Ich kann die Tätigkeit nur jedem empfehlen. (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Mittwoch, 29.04.2026, 12:13 (vor 6 Tagen) @ Tabernaer

Hey.

Vor allem im Bahnhof Osnabrück würden hier mehr helfen. Dann würden die Leute nämlich ihr Gepäck mit auf den Bahnsteig nehmen zum Rauchen oder Blaschi würde rechtzeitig quaken, das es gleich weoter geht und man doch bitte einsteigen solle. Da würde sich das Problem von allein lösen. Durch den netten Mitbürger,der unbedingt draußen mitfahren wollte wegen seinem im Zug liegenden Gepäck (nicht Gebäck :D) hatten nach Entdeckung dann div. Züge "etwas" Verspätung.

Jo, hab ich auch gelesen.

Bemerkenswert nur, dass es bis Laggenbeck gedauert haben soll, bis die Meldekette beim Lokführer ankam.

Da ja unser Blaschi sehr viel unterwegs ist in der Region und somit die Zugumläufe bestens kennt, könnte Er doch schon am Bahnhof vorm Einstieg ne Ansage machen: RB33 nach Saufhausen heute kein funktionierendes WC. Reisende mit schwacher Blase werden gebeten,nachfolgende Züge zu nutzen. Metronom nach Bremen heute mit funktionierenden WC in allen Wagen. Bitte vermerken sie sich das im Kalender. Wenn nix geändert wird kommt dieser Umlauf wieder als Metronom 0815 nach Hannover um 13:46 Uhr" oder so in der Art.

Ja. Wenn ich daran denke, was ich schon so alles an Tipps, Auskünften, Wegleitungen etc. gegeben habe - müsste mich die Eisenbahn für den Service bezahlen, wäre sie pleite und ich Milliardär. Erst gestern konnte der freundliche Schaffner der älteren Dame zwar mitteilen, dass sie ab Nordhorn mit dem 32er-Bus fahren muss - aber Blaschi sorgte dann für die Details wie Abfahrtszeit und -ort (die gibt's nämlich in 2 Richtungen) und Fahrpreis.

Hauptsache, niemand kommt auf die Idee, mal das EVU anzuschreiben, um den tollen Mitarbeiter zu loben. Ich bin ja gar keiner. Dann gibt's nur Ärger, weil ich das alles im Dienst gar nicht darf. Aber das verstehen die weltfremden Plüschetagen nie: der Kunde kennt die Hintergründe logischerweise nicht. Da hat wer so'n Umhänger mit EVU-/Besteller-Symbol drauf und will das Ticket sehen - also muss der Mitarbeiter sein und somit ALLES wissen. Wenn ich dann hingehe und sage, so, Sie beantworten mir jetzt Fragen - ich Ihnen aber keine einzige, dann mache ich die ganze Eisenbahn ja lächerlich. Also mache ich zwar klar, dass ich kein Offizieller bin und keine Befugnisse habe, aber im Rahmen meines Allgemeinwissens zur Eisenbahn gerne weiterhelfe.

Mit einem nicht grad südöstlich angesiedelten Unternehmen gab/gibt es ständig Ärger mit dessen Personalen. Ein Vorgesetzter der Zählfirma fragte mal so im Gespräch, warum eigentlich. Ich sagte, das Grundsatzproblem bestehe darin, dass oftmals das externe Erhebungspersonal (und damit meine ich auch ausdrücklich etliche meiner Befragerkollegen!!!!) kompetenter und fahrgastumgangsfähiger sei als das hauseigene Kontrollpersonal.


Denn das ist das tolle an dem Job: man lernt, mit Menschen jeder Couleur klarzukommen, sich individuell drauf einzustellen. Und so wird aus der eigentlich lästigen Befragung eine Art win-win-Situation für alle. Die EVU bekommen Daten, ich lerne und erfahre sehr viel über Menschen, die Gesellschaft und was es an Leben alles gibt. Und der Kunde bekommt mal ein fröhliches Kerlchen, einen kompetenten vermeintlichen Eisenbahner und jemanden, der sich 2 Min für ihn interessiert. Man muss halt weltoffen sein, dem Menschen zugetan und etwas entertainen können. Ich kann sonst nichts - aber das bekomme ich hin. Zu verdanken habe ich das meinen Eltern, die sich den Zeitpunkt meiner Schöpfung entsprechend aussuchten; Sternzeichen Zwilling! Alles was man über die liest (geborene Quasselstrippen; stets quierlig, neugierig, chronisch pleite) stimmt.


Schlußendlich jedenfalls bräuchte der Eisenbahnsektor noch hunderttausende Blaschis mehr. Gut, für's Forum und die Welt außerhalb der Bahn wäre es eher eine Art Naturkatastophe, eine biblische Plage; seh ich ein. Glück für zukünftige Generationen. Mit mir stirbt diese Linie der Familie auch aus; ich möchte niemandem zumuten, mich als Papa bezeichnen zu müssen.


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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