaschke, Samstag, 09.04.2011, 14:18

Moin!

3 Fernzüge quasi im Blockabstand = alter Hut. Gab's mit IC-Netz 85 am Rhein auch schon...


Da hat sich Blaschi mal 20 DM verdient. Der Bahn sei dank. Die hatte nämlich schon damals ab und an einen Hang zum Unplanmäßigen. Es geschah am Montag, dem 31. Juli 1989. Omi sollte eigentlich mit dem letzten der drei "Rheintal-Blockabstand-IC-Züge" fahren. In Mainz fuhren:

12:13 Uhr IC 614 "Drachenfels" München - Stuttgart - Köln - Wuppertal - Dortmund
12:19 Uhr IC 524 "Münchner Kindl" München - Würzburg - Köln - Duisburg - Dortmund - Hannover
12:26 Uhr IC 816 "Gorch Fock" Stuttgart - Köln - Duisburg - Dortmund - Hamburg - Kiel

(off topic: IC 614 und 524 sind übrigens Linientauscher; der 614 hätte linienrein eigentlich ab Köln über Duisburg, Dortmund nach Hannover fahren müssen, dafür der 524 von Köln über Wuppertal nach Dortmund, um dort zu enden)

Nun war IC 524, in dem ich ab Frankfurt saß, etwas zu spät und fuhr in den Zeiten vom IC 816. Im Zug traf ich dann auf Omi, die etwas hilflos ihren Wagen und ihren Platz suchte. Wir kamen ins Gespräch - sie zeigte mir ihren Fahrschein, ich erklärte ihr die Lage. Am einfachsten sei es, am nächsten Halt auszusteigen und dann mit dem nächsten Fernzug - welcher der richtige sei - weiterzufahren. Denn das hatte ich in Mainz mitbekommen, dass die Durchsage kam, dass der IC 816 als nächster einführe (nur Oma hat's nicht gehört...) Ich bot ihr an, mit auszusteigen und sie quasi an die Hand zu nehmen. Dank Tramper-Monats-Ticket war ja völlig wurscht, wo ich fahre, diesen Zugbindungsblödsinn gab's ja nicht.

Nun waren wir noch im "Ursprungszug", als der Schaffner kam und Omis Fahrschein in die Hand nahm. Sie sei aber im falschen Zug! Omi meinte nur, ja ja, der junge Mann hier hat mir alles schon erklärt. Der Schaffner war skeptisch: Was hat der junge Mann ihnen denn alles erklärt? Omi war genial - und brachte alles richtig auf die Reihe! Da war der Schaffner dann sprachlos - ja, ja, immer diese Vorurteile ;-).

In Koblenz stieg ich dann mit Omi aus und wie warteten zusammen auf "ihren" IC. Dort geleitete ich sie dann zu ihrem Wagen und ihrem Platz - Omi hatte Glück, der war sogar noch frei.

Vor Dankbarkeit über soviel Freundlichkeit gab's dann 20 DM. War auch verdient - immerhin habe ich den Schaffern ja ein wenig "Arbeit" abgenommen ;-))


Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück von

jörg


War eine schöne Tour: Los ging's schon am Samstag 29.7. mit dem D 1245 um 0:01 Uhr ab Osnabrück. Ab Hannover fuhr ich mit D 11187 - der Nachtzug D 2187 Hamburg - München wurde damals in 2 Teilen gefahren; unvorstellbar heute. Übrigens ist der D 2187 nicht zu verwechseln mit dem Nachtzug "Meteor", der ebenfalls nachts zwischen Hamburg und München fuhr, allerdings ohne Halt zwischen Hannover und Augsburg, während D 2187 in Kreiensen, Göttingen, Bebra, Fulda, Gemünden, Würzburg, Ansbach, Gunzenhausen und Treuchtlingen stoppte und von München noch bis Salzburg fuhr.

Ich stieg in Würzburg aus. Weiter ging's über Hof, Weiden, Regensburg, Ingolstadt, München, Hannover, Bremen nach Osnabrück, wo ich 23:51 Uhr ankam, um dann nach 10-minütiger Pause erneut mit D 1245 zu fahren. Diesmal bis Braunschweig. Mit dem legendären Ost-West-Expreß ging's zurück nach Hannover. Dort in den D 11186 - auch der Nachzug D 2186 wurde in 2 Teilen gefahren aufgrund des großen Andrangs. In Hamburg Hbf um 6:25 Uhr angekommen war dann "Interregio" angesagt: IR 1775 Hamburg Hbf 6:32 Uhr bis Konstanz 16:55 Uhr! 18:04 Uhr mit dem gleichen Waggons zurück als IR bis Heidelberg, dann rüber nach Stuttgart und mit dem "Postzug" D 14165 nach Augsburg. Dort um 2:46 Uhr angekommen, ging's weiter um 3:15 mit dem D 14166/E 3018 nach Nürnburg an 4:53 Uhr. So hatte ich auch diese Nacht "rumbekommen", 5:20 Uhr fuhr dann der IC 626 Richtung Frankfurt. Laut Fahrtenbuch hatte ich dann in Frankfurt 4 Stunden Aufenthalt bis zum IC 524 - aber die Wahrheit ist eine andere. Aber das ist eine laaaaaaaaange Geschichte... ;-)

Eine schöne Zeit war's; heute müßte man mich nach einer solchen Tour erstmal wiederbeleben und danach würde ich wahrscheinlich länger pennen als ein Bär im Winterschlaf. Damals war's kein Thema: Montag abends um 17:47 Uhr in Osnabrück angekommen, ging's nach Hause, duschen, Klamotten wechseln, ins Bett und Dienstag, 7:01 Uhr begann die nächste Tour (die Donnerstag morgens endete...)


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