und bei der Gelegenheit: Onlineticketing Polen-Österreich (Fahrkarten und Angebote)

Hamburger2015, Sonntag, 27.08.2023, 10:56 (vor 329 Tagen) @ Hamburger2015
bearbeitet von Hamburger2015, Sonntag, 27.08.2023, 10:57

Gegeben sei das verrückte Vorhaben, Mitte nächster Woche von Breslau nach Wien mit der Bahn zu fahren.

Es geht um etwa 330 Kilometer Luftlinie zwischen zwei europäischen Großstädten. Für eine Autofahrt veranschlagt Google Maps knapp über 5 Stunden Reisezeit. Flixbus braucht 6:40 h für die direkte Fahrt und will dafür 30 Euro sehen.

Bahn.de findet eine Verbindng mit zwei Umstiegen (Raciborz und Chalupki) mit 7:32 Stunden Reisezeit (12:17 -> 19:49), kann aber erwartungsgemäß keine Fahrkarte verkaufen.

Oebb.at kennt diese Verbindung nicht. Es bietet aber alternativ eine 40 Minuten längere Fahrt mit einem Umstieg weniger an (11:40 -> 19:49, Umstieg in Kattowitz). Anders als die meisten anderen Routen ("nur Teilstrecke") ist hierfür auch scheinbar problemlos ein Tickerkauf möglich: Sparschiene zu 39,00 € plus 6,00 € Reservierungsentgelt.

Klickt man sich weiter durch, kommt die Fahrgastabwehr der europäischen Bahnen im internationalen Verkehr mit Trick 17 im Jahr 2023: "Das Ticket für dieses Angebot muss vorab an einem ÖBB-Ticketautomaten in Österreich oder ÖBB Ticketschalter in Österreich ausgedruckt werden.".

Das ist schwierig, wenn man vorher gar nicht in Österreich ist.

Gut, also auf zu PKP Intercity. Die englische Seite (https://www.intercity.pl/en/) überrascht mit einem Kuddelmuddel diverser unübersetzter Abschnitte schon in der Verbindungsabfrage, die sich konsequenterweise die eingestellte Sprache anschließend nicht merkt und ständig auf Polnisch zurück springt.

Ergebnis: 11.40 -> 19:49 wird angezeigt, aber es gibt gar keine Angaben zum Verkauf. Für 13:35 -> 21:49 mit augenscheinlich der selben Route kommt der Hinweis "You can buy a ticket for this connection at the counter!". Für den Nachtzug (23:08 -> 07:00) erscheint die Preisabfrage mit der Fehlermeldung "Unable to check prices!". Der Kenner vermutet (vgl. mein Posting zum NJ Berlin-Wien, um den es sich hier handelt), dass der Zug wahrscheinlich einfach voll ist, was im Buchungssystem aber nicht als Möglichkeit vorgesehen ist.

TL;DR;-Fazit:

Die Bahn ist langsamer und unkomfortabler als andere Verkehrsmittel. Keine beteiligte Bahn ist in der Lage, online ein durchgehendes Ticket zu verkaufen, bis auf das (nicht nutzbare) ÖBB-Sparangebot wird nicht einmal ein Preis angezeigt.


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