Erlebnisse im Speisewagen (Allgemeines Forum)

liebe70, Montag, 09.08.2010, 00:38 (vor 5806 Tagen) @ rainer1204

Kritik ist aber trotzdem angebracht, was ich aktuell auch erlebe, so z. B. das Fehlen des Bordbistros im 2082 von Berchtesgaden nach Hamburg wie ja auch in vielen anderen IC-Zügen, wie hier ja auch schon häufig diskutiert.

Hoher Schadbestand ist ärgerlich, passiert aber. Die ARkimbz stammen allesamt noch aus den Anfangszeiten des Interregioverkehrs. Manche Ersatzteile gibt es einfach nicht mehr, weil die Fahrzeuge trotz allem eine Kleinserie sind und die fehlenden Ersatzteile in mühseliger Handarbeit einzeln angefertigt werden müssen. Solange ist das einzelne Bistro nicht einsatzbereit.

Und was mir in den letzten 3 Wochen mehrfach aufgefallen ist, das einfach die Gerichte im Bordrestaurant nicht komplett verfügbar sind. Auch hier ein Beispiel: Im 609 von Kiel zurück nach Basel vor 1 1/2 Wochen waren die aktuellen Monatsgerichte nicht zu bekommen. Sollten in Hamburg nachgeliefert werden.

Wer hat das gesagt? Das Restaurantpersonal? Wann haben denn die Kollegen eine Bestellung ausgelöst? Bei Abfahrt in Kiel? Da ist keine Chance mehr, um in Hamburg etwas zu bekommen. Der Werdegang:
Der Restaurantchef stellt fest, daß bestimmte Waren fehlen. Er nimmt einen Bestellschein, füllt diesen aus und übergibt ihn dem Zugführer. Der muß dann erst einmal die Zeit haben, den Bestellschein in den entsprechenden Faxvordruck zu übertragen. Der Vordruck muß gesendet werden, wozu man eine Datenverbindung haben muß, die so lange bestehen bleibt bis das Fax komplett gesendet wurde. Die Logistik in Hamburg-Eidelstedt braucht Minimum 90 Minuten Vorlaufzeit, das heißt, daß das Fax mit der Bestellung für den 609 (Lieferung in Hamburg Hbf) schon im Zulauf auf Kiel durch das Personal des Vorgängerzuges gesendet werden muß! Löse ich die Bestellung erst bei Abfahrt des 609 in Kiel aus - bekomme ich nichts mehr bis Basel , weil die Vorlaufzeit unterschritten ist und die übrigen Logistiken in Dortmund, Köln und Frankfurt geschlossen sind.

Ist das Fax in der zuständigen Logistik angekommen, muß die Ware gepackt, auf einenLkw verladen - und zum Hamburger Hbf gefahren werden. Dort wird die Ware zwischengelagert und später an den Zug gebracht werden.

...Gab es dann aber auch nicht, da dort nichts mehr auf Lager war.

Ziemlich unwahrscheinlich. Zu 99,99% liegt das Problem darin, daß das Gastropersonal die Bestellung nicht rechtzeitig auslöst. Für den 609 erfolgt die planmäßige logistische Leistung stets beim Vorgängerzug 1026 in Frankfurt bzw beim 1126 in Köln. Von einem Gastronom ist zu erwarten, daß er abschätzen kann, ob er bzw. sein Nachfolger wieder bis zum nächsten geöffneten Logistikstandort kommt oder nicht. Reicht die Ware nicht, muß er rechtzeitig eine außerplanmäßige Bestellung auslösen!

...Bei solchen oder ähnlichen Fällen kann die DB noch einiges optimieren.

Nö. Optimiert ist es schon. Die DB kann aber durchaus erwarten, daß der Gastronom seine Arbeit vernünftig macht - und vorausschauendes Arbeiten gehört dazu.

Gruß, Ralf


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