Sechs Fäuste für eine Margherita 7/14 (50 Bilder) (Reiseberichte)

Bahne aus Leidenschaft, Montag, 03.07.2023, 20:18 (vor 992 Tagen)

Hier geht es zu den bisherigen Folgen des Reiseberichts:
Teil 1: https://www.ice-treff.de/index.php?id=681486
Teil 2: https://www.ice-treff.de/index.php?id=681629
Teil 3: https://www.ice-treff.de/index.php?id=681839
Teil 4: https://www.ice-treff.de/index.php?id=681841
Teil 5: https://www.ice-treff.de/index.php?id=682003
Teil 6: https://www.ice-treff.de/index.php?id=682233
Zugabe von Thomas: https://www.ice-treff.de/index.php?id=682136


Im letzten Teil haben wir Griechenland mit der Fähre von Patras nach Bari verlassen und haben uns ein wenig Apulien angeschaut. In diesem Teil werden wir nach Neapel weiterfahren und dort unseren Freund Thomas wieder treffen. Leser meines Berichts kennen ihn schon aus Teil 2 und seinem Gastbeitrag über den Nachtzug nach Istanbul.
Als zusätzliches Feature habe ich ab sofort zur besseren Übersichten Karten mit unserer Reiseroute. In den vorherigen Teilen habe ich nachträglich auch welche eingefügt.

Tag 36 Bari – Taranto – Neapel

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Heute fahren wir weiter nach Neapel, wo wir wieder unseren Freund Thomas treffen. Da wir Zeit haben und die Reservierungsgebühr sparen wollen fahren wir mit Regionalzügen über Taranto.
Die Strecke nach Taranto wurde in den letzten Jahrzehnten unfangreich neu trassiert und beschleunigt.

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Die Altstadt von Taranto auf einer Halbinsel ist ein Negativbeispiel für Altstadtverfall. Dabei existiert die Stadt auch seit der griechischen Antike. Jedoch bekommen wir hier ein gutes Frühstück.

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Weiter geht es für die nächsten 4 h von ionischem Meer zum tyrrhenischen durch die Basilikata. Die Fahrt von Potenza ans Tyrrhenische Meer führt durch eine spektakuläre Schlucht.

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Am frühen Nachmittag kommen wir in Neapel an. Unser Hostel liegt auf einem Hügel oberhalb des Zentrums. Wir nehmen wie auch die nächsten beiden Tage für 2 Stationen die „S-Bahn“ nach Napoli Montesanto. Neben modernen Triebwägen fahren auch noch ältere Triebwagenveteran. Leider habe ich kein Bild gemacht.
Neapelklischees satt: Wäsche am Balkon, König Maradona und Müll:

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Dazu kommt noch, unsichtbar auf den Bildern, der Lärm. Zum Abendessen gibt es natürlich Pizza Margherita in einer der Pizzeria Sorbillo, einer der ältesten Neapels. Von außen sieht sie wenig ansprechend an, aber es lohnt sich. Auch an den nächsten beiden Tage werden wir zwei andere bekannte Pizzerien ausprobieren.

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Tag 37 Paestum
Heute machen wir einen Tagesausflug zu den Tempeln von Paestum. Vor unserem Hostelzimmer tobt kaum überhörbar der neapolitanische Berufsverkehr. Gegenüber ist eine Schule und der Motoroller dient hier häufig als standesgemäßes Elterntaxi.

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Von Montesanto den anderen Hügel hoch liegt das Castell Sant’Elmo. Eine Standseilbahn fährt hinauf. Da werde ich übermorgen früh hochfahren.

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Es fahren wieder Pop-Triebwägen. Die Tempel liegen in fußläufiger Entfernung zur Bahnstrecke nach Kalabrien. Seit ich 2019 auf dem Weg nach Sizilien durch den Bahnhof Paestum durchgefahren bin, standen die Tempel auf meiner Wunschliste.
Paestum wurde von Griechen und Lukaner gebaut. Der Poseidontempel (rechts) und der ältere Heratempel (links) sind sehr gut erhalten.

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Im zugehörigen Museum sind einige Wandfresken mit ungewöhnlicher Motivik ausgestellt.

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Danach nutzen wir das gute Wetter für einen Strandbesuch und besuchen eine Büffelkäserei. Thomas und ich haben sie in dieser Folge der Arte-Serie „Zu Tisch in“ entdeckt (https://www.dailymotion.com/video/x6an5f3).

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Tag 38 Pompeji , Herculaneum und Pietrarsa

Heute Vormittag besichtigen wir die Ruinen vom Pompeji wir Pompeji. Wir nehmen die Staatsbahnstrecke an der Küste entlang.

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Auch hier in Pompeji regiert König Diego.

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Mittags trennen wir uns auf. Ich möchte noch nach Herculaneum, Chris und Thomas möchten lieber nach Salerno, ein wenig am Strand entspannen. Da wir heute Abend noch ein langes Museumsprogramm haben werden. Später wird sich noch zeigen, dass meine Entscheidung, nicht mitzufahren eine sehr glückliche war.
Da einige Züge von Trenitalia ausfallen, investiere ich den kleinen Betrag in ein Ticket für die schmalspurige Ferrovia Circumvesuviana, die mich mit diesem schmucken Zug nach Ercolano bringt.

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Die Ruinen von Herculaneum sind weniger ausgedehnt, aber dafür sind viele Häuser bis zum zweiten Stock erhalten, weil der pyroklastische Strom des Vesuvs schon an Kraft verloren hatte.

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Da nun wieder Züge von Trenitalia fahren sollen gehe ich danach runter ans Meer zum Staatsbahnhof, der wunderschön am Meer liegt und eine schöne Aussicht über den Golf von Neapel bietet. Im Hintergrund erhebt sich der schlummernde Übeltäter.

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Ich fahre nur eine Station weiter zum nationalen Bahnmuseum in Pietrarsa. Der Gebäudekomplex liegt in exponierter Lage direkt am Meer mit Blick auf Neapel und wurde 1840 von König Ferdinand II. beider Sizilien als „Königlich Bourbonische Fabrik“ gegründet. Nach zu Beginn Eisen wurden bald auch Lokomotiven produziert und später wurde das Werk ein Bahnausbesserungswerk. Nach der Schließung des Werks 1975 wurde es 1989 als Museum wieder geöffnet.

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Dem König beider Sizilien und Werksgründer wurde eine Statue errichtet. Auf die Herkunft des ungewöhnlichen Landesnamen bin ich im letzten Teil kurz eingegangen.

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Auf diesem Werbeplakat sieht die Ferrovia Circumvesuviana noch deutlich pittoresker aus als heute. Wenn daas Motiv damals wirklich einigermaßen der Realität entsprochen hat, haben sich die Vororte Neapels deutlich ausgebreitet.

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In der Halle mit den Dampfloks stehen auch einige E-Loks des Drehstromnetzes in Norditalien.

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Als ich dort bin, bekomme ich die Nachricht, dass ich mir Zeit lassen kann. Meine beiden Begleiter stecken weniger Kilometer vor Neapel fest, nachdem ihr Zug einen Personenunfall verursacht. Sie werden insgesamt 3 h dort stehen bleiben inklusive süditalienischen Gefühlsausbrüchen bei den Mitreisenden.
In der Zwischenzeit besorge ich am Trenitaliaschalter von Napoli Centrale unsere Reservierungen für den nächsten Tag und wir treffen uns beim archäologischen Museum. Wir besuchen das erst am späten Abend, da heute lange Nacht der Museen ist und für alle Besucher der stark ermäßigte Pries gilt.
Berühmt ist das Museum für seine „Verbotene Kammer“, in der nicht jugendfreie Exponate aus Pompeji ausgestellt wurden.

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Von der fehlenden Kleidung abgesehen, könnte sich diese Szene auch auf ein Pfälzer Weinfest abspielen.

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Tag 39 Neapel – Montecatini Terme

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Heute verlassen wir nach Neapel. Nach drei Tagen hat vor allem Chris genug von dem Chaos und der Lärmkulisse. Ab heute soll auch das Wetter im ganzen Land schlechter werden. Morgens besuche ich noch das Castell Sant’Elmo, das einen tollen Blick der die Stadt und den Golf bietet.

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Danach verschlägt es uns noch auf einen Markt im Viertel.

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Wir verlassen Neapel mit einem ETR 500 als Frecciarossa. In der schnellsten Fahrt dieses Urlaubs geht es nach Florenz.

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Von dort geht es mit dem Regionalzug nach Montecatini. Auf der Strecke von Florenz nach Viareggio fahren Garnituren aus Doppelstockwägen mit der „Landplage“ E.464. leider habe ich kein brauchbares Bild von ihnen.
Montecatini ist ein traditionsreicher Kurort, aber wir werden nicht wirklich warm mit dem Ort. Die Wahl auf Montecatini fiel recht spontan, da in Italien ein langes Wochenende war und wir ein wenig Probleme hatten, eine bezahlbare Unterkunft zu finden.

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Im nächsten Teil werden ein wenig die Toskana erkunden, sie aber wetterbedingt schon bald verlassen. Dann steht mir der Abschied von meinen beiden Begleitern bevor. Während ich nach Nordosten weiterfahre, geht es für Chris und Thomas nach Hause.


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