Falsche Schlussfolgerung (Allgemeines Forum)

Hustensaft, Donnerstag, 19.03.2026, 16:11 (vor 1 Tag, 13 Stunden, 5 Min.) @ Barzahlung

Das Urteil eröffnet der DB InfraGO die Möglichkeit, ihre Trassengebühren und Stationsentgelte für den SPNV deutlich stärker zu erhöhen. Kostensteigerungen müssen also nicht mehr nahezu ausschließlich über die Entgelte für FV und GV abgefedert werden.

Das Urteil besagt nur, dass die heute angewandte Regelung unzulässig ist, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wie eine neue Berechnung aussehen könnte, steht in den Sternen - und laut Verkehrsministerium wird derzeit geprüft, wo die Preise günstiger und wo sie teurer sein müssten.

Problematisch könnte es gleichwohl vor allem für den Fernverkehr werden, denn besonders auf den Strecken, die ausschließlich oder ganz überwiegend vom FV oder vielleicht auch noch vom GV genutzt werden (also insbesondere SFS, da gibt es keinen oder nur einen geringen FV-Anteil), könnten wegen der hohen Investitionskosten und daraus resultierender Abschreibungen signifikant teurer werden - es wäre rechtlich nicht zu beanstanden, "saubere" Streckenbündel zu definieren oder sogar nach Einzelstrecke abzurechnen; Fahrten von Stuttgart nach Ulm über die SFS dürften dann wesentlich teurer werden, ebenso von Bamberg in Richtung Berlin. Man wird hier abwarten müssen, wie das Urteil umgesetzt wird - und da redet die Politik ein gewaltiges Wörtchen mit.

Schlimmer noch: Es wird durchaus die Frage sein, ob InfraGO überhaupt Aufwände berechnen darf, die als Zuschuss aus Steuermitteln geflossen sind - betrifft also aktuell vor allem die Generalsanierungen.

Im SPNV müssen von den Ländern nun erhebliche Geldmengen nachgeschossen werden oder es kommt zu Abbestellungen.

Ist zum jetzigen Zeitpunkt Kaffeesatzleserei - entspricht aber dem Wunschdenken von InfraGO, die ja bekanntlich ein Papier zur Steigerung der Pünktlichkeit erarbeitet hat, in dem die Reduzierung von Zugfahrten eine elemtare Rolle spielt.

Eine (aus meiner Sicht faire) Möglichkeit wäre es natürlich, das Deutschlandticket vorzeitig zu beerdigen und damit immerhin mehr als drei Mrd. Euro (Länder 1,5 Mrd. Euro) freizusetzen. Das ist aber politisch wahrscheinlich nicht durchsetzbar.

Das ist nicht nur politisch nicht durchsetzbar, es würde die ohnehin hängende Verkehrswende vollends torpedieren - und durch höheren Verkehrsmengen auf der Straße noch weit teurer werden.


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