Preisdifferenzierung nach meiner Kenntnis = HVZ-Aufschlag (Fahrkarten und Angebote)

ICE 1612, Freitag, 29.10.2021, 00:55 (vor 1594 Tagen) @ Pfälzer

Hallo,

Wie möchte man den Bartarif nach Uhrzeit differenzieren? Läuft das mittelfristig auf generelle Zugbindung im NV oder Ultrakurzzeit-Geltungszeiträume wie in Verbünden (2 Stunden ab Kauf) hinaus?


Es gäbe noch eine andere Möglichkeit, ohne 100%-ige Zugbindung wie im Fernverkehr zur zeitlichen Differenzierung des Tarifs für Einzelfahrkarten zu kommen:

Der Tag wird in feste Zeitfenster eingeteilt, innerhalb denen der Fahrgast die Fahrt planmäßig antreten muss. Der Fahrgast löst also einen Fahrschein, der ihn zur Abfahrt z. B. zwischen 9:00 und 12:00 berechtigt. Er darf dann jede Verbindung wählen, die den Startbahnhof zwischen 9:00 und 12:00 planmäßig verlassen soll (bei Verspätungen und Fahrtausfällen verlängert sich / entfällt natürlich die zeitliche Einschränkung). Fährt der Fahrgast erst nach 12:00 los ist seine Fahrkarte ungültig. Möglicherweise gibt es dann noch eine Option, denn "Differenzbetrag" zu einem eventuell teureren Zeitfenster nachzulösen.

Für die Strecke Mannheim - Frankfurt dürften mit einem Fahrschein für das Zeitfenster 9:00 - 12:00 dann folgende Verbindungen genutzt werden:
- 9:15 - 10:24 (RE 60)
- 9:35 - 10:45 (RE 70)
- 10:15 - 11:24 (RE 60)
- 10:35 - 11:45 (RE 70)
- 11:15 - 12:24 (RE 60)
- 11:35 - 12:45 (RE 70)
(Verbindungen mit RE 4 und RE 14 ausgenommen, da Umweg)
Somit wäre es keine Zugbindung, da immerhin zwischen 6 möglichen Verbindungen gewählt werden darf. Dennoch wäre die Auswahl deutlich eingeschränkt.

Die einzelnen Zeitfenster können dann unterschiedlich bepreist werden. Ein Beispiel - hier wird der Normalpreis zeitabhängig mit einem Faktor multipliziert, der den Normalpreis entweder vermindert oder steigert:
- Zeitfenster 0 - 3 Uhr: Faktor 0,8
- Zeitfenster 3 - 6 Uhr: Faktor 0,9
- Zeitfenster 6 - 9 Uhr: Faktor 1,2
- Zeitfenster 9 - 12 Uhr: Faktor 0,9
- Zeitfenster 12 - 15 Uhr: Faktor 1,0
- Zeitfenster 15 - 18 Uhr: Faktor 1,1
- Zeitfenster 18 - 21 Uhr: Faktor 1,0
- Zeitfenster 21 - 24 Uhr: Faktor 0,8

Bei einem Normalpreis von 10,00 € schwankt der Fahrpreis innerhalb des Tages dann von 8,00 € bis 12,00 €. Wer zur HVZ morgens unterwegs ist zahlt 12,00 €. Nachtschwärmer kommen für 8,00 € mit - wenn es zu dieser Zeit überhaupt eine Verbindung gibt.

Interessant wäre dabei die Frage, wie man mit Fahrtunterbrechungen umgeht. Denn durch die Einteilung in Zeitfenster könnte hier auf 3 Stunden genau gesteuert werden, wann der Fahrgast losfährt. Das hindert ihn im Zweifel aber nicht, um 9:00 loszufahren, unterwegs einige Stunden z. B. in ein Museum zu gehen und zur abendlichen HVZ die Fahrt fortzusetzen. Hier wäre dann doch eine zeitlich beschränkte Gültigkeit der Fahrkarte das Mittel der Wahl, wobei sichergestellt werden muss, dass der Fahrgast zumindest planmäßig innerhalb des Gültigkeitszeitraums ans Ziel kommen kann. Aber ich gehe davon aus, dass es eher die Minderheit der Fahrgäste ist, die nicht (halbwegs) direkt an ihr Ziel fährt. Zudem ist die Situation zur HVZ morgens ohnehin enger als abends.

Freundliche Grüße aus dem Süden!

Hallo,

also zumindest nach meinem bisherigen Kenntnisstand soll das nicht so kompliziert gehandhabt werden, wie du das beschreibst, sondern es für den Bartarif lediglich einen HVZ-Aufschlag geben. Das würde dann bedeuten, dass jeder mit dem HVZ-Aufschlag genauso flexibel ist wie jetzt zum Flexpreis (mit Ausnahme der verkürzten Gesamtgeltungsdauer bis 3 Uhr des Folgetags), jeder ohne HVZ-Aufschlag aber nur außerhalb der HVZ fahren darf.

Bitte um Korrektur, falls es hier mittlerweile einen neuen Stand gibt.

Viele Grüße

ICE 1612


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