Beobachtungen bei den ÖBB (Allgemeines Forum)

bahnfahrerofr., Mittwoch, 01.10.2025, 23:28 (vor 193 Tagen) @ Barzahlung

Keine Frage: Es gibt sicher viele schöne Dinge bei den ÖBB, aber eben auch viele, die nicht schön sind.

Das beschreibt es vermutlich ganz gut.

Die vom TE erlebte trödelige Abfertigung habe ich in Österreich auch schon erlebt. Allerdings in größerer Häufigkeit auch bei der DB. Insgesamt hatte ich bei meinen Reisen in Österreich schon wesentlich häufiger den Fall, dass Verspätungen - auch deutlich - aufgeholt werden könnten. Der teils entspannte Fahrplan dürfte da natürlich auch eine Rolle spielen.

Was ich definitiv auch erlebt habe, ist die Nichtangabe von Verspätungsgründen oder alternativ die Generalklausel mit dem "kurzen Betriebsaufenthalt". Das ist in Deutschland seltener, aber dafür sind die vom Personal vorgelesenen Gründe da auch oft Unsinn.

Für mich persönlich ist der Zustand der Bahnhöfe und die Ausstattung eigentlich das größte Positivmerkmal in Österreich, gerade den Nahverkehr erlebe ich insgesamt auch als relativ zuverlässig. Der erwähnte RJ 66 wird halt auch schon von den Ungarn sehr oft verspätet übergeben - der Zug brauchte eigentlich einen Pufferaufenthalt zusätzlich in Hegyeshalom

Gerade das Thema Anschlüsse läuft auch nicht besonders gut, insbesondere erkenne ich in vielen Fällen keine Regel.

Mal ein klassisches Negativbeispiel. EC aus Budapest fährt verspätet in Wien Hbf ein, schneller RJ nach Bregenz fährt planmäßig genau zur (tatsächlichen) Ankunftszeit des EC ab. Das Personal im EC sagt den Zug Höhe Wien ARZ noch als Anschluß an, ohne weiteren Kommentar. Als die ersten Fahrgäste den Bahnsteig betreten, fährt der RJ gegenüber los. Die gleiche Konstellation hatte ich auch schon mit dem Ausgang, dass 2 Minuten stehen geblieben wurde.

Auch scheint es Zugbegleitern wie meist in Deutschland nicht mehr möglich zu sein, den SEV zu kontaktieren. Ich war mal im IC nach Graz und wollte den SEV nach Szentgotthard (FV-SEV für den Nachmittags-IC). Es wäre um 2 Minuten gegangen, nächste Fahrtmöglichkeit mindestens +120 und knappe Umstiege. Nichts zu machen. Tatsächlich stand der Bus dann noch vor Ort. Kein Lotse, wie sonst oft üblich, obwohl das hier sinnvoll gewesen wäre. Der Fahrer meinte später, er hätte die Anweisung bei Bedarf "ein paar Minuten" nach eigenem Ermessen zu warten, was er hier wohl tat. Leider wartete er nach meiner Ankunft noch unnötig lange (weitere 5min). Durch mehrere Unterbrechungen der Fahrt wegen technischer Probleme am Bus, fuhr am Ende der ungarische Zug in Szentgotthard genau in der Sekunde los, als der Bus den Bahnhofsvorplatz erreicht hat. Auch hier meinte der Fahrer, es sei keinerlei Kommunikation zur Zentrale, zwecks Kontaktaufnahme mit dem GySEV - Fdl in Szentgotthard oder wo auch immer, vorgesehen. Insgesamt jedenfalls kein System, was man übermäßig glorifizieren sollte.


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