Mit dem Freundschaftspass zum Pajares-Pass (13/15) (Reiseberichte)

Bahne aus Leidenschaft, Donnerstag, 04.07.2024, 21:15 (vor 12 Tagen)

Der letzte Teil endete in der bretonischen Hauptstadt Rennes: https://www.ice-treff.de/index.php?id=701240
In diesem Bericht werde meine Umrundung der Insel über Brest bis an den Golf von Morbihan an der Südküste fortsetzen. Am Ende des Berichts wechsle ich für einen Tag das Verkehrsmittel von der Schiene zum Schiff.

Tag 23: Rennes – Brest
Heute fahre ich so weit wie es mit dem Zug geht auf die Spitze der Bretagne vor nach Brest. Die Abfahrt ist mangels früherer Alternativen im Nahverkehr erst um 10.40 Uhr. Es fährt wieder ein OMNEO von BreizhGO. Leider ist das Wetter nicht besonders schön. Ganz besonders habe ich mich auf die Fahrt über das Viadukt von Morlaix gefreut. 2015 standen wir im Familienurlaub unter der imposanten Brücke mitten durch die Stadt. Damals waren wir mit dem Auto dort und seitdem wollte ich mal mit den Zug drüber fahren.

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Kurz vor Brest ist das Meer beim Strand von Moulin Blanc zu sehen.

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Dort liegt die Jugendherberge, wo ich heute übernachten werde. Da sie recht weit außerhalb liegt, hatte ich eigentlich ein Zimmer über Airbnb im Stadtzentrum gebucht. Am Morgen hat wie meine Gastgeberin jedoch geschrieben, dass sie mir wegen eines verstopften Abfluss stornieren müsse.
Nach zweieinhalb Stunden erreiche ich den westlichsten Bahnhof Frankreichs.

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Bei meiner Ankunft schüttet es in Strömen. Ähnlich wie in Vitré rette ich mich mit Müh und Not in ein Restaurant. Passend zur maritimen Lage von Brest entscheide ich mich für den Fisch.

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Da keine Aussicht auf Besserung des Wetters besteht, fahre ich mit dem Bus raus nach Moulin Blanc, wo fußläufig zur Jugendherberge das große Aquarium von Brest liegt und es gefällt mir recht gut.

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Am Abend lässt der Regen nach und ich gehe noch ein wenig am Strand spazieren. Schon um 19.09 Uhr (!) fährt der letzte Zug des Tages in der Großstadt Brest ab. Sein Ziel Rennes wird er erst nach 21 Uhr erreichen.

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Dann kehre ich bei der benachbarten Crêperie ein. Ich war zwar schon heute Mittag essen, aber so ein Galette geht gerade noch so rein.

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Tag 24: Brest – Quimper – Vannes
Heute Mittag werde ich mich entlang der Südküste Richtung Osten zurückarbeiten. Zuerst habe ich aber noch den Vormittag in Brest. Zum Glück ist das Wetter besser als gestern. Ich schaue mir den Sonnenaufgang über dem Strand an.

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Am Hang verläuft die Bahnstrecke.

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Die Jugendherberge wurde in anstelle eines hübschen kleinen Anwesens im Grünen in brutalistischem Stil gebaut. Darüber kann man streiten. Die Lage im Grünen direkt am Strand ist im Sommer sicher grandios.

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Auch der wichtige Marinestandort Brest wurde 1944 stark ausgebombt und nach dem Krieg wieder aufgebaut. Von der Innenstadt über den Meeressund Penfeld führt eine moderne Seilbahn.

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Auf der anderen Seite endet die Seilbahn in einem ehemaligen Werftgebäude.

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Auch heute noch ist im unten Penfeld eine Werft der Kriegsmarine.

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Aus der Seilbahn hat der Fahrgast eine grandiose Sicht über den Penfeld. Vermutlich das Wahrzeichen der Stadt ist die große Hubbrücke, über die gerade eine Straßenbahn fährt.

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Von dieser sieht die Seilbahn so aus.

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Auch der Bahnhof von Brest stammt aus der Nachkriegszeit. Auf dem Uhrturm ist ein Seemann dargestellt.

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Auch bei der Fahrt am Strand von Moulin Blanc sieht es heute deutlich freundlicher aus als auf der Hinfahrt.

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Es fährt mal wieder ein AGC. Die eingleisige oberleitungsfreie Nebenstrecke von Brest nach Quimper verbindet die beiden elektrifizierten Hauptstrecken im Norden und Süden der Bretagne. Die führt in Kurven durch die Hügel der Bretagne.

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Kurz vor Chateaulîn quert die Strecke auf das tief eingeschnittene Tal der Aulne.

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Quimper liegt am Odet.

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Die Altstadt bietet Bilderbuchmotive der Bretagne mit Fachwerkhäusern und einer Kathedrale.

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Hier an der Spitze der Bretagne in Finistère sind die Schilder zweisprachig. Das Bretonische, die letzte erhaltene keltische Sprache auf dem europäischen Festland, wird hier noch von einer niedrigen zweistelligen Prozentzahl der Einwohner gesprochen, jedoch kaum noch als Muttersprache.

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Ich genehmige mir wieder eine Pause in einer Crêperie. Zum Nachtisch nehme ich einen Crêpe mit Birne und Caramel à Beurre salé.

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Zurück am Bahnhof steht immer noch mein AGC aus Brest. Daneben steht der Z TER, der mich nach Vannes fahren wird.

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Im Gegensatz zu den beiden Z TER der Nachbarregion Pays de la Loire zu Beginn der Woche, macht dieser von BreizhGo innen einen gepflegten Eindruck.

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Auch Lorient ist ein wichtiger Marinehafen.

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Vannes hat meiner Meinung sogar noch eine schönere Altstadt als Quimper mit mächtiger Stadtmauer.

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Vannes war vor Nantes Residenz der Herzöge der Bretagne und nach des Verlusts der Unabhängigkeit Parlamentssitz der Bretagne, bevor dieser nach Rennes verlegt wurde.

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Direkt bei der Altstadt beginnt der langgestreckte Hafen.

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Tag 25: Île d’Arz
Heute steht der zweite und letzte bahnfreie Tag des Urlaubs an. Da der „Tire-Bouchon“ – der Korkenzieher-Zug – auf die Halbinsel Quiberon nur in der Hochsaison im Juli und August fährt, bietet sich kein Ausflug mit der Bahn an. Dafür bietet sich ein Schiffsausflug in den Golfe du Morbihan an. Im Golf mit seiner äußerst zerfurchten Küstenlinie liegen unzählige Inseln, von größeren besiedelten bis zu kleinen Felsen. Hier werden auch viele Meeresfrüchte kultiviert, dummerweise war ich am Sonntag zu spät für den Fischmarkt und Montag ist Ruhetag.

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Von Vannes wird die Île d’Arz angefahren.

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Um den Golf, auf mehreren Inseln und sogar im Golf liegen mehrere bedeutende Dolmen aus der Megalithzeit. Zu dieser Zeit lag der Golf noch komplett über dem Meeresspiegel. Die bekanntesten Dolmen sind die Steinreihen von Carnac. Wenn der Tire-Bouchon im Sommer fährt, muss ich auch mal dort hin. Auf der Île d’Arz liegt nur ein schlecht erhaltener Dolmen. Sehr interessant finde ich dafür die kleine Gezeitenmühle.

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Das Wetter ist wie gemeldet wechselhaft, hält aber die meiste Zeit einigermaßen. Ich wandere den Weg entlang der Küstenlinie ab. Da diese nicht nur hier verläuft wie auf dem Bild, kann man damit trotz überschaubarer Größe der Insel einiges an Zeit rumbringen.

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An vielen Stellen gibt es von den Gezeiten geprägte Marschland.

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Auf dem Rückweg passiert das Schiff eine kleine Insel mit Kapelle.

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Zurück in Vannes gönne ich mir ein Kouign Amann, zu Deutsch ganz unspektakulär Butterkuchen. Angeblich soll es das fettigste Gebäck der Welt sein. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, aber warm ist as Blätterteigteilchen eine Köstlichkeit. Mehr als einen sollte man aber nicht essen, wenn man am Rest des Tages noch was vor hat.

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Danach überrascht mich ein kräftiger Regen, ein ziemlich teurer Regen. Ich rette mich nämlich in den Laden der Fischereigenossenschaft und lasse mir vom sehr kompetenten Verkäufer kreativ gewürzte und überraschend teure Fischkonserven verkaufen. Als es danach immer noch regnet, bleibt mir wenig anderes übrig als in der benachbarten Crêperie einzukehren.

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Nach fünf Tagen wird es Zeit, die Bretagne zu verlassen. Morgen werde ich mit dem TGV fleißig Kilometer bis in den äußersten Norden Frankreichs machen. Kurz vor Ende des Urlaubs komme ich somit nach der 10-Minutenfahrt im Baskenland noch in Genuss der ersten „richtigen“ TGV-Fahrt. Nach der Schweiz und Spanien werde ich zudem noch ein weiteres Nachbarland Frankreichs besuchen.


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