Kurve Biblis: weitere Hintergründe (Allgemeines Forum)

bigbug21, Stuttgart, Dienstag, 27.09.2022, 00:07 (vor 66 Tagen) @ EDO

Hallo EDO,

Der Radius der Kurve kann offenbar nicht erweitert werden. Mit einer Überhöhung und anderen Weichen (bewegliche Herzstücke) soll die Geschwindigkeit in diesem Bereich auf 100 km/h angehoben werden können, das sind netto zwar nur 10 km/h mehr als heute, brutto reduziert sich der Geschwindigkeitseinbruch jedoch um 20 km/h, da nun nicht mehr auf 90 km/h heruntergebremst UND dann von 90 auf 200 km/h beschleunigt werden muss. Das soll rund eine Minute Fahrzeitgewinn bringen.

Laut OpenRailwayMap gibt es in diesem Bereich mehrere nicht mehr genutzte Gleise, sodass der Bogen grundsätzlich geweitet werden könnte.

Ein Knackpunkt sind sicher die drei Bogenweichen im Bogen, die sowohl Überhöhung als auch den zulässigen Überhöhungsfehlbetrag begrenzen. Wären die Züge der Strecke konsequent mit ETCS ausgerüstet, könnten zumindest die Überleitweichen vom Bogen in die südlich anschließende gerade gelegt werden, ohne die Sperrzeit von Mannheim darüber in die nördlichen Gleise einfahrender Züge zu verlängern (Überleitung mit 80 oder 100 km/h in der Geraden statt Bogenweichen für offenbar nur 50 km/h).

Bei der am Unterwerk vorbeischrammenden Gleisverbindung ist der Fall komplizierter. Hier könnte bei einer späteren Einführung von ETCS Level 2 "ohne Signale" eine gezielte Nutzlängenoptimierung (auch mit mehreren alternativen Zielsignalen "vor" und "nach" den Weichen der Gleise Richtung Mannheim und Worms) Spielräume geschaffen. Denkbar wäre sicher auch, die Gleisanlagen etwas nach Norden verlängern, u. a. in den Anfang der Anbindung des Atomkraftwerks Biblis.

Viele Grüße
Peter

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unterwegs für freie Eisenbahn-Geodaten


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