Geschichten aus dem Paulaner-äh Cola-Garten (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Mittwoch, 29.04.2026, 14:53 (vor 6 Tagen) @ Tabernaer

Huhu.

Und was machste mit zeigefreudigen Reisenden jeglicher Coleur? Die suchen dann extra solche WC oder blockieren die Tür absichtlich. Wenn Oma Hildegard das sieht, fällt sie vor Schreck im Ohnmacht.


Für das Szenario empfehle ich die Großraumtoilette im Dosto-Steuerwagen. Mit dem etwas anderem Schließmechanismus der WC-Tür, wo man bei den DB-Exemplaren ZWEIMAL verriegeln muss! Das übersehen viele.

Auch das Pärchen, was den großzügigen Raum für Intimitäten nutzte. Und gerade mit Vmax verkehrte. Als Oma außen auf den grünen Knopf drückte und sich unweigerlich die Tür weit (muss ja n Rolli durchpassen) öffnete.

Ähnlich wie bei Werner und Röhrich ("ich hatt ja noch was vor!") und dem Kran und der Baustelle.

Oma war geschockt und schob ab. Ich sorgte erstmal für die Türschließung. Als die beiden dann rauskamen, war es ihnen irgendwie peinlich. Ich nahm's locker und erklärte ihnen den Schließmechanismus und tat meine Hoffnung kund, dass es trotzdem bis zum Höhepunkt gereicht hat. Dem war wohl so; sie waren erleichtert, dass ich das entspannt sah.

Einmal gab es mal Zoff, weil eine Mutter ihr Kind auch in diesem Steuerwagen-Kinderwagen-Rolli-Bereich stillen wollte. Da saß sie nicht allein. Einige wollten sich empören; einige männliche Kiddys entdeckten den Anblick einer nackten Brust als erregend. Die stiööen wollende Mutter war jetzt irritiert und unsicher. Schaffner war keiner da; mußte ich wieder Verantwortung übernehmen. Die Kundschaft wurde also freundlich hinauskomplimentiert aus dem Bereich; die Zahl der noch freien Sitzplätze im Zug kannte ich ja. ;-)

Dann muss unser Blaschi wieder eingreifen und Wiederbelebung machen und vorher den/die/das zeigefreudige Individuum aus der Sichtachse von Oma Hildegard entfernen.

O.g. Miezie hätte ich tatsächlich gern auch wohl wiederbelebt. Der Fiffi hatte da echt ne süße Maus am Haken.

Apropos: ich sagte das mal zu ner Apothekerin. Da mußten wir Lieferanten die Sachen immer bis gaaaaaaaanz nach hinten tragen und von da Leergut mitnehmen. Ich erzählte mal, dass mein Infarkt schon mehrere Jahre überfällig sei; ich den aber gerne bei ihr hätte - wenn sie dann Herzmassage mache und Mund-zu-Mund-Beatmung, würde ich mir mit dem Aufwachen aber Zeit lassen. Sie antwortete nicht viel; muss aber wohl nachgedacht haben, was wäre eigentlich, wenn mal tatsächlich ... Jedenfalls komm ich am nächsten Tag wieder rein, da hieß es, stellen Sie es mal hier direkt hinter den Tresen, das reicht; Leergut hab ich Ihnen da schon etwas hingestellt; reicht, wenn Sie das mitnehmen. Nie wieder brauchte ich bis nach gaaaaanz hinten laufen.

Wenn das Dieses aber renitent wird und handgreiflich ggü Blaschi wirds böse. Kostet dann wieder Zeit und den Einsatz der BuPo oder LaPo => ergo Zug hat wieder Verspätung.....

Bei Blaschi geht das auch ohne BPol oder LaPo.

Die Schaffnerin wird zum Lokführer zitiert. Mit hochrotem Kopf kommt sie wieder raus und spricht mich an. Da würden die Klaurumänen am Bstg stehen - sie solle sich da drum kümmern. War ne ganz neue Mitarbeiterin, 3. Schicht allein so ungefähr und vorher im Einzelhandel in einer Parfümerie tätig. Ich sagte ihr Unterstützung zu. Die 2 Diebinnen stiegen ein, die Schaffnerin wie gelernt freundlich. Nein, nix Ticket, Automat nich verstehen. Ich schritt dann robust ein. Klare Ansage, kein Lächeln, Passport oder Gefängnis, Selbstbezahlung, ganzes Geld weg, Prügel von ihrem Vorgesetzten. Wirkte: Paß gab es. Schaffnerin macht den 60er fertig. Trotzdem am nächsten Bahnhof Ansage: Raus! Ein Diskussionsversuch wurde im Ansatz erstickt. Raus! Dealer muss heute länger auf's geklaute Geld warten! Basta. Wirkte ...

Selbstverständlich fand sich ein Fahrgast, der sich über die Behandlung echauffierte. Ich sagte ihm freundlich, dass es jetzt dann doch ein Zeichen von ihm gewesen wäre, den Fahrpreis für die beiden zu entrichten! Mein Fokus und Mitgefühl läge eher bei all denen, die heute wieder beklaut wurden.

Der Typ war dann auch still anschließend. Die Schaffnerin dafür völlig fertig. Soviel Action. Die mußte ich erstmal beruhigen. Am Ziel bedankte sich der Lokführer noch bei mir, dass alles ohne Polizei ging und unsere Fahrgäste nicht belästigt und beklagt wurden.


Vor Jahren fragte mich mal ein Schaffner, ob ich mithelfe, einen Italiener rauszusetzen. Als wir am Bahnhof ankamen, hatte sich der Schaffner verpieselt (um mal beim Thema WC zu bleiben); hab den Typ dann allein zum Gehen aufgefordert. Der drohte mir dann mit der Mafia und dem Tod. Meinen Namen habe er notiert. Fast wäre ich tatsächlich gestorben - am Lachkrampf. Ich warte jetzt schon über 10 Jahre. Die Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Heute wird dann auch solch Dummgesabbel die ganz große Bedrohungslage formuliert. 2 Jungs fotografierten auch schon mein Namensschild - die hatte ich an den Schaffner verpfiffen. Wollten das auch die Mafia oder die Hells Angels oder irgend so ne Organisation regeln lassen. Warte ich auch schon Jahre drauf.

Einen Schwarzfahrer-Jungfiffi hab ich mal vor versammelter Kundschaft als 'dämlich' ausgelacht. Schließt sich ordnungsgemäß nach Einstieg ins WC ein - kommt dann aber direkt nach Abfahrt Schönebeck aus'm WC-Raum, wo es noch 2 Minuten bis Vegesack sind. Nach kurzem Wortgeplänkel frage ich ihn, wie man so doof sein kann; ich hätte jetzt 2 Min Zeit gehabt, die Polizei zu rufen oder ihn aufzuschreiben. Man komme doch erst am Zielbahnhof aus dem WC; am besten, wenn die Außentür schon geöffnet wurde. "Muss ich Dir jetzt noch erklären, wie man ordnungsgemäß schwarzfährt?!". Der 60er hätte ihn nicht gestört - dass ich ihn aber vor der Kundschaft auslachte, das traf ihn so sehr - in seinem Kulturkreis wird Ehre sehr groß geschrieben -, dass ihm die Worte fehlten und er dazu auch noch vergaß, mir was auf's Maul zu hauen.

In Ahlhorn haben wir winternachts im letzten Zug einen rausgesetzt, der mit VBN-Ticket bis Cloppenburg wollte. Der Schaffner hatte ihn schon mehrfach erwischt, sich allein aber nie getraut, zu eskalieren. Fragte mich, ob ich Interesse hätte. Klaro. Der Typ erst ab toben; Menschenrechte, Kälte (minus 7 Grad waren es), Nacht etc. Dann am betteln; Menschenrechte, Kälte, Nacht etc. Nutzte nix - er mußte gehen. Mit dem letzten Zug fährt er seitdem nicht mehr, hörte ich.

Einmal allerdings musste ich die Polizei holen, weil die Polizei nicht gründlich arbeitete. Die BPol Leer war unmotiviert, da mußte die BPol in Emden noch nachermitteln. 2 Zugbegleiterinnen waren mir dankbar. Die Zählfirma tobte erst, weil ich die Erhebung zwischenzeitlich abgebrochen hatte. Nach Rücksprache mit der DB entschuldigte man sich aber; die Schaffnerinnen hatten ausgesagt, dass ihnen so ein Bahnmitarbeiter sehr geholfen habe; irgendwie habe der was mit Befragungen zu tun gehabt. Und so bezahlte die DB der Zählfirma trotz Abbruch die Erhebung.


Ei, da könnte ich schon wieder stundenlang Geschichten erzählen aus 15 Jahren Erhebung.

Aber bevor statt meiner das Forum kollektiv nen Herzkasper bekommt ...

Jetzt geht's wieder los; ins Revier von "XxxY", der mich auch so gerne "mag". Qualitätskontrolle RS1 und 2.


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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