Gleichgewicht zwischen Infrastruktur und Fahrzeugflotte (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 26.10.2010, 08:33 (vor 5658 Tagen)
bearbeitet von Oscar (NL), Dienstag, 26.10.2010, 08:34

Dieser Beitrag stammt aus der Diskussion "bestes Bremssystem". Damit ich nicht allzuviel OT gehe, öffne ich für den Zusammenhang Infra/Fahrzeuge ein eigenes Thema.

Alphorn (CH) schrieb 26.10.2010, 03:34:

Ein zweites Problem kommt dazu: Weil die Strecke Koln-Rein/Main mit Steigungen versehen wurde, welche nur mit Wirbelstrombremsen zu schaffen sind (Verschwörungstheorie: Um den TGV fernzuhalten?), ist die Auswahl der Fahrzeuge, die auf dieser Strecke mit vernünftiger Geschwindigkeit fahren dürfen, sehr begrenzt.

Diese war bei dem Bau der Strecke sogar gleich null. Kein einziges Fahrzeug konnte die Strecke befahren. DB darf froh sein, dass bei Inbetriebnahme 2002 ausreichend ICE 3 vorhanden waren.

NS Hispeed hatte dieses "Glück" nicht. Die HSL-Zuid war betriebsbereit, aber es gab gar keine Züge die dort fahren konnten: die V250 waren erst noch gar nicht ausgeliefert, und ein Ersatzpark bestellte man erst nachdem die letzte Schraube der Strecke angedreht war. Und so reibungslos funktionieren die E186.1 auch nicht. Zudem mussten Wagen aus dem NS-IC-Park genommen werden, obwohl die Wagen nicht frei waren.

Auch bei S21 sehe ich ein solches, wenn auch kleineres, "Spannungsfeld" zwischen Infrastruktur und Fahrzeugflotte. Dieselzüge dürfen nicht in den Tunnelbauten fahren, Güterzüge schaffen die Steigungen der Neubaustrecke nicht. Eine verkehrstechnisch attraktive Direktverbindung Stuttgart-Sigmaringen muss man dann entweder in Tübingen brechen, oder man muss dort Loks wechseln. Beide Lösungen sind verkraftbar, aber dennoch suboptimal.
Zwar kann man die Güterzüge noch via die entschärfte Strecke via Aalen schicken, aber Ausbauten dieser Strecke sind mir leider nicht bekannt. Also bleibt auch nach der Milliardeninvestition noch das Nachschubverfahren.

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Beim Projekt NoordLink (NS eigene Version der Anbindung Randstad-Nordost) hatte man dagegen eine 160 km/h Variante entwickelt. Ist zwar nicht so Bling-Bling wie eine Rennbahn, aber die vollständige Fahrzeugflotte würde so zur Verfügung stehen: die vorgesehenen Fahrzeuge (ICM und VIRM) schaffen beide die 160 km/h.

Bei Bahn2000 wurde die Planung der Fahrzeuge mitgenommen. Basel-Bern-Zürich in jeweils 60 Minuten = 200 km/h = neue Zugsicherung. Man wählte ERTMS -> neue Technik -> ausführliches Testprogramm mit Pilotstrecke. Während der Bauarbeiten an die Infrastruktur wurde eine größt mögliche Flotte von 200 km/h-fähige Fahrzeuge gebildet. Als die Infra fertig war, konnte man die also reibungslos einweihen. Auch hier sind also Infrastruktur und Fahrzeugflotte in Gleichgewicht.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

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