Realistische Dienstpläne würden schon helfen. (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 02.08.2026, 14:27 (vor 12 Tagen) @ Waldbahn

Hallo.

Wenn man doch nun weiß bzw sieht, dass es REGELMAESSIG nicht funktioniert - und es funktioniert REGELMAESSIG nicht -, dann muss ich halt andere Dienstpläne konstruieren!

Ja, dann hat man womöglich in Rheine statt einer Std Pause deren 3 Stunden. Wenn es denn mal gut läuft. Ansonsten entsprechend weniger.

Ja, das kostet mehr Personal. Und ja, mathematisch ist das dann unproduktiver. Ja, das wird die Fahrpreise leicht erhöhen - aber der Kollege Henrik hat ja kürzlich erst richtigerweise vorgerechnet, dass Bahnfahren in Relation zur Inflation deutlich günstiger geworden ist seit zig Jahren. Spielraum für Preiserhöhung ist also vorhanden.

Das muss man halt entscheiden in der Plüschetage, was wichtiger ist: Hohe Qualität oder schöne betriebswirtschaftliche Kennziffern über Produktivität und Co., die in der Praxis dann eben regelmäßig zu Unbill führen.

Die höhere Qualität müsste man dann noch gegenrechnen gegen bessere Motivation des Personals und dadurch z.B. geringere Krankheitsquoten und höhere FGR-Erlöse. Aber eine solche Rechnung enthält ja viel zu viele Unbekannte. Das macht es kompliziert. Und eher unberechenbar. Da ist es doch schöner, auf dem Papier alles zu optimieren, sich an schönen Kennziffern erfreuen und dafür schicke Leistungsprämien zu kassieren. Vor allem, wenn man nicht in die Verlegenheit kommt, selbst Kunde sein zu müssen. Herrje, was interessiert denn in einer schönen Plüschetage in Berlin, was da kurz vor Holland in einem Kaff namens Rheine (da rätselt man höchstens, wo in der Nähe da der Rhein fließt) für Probleme in der Praxis bestehen. Und das Personal ist erst recht egal; ohnehin nur ein nerviger Kostenfaktor.

Sie kommen nur deswegen damit durch, weil der Deutsche mit seiner Eisenbahn längst abgeschlossen hat. Jeder kennt das Chaos, jeder erwartet gar keine funktionierende Eisenbahn (das kapieren die Schweizer ja nie, dass eine dysfunktionale Eisenbahn hier bester Vorwand für die Pkw-Vorhaltung ist), jeder weiß, dass es auch nicht besser wird. Und Beiträge wie deiner (oder neulich auf DS-O die Schüler mit der Feuerwehrprüfung) unterstützen die Lage ja auch noch.

Und so wird sich gar nichts ändern. Zumal wir über Pünktlichkeit seit Jahrzehnten diskutieren, ohne dass es je akzeptabel funktionierte. Wer kennt noch Bahnchef Ludewigs großen Pünktlichkeitstafeln in den Bahnhöfen? Wie hieß noch das Projekt, wo man in 4 oder 5 Hauptverspätungskorridoren spezielle Überwachung und Maßnahmen ergreifen wollte?

Alles eine Endlosdiskussion. Und nein, auch die Bundesbahn war beileibe kein Ort der überragenden Pünktlichkeit! Nur mußte man damals dank vieler Einzelzugläufe eher seltener umsteigen; man war flexibler, Nachfrage richtete sich nach dem Angebot. Und beim Umsteigen hatte man häufig längere Umstiegszeiten; der ITF-Irrsinn brannte sich erst langsam in die Köpfe der Verantwortlichen.


Hier verkehrt die Eurobahn mal pünktlich. Wow.


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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