NL: internationale Zug wirklich eine Flugalternative? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 25.04.2022, 11:30 (vor 1445 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

hin und wiedeer liest man, der internationale Zug soll eine Alternative zum Kurzstreckenflug darstellen. Aber ist das auch wirklich so? Anfang des Jahres wurde das hier in NL recherchiert. Damals war der Artikel für mich nicht lesbar, jetzt aber schon.

Hinweis: der Artikel redet vom internationalen Zug. Also nicht notwendigerweise Hochgeschwindigkeitszug. Nachtzüge sind hier auch international.

Positive Aspekte der Bahn:

+ ab Amsterdam sind überraschend viele Flugziele innerhalb 6 Stunden mit der Bahn erreichbar.
+ internationaler Zug nicht immer teurer als Flug
+ Nachtzüge erlauben Reisen im Schlaf.

Negative Aspekte:

- Buchung von Tickets ist recht umständig.
- mangende Darstellung der Fahrgastrechte.

Wohin fliegen Jan und Petra am liebsten?

A. < 500 km   : 1. London     2. Paris   3. Frankfurt 4. Manchester
B. 500-750 km : 1. Kopenhagen 2. München 3. Zürich    4. Genf
C. 750-1000 km: 1. Dublin     2. Wien    3. Mailand   4. Oslo
D. > 1000 km  : 1. Barcelona  2. Rome    3. Madrid    4. Stockholm

Interkontinentalflüge sind relativ selten; nur 20% aller Flüge. Nach Hamburg, Bristol und Basel wird öfter geflogen als nach New York JFK. 22% aller Flüge sind innerhalb 500 km Luftlinie.
Dafür verursachen Interkontinentalflüge mehr CO2 als Kurzstreckenflüge.

Meine Gedanken dazu:

1a. Der Entfernungsvergleich hinkt. Die Entfernungen sind Luftlinie. 7 von 17 populärste Reiseziele innerhalb 500 km sind in UK. Zwischen NL-UK liegt eine Wassermasse namens Nordsee -> die Bahn muss hier einen Umweg fahren. Die Bahn ist bestenfalls für London eine Alternative. Nach Manchester, vergiss es.
1b. Aber auch kontinental gibt es Hürden. Es gibt Lücken im HGV-Netz, vor allem NL-DE. Nach Luxemburg stehen die Ardennen im Wege, nach Italien die Alpen.

2. Flüge Amsterdam-Frankfurt sind auch oft Zubringer für Interkontinentalflüge. Diese könnte man auf die Bahn verlagern; nur schade, dass ICE International Schiphol Airport nicht bedient und die Verlängerung von Amsterdam Centraal nach Schiphol Airport zugünsten Airport Sprinter verunmöglicht wird.

3. Nach und durch Deutschland ist die Nachfrage:
a. Nord = Bremen, Hamburg, Hannover, Berlin
b. Süd = Frankfurt, Stuttgart, München, Basel, Zürich
Was der Artikel nicht nennt aber dennoch sehr wichtig ist: nach Deutschland ist beim Verkersträger Auto auch viel (viel mehr?) zu holen. Düsseldorf (besser: NRW) wird als erster genannt, aber dorthin fahren Jan und Petra vor allem Auto. Aber auch weiter Richtung Alpen; so sind die allermeisten Niederländer die Wintersport in den Alpen machen Autoreisende.

4. Dass in Frankreich Flüge unterhalb 2,5 Stunden Bahnfahrt verboten sind: c'est si bon pour eux. Die Franzosen haben dann auch die Infra dafür, DE/NL nicht. Dafür verwenden Lucien und Jacqueline zur Anreise zu ihrem TGV-Bahnhof Renault & Co.

5. Im Zeitvergleich vermisse ich die Tatsache, dass ich beim Flieger viel mehr Reisemöglichkeiten habe. Nach London 55 Flüge gegenüber 6 Bahnverbindungen, wovon nur 2 direkt. Anders gesagt: 20-Minutentakt versus Dreistundentakt. Würde ich bei Bahn unf Flug einen halben Takt addieren, dann ist die Bahn chancenlos.

6. Mit der Bahn in der Stadtmitte ankommen: auch nur wenn man dort sein muss oder mit anderen Bahnen weiterreist.
a. der Fluggast der nach Stadt X fliegt um Stadt X zu besuchen, wird der ÖPNV benutzen.
b. der Fluggast der Urlaub in einem Ort macht, wird mit Transfertaxi oder -Bus gebracht.
c. der Fluggast der vor Ort mobil sein möchte, mietet sich ein Auto. Dann ist man froh, dass man nicht zuerst durch die Innenstadt kurven muss, sondern ab Flughafen direkt auf die Autobahn kommt.

7a. München, Basel und Zürich liegen bahntechnisch noch ausserhalb der 6-Stundenzone von Amsterdam. Diese wären mit einer Rennbahn Utrecht-Köln (1h statt 2h) drinnen.
7b. Bremen, Hamburg, Hannover und Berlin liegen dagegen schon in der 6-Stundenzone von Amsterdam.
Also wenn irgendwie eine Rennbahn NL-DE kommt, dann zuerst Utrecht-Köln und erst danach Amersfoort-Osnabrück-Minden (oder ggf. Amersfoort-Münster-Bielefeld).


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Neue Rennbahnen? Ähm, der Zug ist erstmal abgefahren?!?

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 25.04.2022, 12:10 (vor 1445 Tagen) @ Oscar (NL)

Hey.

Also wenn irgendwie eine Rennbahn (...) kommt (...)

Der Zug ist für die nächste Zeit abgefahren.

Rennbahnen brauchen Platz und vernichten Natur. Der Energieaufwand für die Raserei ist viel zu hoch. Und in den nächsten Jahren und Jahrzehnten werden wir die Finanzierung sicherlich auf andere Dinge beschränken müssen bzw neu denken müssen. Bauen mit all seinen Vorschriften wird unerschwinglich teuer. Personal zum Bauen ist auch keines da. Material fehlt auch oder wird exorbitant teurer. Zumal das Bestandsnetz ja auch noch erhalten werden soll. Die Rennbahn nutzt nicht viel, wenn das Netz drumherum eine Ansammlung von Langsamfahrstellen ist.

Die Rennbahn könnte dann eine Chance haben, wenn sie auch zur Kanonenbahn taugt. Nur ist das auch problematisch; wo wir schnell zum Feind kommen, kommt der auch schnell zu uns.

Und beim Flieger wird es wie überall im Wirtschaftsleben auch rückläufig werden. Dieses Jahr werden wir natürlich nochmal einen Boom erleben - nach Corona und vor den Kriegsfolgen ist das Zeitfenster für fröhliches Verreisen kurz geöffnet. So wie bei der sterbenden Tanne, wo sich der Unwissende freut, wieviele Zapfen sie nochmal ausbildet. Für die Eisenbahn gilt übrigens dasselbe: man wird sie sich auch leisten können müssen.

Generell sollten wir uns mal darauf einstellen, dass die Zeiten nicht mehr so fröhlich friedlich freundlich weitergehen wie die letzten 30 Jahre. Und das hat nichts mit Unkerei zu tun, sondern ist ein normaler Kreislauf des Lebens.

Es ist also mehr als angebracht, schon frühzeitig darüber nachzudenken, wieviel Eisenbahn und ÖV wir denn erhalten wollen und müssen und wo mit welchem Aufwand überhaupt ein Mehr geschaffen werden kann. Für riesige Prestige- und Großprojekte sehe ich da derzeit nicht, dass das jetzt die ideale Zeit ist.


Hier im Kaff haben die örtlichen Stadtwerke einen gigantischen Verlust eingefahren. 15 Mio Minus. Wo der Laden sonst immer sprudelte. Als erstes werden im Juni die Gaspreise exakt verdoppelt. Noch will man an den ÖV nicht ran - die OBin hat aber schon verkündet, dass es ohne Einschnitte nichts wird. Und den für die Stadtwerke fahrenden Bus-Subunternehmen hat man signalisiert, dass sie keine höheren Zahlungen für die gestiegenen Spritkosten zu erwarten hätten; im Zweifel gehen sie eben pleite. Nur fährt dann der Bus auch nicht mehr ... - und dann wohl auch kein anderer ...


Spannende Zeiten stehen bevor.


Ach ja, und konkret: wo zwischen NL und D ist irgendwo von einer Rennbahn die Rede? Es gibt immer mal Ideen und es meldet sich wer zu Wort - aber wo hat es denn schon mal für so eine richtige grundlegende sauteure tiefengründige Studie gereicht? Und wo in den kleinen Niederlanden will man denn da rennen? Entweder schließt man hunderttausende vom schnellen Zugang aus bzw zwingt sie zu großen Umwegen, um den schnellen Zugang überhaupt zu erreichen - was den Zeitvorteil des Rennens dahin macht. Oder man muss pausenlos halten. Was eine Rennbahn ad absurdum führt.

Schöne Grüße von jörg

Neue Rennbahnen? Ähm, der Zug ist erstmal abgefahren?!?

AbUndZu, Dienstag, 26.04.2022, 13:45 (vor 1444 Tagen) @ Der Blaschke

Zitat: Die Rennbahn könnte dann eine Chance haben, wenn sie auch zur Kanonenbahn taugt. Nur ist das auch problematisch; wo wir schnell zum Feind kommen, kommt der auch schnell zu uns.

Hui, gerade in der Depri-Phase - aufgrund von Folgendem?

Zitat: Hier im Kaff haben die örtlichen Stadtwerke einen gigantischen Verlust eingefahren. 15 Mio Minus. Wo der Laden sonst immer sprudelte. Als erstes werden im Juni die Gaspreise exakt verdoppelt. Noch will man an den ÖV nicht ran - die OBin hat aber schon verkündet, dass es ohne Einschnitte nichts wird. Und den für die Stadtwerke fahrenden Bus-Subunternehmen hat man signalisiert, dass sie keine höheren Zahlungen für die gestiegenen Spritkosten zu erwarten hätten; im Zweifel gehen sie eben pleite. Nur fährt dann der Bus auch nicht mehr ... - und dann wohl auch kein anderer ...

Gas könnte man nach dem Vorbild von z.B. Hannover komplett durch Fernwärme ersetzen:
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gruene-fernwaerme-hannover-will-gasheizungen...
Und, ach ja: Parkraumbewirtschaftung konsequent durchziehen / als Einnahmequelle erschließen, öffentlicher (Straßen-)Raum zum Nulltarif ist Zeitgeschichte:
https://bibliothek.wzb.eu/artikel/2021/f-24377.pdf
https://bibliothek.wzb.eu/artikel/2021/f-24378.pdf

Zitat: Spannende Zeiten stehen bevor.

Oder im Militär-Sprech:
Wer den Schuss bisher nicht gehört hat, ...

NL: internationale Zug wirklich eine Flugalternative?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Montag, 25.04.2022, 15:23 (vor 1445 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Alibizugpaar, Montag, 25.04.2022, 15:24

7b. zuerst Utrecht-Köln und erst danach Amersfoort-Osnabrück-Minden (oder ggf. Amersfoort-Münster-Bielefeld)

ICE-Sprinter Amsterdam - Utrecht - Essen - Hannover - Berlin

Und NEIN, NICHT als Flügelzug über Duisburg!!! Das würde fast die Zeit auffressen, die man mit der NBS Bielefeld - Hannover gewinnt. Plus Leinhausener Verbindungskurve zu einer NBS Hannover - Hamburg. Ich hoffe übrigens sehr diese beiden NBS werden kommen. In Essen könnte man eventuell einen Übergang zu einem ICE-Sprinter Köln - Hamburg herstellen?

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

NL: internationale Zug wirklich eine Flugalternative?

AlbertP, Ulm, Montag, 25.04.2022, 15:33 (vor 1445 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von AlbertP, Montag, 25.04.2022, 15:36

Die ICE-Züge von/zu Amsterdam sowie der RE19 waren letztes Wochenende sehr voll, und ich sehe die L78 oft ausgebucht. Es scheint schon genug Bedarf für weitere Züge nach Düsseldorf/Köln zu geben.

Also bitte dahin. Berlin ist andersherum schon zu erreichen.

?????

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 25.04.2022, 16:37 (vor 1445 Tagen) @ Alibizugpaar

Huhu.

ICE-Sprinter Amsterdam - Utrecht - Essen - Hannover - Berlin

Und NEIN, NICHT als Flügelzug über Duisburg!!! Das würde fast die Zeit auffressen, die man mit der NBS Bielefeld - Hannover gewinnt. Plus Leinhausener Verbindungskurve zu einer NBS Hannover - Hamburg. Ich hoffe übrigens sehr diese beiden NBS werden kommen.

?????


Also Amsterdam - Utrecht - Essen - Hamburg!???!???

Dank der 'Herrenhausen-Kurve' dann ohne Halt in Hannover Hbf. Dafür in Langenhagen? Dort mit peoplemover zum Fluchthafen. Immerhin.

In Essen könnte man eventuell einen Übergang zu einem ICE-Sprinter Köln - Hamburg herstellen?

Den es nach Fertigstellung deiner beiden Strecken aber gar nicht mehr braucht. Zumindest nicht über die Rollbahn. Wo flügeln wir also deinen Kringel-Amsterdam-Express?


Schöne Grüße von jörg

?????

Sören Heise, Region Hannover, Montag, 25.04.2022, 16:40 (vor 1445 Tagen) @ Der Blaschke

Dank der 'Herrenhausen-Kurve' dann ohne Halt in Hannover Hbf. Dafür in Langenhagen? Dort mit peoplemover zum Fluchthafen. Immerhin.

S-Bahn. Ist schon da.
Wollte gerade den noch vorhanden Bahnsteig hier am Pferdemarkt vorschlagen, müsste man nur ein wenig aufhübschen und die Mauer zum Tunnel wieder abbrechen. Aber dann fiel mir ein, dass es hier ja noch eine andere Station gibt.

OT: Modern. Express-S-Bahn.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 25.04.2022, 16:59 (vor 1445 Tagen) @ Sören Heise

Hey.

Dank der 'Herrenhausen-Kurve' dann ohne Halt in Hannover Hbf. Dafür in Langenhagen? Dort mit peoplemover zum Fluchthafen. Immerhin.

S-Bahn. Ist schon da.

Die man gerade auf Stundentakt ausgedünnt hat für die Zeit der großen Bauarbeiten an Gl 1 und 2. Aber dafür zum Express gemacht hat! Durchrasen vom Hbf bis Langenhagen Pferdemarkt. Da hält sogar der Metronom früher (Lhg. Mitte).

Ich meine nur, wenn da alles neu und rasend ist, dann braucht es da auch eine moderne Zuwegung zum Flughafen.


Schöne Grüße von jörg

Modern. ICE-Bahnhof HAJ

Henrik, Dienstag, 26.04.2022, 03:08 (vor 1445 Tagen) @ Der Blaschke

Dank der 'Herrenhausen-Kurve' dann ohne Halt in Hannover Hbf. Dafür in Langenhagen? Dort mit peoplemover zum Fluchthafen. Immerhin.

S-Bahn. Ist schon da.

Die man gerade auf Stundentakt ausgedünnt hat für die Zeit der großen Bauarbeiten an Gl 1 und 2. Aber dafür zum Express gemacht hat! Durchrasen vom Hbf bis Langenhagen Pferdemarkt. Da hält sogar der Metronom früher (Lhg. Mitte).

Ich meine nur, wenn da alles neu und rasend ist, dann braucht es da auch eine moderne Zuwegung zum Flughafen.

..fragt sich nur, für wen.
Wie war das im Deutschlandtakt? Dieser Sprinter soll auch gar nicht in Bielefeld halten (gibts ja eh nicht).
Wo kommen die Fahrgäste her? Aus Köln?
Ja klar, für die braucht es dann eine Verbindung zum Flughafen HAJ, damit sie noch gleich wohin fliegen können?
ach egal.

peoplemover? S-Bahn?
ernsthaft jetzt?
Steht hier DSO drüber oder ICE-Treff?
Oscar schreibt parallel was von einer NBS entlang der A2 & A352 (die nicht am Stadtrand, sondern mitten durch Langenhagen führt, aber egal).
Schauen wir uns die Grobkorridore der aktuellen Planung an,
https://infomarkt.hamburg-bremen-hannover.de/themeninsel/bisherige-ergebnisse
Ein Korridor führt direkt vom Norden auf den HAJ direkt zu.
Also ab in die -2 Ebene.. unter dem bestehenden S-Bahnhof ein ICE-Bahnhof.
Besser gehts doch nicht.

nicht immer so klein-klein denken! ;)

Modern. ICE-Bahnhof HAJ

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 26.04.2022, 09:28 (vor 1444 Tagen) @ Henrik

Oscar schreibt parallel was von einer NBS entlang der A2 & A352 (die nicht am Stadtrand, sondern mitten durch Langenhagen führt, aber egal).

Durchs Stadtgebiet, ja. Aber nicht durch die Wohngebiete. Da ist nur in Schulenburg nennenswert Wohnbebauung in unmittelbarer Autobahnnähe, dazu ein paar Häuser in Kaltenweide.

Modern. ICE-Bahnhof HAJ

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Dienstag, 26.04.2022, 23:16 (vor 1444 Tagen) @ Henrik

Also meine Herren,
ein SPRINTER Köln - Hamburg sollte hinter der Leinhausener Kurve bitte die Leistung aufschalten zur sportlichen Beschleunigung auf Vmax. Statt unnötig die Bremsen abzunutzen. Auf Höhe Langenhagen erwarte ich bereits 160 bis 180 km/h. Ein Fernhalt in Nähe Flugplatz wäre was für einen Zug, der u.a. auch Soltau und Bielefeld mit bedient. Ansonsten Flugreisende bitte umsteigen in die S5.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

OT: Modern. Express-S-Bahn.

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 26.04.2022, 09:26 (vor 1444 Tagen) @ Der Blaschke

Die man gerade auf Stundentakt ausgedünnt hat für die Zeit der großen Bauarbeiten an Gl 1 und 2. Aber dafür zum Express gemacht hat! Durchrasen vom Hbf bis Langenhagen Pferdemarkt.

Und da es eine S-Bahn ist, braucht sie eine Minute länger als der Eilzug früher.

NL-DE, Sammelantwort.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 25.04.2022, 16:48 (vor 1445 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von Oscar (NL), Montag, 25.04.2022, 16:51

Alibizugpaar:

7b. zuerst Utrecht-Köln und erst danach Amersfoort-Osnabrück-Minden (oder ggf. Amersfoort-Münster-Bielefeld)

ICE-Sprinter Amsterdam - Utrecht - Essen - Hannover - Berlin

Als ICE-Fan selbstverständlich dafür, allerdings mit der Bezeichnung ICE International... ;)
Inlands-ICEs bedienen dann die Städte dazwischen.

Plus Leinhausener Verbindungskurve zu einer NBS Hannover - Hamburg. Ich hoffe übrigens sehr diese beiden NBS werden kommen.

Leinhausener Kurve, oder A2/A352 Trassierung via Langenhagen, also am Stadtrand? (ggf. Bahnhof "Langenhagen ICE")

In Essen könnte man eventuell einen Übergang zu einem ICE-Sprinter Köln - Hamburg herstellen?

ICE International Brüssel - Köln - Essen - Hamburg... ;)

Nun bin ich mir nicht sicher, ob es sich lohnt, parallel zum ICE International Brüssel-Frankfurt (mit Halt in Lüttich und Aachen) einen ICE International Brüssel-Hamburg einzuplanen, der BRX-K nonstop fährt. Dann durfte ein Stundentakt BRX-K besser sein, ggf. Bedienung Lüttich/Aachen abwechselnd und Verkehr Lüttich-Aachen mit NMBS-IC200 Oostende-Köln.

AlbertP:

Die ICE-Züge von/zu Amsterdam sowie der RE19 waren letztes Wochenende sehr voll, und ich sehe die L78 oft ausgebucht.

Letztes Wochenende war Spontanstreik Schiphol (ich berichtete schon eher). Dazu auch noch Baustelle Hengelo-Rheine, also Amsterdam-Berlin auch via Emmerich.

Es scheint schon genug Bedarf für weitere Züge nach Düsseldorf/Köln zu geben.

Ich stelle fest: nur eine FV-Verbindung NL-Rhein/Ruhr/Sieg, dafür 6 Autobahnen:
- A12/A3 Arnhem-Oberhausen
- A77/A57 Nijmegen-Köln
- A67/A40 Venlo-Duisburg
- A74/A61 Venlo-Köln
- N280/A52 Roermond-Düsseldorf
- A76/A4 Heerlen-Köln

Also bitte dahin. Berlin ist andersherum schon zu erreichen.

Nun gibt es viele Wege von Utrecht nach Köln (ich berichtete schon eher). Wichtig wäre möglichst wenig Ressourcenverbrauch (vor allem Landoberfläche. Wrs. Bündlung mit A73 (NL), A40/A57 (DE). Zerschnittene Naturgebiete mit Wildpassagen wiederverbinden.
Wahlweise westliche Einfahrt in Köln mit Halt im Hbf (mehr Vernetzung) oder Rheinquerung nördlich der Stadt mit Halt in "Köln ICE".
Viaduktbau wie in China würde den Landwirten weiterhin ermöglichen, deren Land mit ihren Traktoren zu bearbeiten.

Nur schade, dass in NL die Stadtviertel sehr nahe an der Autobahn gebaut wurden. Ob man da eine Bahnstrecke hinzubekommt, bin ich mir nicht sicher.


gruß,

Oscar (NL).

--
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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

NL-DE, Sammelantwort.

AlbertP, Ulm, Mittwoch, 27.04.2022, 13:41 (vor 1443 Tagen) @ Oscar (NL)

Letztes Wochenende war Spontanstreik Schiphol (ich berichtete schon eher). Dazu auch noch Baustelle Hengelo-Rheine, also Amsterdam-Berlin auch via Emmerich.

Vielleicht hast du Recht, ich sitze jetzt im ICE 126 und in Duisburg kam eine Menge Reisende mit Rollkoffern dabei.

Obwohl Königstag natürlich kein normaler Tag ist bei der Bahn von/zu NL. Montag gehe ich zurück und werde ich mich die Situation genauer anschauen.

NL: internationale Zug wirklich eine Flugalternative?

Henrik, Dienstag, 26.04.2022, 02:44 (vor 1445 Tagen) @ Oscar (NL)

hin und wieder liest man, der internationale Zug soll eine Alternative zum Kurzstreckenflug darstellen. Aber ist das auch wirklich so? Anfang des Jahres wurde das hier in NL recherchiert. Damals war der Artikel für mich nicht lesbar, jetzt aber schon.

Hinweis: der Artikel redet vom internationalen Zug. Also nicht notwendigerweise Hochgeschwindigkeitszug. Nachtzüge sind hier auch international.

Positive Aspekte der Bahn:

+ ab Amsterdam sind überraschend viele Flugziele innerhalb 6 Stunden mit der Bahn erreichbar.
+ internationaler Zug nicht immer teurer als Flug
+ Nachtzüge erlauben Reisen im Schlaf.

Negative Aspekte:

- Buchung von Tickets ist recht umständlich.
- mangende Darstellung der Fahrgastrechte.

daran kann man ja arbeiten,
letzteres dürfte als Hinderungsgrund nicht so relevant sein.

Wohin fliegen Jan und Petra am liebsten?

A. < 500 km   : 1. London     2. Paris   3. Frankfurt 4. Manchester
B. 500-750 km : 1. Kopenhagen 2. München 3. Zürich    4. Genf
C. 750-1000 km: 1. Dublin     2. Wien    3. Mailand   4. Oslo
D. > 1000 km  : 1. Barcelona  2. Rome    3. Madrid    4. Stockholm

Interkontinentalflüge sind relativ selten; nur 20% aller Flüge. Nach Hamburg, Bristol und Basel wird öfter geflogen als nach New York JFK. 22% aller Flüge sind innerhalb 500 km Luftlinie.
Dafür verursachen Interkontinentalflüge mehr CO2 als Kurzstreckenflüge.

pro Entfernung emittieren Kurzstreckenflüge erheblich mehr CO2, nebst Lärm.
Diese lassen sich auch eher substituieren durch HGV als Langstreckenflüge.

Gehts Dir um die Anzahl der Flüge oder um die Passagiere bzw. Reisende?
20% an sich der Flüge ist schon ein hoher Wert,
Der Anteil der Umsteiger in AMS beträgt 40%
AMS ist Top3 in Europa nach London und Paris, an der Stadt Amsterdam liegt das nicht.
AMS nimmt durch Umsatz im Flughafen durch die Umsteiger in Gastronomie & Shops mehr Geld ein als durch die Landegebühren.

Meine Gedanken dazu:

1a. Der Entfernungsvergleich hinkt. Die Entfernungen sind Luftlinie. 7 von 17 populärste Reiseziele innerhalb 500 km sind in UK. Zwischen NL-UK liegt eine Wassermasse namens Nordsee -> die Bahn muss hier einen Umweg fahren. Die Bahn ist bestenfalls für London eine Alternative. Nach Manchester, vergiss es.
1b. Aber auch kontinental gibt es Hürden. Es gibt Lücken im HGV-Netz, vor allem NL-DE. Nach Luxemburg stehen die Ardennen im Wege, nach Italien die Alpen.

2. Flüge Amsterdam-Frankfurt sind auch oft Zubringer für Interkontinentalflüge. Diese könnte man auf die Bahn verlagern; nur schade, dass ICE International Schiphol Airport nicht bedient und die Verlängerung von Amsterdam Centraal nach Schiphol Airport zugunsten Airport Sprinter verunmöglicht wird.

Das ist dann aber die Gegenrichtung.
Für AMS-FRA-.. wäre es für den Passagier nicht hilfreich, wenn der ICE bereits in Schiphol startet.
Diese Leute wollen in Amsterdam Centraal in den ICE einsteigen und können es ja auch.
Nur ist die Fahrzeit nach FRA doch recht lang.
Lufthansa lockt diese mit günstigeren Preisen für den Zubringer-Flug von AMS nach FRA,
wie es KLM in Gegenrichtung tut.

3. Nach und durch Deutschland ist die Nachfrage:
a. Nord = Bremen, Hamburg, Hannover, Berlin
b. Süd = Frankfurt, Stuttgart, München, Basel, Zürich

hmpf.
Bremen, Hannover, Stuttgart.
Naja nun.. ja, joa.. da gibt es auch Passagiere im Quell-Ziel-Verkehr in diesen Flugzeugen.
Es hält sich in Grenzen.

Was der Artikel nicht nennt aber dennoch sehr wichtig ist: nach Deutschland ist beim Verkehrsträger Auto auch viel (viel mehr?) zu holen. Düsseldorf (besser: NRW) wird als erster genannt, aber dorthin fahren Jan und Petra vor allem Auto.

MIV war wohl auch nicht das Thema des Artikels.
Jan und Petra steht für Niederländer aus Amsterdam, die nach Düsseldorf wollen?
Quell-Ziel-Verkehr
Der ICE bietet mit 2 h 10 min eine Reisezeit, die nicht so unattraktiv erscheint.
Google Maps liefert einiges mehr an Fahrzeit fürs Auto.
Pi mal Daumen würde ich das Auto im Modal-Split da zum ICE einordnen auf 60:40.... 65:35
Mit einer NBS für HGV in den Niederlanden auf dieser Relation könnte man gewiss dieses Verhältnis umkehren. Eine solche sehe ich nicht kommen.
Höhere Spritpreise wirken sich auch auf dieses Verhältnis aus.
Den gewiss vorhandenen Flugverkehr schätze ich da im Mix dieser 2 Verkehrsarten auf kaum 20% ein,
also ja, bei dieser Relation wäre am meisten im MIV zu holen.. theoretisch.
Je weiter die Entfernung schwenkt das mehr hin zum Flieger.
Bei München wäre dann wieder mehr vom Flugzeug zu holen als vom MIV.
Da stehen ja auch diverse Projekte auf der Agenda, die diese Relation für den HGV attraktiver erscheinen lassen. Da wird es also Verschiebungen vom Flugzeug hin zum ICE geben.

Aber auch weiter Richtung Alpen; so sind die allermeisten Niederländer die Wintersport in den Alpen machen Autoreisende.

..aus anderen spezifischen Gründen, die Du später ja auch benennst.

4. Dass in Frankreich Flüge unterhalb 2,5 Stunden Bahnfahrt verboten sind: c'est si bon pour eux. Die Franzosen haben dann auch die Infra dafür, DE/NL nicht.

Naja nun,
oder Frankreich hat diese Infra eben nicht.
Das betrifft hier unter anderem Flüge von Bordeaux und Lyon nach Paris.
Schon mal was gehört von den Flughäfen von Bordeaux und Lyon?
Nicht?
Kein Wunder.. in den Top-30 der Flughäfen nach Passagierzahlen des Jahres 2019 in Europa tauchen diese nicht auf,
auch sonst kein französischer Flughafen außer die beiden von Paris.
4 deutsche Flughäfen befinden sich in dieser Liste (FRA, MUC, DUS & TXL).
2,5 Stunden ICE-Fahrt.. da wären DUS-FRA wie auch Stuttgart-FRA betroffen,
wenn man da aber die Umsteiger abzieht.. (die m.W. in Frankreich auch nicht betroffen sind)

7a. München, Basel und Zürich liegen bahntechnisch noch ausserhalb der 6-Stundenzone von Amsterdam. Diese wären mit einer Rennbahn Utrecht-Köln (1h statt 2h) drinnen.

letzteres ja,
zu bedenken eben auch fest geplante wie auch in Bau befindliche Projekte in Deutschland.

7b. Bremen, Hamburg, Hannover und Berlin liegen dagegen schon in der 6-Stundenzone von Amsterdam.
Also wenn irgendwie eine Rennbahn NL-DE kommt, dann zuerst Utrecht-Köln und erst danach Amersfoort-Osnabrück-Minden (oder ggf. Amersfoort-Münster-Bielefeld).

;))

NL: internationale Zug wirklich eine Flugalternative?

AbUndZu, Dienstag, 26.04.2022, 14:49 (vor 1444 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von AbUndZu, Dienstag, 26.04.2022, 14:52

Zitat: in den Top-30 der Flughäfen nach Passagierzahlen des Jahres 2019 in Europa ...
4 deutsche Flughäfen befinden sich in dieser Liste (FRA, MUC, DUS & TXL).

Abgesehen davon, dass TXL seit 2020 Geschichte ist und seitdem der BER vor DUS in der Liste steht, hat die DB es bisher nicht geschafft, den BER mit einem ICE anzubinden; das wird sich vielleicht 2025/26 ändern, wenn das DB-Projekt https://www.dresdnerbahn.de/ (und damit auch "Verbindungskurve" https://www.dresdnerbahn.de/abschnitt-blankenfelde-mahlow ) in Betrieb geht.

Es gab ja mal in den 1980er Jahren zwischen z.B. DUS und FRA tatsächlich TEE-Züge.
Und seit dem Aufkommen von z.B. "Miles & More" (dem Kundenbindungsprogramm von Lufthansa) Anfang der 90er kann man sogar mit dem (Zitat Oscar) "Flugzeug Höhe null", vulgo ICE "Miles" sammeln; analog den 3 Buchstaben für z.B. DUS haben sogar viele andere (Haupt-)Bahnhöfe 3-Buchstaben-Kürzel in der Luftfahrtbranche, von wegen Intermodalität...

Sollte die DB so etwas 2025ff. mit dem ICE z.B. via BER nicht anbieten, wäre es, IMHO und mit Verlaub und allem Respekt, höchste Zeit, dass der ICE - zunächst innerdeutsch und gerne auch auf anderen Strecken - Konkurrenz bekommt, wie ich es schon in anderem Zusammenhang angesprochen habe:

https://www.ice-treff.de/index.php?id=654083
https://www.ice-treff.de/index.php?id=654147

(Und, nein, ich fordere nicht die Umbenennung dieses Forums in, sagen wir, HGV-Treff.de ...)

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