Kooperation DB-SNCF: Historisch und geographisch betrachten (Allgemeines Forum)

Tobs, Region Köln/Bonn, Mittwoch, 25.05.2022, 21:44 (vor 1543 Tagen) @ Ludo

Salut Ludo,

Insgesamt erscheint mir der Mischverkehr doch sehr unausgeglichen, wenn man die innerfranzösischen (Teil-)Relationen, im Wesentlichen Strasbourg >< Paris und >< Marseille (NB: Forbach >< Paris lasse ich mal außen vor) mit den innerdeutschen, namentlich (Saarbrücken/)Karlsruhe >< Frankfurt/Berlin und >< München vergleicht. Aber die DB lässt sich - warum auch immer - oft die Butter vom Brot nehmen.


Wenn ich dich richtig verstehe, kritisierst du, dass ein Großteil der Strecken der deutsch-französischen Zugverbindungen in Frankreich liegt.

Nein, eigentlich eher umgekehrt. Bzw., präziser, dass die Fahrleistungen in Relation zu den befahrenen Kilometern im jeweiligen Land an die zuständigen Unternehmen vergeben werden sollten. Zumindest solange wir es noch mit quasi-monopolistischen Staatsunternehmen zu tun haben. :)

Im Falle einer echten Marktliberalisierung könnten m. E. die DB und SNCF um den Zuschlag für z. B. Paris >< Saarbrücken ebenso konkurrieren, wie um Marseille >< Strasbourg >< Stuttgart. Nur, dass das hier keine Missverständnisse aufkommen.

Wobei ich mir keine Kritik anmaßen möchte, da das zwei freie Unternehmen unter sich auszumachen haben. Meine Meinung ist eher bitte als Kommentar zu verstehen.

Dessen ungeachtet sind Deine Ausführungen sehr interessant und durchdacht. Da würde ich keinesfalls widersprechen wollen, insbesondere, was den höheren inländischen Bedarf angeht, weswegen m. W. auch bspw. teilweise in Strasbourg (TGV) gestärkt/geschwächt werden (oder zumindest wurden).

Was die Durchbindungen von Frankfurt angeht, sehe ich da persönlich auch wenig Potenzial. Der Aspekt dürfte hier eher ein marketingtechnischer sein (bzw. schöpft man mutmaßlich zusätzlich das inländische Potenzial ab). Stuttgart >< München würde ich auch in dieser Kategorie einordnen.

2007 stand für den internationalen HGV lediglich die Baureihe 406 zur Verfügung. Für Frankreich musste die Baureihe damals speziell aufgerüstet werden, die Züge bekamen dann den Namen ICE 3 MF (mehrsystemfähig + Frankreich); die Franzosen hatten hier sehr strenge Vorgaben gemacht. Von diesen ICE 3 MF standen verständlicherweise nicht so viele Exemplare zur Verfügung, sodass eine Durchbindung nach Berlin fahrzeugtechnisch damals gar nicht möglich gewesen wäre.

Was den Umstieg in Paris angeht, bin ich auch ganz bei Dir. Insbesondere mit Blick auf den Flieger erinnere ich mich an die Diskussion über Strasbourg >< Frankfurt im Rahmen von Airrail.

Bien à toi (et à tous).
Tobs


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