[Telepolis] Durchsageterror bei der Deutschen Bahn (Allgemeines Forum)

liebe70, Sonntag, 03.10.2010, 11:27 (vor 5707 Tagen) @ bahn-user

Auf Telepolis ist ein etwas launiger Rant über ein Thema, das wir alle hier ja auch kennen und brav ertragen. ;-)

Ich bin übrigens generell ein Freund von mehr Stille im öffentlichen Raum, nicht nur bei der Bahn (Aktionen wie pipedown.de gegen Hintergrunddudelei, etc.).

Dann sollten zukünftig nur noch Schweigemärsche als Demonstrationen erlaubt werden. Wer im öffentlichen Raum unnötig Krach macht, wird mit hohen Geld- und sonstigen Strafen belegt. Das kann man gleich in Stuttgart testen. Bei erlogreicher Umsetzung wird es bundesweit eingeführt. ;-)

Zitat:
"Die Älteren werden sich vielleicht noch dunkel erinnern: Es gab einmal eine Zeit, da konnte man in einen Zug steigen und stundenlang fahren, ohne auch nur ein einziges Mal von einer Durchsage belästigt zu werden.

Siehe mein anderes Posting. Wie diverse Ausbilder durchblicken ließen, sollen die Ansagen drastisch zusammengestrichen werden.

Die Zeiten, da die Bahn ihren Kunden zumutete, Fragen wie die nach dem nächsten Halt oder dem Standort des Speisewagens selbst zu klären, sind indes lange vorbei.

Die Reisenden wollten es doch so. Sie wollten über jeden Mist informiert werden. Zugegeben, die Bahn hat es meiner Meinung nach damit übertrieben. Aber es regen sich mittlerweile genausoviele auf, wenn bestimmte Ansagen nicht kommen. So wierd beispielsweise sowohl im 1091 als auch im 1093 erwartet, daß der Zf nach der Durchfahrt Fulda die Höhe der Verspätung ansagt. Dumm nur, wenn der Zug pünktlich ist. Ich wurde trotzdem regelmäßig angemault. :-(

Der Fahrgast von heute wird ...

...auf eignen Wunsch...

...wie ein launisches, verzogenes, hilfloses Kind behandelt, das beleidigt ist und nie wieder mit dem Zug fährt, wenn es nicht permanent durch übertrieben unterwürfige Durchsagen, Süßigkeiten und kleine Geschenke bei Laune gehalten wird.

Tja, wenn ein Teil der Menschheit so dumm ist...

Obendrein hört niemand zu, wenn man etwas ansagt.

Vorgestern im 1184:

Der Zf weist per Durchsage auf der Fahrt zwischen Kassel-W. und Göttingen darauf hin, daß der 1184 nicht in Hannover hält, sondern ab Göttingen ohne weiteren Halt bis Berlin fährt. Reisende mit Fahrtziel Hannover mögen bitte in Göttingen aussteigen. Unmittelbar vor der Ankunft in Göttingen nochmal das gleiche Geschnatter: Ansage der Anschlußzüge nach Hildesheim - Braunschweig bzw. Hannover - Hamburg und nochmals der obige Hinweis.

Noch eindeutiger geht es nicht, sollte man meinen. In Göttingen stiegen auch Himmel und Hölle aus dem Zug, bis...

Hinter Lehrte kommt eine Reisende zum Zf und fragt, ob der Zug schon in Hannover gehalten habe. Das verneint er. Nächste Frage: Wann denn der Zug in Hannover ankommt. Die Antwort: Gar nicht.

Großes Geschrei, von wegen böse Bahn. Der Zf ließ sich die Fahrkarte zeigen, sie war schon weit vor Göttingen in den Zug eingestiegen. Es kam noch die Frage, ob man nicht ausnahmsweise schnell mal halten könne. - Wenn sie den außerplanmäßigen Halt und die weiteren Kosten übernimmt, dann gern. Das war ihr wohl zu teuer.

Ohne Worte das Ganze.

Zwei BC100-Reisende hatten auch das Pech, aber die nahmen es noch mit Humor (zumal sie es erst kurz vor Berlin bemerkten, weil sie im Gespräch mit anderen Reisenden vertieft waren).


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